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Jesaja 53–55

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531Wer hat denn unserer Botschaft geglaubt? Und an wem hat sich Jahwes Macht ‹auf diese Weise› gezeigt? 2Er wuchs vor ihm auf wie ein Spross, wie ein Trieb aus trockenem Grund. Er war weder stattlich noch schön. Er war unansehnlich, und er gefiel uns nicht. 3Er wurde verachtet, und alle mieden ihn. Er war voller Schmerzen, mit Leiden vertraut, wie einer, dessen Anblick man nicht mehr erträgt. Er wurde verabscheut, und auch wir verachteten ihn.

4Doch unsere Krankheit, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen, er lud sie auf sich. Wir dachten, er wäre von Gott gestraft, von ihm geschlagen und niedergebeugt. 5Doch man hat ihn durchbohrt wegen unserer Schuld, ihn wegen unserer Sünden gequält. Für unseren Frieden ertrug er den Schmerz, und durch seine Striemen sind wir geheilt. 6Wie Schafe hatten wir uns alle verirrt; jeder ging seinen eigenen Weg. Doch ihm lud Jahwe unsere ganze Schuld auf.

7Er wurde misshandelt, doch er, er beugte sich und machte seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das zum Schlachten geführt wird, wie ein Schaf, das vor den Scherern verstummt, so ertrug er alles ohne Widerspruch. 8Durch Bedrückung und Gericht wurde er dahingerafft, doch wer von seinen Zeitgenossen dachte darüber nach? Man hat sein Leben auf der Erde ausgelöscht. Die Strafe für die Schuld meines Volkes traf ihn. 9Bei Gottlosen sollte er liegen im Tod, doch ins Steingrab eines Reichen legte man ihn, weil er kein Unrecht beging und kein unwahres Wort aus seinem Mund kam.

10Doch Jahwe wollte ihn zerschlagen. Er war es, der ihn leiden ließ. Und wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er leben und Nachkommen haben. Durch ihn gelingt der Plan Jahwes.

11Nach seiner Seelenqual sieht er das Licht und wird für sein Leiden belohnt. Durch seine Erkenntnis wird mein Diener, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit bringen; und ihre Vergehen lädt er auf sich. 12Darum teile ich die Vielen ihm zu, und die Starken werden seine Beute sein, weil er sein Leben dem Tod ausgeliefert hat und sich unter die Verbrecher rechnen ließ. Dabei war er es doch, der die Sünden der Vielen trug und fürbittend für Verbrecher eintrat.

Zions künftige Herrlichkeit

541„Freue dich, du Unfruchtbare, die noch nie geboren hat; du, die nie in Wehen lag, brich in Jubel aus! Denn die Verlassene wird viel mehr Kinder haben als die Frau, die verheiratet war“, sagt Jahwe. 2„Vergrößere dein Zelt, spann deine Zeltdecken aus, spare nicht! Mach deine Seile lang und schlage die Pflöcke fest ein! 3Denn nach rechts und links breitest du dich künftig aus. Deine Nachkommen werden ganze Völker beerben, und verödete Städte besiedeln sie neu. 4Hab keine Angst, du wirst nicht wieder enttäuscht; schäme dich nicht, du wirst nicht wieder beschämt! Denn die Schande deiner Jugendzeit wirst du vergessen, wirst nicht mehr an die Schmach deiner Witwenschaft denken. 5Denn dein Schöpfer ist dein Ehemann, es ist Jahwe, der Allmächtige, dein Befreier; es ist der heilige Gott Israels, der Gott, dem die ganze Erde gehört. 6Denn wie eine verstoßene und tiefgekränkte Frau rief Jahwe dich zurück. Wie kann man denn seine Jugendliebe verstoßen?“, sagt dein Gott. 7„Für eine kleine Weile habe ich dich verlassen, aber mit großem Erbarmen hole ich dich wieder heim. 8Als mein Zorn aufwallte, habe ich mich für einen Augenblick von dir abgewandt, aber mit ewig währender Gnade erbarme ich mich jetzt über dich, spricht Jahwe, der dich befreit. 9Wie in Noahs Zeit soll es für mich sein, als ich schwor, dass Noahs Flut die Erde nie mehr überschwemmen wird, so schwöre ich jetzt: ‚Ich werde nie mehr zornig auf dich sein und schreie dich niemals mehr an!‘ 10Eher weichen die Berge von ihrem Platz und die Hügel fallen um, als dass meine Gnade von dir weicht und mein Friedensbund fällt, spricht Jahwe, dein Erbarmer.“

