Jeremia 17,5–15
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Fluch oder Segen
5So spricht Jahwe: „Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut, der sich auf Menschenkraft verlässt und sein Herz von Jahwe abkehrt! 6Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der vergeblich auf Regen hofft. Er steht auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt.
7Gesegnet ist der Mann, der auf Jahwe vertraut, dessen Hoffnung Jahwe ist! 8Er ist wie ein Baum, der am Wasser steht und seine Wurzeln zum Bach hinstreckt. Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt, seine Blätter bleiben grün und frisch. Ihm ist nicht bange vor dem Dürrejahr; er trägt immer seine Frucht.“
Weisheitssprüche
9Abgründig ist das menschliche Herz, beispiellos und unverbesserlich. Wer kann es durchschauen? 10Ich, Jahwe, sehe bis auf den Grund. Ich prüfe die geheimsten Wünsche, um jedem zu geben, was er verdient, und zwar aufgrund seiner Taten.
11Wie ein Rebhuhn2, das Eier ausbrütet, die es nicht selbst gelegt hat, so ist ein Mensch, der Reichtum durch Unrecht erwirbt. In der Mitte seines Lebens muss er ihn lassen, und am Ende steht er als Trottel da.
Gebet Jeremias
12Der Ort unseres Heiligtums ist ein Thron der Herrlichkeit, erhaben von Anfang an. 13Jahwe, du Hoffnung Israels! Die dich verlassen, werden scheitern, werden in den Staub geschrieben, denn sie verließen Jahwe, die Quelle frischen Wassers.
14Heile mich, Jahwe, dann werde ich heil! Hilf du mir, dann ist mir geholfen! Denn du bist der Grund für mein Lob. 15Sieh doch, wie sie zu mir sagen: / „Wo bleibt denn Jahwes Wort? Es soll sich doch erfüllen!“
Footnotes
- 2Rebhuhn. Gemeint ist wohl das Wüstenhuhn. Dieses brütet oft zu mehreren Paaren gleichzeitig in derselben Felsspalte. Man findet daher viele Eier auf einmal, und es ist nicht zu erkennen, welche Eier zu welchem Huhn gehören.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden