Logos Bible Study

Jeremia 49–50

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Botschaft gegen Ammon

491Über die Ammoniter. So spricht Jahwe:

„Hat Israel denn keine Söhne, besitzt es keine Erben? Warum nahm ihr König dann Gad in Besitz?1 Warum hat sein Volk dessen Städte besetzt? 2Darum seht, es kommen Tage“, spricht Jahwe, „da lasse ich den Kriegslärm dröhnen gegen Rabba2 in Ammon. Es soll zu einem Schutthaufen werden, und seine Tochterstädte gehören den Flammen. Dann wird Israel die beerben, die an sein Erbe wollten“, spricht Jahwe. 3Heule, Heschbon, denn verwüstet ist Ai. Schreit, ihr Töchter von Rabba, und zieht den Trauersack an! Rennt klagend in den Mauern umher, denn der König geht in die Gefangenschaft, die Priester und die Oberen dazu.

4Was rühmst du dich deiner fruchtbaren Täler, du abtrünnige Tochter? Du vertraust auf deine Schätze und sagst: „Wer kommt schon gegen mich an?“ 5„Pass auf! Ich bringe Schrecken von allen Seiten über dich“, spricht Jahwe, der Herr, der allmächtige Gott. „Ihr sollt vertrieben werden, und zwar jeder für sich. Niemand wird die Flüchtigen sammeln. 6Doch später wende ich das Schicksal der Ammoniter“, spricht Jahwe.

Botschaft gegen Edom

7Über Edom. So spricht Jahwe, der allmächtige Gott:

„Ist keine Weisheit mehr in Teman? Fällt den Klugen dort nichts mehr ein? Ist ihr Verstand denn verrostet? 8Flieht, kehrt um, verkriecht euch in die Höhlen, ihr Bewohner von Dedan! Jetzt rechne ich mit Esau ab und lasse sein Verhängnis über ihn kommen. 9Wenn Winzer über dich kommen, lassen sie nichts für die Nachlese übrig; sind es Diebe in der Nacht, zerstören sie nach Herzenslust. 10Denn ich holte Esau aus dem Versteck, ich gab seine Schlupfwinkel preis; er kann sich nicht mehr verstecken. Vernichtet wird seine Nachkommenschaft, auch Brüder und Nachbarn gibt es nicht mehr. 11Überlass mir deine Waisen, ich sorge für sie; deine Witwen können mir vertrauen!“

12Denn so spricht Jahwe: „Seht! Die nicht verurteilt waren, mussten den Becher austrinken. Und da solltest ausgerechnet du verschont bleiben? Nein, du kommst nicht ungestraft davon, du musst ihn leeren! 13Denn ich habe bei mir selbst geschworen“, spricht Jahwe, „dass Bozra zu einem Bild des Grauens werden soll, zum Gegenstand des Spotts, zum Inbegriff der Verwüstung, zum Anlass eines Fluchs, zum ewigen Trümmerhaufen.“

14Ich erhielt die Botschaft von Jahwe: Ein Bote ist zu den Völkern gesandt: „Sammelt euch und zieht gegen Edom, tretet an zum Kampf!“ 15„Ja, ich mache dich klein unter den Völkern, lasse dich von den Menschen verachten! 16Deine Furcht erweckende Macht und dein Übermut verführten dich. Ja, du wohnst in Felsenklüften, hältst die hohen Berge besetzt. Und baust du dein Nest so hoch wie der Adler, ich stürze dich dennoch hinab!“, spricht Jahwe.

17„Edom wird zu einem Ort des Grauens werden. Wer an ihm vorüberzieht, erschrickt und schüttelt über seine Wunden den Kopf. 18Wie nach dem Untergang von Sodom und Gomorra und ihren Nachbarstädten“, spricht Jahwe, „wird niemand mehr in Edom wohnen. Kein Mensch wird sich dort aufhalten. 19Seht, wie ein Löwe komme ich aus dem Jordandickicht zum immergrünen Weideplatz. Ich jage sie plötzlich davon und setze meinen Erwählten dort ein. Denn wer ist mir gleich und wer lädt mich vor Gericht? Und welcher Hirt könnte sich mir widersetzen?“ 20Darum hört, was Jahwe über Edom beschlossen hat, was er über die Bewohner von Teman denkt:

Wie eine Herde schleppt man sie fort, selbst die Kinder und die Schwachen. Ihr eigenes Land ist entsetzt über sie. 21Vom Dröhnen ihres Falls erbebt die Erde. Noch am Schilfmeer hört man ihr Geschrei. 22Seht! Wie ein Adler schießt er heran, breitet seine Flügel gegen Bozra aus. Und tapfere Männer bekommen Angst an jenem Tag wie eine Frau in den Wehen.

Botschaft gegen Damaskus

23Über Damaskus.

„Bestürzt sind Hamat und Arpad. Sie erhielten eine schlimme Nachricht, und sie vergehen vor Angst. Auch an der Küste ist man sehr besorgt. Niemand kommt mehr zur Ruhe. 24Damaskus ist mutlos geworden, es wendet sich zur Flucht. Panik ist in der Stadt. Von Angst und Wehen sind sie gepackt wie eine gebärende Frau. 25Man hätte sie verlassen sollen, die Stadt des Ruhmes, die Burg meiner Freude. 26Darum werden ihre jungen Männer auf ihren Plätzen fallen. Alle Krieger kommen um an jenem Tag“, spricht Jahwe, der allmächtige Gott. 27„Ich lege ein Feuer an die Mauern von Damaskus; es frisst die Paläste Ben-Hadads.“

Botschaft gegen arabische Stämme

28Über die Beduinen von Kedar4 und die Königreiche von Hazor, die König Nebukadnezzar von Babylon schlug. So spricht Jahwe:

„Auf, zieht gegen Kedar! Bezwingt die Beduinen im Osten!“ 29Man raubt ihre Zelte und Herden, ihre Decken und den Hausrat. Auch ihre Kamele nimmt man mit und ruft dabei: „Schrecken überall!“

30„Flieht! Bringt euch schnell in Sicherheit! Haltet euch in Höhlen versteckt, Bewohner von Hazor“, spricht Jahwe. „Denn König Nebukadnezzar von Babylon hat es auf euch abgesehen. Sein Plan gegen euch steht fest!“

31Denn Jahwe hat gesprochen: „Auf, zieht gegen das sorglose Volk, das in Sicherheit wohnt! Es lebt allein und hat weder Tor noch Riegel. 32Nun werden ihre Kamele zur Beute, und alle ihre Herden werden geraubt. Ich werde die mit den gestutzten Schläfenlocken in alle Himmelsrichtungen zerstreuen und lasse von allen Seiten her das Verderben über sie kommen. 33In Hazor werden dann nur noch Schakale leben, es wird für immer eine Wüste sein. Niemand wird sich mehr dort niederlassen, und kein Mensch wird dort wohnen bleiben.“

Botschaft gegen Elam

34Es war am Anfang der Regierungszeit des Königs Zidkija von Juda, als Jeremia ein Wort Jahwes gegen Elam7 empfing. 35So spricht Jahwe, der allmächtige Gott: „Passt auf! Ich zerbreche Elams Bogen, seine stärkste Waffe. 36Aus allen Himmelsrichtungen lasse ich Stürme gegen Elam los und zerstreue es in alle Winde. Dann wird es kein Volk mehr geben, in dem man nicht auf versprengte Elamiter stößt. 37Ich werde Elam vor seinen Todfeinden mutlos machen und bringe Unheil über sie, meinen glühenden Zorn“, spricht Jahwe. „Ich verfolge sie mit dem Schwert, bis sie vernichtet sind. 38Ich werde den König und seine Oberen von dort verschwinden lassen und meinen eigenen Thron errichten“, spricht Jahwe. 39„Doch am Ende der bestimmten Zeit wende ich das Schicksal Elams“, spricht Jahwe.

Es trifft den Vollstrecker Babylon (50–51)

Botschaft gegen Babylon

501Diese Botschaft hat Jahwe durch den Propheten Jeremia an Babylonien, das Land der Chaldäer, gerichtet:

2Verkündet es den Völkern! Ruft die Botschaft aus! Richtet Feldzeichen auf! Lasst es hören, verschweigt es nicht: „Babylon ist gefallen! Bel ist blamiert und Merodach1 am Boden zerstört. Mit ihren Bildern ist es aus, ihre Götzen sind von Schrecken erfüllt.“

3Von Norden her rückt ein Volk heran, das Babylonien verwüstet, sodass niemand mehr darin wohnt. Mensch und Vieh ergreifen die Flucht und laufen davon. 4„Wenn diese Zeit gekommen ist“, spricht Jahwe, „kehren die Israeliten und Judäer gemeinsam zurück. Weinend kommen sie heim und suchen Jahwe, ihren Gott.“

5Sie fragen nach Zion, das ist ihr Ziel. „Kommt mit und schließt euch Jahwe an, in einem ewigen Bund, den wir nie mehr vergessen!“ 6Mein Volk war wie eine verlorene Herde, irregeführt von den eigenen Hirten, auf Höhen geführt und verführt. So zogen sie von Berg zu Berg und vergaßen, wohin sie gehörten. 7Alle, die sie fanden, fraßen sie. Und ihre Bedränger sagten: „Wir haben keine Schuld, denn sie haben gegen Jahwe gesündigt, gegen die Weide der Gerechtigkeit und die Hoffnung ihrer Väter.“

8„Flieht aus dem Machtbereich von Babylon, flieht aus dem Land der Chaldäer! Seid wie die Leitböcke der Herde! 9Denn seht, ich biete Heere gegen Babylon auf. Ich führe große Völker aus dem Nordland herbei. Sie stellen sich gegen die Stadt und erobern sie von dort. Ihre Pfeile sind wie siegreiche Helden, keiner verfehlt sein Ziel. 10So wird Chaldäa zur Beute. Alle, die es plündern, bekommen genug“, spricht Jahwe.

11Ja, freut euch nur und jubelt, ihr Räuber meines Eigentums! Hüpft wie ein Kalb über Stroh, und wiehert wie die Hengste! 12Sehr beschämt wird eure Mutter sein, ihre ganze Hoffnung ist dahin. Seht! Ihr seid das Letzte der Völker, verwüstet, verödet, zur Steppe gemacht. 13Es ist unbewohnt durch Jahwes Zorn, es bleibt verödet liegen. Jeder, der an Babylon vorbeikommt, schüttelt über seine Wunden entsetzt den Kopf.

14Stellt euch rings um Babylon auf, all ihr Bogenschützen! Schießt und spart die Pfeile nicht! Denn es hat sich an Jahwe vergangen. 15Schreit und lärmt gegen die Stadt! Da! Sie hat sich ergeben. Ihre Türme stürzen ein, ihre Mauern zerbersten. Das ist die Rache Jahwes. Rächt euch an ihr! Zahlt ihr heim, was sie anderen tat. 16Lasst niemand am Leben, der ein Feld bestellen, und niemand, der es ernten kann. Vor dem rasenden Schwert flieht jeder zu seinem eigenen Volk und kehrt in seine Heimat zurück.

17Israel war ein versprengtes Schaf, von Löwen verscheucht.

Zuerst fiel der König von Assyrien darüber her, dann kam König Nebukadnezzar von Babylon und hat ihm noch die Knochen abgenagt. 18Darum spricht Jahwe, der Allmächtige, Israels Gott: „Seht, jetzt ziehe ich den König von Babylon genauso zur Rechenschaft, wie ich das bei dem König von Assyrien tat. 19Und Israel bringe ich an seinen Weideplatz zurück. Es soll wieder auf dem Karmel2 weiden und in Baschan3, im Bergland von Efraïm und in Gilead. 20Wenn die Zeit gekommen ist“, spricht Jahwe, „wird man die Schuld Israels suchen, doch sie ist nicht mehr da. Auch die Sünden Judas findet man nicht mehr. Denn ich vergebe denen, die ich übrig lasse.“

Völlige Zerstörung

21Gegen das Land Meratajim:4 „Zieht gegen sie hinauf und gegen die Bewohner von Pekod! Macht sie nieder und vernichtet sie samt ihrem Besitz“, spricht Jahwe. „Tut es genau nach meinem Befehl!“

22Kriegslärm im Land, gewaltiger Zusammenbruch! 23Wie sehr ist zerhauen und zerbrochen / der Hammer der ganzen Welt! Was für ein Bild des Entsetzens / ist Babylon unter den Völkern! 24„Ich habe dir eine Falle gestellt, Babylon, und du hast…

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Footnotes

  1. 1Gemeint ist das Gebiet im Ostjordanland, das dem israelitischen Stamm Gad gehörte.
  2. 2Rabba war die Hauptstadt der Ammoniter, 38 km östlich vom Jordan, heute: Amman.
  3. 4Kedar. Nomadenstamm in der syrisch-arabischen Wüste, bekannt durch seine Herden.
  4. 7Elam war die persische Provinz um die Hauptstadt Susa.
  5. 1Bel und Merodach sind Bezeichnungen für Marduk, den Hauptgott Babylons.
  6. 2Karmel. Fruchtbares Gartenland an den Hängen des Karmelberges am Mittelmeer.
  7. 3Baschan. Fruchtbares Weideland nordöstlich vom See Gennesaret.
  8. 4Meratajim und Pekod waren Landschaften in Babylonien. Ihre Namen erinnern an die hebräischen Begriffe für „Doppeltrotz“ und „Strafe“.