Das neue Jerusalem

11„Du leidgeprüfte, verwüstete und preisgegebene Stadt! Ich lege deine Steine in besten Mörtel ein und gründe deine Mauern auf Saphir. 12Deine Zinnen werden Rubine sein und deine Tore aus Karfunkeln3 bestehen, die gesamte Umfassung aus teurem Gestein. 13Deine Kinder werden von mir selbst belehrt, sie werden in Frieden leben und ungestörtem Glück. 14Du wirst auf Gerechtigkeit gegründet sein, weißt dich fern von jeder Not, weil du sie nicht mehr fürchten musst, fern von Schrecken und Angst, denn sie kommen nicht an dich heran. 15Und wenn dich jemand angreifen will, dann geschieht es ohne mich, er kommt an dir zu Fall. 16Seht, ich selber schuf den Schmied, der das Kohlenfeuer entfacht und Waffen erzeugt. Ich habe auch den gemacht, der mit dieser Waffe Tod und Verderben bringt. 17Deshalb wird dir keine Waffe etwas tun, die gegen dich geschmiedet ist. Und jeder, der dich vor Gericht anklagt, wird von dir als Schuldiger entlarvt. Das ist das Vorrecht der Diener Jahwes, so sieht ihre Gerechtigkeit aus!“, spricht Jahwe.

An alle, die Durst haben

551„He, ihr Durstigen alle, kommt her zum Wasser! / Kommt her, auch wenn ihr kein Geld habt! Kauft und esst! Ja, kommt, kauft ohne Geld, kauft Wein und Milch! Es kostet nichts. 2Warum gebt ihr Geld aus für Brot, das gar keins ist, den Lohn eurer Mühe für das, was niemand satt machen kann? Hört doch auf mich, dann bekommt ihr das Beste, dann esst ihr euch an Köstlichkeiten satt! 3Hört auf mich und kommt zu mir! Dann lebt eure Seele auf, und ich schließe einen ewigen Bund mit euch. Ich erfülle, was ich schon David versprach. 4Ihn habe ich zum Zeugen ganzer Völker bestimmt, zum Herrscher und Gebieter von Nationen. 5Pass auf, auch du rufst künftig manches Volk herbei, das du nicht kennst! Und mancher Stamm, der dich nicht kannte, kommt schnell zu dir, weil Jahwe, dein Gott bei dir ist, der Heilige Israels, denn er hat dich herrlich gemacht!“

6Sucht Jahwe, solange er sich finden lässt! Ruft ihn an, solange er euch nahe ist! 7Der Gottlose verlasse seinen Weg, der Schurke seine schlimmen Gedanken! Er kehre um zu Jahwe, damit er sich seiner erbarmt, zu unserem Gott, denn er ist im Verzeihen groß! 8„Meine Gedanken sind nicht wie eure Gedanken, und eure Wege nicht wie meine Wege!“, spricht Jahwe. 9„Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so weit reichen meine Gedanken über alles hinaus, was ihr euch denkt, und meine Möglichkeiten über alles, was für euch machbar ist. 10Und wie Regen oder Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, / ohne dass er die Erde tränkt, sie fruchtbar macht, dass alles sprießt, dass Brot zum Essen da ist / und Saatgut für die nächste Saat, 11so ist es auch mit meinem Wort: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, / sondern bewirkt, was ich will, führt aus, was ihm aufgetragen ist. 12Voll Freude zieht ihr in die Freiheit aus, kehrt heim mit sicherem Geleit. Berge und Hügel brechen in Jubel aus, wenn ihr kommt, Beifall klatschen die Bäume im Feld. 13Statt Kameldorn schießt Wacholder auf, statt Brennnesseln sprießen die Myrten. Das wird zum Ruhm für Jahwe sein, ein Denkmal, das alle Zeiten übersteht.“

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Fußnoten

  1. 3Karfunkel ist ein blutroter Edelstein, ein besonders edler Granat.