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Hesekiel 4–6

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Die Zeichen für das Ende der Stadt (4–7)

Das Zeichen der Belagerung

41„Du, Mensch, nimm dir einen Lehmziegel, leg ihn vor dich hin und ritze den Umriss der Stadt Jerusalem darauf ein. 2Dann eröffne die Belagerung gegen die Stadt: Baue Belagerungstürme, schütte einen Wall gegen sie auf, richte ein Heerlager ein und stelle Rammböcke gegen ihre Mauern ringsum! 3Nimm dir dann eine eiserne Pfanne und stelle sie als eiserne Mauer zwischen dich und die Stadt. Dann blick auf sie hin: Nun ist sie belagert, und du belagerst sie. Das soll ein Zeichen für die Leute von Israel sein.“

Das Zeichen des Gebundenseins

4„Dann legst du dich auf deine linke Seite und nimmst die Schuld der Israeliten auf dich. Während du so daliegst, sollst du ihre Schuld tragen. 5Ich habe dir nämlich die Jahre ihrer Schuld zu einer Tageszahl gemacht. 390 Tage musst du die Schuld des Hauses Israel1 tragen. 6Wenn du damit fertig bist, legst du dich auf deine rechte Seite und trägst die Schuld des Hauses Juda, 40 Tage lang, einen Tag für jedes Jahr. So habe ich es festgesetzt. 7Dabei sollst du deine Blicke und deinen bloßen Arm auf das belagerte Jerusalem richten und gegen die Stadt weissagen. 8Pass auf! Ich werde dich mit Stricken fesseln, dass du dich nicht von einer Seite auf die andere wälzen kannst, bis du die Tage deiner Belagerung überstanden hast.“

Das Zeichen der unreinen Speise

9„Nimm dir jetzt Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse und Dinkel, schütte alles in ein einziges Gefäß und backe daraus Brot. Das ist deine Speise für die 390 Tage, in denen du auf deiner Seite liegst. 10Deine Tagesration beträgt 260 Gramm2 Brot, und du sollst es zu bestimmten Zeiten essen. 11Auch das Wasser, das du zu bestimmten Zeiten trinkst, soll jeweils nur ein halber Liter3 sein. 12Das Brot sollst du wie Gerstenfladen backen4. Als Brennmaterial nimm vor aller Augen Menschenkot dazu! 13Denn auch die Israeliten werden bei den Völkern, unter die ich sie verstreue, ihr Brot unrein essen müssen.“ 14Da sagte ich: „Ach Herr, Jahwe, von meiner Kindheit an habe ich nichts gegessen, was unrein macht. Nie habe ich Fleisch von verendeten oder gerissenen Tieren gegessen und nie unrein gewordenes Opferfleisch angerührt.“ 15Da sagte er zu mir: „Gut, ich erlaube dir Kuhmist zu nehmen statt Menschenkot.“ 16Und er fuhr fort: „Du Mensch, hör zu! Ich zerstöre Jerusalems Vorrat an Brot, sodass sie es abwiegen werden und mit Angst essen und das Wasser abmessen und mit Entsetzen trinken. 17Wegen ihrer Schuld werden sie Mangel an Brot und Wasser haben und werden einer nach dem anderen elend zugrunde gehen.“

Das Zeichen der geschorenen Haare

51„Du, Mensch, nimm dir ein scharfes Schwert und benutze es als Rasiermesser. Schere dir damit den Kopf kahl und rasiere den Bart ab. Dann nimm dir eine Waage und teile die Haare. 2Ein Drittel verbrenne in der Stadt, wenn sie gestürmt wird. Das zweite Drittel zerhaue mit dem Schwert vor ihren Toren; und das letzte Drittel streue in den Wind! Denn ich werde ihre Einwohner mit gezücktem Schwert verfolgen. 3Nur ganz wenige Haare sollst du in den Zipfel deines Mantels binden. 4Doch auch von diesen sollst du noch einen Teil nehmen, ins Feuer werfen und verbrennen lassen. Davon wird sich das Feuer auf das ganze Haus Israel ausdehnen.“

Deutung der Zeichen

5So spricht Jahwe, der Herr: „Das ist Jerusalem! Ich habe die Stadt zum Mittelpunkt der Völker gemacht und Länder ringsherum gesetzt. 6Doch ihre Bewohner lehnten sich gegen meine Rechtsbestimmungen auf und waren gottloser als die Völker; sie empörten sich gegen meine Ordnungen, schlimmer als die Länder ringsum. Sie missachteten meine Gebote und traten mein Gesetz mit Füßen.

7Darum spricht Jahwe, der Herr: Weil ihr mehr getobt habt als die Völker um euch herum, weil ihr meine Gebote nicht beachtet und mein Gesetz verworfen habt, weil ihr euch nicht einmal nach den Gesetzen eurer Nachbarvölker gerichtet habt, 8darum werde auch ich gegen dich sein, spricht Jahwe, der Herr. Vor den Augen der Völker werde ich mein Strafgericht an euch vollziehen. 9Wegen der Menge deiner Abscheulichkeiten werde ich dich so bestrafen, wie ich es noch nie getan habe und auch nie wieder tun werde. 10Mitten in Jerusalem werden Väter ihre Söhne töten und aufessen. Und Söhne werden es mit ihren Vätern genauso tun. Ich vollziehe mein Gericht an dir und zerstreue deinen Rest in alle Winde.

11Darum, so wahr ich lebe, spricht Jahwe, der Herr: Weil du mein Heiligtum mit all deinen Scheusalen und Gräueln entweiht hast, werde auch ich dich kahl scheren. Mein Auge wird kein Mitleid zeigen, und ich werde dich nicht schonen. 12Ein Drittel von dir wird in der Stadt an Pest und Hunger sterben, ein Drittel soll vor der Stadt mit dem Schwert erschlagen werden; und ein Drittel zerstreue ich in alle Winde und verfolge sie mit gezücktem Schwert. 13Sie werden meinen Zorn zu spüren bekommen, und ich werde meine Wut an ihnen stillen und mich rächen. Dann, wenn ich meinen Grimm an ihnen kühle, wird man erkennen, dass ich, Jahwe, sie mit Leidenschaft gewarnt habe. 14Ja, ich mache dich zum Schauder und zum Schimpf für alle Völker ringsum. Und jeder, der vorbeigeht, wird dich verhöhnen. 15Zum Gespött und zum Hohn, zur Warnung und zum Entsetzen wirst du für die Völker ringsum sein, wenn ich mein Strafgericht an dir vollziehe, voll von grimmigem Zorn und wütender Züchtigung – ich, Jahwe, habe gesprochen –, 16wenn ich die bösen Pfeile des Hungers gegen dich abschieße – und ich werde sie abschießen –, um euch zu verderben, und wenn ich den Hunger über euch häufe und euren Brotvorrat vernichte. 17Ja, ich sende Hunger über euch und dazu wilde Tiere, die euch der Kinder berauben; Pest und Blutvergießen, wenn das Schwert über euch kommt. Ich, Jahwe, habe gesprochen.“

Gegen die Berge Israels

61Das Wort Jahwes kam zu mir. Er sagte: 2„Du Mensch, blick auf die Berge Israels und kündige ihnen mein Strafgericht an! 3Sag zu ihnen: ‚Ihr Berge Israels, hört das Wort Jahwes! So spricht Jahwe, der Herr, zu den Bergen und Hügeln, den Schluchten und Tälern:

Seht, ich selbst bringe das Schwert über euch und vernichte eure Opferhöhen! 4Eure Altäre sollen zerstört werden, die Räuchertische zerbrochen. Die Leichen der Erschlagenen werde ich euren Mistgötzen1 vor die Füße werfen. 5Und ihre Knochen verstreue ich rings um eure Altäre. 6Wo ihr auch wohnt, werden die Städte in Trümmern liegen und die Opferhöhen zerstört sein, damit eure Altäre verwüstet und verödet sind, eure Mistgötzen zerschlagen, die Räuchertische zerbrochen und eure Machwerke ausgelöscht sind. 7Mitten unter euch werden die Durchbohrten liegen. Dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin – Jahwe!

8Doch einen Rest werde ich am Leben lassen. Einige von euch werden dem Schwert entkommen und zerstreut unter fremden Völkern leben. 9Dort werden sie dann an mich denken und begreifen, dass ich ihr verhurtes Herz gebrochen habe und ihre Augen, die lüstern nach den Mistgötzen schielten. Dann werden sie sich ekeln vor sich selbst wegen all der abscheulichen Dinge, die sie getan haben. 10Dann wird man erkennen, dass ich, Jahwe, nicht umsonst ansagte, ihnen dieses Unheil anzutun.‘

11So spricht Jahwe, der Herr: ‚Schlag die Hände zusammen und stampfe mit dem Fuß auf den Boden und schreie:

Wehe über all die bösen Gräuel des Hauses Israel! Denn sie müssen fallen durch Schwert, Hunger und Pest! 12Wer fern ist, wird an der Pest sterben, wer in der Nähe ist, durchs Schwert, und wer dann noch übrig geblieben und mit dem Leben davongekommen ist, wird verhungern!

So werde ich meinen Grimm an ihnen auslassen, 13damit ihr erkennt, dass ich Jahwe bin. Die Erschlagenen werden mitten unter ihren Mistgötzen liegen, rings um ihre Altäre, auf jedem hohen Hügel und Berggipfel, unter jedem grünen Baum und jeder Terebinthe, überall, wo sie ihren Mistgötzen zu Gefallen den Opferrauch aufsteigen ließen. 14Ich strecke meine Hand gegen sie aus und mache ihr Land zur Wildnis und zur Wüste, ihr ganzes Land von der Steppe im Süden bis nach Ribla2. Sie sollen erkennen, dass ich Jahwe bin.‘ “

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Fußnoten

  1. 1Haus Israel bezieht sich hier auf die zehn Stämme des Nordreiches Israel, von dem die allermeisten Bewohner vor mehr als 100 Jahren nach Assyrien verschleppt worden waren.
  2. 2Wörtlich: 20 Schekel. Mit 13 g pro Schekel gerechnet.
  3. 3Liter. Wörtlich: ein Sechstel Hin
  4. 4backen. Brotfladen wurden auf erhitzten Steinen gebacken.
  5. 1Mistgötzen. Wörtlich: Mistkugel, eine bewusst verächtliche Bezeichnung für die Götzenbilder.
  6. 2Ribla lag am Orontes, etwa 105 km nördlich von Damaskus.