Logos Bible Study

Jesaja 41–63

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Gott und Götzen vor Gericht

411Hört mich schweigend an, ihr Meeresländer1! Ihr Völker, sammelt Kraft! Dann kommt herzu und sprecht. Wir gehen miteinander vor Gericht. 2Wer hat den Mann aus dem Osten berufen, wer schenkte ihm überall Sieg? Wer liefert ihm die Völker aus und stürzt die Könige vor ihm? Wer macht sie vor seinem Schwert wie Staub, vor seinem Bogen wie verwehtes Stroh? 3Er verfolgt sie, rückt unversehrt vor, berührt kaum mit den Füßen den Weg. 4Wer hat das bewirkt und getan? Der, der von Anfang an Generationen ‹von Menschen› ins Leben ruft. Ich, Jahwe, bin es bei den Ersten, und auch bei den Letzten bin ich es noch!

5Die Meeresländer sahen es und fürchteten sich, die Enden der Erde der Erde bekamen Angst. Sie machten sich auf und kamen herbei. 6Sie halfen einander und machten sich Mut. 7Der Kunsthandwerker glättet das Gold mit dem Hammer, ermutigt den Goldschmied, der auf dem Amboss hantiert, und sagt von der Lötung: „Sie ist gut!“ Dann macht er das Götzenbild mit Nägeln fest, dass es nicht wackelt.

8Doch du, mein Diener Israel, du, Jakob, den ich erwählte, Nachkomme meines Freundes Abraham, 9dich habe ich vom Ende der Erde genommen, dich aus ihrem fernsten Winkel geholt und zu dir gesagt: Du stehst in meinem Dienst! Ich habe dich erwählt und dich auch jetzt nicht verstoßen. 10Schau nicht ängstlich nach Hilfe aus, denn ich, dein Gott, ich stehe dir bei! Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark und ich helfe dir! Ich halte dich mit meiner rechten und gerechten Hand. 11In Schimpf und Schande stehen alle da, die gegen dich gewütet haben. Sie gehen zugrunde, werden wie Nichts, die Männer, die dein Lebensrecht bestreiten. 12Du wirst sie suchen, findest sie aber nicht mehr, die Männer, von denen Zank ausging. Die Männer, die mit dir kämpften, verschwinden als Nichtse im Nichts. 13Denn ich bin Jahwe, dein Gott. Ich fasse dich bei der Hand und sage zu dir: Fürchte dich nicht! Ich, ich helfe dir! 14Erschrick nicht, kleines Würmchen Jakob, du kleines Häuflein Israel! Ich, ich helfe dir, spricht Jahwe. Dein Erlöser ist der heilige Gott Israels. 15Ich habe dich zu einem scharfen, neuen Dreschschlitten gemacht, dich mit Doppelschneiden bestückt. Berge sollst du dreschen und zermalmen, Hügel machst du zu Spreu. 16Du wirst sie worfeln, und der Wind trägt sie davon, der Sturm weht sie fort. Doch du wirst jubeln über Jahwe, wirst dich rühmen in Israels heiligem Gott.

17Die Gebeugten und Bedürftigen suchen Wasser, aber keins ist da. Ihre Zunge vertrocknet vor Durst. Doch ich, Jahwe, erhöre sie. Ich, der Gott Israels, verlasse sie nicht. 18Aus kahlen Hängen lasse ich Ströme fließen, in öden Tälern Quellen entspringen. Ich mache Wüstenland zum Wasserteich, lass Wasser quellen aus trockenem Grund. 19Ich werde Zedern in die Wüste setzen, Akazie, Myrte und Olivenbaum. Mitten in die Steppe pflanze ich Platanen, Zypressen und Wacholder, 20damit sie sehen und erkennen, verstehen und begreifen, dass Jahwe hier eingegriffen hat, dass der heilige Gott Israels das alles erschuf.

21„Stellt euch auf zum Prozess!“, spricht Jahwe. „Bringt eure Beweise vor!“, sagt der König Jakobs. 22„Schafft sie her und sagt uns, was geschehen wird! Erklärt uns, was in der Vergangenheit geschah, damit wir es zu Herzen nehmen, und lasst uns erkennen, wohin das führt! Oder sagt uns, was die Zukunft bringen wird! 23Sagt uns doch, was später kommt, damit wir merken, dass ihr Götter seid! Ja, zeigt uns Gutes oder auch das Böse, dann starren wir uns an und fürchten uns vereint! 24Seht, ihr seid ja nichts und könnt auch nichts. Einen Gräuel erwählt, wer immer euch wählt!

