Logos Bible Study

Jeremia 16–24

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Jeremias Einsamkeit – Zeichen des Gerichts

161Das Wort Jahwes kam zu mir. Er sagte: 2„Du sollst nicht heiraten, du sollst keine Söhne und Töchter hier haben. 3Denn so spricht Jahwe über die Söhne und Töchter, die hier geboren werden, über ihre Mütter, die sie gebären, und ihre Väter, die sie hier zeugen: 4‚Sie werden an qualvollen Seuchen sterben; niemand wird sie beklagen und begraben. Wie Dünger werden sie auf der Erde liegen. Durch Krieg und Hunger kommen sie um. Sie dienen Vögeln und wilden Tieren zum Fraß.‘ “

5Weiter sagte Jahwe: „Du sollst kein Trauerhaus betreten! Bleib Trauerfeiern fern, bekunde niemand dein Beileid! Denn ich habe diesem Volk meinen Frieden entzogen, die Gnade und das Erbarmen“, spricht Jahwe. 6„Große und kleine Leute müssen in diesem Land sterben, ohne dass jemand sie begräbt. Niemand wird sie betrauern, niemand wird sich aus Trauer die Haut ritzen oder den Kopf kahl scheren. 7Mit keinem wird man das Trauerbrot teilen, um ihn wegen eines Toten zu trösten. Keinem wird man den Trostbecher reichen, auch nicht wegen Vater oder Mutter.

8Du sollst auch kein Hochzeitshaus betreten! Setz dich nicht zu den Gästen, um mitzuessen und mitzutrinken! 9Denn so spricht Jahwe, der Allmächtige: ‚Ihr werdet es selbst noch erleben, dass ich allem Jubel und aller Freude hier ein Ende mache. Auch den Jubelruf von Bräutigam und Braut wird man hier nicht mehr hören.‘

10Wenn du ihnen das alles gesagt hast, werden sie fragen: ‚Warum kündigt Jahwe uns ein so schweres Unheil an? Was haben wir denn Böses getan? Worin haben wir uns denn an Jahwe, unserem Gott, vergangen?‘ 11Sag ihnen dann Folgendes: ‚So spricht Jahwe: Schon eure Vorfahren haben mich verlassen und sind anderen Göttern nachgelaufen. Ihnen haben sie gedient, vor ihnen sich niedergeworfen, mich aber haben sie verlassen; meine Weisungen schlugen sie in den Wind. 12Ihr jedoch habt es noch schlimmer getrieben als eure Väter. Jeder von euch macht nur, was sein trotziges und böses Herz ihm eingibt. Keiner hört auf mich! 13Deshalb schleudere ich euch weg von hier in ein Land, das weder ihr noch eure Vorfahren kannten. Dort werdet ihr dann Tag und Nacht anderen Göttern dienen, weil ich euch nicht mehr gnädig bin.‘ “

Ausblick auf die Rückkehr der Verschleppten

14So spricht Jahwe: „Es kommt der Tag, an dem man beim Schwören nicht mehr sagt: ‚So wahr Jahwe lebt, der Israel aus Ägypten herausgeführt hat‘, 15sondern: ‚So wahr Jahwe lebt, der Israel aus dem Land im Norden herausgeführt hat und aus allen anderen Ländern, in die er sie vertrieben hatte.‘ Ja, ich werde sie in ihr Land zurückbringen, das ich ihren Vorfahren gab.“

16„Ja, ich rufe dann viele Fischer herbei“, spricht Jahwe, „die sollen die Israeliten wie Fische fangen. Danach rufe ich viele Jäger, die sie von jedem Berg und Hügel herunterjagen und aus jedem Felsspalt holen. 17Ich sehe ja alles, was sie tun; sie können sich vor mir nicht verstecken, auch ihre Schuld ist meinen Augen nicht verborgen. 18Doch zuerst lasse ich sie doppelt büßen für ihre Schuld und Sünde, denn sie haben mein Land durch das Aas ihrer Scheusale entweiht, überall auf meinem Grundbesitz haben sie ihre abscheulichen Götzen hingestellt.“

Die Bekehrung der Völker

19„Jahwe, du bist meine Stärke und mein Schutz, meine Zuflucht in der Bedrängnis. Zu dir kommen Völker vom Ende der Welt. ‚Nur Lügen haben wir geerbt‘, sagen sie. ‚Wahngebilde sind die Götter unserer Väter. Nicht einer nützt etwas!‘ “

20„Kann denn ein Mensch sich Götter machen? Das sind doch keine Götter! 21Darum seht, ich lasse es die Völker begreifen: Diesmal erkennen sie meine gewaltige Macht und verstehen, dass mein Name Jahwe ist.“

Judas Sünde und Strafe

171Die Sünde Judas ist geschrieben, eingraviert mit eisernen Griffeln, hinein in die Tafeln ihrer Herzen und an die Hörner ihrer Altäre.

2„Wie an ihre Kinder – so denken sie an ihre Altäre und Aschera-Pfähle1 bei den grünen Bäumen auf den Opferhöhen. 3Du Volk von Berg- und Hügelpilgern! Deinen Besitz und all deine Schätze und auch deine Opferhöhen gebe ich zur Plünderung frei. Das ist der Lohn für deine Sünden in deinem ganzen Wohngebiet. 4Du bist selbst daran schuld, wenn du den Erbbesitz, den ich dir gegeben habe, loslassen musst. Ich mache dich zum Sklaven deiner Feinde in einem fremden, unbekannten Land. Ihr habt Feuer in mein Gesicht gebracht, das ist mein Zorn, der ewig brennt.“

Fluch oder Segen

5So spricht Jahwe: „Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut, der sich auf Menschenkraft verlässt und sein Herz von Jahwe abkehrt! 6Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der vergeblich auf Regen hofft. Er steht auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt.

7Gesegnet ist der Mann, der auf Jahwe vertraut, dessen Hoffnung Jahwe ist! 8Er ist wie ein Baum, der am Wasser steht und seine Wurzeln zum Bach hinstreckt. Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt, seine Blätter bleiben grün und frisch. Ihm ist nicht bange vor dem Dürrejahr; er trägt immer seine Frucht.“

Weisheitssprüche

9Abgründig ist das menschliche Herz, beispiellos und unverbesserlich. Wer kann es durchschauen? 10Ich, Jahwe, sehe bis auf den Grund. Ich prüfe die geheimsten Wünsche, um jedem zu geben, was er verdient, und zwar aufgrund seiner Taten.

11Wie ein Rebhuhn2, das Eier ausbrütet, die es nicht selbst gelegt hat, so ist ein Mensch, der Reichtum durch Unrecht erwirbt. In der Mitte seines Lebens muss er ihn lassen, und am Ende steht er als Trottel da.

Gebet Jeremias

12Der Ort unseres Heiligtums ist ein Thron der Herrlichkeit, erhaben von Anfang an. 13Jahwe, du Hoffnung Israels! Die dich verlassen, werden scheitern, werden in den Staub geschrieben, denn sie verließen Jahwe, die Quelle frischen Wassers.

14Heile mich, Jahwe, dann werde ich heil! Hilf du mir, dann ist mir geholfen! Denn du bist der Grund für mein Lob. 15Sieh doch, wie sie zu mir sagen: / „Wo bleibt denn Jahwes Wort? Es soll sich doch erfüllen!“ 16Ich gab den Hirtendienst nicht auf, wünschte das Unheil nicht herbei, wie du ja weißt. Was von meinen Lippen kam, ist dir wohlbekannt. 17Mach mir keine Angst, du bist doch meine Zuflucht, wenn das Unheil kommt. 18Bring Schande über meine Verfolger, aber nicht über mich! Sie soll das Entsetzen packen, nicht aber mich. Bring über sie den Unheilstag, zerschmettere sie im völligen Zusammenbruch!

Der Sabbat gehört Gott

19So sprach Jahwe zu mir: „Stell dich an das Tor des Volkes, durch das die Könige Judas ein- und ausziehen, und auch an alle anderen Tore Jerusalems 20und rufe dort aus: ‚Hört die Botschaft Jahwes, Könige von Juda, Volk von Juda, Einwohner von Jerusalem und alle, die durch diese Tore kommen! 21So spricht Jahwe: Wenn euch das Leben lieb ist, dann hütet euch davor, am Sabbat irgendeine Last durch diese Tore hereinzutragen! 22Auch aus euren Häusern dürft ihr am Sabbat nichts hinaustragen. An diesem Tag muss jede Arbeit ruhen. Ehrt den Sabbat als heiligen Tag, wie ich es schon euren Vätern befahl! 23Leider haben sie nicht gehorcht, ja nicht einmal hingehört. Sie stellten sich stur und wollten sich nichts sagen lassen. 24Wenn ihr mir aber gehorcht, spricht Jahwe, wenn ihr am Sabbat keine Last durch diese Tore tragt, wenn ihr ihn als heiligen Tag ehrt und keine Arbeit verrichtet, 25dann werden auch weiterhin Könige durch die Tore dieser Stadt einziehen, die auf dem Thron Davids sitzen; mit Wagen und Pferden werden sie sich fortbewegen, sie und ihre Oberen, die Männer von Juda und die Einwohner Jerusalems. Diese Stadt wird dann für immer bewohnt bleiben. 26Dann werden Leute aus den Städten Judas und aus der Umgebung Jerusalems kommen, aus dem Land Benjamin, aus der Schefela3, vom Gebirge und aus dem Negev. Sie bringen ihre Opfergaben in das Haus Jahwes: Brand- und Freudenopfer, Speis- und Lobopfer und Weihrauch. 27Wenn ihr aber nicht auf mich hört, wenn ihr den Sabbat nicht als heiligen Tag ehrt, wenn ihr am Sabbat mit Lasten durch die Tore Jerusalems kommt, dann werde ich ein unlöschbares Feuer in diesen Toren entfachen, das die Paläste der Stadt zerstört.‘ “

Gleichnis vom Töpfer

181Wort Jahwes, das zu Jeremia kam: 2„Geh zum Haus des Töpfers hinunter, denn dort habe ich dir etwas zu sagen!“ 3Ich ging hinunter und sah dem Töpfer bei seiner Arbeit auf der Töpferscheibe zu. 4Wenn ihm ein Gefäß unter den Händen misslang, machte er aus dem Ton ein anderes, das ihm besser gefiel. 5Da kam das Wort Jahwes zu mir. Er sagte:

6„So spricht Jahwe: ‚Kann ich es mit euch nicht genauso machen wie dieser Töpfer, ihr Leute von Israel? Wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand. 7Wenn ich irgendwann einem Volk oder Reich androhe, es auszureißen, niederzubrechen und zu vernichten, 8dieses Volk aber umkehrt und seine Bosheit unterlässt, tut es mir leid, dass ich das Unheil über sie bringen wollte, und tue es nicht. 9Ein anderes Mal sage ich zu einem Volk oder Reich, dass ich es aufbauen und einpflanzen will. 10Wenn dieses Volk aber tut, was mir missfällt, und nicht auf mich hört, tut es mir leid, dass ich ihnen das Gute bringen wollte, und ich tue es nicht.‘

11Rede nun zu den Leuten von Juda und den Einwohnern Jerusalems. Sag ihnen: ‚So spricht Jahwe: Passt auf! Ich mache einen Plan gegen euch, ich bereite das Unglück für euch vor. Kehrt um von euren falschen Wegen und ändert euer Leben von Grund auf! Das gilt jedem von euch!‘ 12Aber sie sagen: ‚Nein, das wollen wir nicht! Wir richten uns nur nach uns selbst! Jeder kann das machen, was er will, ganz egal, ob jemand das eigensinnig oder böse nennt.‘ “

Unbegreifliche Absage an Gott

13„Deshalb spricht Jahwe: ‚Erkundigt euch bei allen Völkern! Wo hat man je so etwas gehört? Etwas ganz Abscheuliches hat Israel, die junge Frau, getan. 14Taut jemals der Schnee vom Gipfelfelsen des Libanon? Hört das Wasser auf zu fließen, das aus fernen Quellen kommt? 15Mein Volk aber hat mich vergessen. Den Nichtsen opfern sie Weihrauch, und das brachte sie zu Fall. Nun gehen sie nicht mehr die guten Wege, die sie seit alter Zeit kennen.…

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Footnotes

  1. 1Die Aschera war eine Fruchtbarkeitsgöttin, die in handlichen Figuren, geweihten Bäumen oder Pfählen verehrt wurde.
  2. 2Rebhuhn. Gemeint ist wohl das Wüstenhuhn. Dieses brütet oft zu mehreren Paaren gleichzeitig in derselben Felsspalte. Man findet daher viele Eier auf einmal, und es ist nicht zu erkennen, welche Eier zu welchem Huhn gehören.
  3. 3Schefela. Niedriges, sehr fruchtbares Hügelland, das sich in nordsüdlicher Richtung zwischen dem Gebirge und der Küstenebene des Mittelmeeres erstreckt.