Hohelied 6–7
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61„Wohin ist dein Geliebter gegangen, du schönste unter den Frauen? Wohin hat dein Geliebter sich gewandt? Wir suchen ihn mit dir.“ 2„Mein Geliebter stieg in seinen Garten hinab, zu den Beeten mit Balsam, auf die Weide in den Gärten, um Lilien zu pflücken. 3Ich gehöre meinem Geliebten und mein Geliebter gehört mir, der unter den Lilien weidet.“
Wiedervereinigung (6–8)
4Schön wie Tirza1 bist du, meine Freundin, anmutig wie Jerusalem, schrecklich wie die Banner im Krieg. 5Wende deine Augen von mir ab, denn sie haben mich verwirrt. Dein Haar ist eine Herde schwarzer Ziegen, die herunterspringen vom Gebirge Gilead. 6Deine Zähne sind weiß wie eine Herde geschorener Schafe, die gerade aus der Schwemme steigt. Sie alle werfen Zwillinge, keins hat einen Fehlwurf gehabt. 7Wie eine Granatapfelscheibe schimmert deine Schläfe hinter dem Schleier hervor.
8Sechzig Königinnen sind es, achtzig Nebenfrauen; und junge Mädchen ohne Zahl. 9Nur eine ist mein makelloses Täubchen. Die Einzige war sie für ihre Mutter, das Liebste für die, die sie geboren hat. Würden die Töchter sie sehen, sie priesen sie glücklich, die Königinnen und Nebenfrauen, sie rühmten sie. 10Wer glänzt da hervor wie das Morgenrot, schön wie der Mond, klar wie die Sonne, schrecklich wie die Banner im Krieg?
11Ich stieg in den Nussgarten hinab, um nach den Trieben der Dattelpalme zu sehen. Ich wollte die Knospen am Weinstock betrachten und die ersten Blüten am Granatapfelbaum. 12Da setzte mich mein Verlangen – ich wusste nicht wie – auf die Streitwagen meines ehrsamen Volkes.
71Dreh dich, dreh dich, Schulammit! Dreh dich im Kreis, dass wir dich anschauen können! Was bewundert ihr denn an Schulammit, wenn sie so zwischen den Reihen tanzt?
2Wie schön sind deine Füße in den Sandalen, du Edelgeborene! Das Rund deiner Hüften ist das Werk eines Künstlers. 3Dein Schoß ist eine runde Schale, an Mischwein soll es nicht fehlen! Dein Leib ist wie ein Weizenhügel von Lilienblüten umrankt. 4Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein, die Zwillinge einer Gazelle. 5Dein Hals ist wie der Elfenbeinturm, deine Augen wie die Teiche bei Heschbon am Tor von Bat-Rabbim. Deine Nase ist wie der Libanon-Turm, der nach Damaskus schaut. 6Dein Kopf ist wie der Karmelberg1, dein Haar darauf wie Purpur. In deinen Locken liegt ein König gefangen. 7Wie schön du bist, wie angenehm! O Liebe voller Wonne! 8Dein Wuchs gleicht einer Palme, deine Brüste den Trauben. 9Ich dachte: Die Palme will ich besteigen, will greifen nach ihren Rispen. Deine Brüste sollen für mich sein wie die Trauben vom Wein, dein Atemgeruch wie Apfelduft 10und dein Gaumen wie der köstlichste Wein. Sanft rinnt er bei meinen Liebkosungen, der die Lippen der Schlummernden benetzt.
11Ich gehöre meinem Geliebten, und sein Verlangen gilt mir. 12Komm, mein Geliebter, gehen wir aufs Feld hinaus! Verbringen wir die Nacht unter einem Hennastrauch. 13Machen wir uns früh zu den Weinbergen auf, sehen, ob der Weinstock treibt, ob die Knospen der Rebe sich öffnen, die Granatapfelbäume schon blühen. Dort schenke ich dir meine Liebe. 14Die Liebesäpfel verströmen ihren Duft, vor unserer Tür warten alle köstlichen Früchte, frische und solche vom Vorjahr. Für dich, mein Geliebter, bewahrte ich sie auf.
Footnotes
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden