Logos Bibelsoftware

Hiob 1–42

Neue evangelistische ÜbersetzungAndere Übersetzungen

Deutsch

Arabisch

Chinesisch (traditionell)

Chinesisch (vereinfacht)

Englisch

Französisch

Hebräisch

Italienisch

Koreanisch

Latein

Portugiesisch

Russisch

Spanisch

Tschechisch

Ungarisch

1–2: Vorwort des Autors

Hiob und seine Söhne

11Im Land Uz lebte ein Mann namens Hiob. Dieser Mann war aufrichtig und vollständig Gott ergeben. Er fürchtete Gott und mied das Böse. 2Ihm wurden sieben Söhne und drei Töchter geboren. 3Er besaß 7000 Schafe, 3000 Kamele, 500 Rindergespanne, 500 Eselinnen und sehr viele Sklaven. Er hatte das größte Ansehen von allen Männern im Nahen Osten.

4Seine Söhne pflegten ‹ausgelassene› Feste in ihren Häusern zu feiern, wenn sie Geburtstag3 hatten. Dann luden sie auch ihre drei Schwestern ein, um mit ihnen zu essen und zu trinken. 5Wenn diese Festlichkeiten dann vorbei waren, ließ Hiob seine Söhne holen und heiligte sie. Dann stand er früh am Morgen auf und brachte Gott für jeden von ihnen ein Brandopfer. Er sagte sich nämlich: „Vielleicht haben sie gesündigt und sich in ihrem Herzen von Gott losgesagt.“ So machte es Hiob jedes Mal.

Gott und seine „Söhne“

6Eines Tages kamen die Söhne Gottes, um sich vor Jahwe einzufinden. Unter ihnen war auch der Satan6. 7Da sagte Jahwe zum Satan: „Wo kommst du denn her?“ – „Ich habe die Erde durchstreift“, erwiderte der Satan, „und bin auf ihr hin und her gezogen.“ 8Da sagte Jahwe zum Satan: „Hast du auf meinen Diener Hiob geachtet? Auf der Erde gibt es keinen zweiten wie ihn. Er ist mir aufrichtig und vollständig ergeben. Er fürchtet Gott und meidet das Böse.“ 9Der Satan erwiderte Jahwe: „Ist Hiob etwa umsonst so gottesfürchtig? 10Du beschützt ihn doch von allen Seiten, sein Haus und alles, was er hat! Du lässt ja all sein Tun gelingen, und seine Herden breiten sich im Land aus. 11Versuch es doch einmal und lass ihn alles verlieren, was er hat! Ob er dir dann nicht ins Gesicht hinein flucht?“ 12Da sagte Jahwe zum Satan: „Pass auf! Alles, was er hat, ist in deiner Hand. Nur ihn selbst taste nicht an!“ Da entfernte sich der Satan aus der Gegenwart Jahwes.

Hiob und seine Söhne

13Eines Tages saßen Hiobs Söhne und Töchter im Haus ihres erstgeborenen Bruders, um zu essen und Wein zu trinken. 14Da kam ein Bote zu Hiob und berichtete ihm: „Wir pflügten gerade mit den Rindern und die Eselinnen weideten nebenan, 15da fielen die Sabäer7 über uns her und raubten alle Tiere. Alle Knechte haben sie erschlagen. Nur ich bin entkommen, ich allein, um es dir zu berichten.“

16Während dieser noch redete, kam ein anderer und berichtete: „Ein Feuer Gottes ist vom Himmel gefallen. Es hat das Kleinvieh und die Knechte verbrannt und alles völlig aufgezehrt. Nur ich bin entkommen, ich allein, um es dir zu berichten.“

17Während dieser noch redete, kam ein anderer und berichtete: „Drei Horden der Chaldäer8 haben unsere Kamelherden überfallen und weggetrieben. Alle Knechte haben sie erschlagen. Nur ich bin entkommen, ich allein, um es dir zu berichten.“

18Während dieser noch redete, kam ein anderer und berichtete: „Deine Söhne und Töchter aßen miteinader und tranken Wein im Haus ihres ältesten Bruders. 19Da kam ein Sturm von jenseits der Wüste her und packte das Haus an allen vier Ecken. Es stürzte über den jungen Leuten zusammen und hat sie alle erschlagen. Nur ich bin entkommen, ich allein, um es dir zu berichten.“

20Da stand Hiob auf, riss sein Obergewand ein9 und schor sich den Kopf. Dann ließ er sich zur Erde sinken und beugte sich nieder.

21„Nackt bin ich aus dem Leib meiner Mutter gekommen, nackt gehe ich wieder dahin. Jahwe hat gegeben und hat es wieder genommen. Gelobt sei der Name Jahwes.“

22Bei alldem sündigte Hiob nicht und schrieb Gott nichts Ungebührliches zu.

Gott und seine „Söhne“

21Eines Tages kamen die Söhne Gottes, um sich vor Jahwe einzufinden. Unter ihnen war auch der Satan. 2Da sagte Jahwe zum Satan: „Wo kommst du denn wieder her?“ „Ich habe die Erde durchstreift“, erwiderte dieser, „und bin auf ihr hin und her gezogen.“ 3Da sagte Jahwe zum Satan: „Hast du auf meinen Diener Hiob geachtet? Auf der Erde gibt es keinen Zweiten wie ihn. Er ist mir aufrichtig und vollständig ergeben. Er fürchtet Gott und meidet das Böse. Und noch immer hält er an seiner Rechtschaffenheit fest. Du hast mich aufgereizt, ihn ohne Grund zu verderben.“ 4Da erwiderte der Satan Jahwe: „Haut um Haut! Alles, was der Mensch hat, gibt er für sein Leben. 5Taste ihn doch einmal selber an! Ob er dir dann nicht ins Gesicht hinein flucht?“ 6Da sagte Jahwe zum Satan: „Pass auf! Er ist in deiner Hand. Nur das Leben musst du ihm lassen!“

Hiob und seine Frau

7Da entfernte sich der Satan aus der Gegenwart Jahwes und ließ an Hiob von Kopf bis Fuß böse Geschwüre aufbrechen. 8Der setzte sich in einen Aschehaufen, nahm eine Scherbe in die Hand und begann, sich damit zu schaben.

9Da sagte seine Frau zu ihm: „Hältst du immer noch an deiner Gottergebenheit fest? Fluche Gott und stirb!“ 10Doch er sagte zu ihr: „Was redest du für dummes Zeug! Das Gute nehmen wir von Gott an, sollten wir da nicht auch das Böse annehmen?“ Bei alldem kam kein sündiges Wort über seine Lippen.

Hiobs Freunde kommen

11Hiob hatte drei Freunde: Elifas von Teman2, Bildad von Schuach und Zofar von Naama4. Sie hörten von dem Unglück, das Hiob getroffen hatte, und verabredeten sich, ihn gemeinsam zu besuchen. Sie wollten ihm ihr Beileid bezeugen und ihn trösten. 12Schon von fern sahen sie ihn, aber sie erkannten ihn nicht wieder. Da weinten sie laut. Sie rissen ihre Obergewänder ein und warfen Staub in die Luft, dass er auf ihre Köpfe fiel. 13Dann setzten sie sich zu Hiob auf die Erde. Sieben Tage und Nächte lang blieben sie so sitzen. Keiner sagte ein Wort zu ihm, denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.

3–31: Die Reden der Freunde.

Erste Runde (3–14)

Hiob verwünscht den Tag seiner Geburt

31Dann erst begann Hiob zu sprechen und verfluchte den Tag seiner Geburt. 2Er sagte:

3„Es verschwinde der Tag, an dem ich geboren bin, und die Nacht, die sagte: ‚Ein Knabe kam zur Welt!‘ 4Finsternis sei dieser Tag! Gott da oben frage nicht nach ihm, nie scheine über ihm das Licht! 5Mögen Finsternis und Dunkel ihn besitzen, dichte Wolken über ihm stehen! Die Finsternis ersticke sein Licht! 6Jene Nacht – das Dunkel soll sie holen, damit sie nicht im Jahreslauf erscheint! Zu keinem Monat soll sie gehören! 7Unfruchtbar sei jene Nacht, kein Jubel kehre bei ihr ein! 8Verwünschen sollen sie die Tageverflucher, die fähig sind, den Leviatan2 zu reizen! 9Finster seien die Sterne ihrer Dämmerung; sie hoffe auf Licht, doch das bleibe aus, sie sehe keinen Schimmer vom Morgenrot! 10Denn sie hat mir nicht den Mutterschoß versperrt und das Unglück meinen Augen erspart.“

Hiob verwünscht sein Überleben als Säugling

11„Warum starb ich nicht bei der Geburt, als ich aus dem Mutterschoß kam? 12Weshalb kamen mir Knie entgegen, wozu Brüste, dass ich daran sog? 13Dann läge ich jetzt schon und ruhte aus, dann schliefe ich und hätte Ruh 14mit Königen und Räten des Landes, die sich verödete Grabmäler bauten; 15oder mit Fürsten, reich an Gold, die ihre Häuser mit Silber füllten. 16Oder als verscharrte Fehlgeburt wäre ich nicht da, wie ein Kind, das niemals das Licht sah. 17Dort endet das Wüten der Bösen, dort ruhen die Erschöpften aus. 18Gefangene sind frei von Sorgen, hören das Geschrei des Antreibers nicht. 19Die Kleinen sind dort wie die Großen, und der Sklave ist frei von seinem Herrn.“

Hiob verwünscht den Umstand, weiterleben zu müssen

20„Warum gibt er dem Leidenden Licht und Leben denen, die verbittert sind; 21die auf den Tod warten, doch der bleibt aus; die nach ihm scharren mehr als nach Schätzen; 22die sich freuen würden, wären sie im Grab. Sie würden jubeln und wären entzückt. 23Warum gibt er dem Mann Leben, den Gott ringsum eingezäunt hat und dessen Weg verborgen ist? 24Bevor ich noch esse, kommt mir das Seufzen, und wie Wasser ergießt sich mein Stöhnen. 25Wovor mir angst war, das hat mich getroffen, wovor mir graute, das kam über mich. 26Hatte ich nicht Frieden, nicht Ruhe, nicht Rast? Und dann kam das Toben.“

Erste Rede des Elifas: seine These

41Jetzt gab Elifas von Teman Antwort.

2„Verstimmt es dich, wenn man ein Wort an dich versucht? Aber wer könnte seine Worte noch hemmen? 3So viele hast du unterwiesen und müde Hände stark gemacht. 4Deine Worte richteten Strauchelnde auf, weichen Knien gabst du wieder Kraft. 5Doch jetzt kommt’s über dich, und du gibst auf, dich trifft es, und du bist verstört. 6Ist nicht deine Gottesfurcht dein Trost, dein tadelloses Leben deine Zuversicht? 7Bedenke doch: ‚Wer kam je als Unschuldiger um, wo sind Aufrichtige beseitigt worden?‘ 8So wie ich es sah: Die Unheil pflügen und Unrecht säen, die ernten es auch. 9Durch Gottes Atem kommen sie um, vom Hauch seines Zorns vergehen sie. 10Der Löwe brüllt nicht mehr, der Fresser verstummt, Gott bricht ihnen die Zähne aus. 11Der Löwe kommt um aus Mangel an Raub, die Jungen der Löwin werden zerstreut.“

Woher Elifas seine Erkenntnis hat

12„Zu mir aber stahl sich sein Wort, mein Ohr vernahm ein Flüstern davon. 13In Gedanken aus nächtlicher Schau, wenn Tiefschlaf über Menschen fällt, 14kam Furcht und Zittern über mich und schreckte meine Glieder auf. 15Ein kalter Hauch berührte mein Gesicht, die Haare standen mir zu Berg. 16Da stand er, den ich nicht kannte. Vor meinen Augen war eine Gestalt, ein leises Flüstern wehte mich an: 17‚Kann ein Mensch gerecht sein vor Gott, ein Mann vor seinem Schöpfer rein? 18Selbst seinen Dienern traut er nicht, wirft auch seinen Engeln Irrtum vor; 19wie viel mehr dann den Geschöpfen aus Lehm, die aus dem Staub hervorgegangen sind, die man wie Motten zerdrückt, 20die man von Morgen bis Abend erschlägt? Unbeachtet gehen sie für immer dahin. 21Gott bricht ihre Zelte ab, sie sterben und wissen nicht einmal wie.‘ “

Elifas wendet seine These auf Hiob an

51„Ruf doch! Antwortet einer? An wen von den Heiligen wendest du dich? 2Den Narren bringt der Unwille um, den Dummkopf tötet der Eifer. 3Einen Narren sah ich Wurzeln schlagen und verfluchte sogleich seinen Wohnsitz. 4Seine Kinder bleiben fern vom Glück, man zertritt sie im Tor und niemand rettet sie. 5Ein Hungriger verzehrt seine Ernte,…

In Logos lesen

Dieser Abschnitt wurde gekürzt. Hiob 1–42 in Logos weiterlesen

Fußnoten

  1. 3Geburtstag. Wörtlich: jeder an seinem Tag.
  2. 6Satan. Hebräisch: der Widersacher. Er hat die gleiche Natur wie die Engel, aber sein Charakter ist völlig anders geworden.
  3. 7Die Sabäer kamen vielleicht aus dem Gebiet um Saba bei Dedan im nördlichen Teil Arabiens.
  4. 8Chaldäer. Hier sind wohl die nomadischen Vorfahren der späteren Eroberer Babylons gemeint, die dann den Kern von Nebukadnezzars Imperium bildeten.
  5. 9riss … ein. Als Zeichen von Trauer und Entsetzen riss man vom Halsausschnitt an das Gewand mit einem heftigen Ruck etwa eine Handlänge ein.
  6. 2Elifas von Teman. Beides sind edomitische Namen. Teman war auch ein Ort im späteren Edom.
  7. 4Zofar von Naama. Diese Namen kommen in der Bibel sonst nicht vor und sind auch außerbiblisch bisher nicht bekannt.
  8. 2Leviatan. Ein saurierähnliches Ungeheuer, hier Symbol einer gottfeindlichen Macht, die die Nacht von Hiobs Geburt hätte verschlingen können.