25Ich habe ihn im Norden erweckt,4 und er kam, der Mann aus dem Osten, der meinen Namen nennt!5 Statthalter zertritt er wie Lehm, so wie ein Töpfer den Ton zerstampft. 26Wer verkündete das im Voraus, sodass wir sagen könnten: ‚Er hat Recht gehabt!‘? Keiner war es, der es meldete, keiner, der es hören ließ. Kein Wörtchen hat man von euch gehört. 27Als Erster habe ich zu Zion gesagt: ‚Seht, da ist es, da sind sie!‘ Ich habe Jerusalem den Freudenboten geschickt. 28Und sehe ich mich um – niemand ist da. Keiner von diesen Göttern konnte mir raten, keinen kann ich fragen, dass er mir Antwort gibt. 29Sie alle sind ja nur Betrug. Ihre Machwerke: Nichtse im Wind, gegossene Götzen, hohl und leer.“

Erstes Lied vom Diener Gottes

421Seht, das ist mein Diener, ich stehe zu ihm! Ich habe ihn erwählt und finde Gefallen an ihm. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt. Er bringt den Völkern das Recht. 2Er macht kein Aufheben und schreit nicht herum. Auf der Straße hört man seine Stimme nicht. 3Das geknickte Rohr bricht er nicht durch, den glimmenden Docht löscht er nicht aus. Ja, er bringt wirklich das Recht. 4Er selbst verglimmt nicht und knickt auch nicht ein, bis er das Recht auf der Erde durchgesetzt hat. Die Meeresländer warten schon auf sein Gesetz.

5So spricht Jahwe, Gott, der den Himmel geschaffen und ausgespannt und die Erde und all ihr Gewächs ausgebreitet hat; der dem Volk auf ihr den Atem gab, ihren Bewohnern Leben und Geist: 6„Ich, Jahwe, ich habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich stehe dir zur Seite und rüste dich aus. Ich mache dich zum Bund2 für das Volk und für alle Völker zum Licht, 7um blinde Augen zu öffnen und Gefangene aus dem Gefängnis zu holen, um die, die im Dunkeln sitzen, aus der Haft zu befreien. 8Ich bin Jahwe, das ist mein Name! Diese Ehre überlasse ich keinem, keinem Götzen das mir gehörende Lob. 9Seht, was ich früher sagte, traf ein. Nun kündige ich Neues an. Noch ehe es aufsprosst, hört ihr es von mir.“

Gottes Sieg

10Singt Jahwe ein neues Lied! Tragt seinen Ruhm bis ans Ende der Welt, die ihr das Meer befahrt und von seiner Fülle lebt, Meeresländer und ihre Bewohner! 11Die Städte der Steppe sollen sich freuen, auch die Dörfer, die Kedar bewohnt. Jubeln sollen die Felsenbewohner, jauchzen von den Gipfeln der Berge! 12Sie sollen Jahwe die Ehre geben, seinen Ruhm verkünden den Ländern am Meer! 13Jahwe zieht aus wie ein Held, entfacht wie ein Krieger seine Leidenschaft, erhebt ein lautes Kriegsgeschrei, bezwingt seine Feinde wie ein Held. 14Lange habe ich geschwiegen, blieb still, bezähmte mich. Doch jetzt stöhne ich wie eine Frau bei der Geburt, will schnauben und schnaufen zugleich. 15Berge und Hügel dörre ich aus, dass all ihr Grün vertrocknen wird. Ströme lasse ich versiegen und Wasserbecken vertrocknen. 16Blinde führe ich auf einem Weg, den sie nicht kennen, ich lasse sie auf unbekannten Pfaden gehen. Die Finsternis vor ihnen mache ich zum Licht, holprige Stellen zur ebenen Bahn. Das werde ich ganz sicher tun, niemand bringt mich davon ab! 17Wer sich auf Götzenbilder verlässt, wird beschämt; wer Gussbilder seine Götter nennt, wird völlig zuschanden.

Israel – blind und taub

18Hört, ihr Tauben! Ihr Blinden, schaut her und seht! 19Wer ist so blind, wie mein Diener, so taub, wie mein Bote? Wer ist so blind wie mein Vertrauter, blind wie der Diener Jahwes? 20Du hast viel gesehen und doch nichts beachtet, hast offene Ohren und doch nichts gehört. 21Jahwe hat euch in diese Lage gebracht, denn er wacht über seine Gerechtigkeit und macht so sein Gesetz groß und berühmt. 22Doch jetzt sind sie ein beraubtes, ausgeplündertes Volk, in Erdlöchern gefesselt, in Gefängnissen versteckt. Sie wurden als Beute verschleppt und kein Retter war da. Sie wurden ausgeplündert und niemand sagte: „Gib wieder her!“ 23Wer von euch nimmt das zu Ohren, und wer beherzigt es für die kommende Zeit? 24Wer gab Jakob der Plünderung preis? Wer lieferte Israel den Räubern aus? War es nicht Jahwe, an dem wir uns versündigt hatten? Doch sie wollten nicht auf seinen Wegen gehen und hörten nicht auf sein Gesetz. 25Da goss er die Glut seines Zorns über sie aus und die Schrecken des Krieges. Es loderte rings um sie her, doch zur Erkenntnis kamen sie nicht, es sengte sie an, doch es hat sie nicht zur Besinnung gebracht.

Erlösung durch Gnade

431Aber jetzt sagt Jahwe, der dich geschaffen hat, Jakob, der dich bildete, Israel: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst mir! 2Musst du durchs Wasser gehen, bin ich bei dir, und durch reißende Ströme – sie überfluten dich nicht. Musst du durchs Feuer gehen, wirst du nicht versengt, diese Flamme verbrennt dich nicht. 3Denn ich bin Jahwe, dein Gott, ich bin Israels heiliger Gott, und ich rette dich! Ägypten gebe ich als Lösegeld für dich, Nubien und Seba1 noch dazu. 4Weil du mir wert und teuer bist, weil ich dich liebe, gebe ich Menschen an deiner Stelle hin, ganze Völker für dein Leben. 5Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Von dort, wo die Sonne aufgeht, hole ich deine Nachkommen zurück, und von dort, wo sie untergeht, sammle ich euch wieder ein. 6Zum Norden sage ich: ‚Gib sie heraus!‘ und zum Süden: ‚Halte sie nicht zurück!‘ Lass kommen meine Söhne von fern und meine Töchter vom Ende der Welt, 7jeden, der mein Eigentum ist, den ich zu meiner Ehre erschuf, den ich formte und machte!“

Zeugen im Prozess

8„Es soll vortreten mein blindes Volk, das doch Augen hat – und Ohren, die nicht hören! 9Alle Völker sind versammelt zum Gericht, alle Nationen herangeholt! Welcher ihrer Götter hat dies angekündigt? Welche ihrer Weissagungen trafen überhaupt ein? Mögen sie uns Zeugen dafür stellen! Die sollen es hören und sagen: ‚Es ist wahr!‘ – 10Ihr seid meine Zeugen“, spricht Jahwe, „und mein Diener, den ich erwählte, damit ihr erkennt und mir glaubt, damit ihr einseht, dass ICH es BIN! Vor mir gab es keinen Gott, und nach mir wird kein anderer sein. 11Ich bin Jahwe, einen Retter außer mir gibt es nicht! 12Ich habe es angekündigt und euch gerettet. Ich habe es euch hören lassen, als noch kein fremder Gott bei euch war. Und ihr seid meine Zeugen“, spricht Jahwe, „und ich bin Gott. 13Und auch in Zukunft bin ich noch derselbe Gott. Niemand reißt etwas aus meiner Hand! Was ich tun will, kann niemand verhindern.“

14So spricht…

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Footnotes

  1. 1Meeresländer meint Küstenländer und Inseln.
  2. 4im Norden erweckt. In seiner frühen Regierungszeit eroberte Kyrus einige Reiche nördlich von Babylon.
  3. 5Osten … nennt. Babylon liegt östlich von Israel. In seinem Dekret zur Rückkehr der Israeliten nennt Kyrus auch den Namen des Herrn.
  4. 2zum Bund. Der Messias wird Gottes Bundesverheißungen an Israel erfüllen.
  5. 1Seba war ein Land in der Nähe von Kusch (Nubien).