Jeremia 50–51
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Es trifft den Vollstrecker Babylon (50–51)
Botschaft gegen Babylon
501Diese Botschaft hat Jahwe durch den Propheten Jeremia an Babylonien, das Land der Chaldäer, gerichtet:
2Verkündet es den Völkern! Ruft die Botschaft aus! Richtet Feldzeichen auf! Lasst es hören, verschweigt es nicht: „Babylon ist gefallen! Bel ist blamiert und Merodach1 am Boden zerstört. Mit ihren Bildern ist es aus, ihre Götzen sind von Schrecken erfüllt.“
3Von Norden her rückt ein Volk heran, das Babylonien verwüstet, sodass niemand mehr darin wohnt. Mensch und Vieh ergreifen die Flucht und laufen davon. 4„Wenn diese Zeit gekommen ist“, spricht Jahwe, „kehren die Israeliten und Judäer gemeinsam zurück. Weinend kommen sie heim und suchen Jahwe, ihren Gott.“
5Sie fragen nach Zion, das ist ihr Ziel. „Kommt mit und schließt euch Jahwe an, in einem ewigen Bund, den wir nie mehr vergessen!“ 6Mein Volk war wie eine verlorene Herde, irregeführt von den eigenen Hirten, auf Höhen geführt und verführt. So zogen sie von Berg zu Berg und vergaßen, wohin sie gehörten. 7Alle, die sie fanden, fraßen sie. Und ihre Bedränger sagten: „Wir haben keine Schuld, denn sie haben gegen Jahwe gesündigt, gegen die Weide der Gerechtigkeit und die Hoffnung ihrer Väter.“
8„Flieht aus dem Machtbereich von Babylon, flieht aus dem Land der Chaldäer! Seid wie die Leitböcke der Herde! 9Denn seht, ich biete Heere gegen Babylon auf. Ich führe große Völker aus dem Nordland herbei. Sie stellen sich gegen die Stadt und erobern sie von dort. Ihre Pfeile sind wie siegreiche Helden, keiner verfehlt sein Ziel. 10So wird Chaldäa zur Beute. Alle, die es plündern, bekommen genug“, spricht Jahwe.
11Ja, freut euch nur und jubelt, ihr Räuber meines Eigentums! Hüpft wie ein Kalb über Stroh, und wiehert wie die Hengste! 12Sehr beschämt wird eure Mutter sein, ihre ganze Hoffnung ist dahin. Seht! Ihr seid das Letzte der Völker, verwüstet, verödet, zur Steppe gemacht. 13Es ist unbewohnt durch Jahwes Zorn, es bleibt verödet liegen. Jeder, der an Babylon vorbeikommt, schüttelt über seine Wunden entsetzt den Kopf.
14Stellt euch rings um Babylon auf, all ihr Bogenschützen! Schießt und spart die Pfeile nicht! Denn es hat sich an Jahwe vergangen. 15Schreit und lärmt gegen die Stadt! Da! Sie hat sich ergeben. Ihre Türme stürzen ein, ihre Mauern zerbersten. Das ist die Rache Jahwes. Rächt euch an ihr! Zahlt ihr heim, was sie anderen tat. 16Lasst niemand am Leben, der ein Feld bestellen, und niemand, der es ernten kann. Vor dem rasenden Schwert flieht jeder zu seinem eigenen Volk und kehrt in seine Heimat zurück.
17Israel war ein versprengtes Schaf, von Löwen verscheucht.
Zuerst fiel der König von Assyrien darüber her, dann kam König Nebukadnezzar von Babylon und hat ihm noch die Knochen abgenagt. 18Darum spricht Jahwe, der Allmächtige, Israels Gott: „Seht, jetzt ziehe ich den König von Babylon genauso zur Rechenschaft, wie ich das bei dem König von Assyrien tat. 19Und Israel bringe ich an seinen Weideplatz zurück. Es soll wieder auf dem Karmel2 weiden und in Baschan3, im Bergland von Efraïm und in Gilead. 20Wenn die Zeit gekommen ist“, spricht Jahwe, „wird man die Schuld Israels suchen, doch sie ist nicht mehr da. Auch die Sünden Judas findet man nicht mehr. Denn ich vergebe denen, die ich übrig lasse.“
Völlige Zerstörung
21Gegen das Land Meratajim:4 „Zieht gegen sie hinauf und gegen die Bewohner von Pekod! Macht sie nieder und vernichtet sie samt ihrem Besitz“, spricht Jahwe. „Tut es genau nach meinem Befehl!“
22Kriegslärm im Land, gewaltiger Zusammenbruch! 23Wie sehr ist zerhauen und zerbrochen / der Hammer der ganzen Welt! Was für ein Bild des Entsetzens / ist Babylon unter den Völkern! 24„Ich habe dir eine Falle gestellt, Babylon, und du hast es nicht gemerkt. Du wurdest gefunden und gepackt, weil du Krieg mit Jahwe anfingst.“ 25Jahwe hat sein Arsenal geöffnet und die Waffen seines Zorns herausgeholt. Es gibt Arbeit für Jahwe, den Herrn aller Heere, und zwar im Land der Chaldäer. 26„Fallt von allen Seiten darüber her! Brecht seine Vorratshäuser auf! Werft alles auf einen Haufen, so wie man Garbenhaufen macht! Und dann vernichtet alles ohne den kleinsten Rest! 27Stecht seine Stiere alle nieder, schlachtet sie ab! Wehe über sie, denn der Tag ist gekommen, die Zeit der Abrechnung ist da.“ 28Horcht! Flüchtlinge aus Babylon. Sie sind entkommen, um in Zion zu verkünden die Rache von Jahwe, unserem Gott, die Vergeltung für die Zerstörung des Tempels.
29Ruft Schützen gegen Babylon zusammen, Leute, die den Bogen spannen! Schließt den Belagerungsring! Niemand darf entkommen! Vergeltet der Stadt ihr Tun, zahlt ihr heim, was sie getan hat! Denn sie hat vermessen gehandelt, hat sich gegen Jahwe gestellt, gegen Israels heiligen Gott. 30„Darum fallen ihre jungen Männer auf den Plätzen, ihre Krieger kommen um an jenem Tag“, spricht Jahwe. 31„Pass auf! Jetzt gehe ich gegen dich vor, du stolze Stadt“, spricht Jahwe, der Herr aller Heere, „denn jetzt ist dein Tag gekommen, die Zeit der Abrechnung ist da. 32Dann wird die Stolze stürzen und niemand hilft ihr auf. Ich lege Feuer an ihre Städte, das ringsum alles verzehrt.“
33So spricht Jahwe, der allmächtige Gott: „Israeliten und Judäer wurden unterdrückt. Und die, die sie in die Verbannung führten, haben sich geweigert, sie wieder loszulassen. 34Doch ihr Erlöser ist stark. Er heißt Jahwe, der Allmächtige. Er wird ihnen zum Recht verhelfen, um ihrem Land Ruhe zu bringen. Unruhe verschafft er nur Babylons Bewohnern.“
35„Ein Schwert über die Chaldäer“, spricht Jahwe, „und über die Bewohner von Babylon, über ihre Oberen und Weisen! 36Ein Schwert über die Orakelpriester, dass sie zu Narren werden! Ein Schwert über ihre Helden, dass sie vor Angst vergehen. 37Ein Schwert über ihre Pferde und Streitwagen, über ihre Söldnertruppen, die zu ängstlichen Frauen werden. Ein Schwert über ihre Schätze, die geplündert werden. 38Ein Schwert über ihre Gewässer, die austrocknen werden. Denn es ist ein Land der Götzenbilder. Deren Fratzen machen sie verrückt. 39Darum werden Wüstentiere dort hausen, Schakale und Strauße sich tummeln, aber Menschen sollen niemals mehr dort wohnen. 40So wie Gott Sodom und Gomorra und die ganze Gegend umgestürzt hat, so wird auch hier kein Mensch mehr wohnen und sich aufhalten wollen.“
41Seht, ein Volk, es kommt von Norden, eine große Nation. Viele Könige brechen auf, sie kommen vom Ende der Erde. 42Sie kommen mit Bogen und Wurfspieß, sind grausam und ohne Erbarmen. Auf Pferden reiten sie heran, es klingt wie das Donnern der Brandung. Es sind Krieger, zum Kampf gerüstet gegen dich, du Tochter Babylons. 43Als dein König die Nachricht erhielt, sanken seine Hände herab. Angst hat ihn gepackt, Wehen wie eine gebärende Frau.
44Seht, er kommt wie ein Löwe aus dem Jordandickicht. Zum immergrünen Weideplatz steigt er herauf. „Ja, ich jage sie plötzlich davon und setze meinen Erwählten dort ein. Denn wer ist mir gleich, und wer lädt mich vor Gericht? Und welcher Hirt könnte sich mir widersetzen?“ 45Darum hört, was Jahwe über Babylon beschlossen hat, was er über das Land der Chaldäer denkt:
Wie eine Herde schleppt man sie fort, selbst die Kinder und die Schwachen. Ihr eigenes Land ist entsetzt über sie. 46Vom Ruf „Babylon ist erobert!“ erbebt die ganze Erde und die Völker vernehmen das Geschrei.
Gottes Gericht über Babylon
511So spricht Jahwe: „Passt auf! Ich lasse einen Sturm gegen Babylon los, gegen alle, die im Zentrum des Aufruhrs gegen mich wohnen. 2Ich werde Fremde nach Babylon schicken, die es so hoch in den Wind werfen, dass das Land leer wird. An seinem Unheilstag wird Babylon von allen Seiten angegriffen. 3Lasst keinen ihrer Schützen seinen Bogen spannen, lasst keinen sich in seiner Rüstung erheben! Habt kein Mitleid mit den jungen Männern von Babylon! Vernichtet das gesamte Heer!“ 4Überall im Land der Chaldäer sollen Erschlagene liegen, die Straßen sollen voll mit Erstochenen sein.
5Denn Israel und Juda sind nicht verwitwet von ihrem Gott, von Jahwe, dem Allmächtigen. Doch das Chaldäerland ist voll von Schuld gegen den Heiligen Israels. 6Flieht aus dem Land hinaus und rettet euer Leben, dass ihr nicht mit umkommt, wenn Babylonien wegen seiner Schuld bestraft wird. Denn die Zeit der Vergeltung ist da. Jahwe zahlt ihm heim, was es getan hat.
7Ein Goldbecher in Jahwes Hand war Babylon, und es berauschte die ganze Welt. Die Völker tranken von seinem Wein, und deshalb sind sie rasend geworden. 8Babylon fällt plötzlich zu Boden und zerbricht. Trauert um Babylon, holt Balsam für seine Wunde! Vielleicht wird es geheilt. 9„Wir wollten Babylon heilen, doch ihm war nicht zu helfen. Verlasst es! Jeder ziehe in sein Land! Denn dieses Strafgericht reicht bis an den Himmel und türmt sich auf bis zu den Wolken.“ 10„Jahwe hat ans Licht gebracht unsere gerechte Sache. Kommt, lasst uns in Zion erzählen, was Jahwe getan hat, unser Gott!“
11„Schärft die Pfeile, fasst die Schilde!“ Jahwe gab es den Königen von Medien1 ein, gegen Babylon Krieg zu führen und es zu vernichten. Das ist die Rache Jahwes für die Zerstörung seines Tempels. 12„Richtet das Feldzeichen gegen die Mauern von Babylon auf! Verschärft die Belagerung! Stellt Posten auf! Legt Truppen in den Hinterhalt!“ Wie Jahwe es sich vorgenommen hat und was er den Babyloniern androhte, das führt er nun aus.
13Ja, du wohnst an großen Wassern, du bist unermesslich reich. Dein Ende ist gekommen, du hast nun genug geraubt.
14Jahwe, der allmächtige Gott, schwor bei sich selbst: „Wenn ich dich auch mit Menschen angefüllt habe wie mit Heuschrecken, so wird man doch das Triumphgeschrei über dich erheben.“
Gottes Größe
15Durch seine Kraft hat er die Erde gemacht, durch seine Weisheit die Welt errichtet, durch seine Klugheit die Himmel ausgespannt. 16Auf seinen Befehl hin sammelt sich das Wasser am Himmel, steigen Wolken am Horizont auf, öffnen Blitze dem Regen die Bahn, bricht der Wind aus seinen Kammern hervor. 17Wie dumm steht jeder Mensch davor, begreift es nicht, und…
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Footnotes
- 1Bel und Merodach sind Bezeichnungen für Marduk, den Hauptgott Babylons.
- 2Karmel. Fruchtbares Gartenland an den Hängen des Karmelberges am Mittelmeer.
- 3Baschan. Fruchtbares Weideland nordöstlich vom See Gennesaret.
- 4Meratajim und Pekod waren Landschaften in Babylonien. Ihre Namen erinnern an die hebräischen Begriffe für „Doppeltrotz“ und „Strafe“.
- 1Medien. Die Meder bewohnten ein Gebiet, das im heutigen nordwestlichen Iran liegt.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden