Genesis 25–36
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Weitere Nachkommen Abrahams
251Auch Abraham heiratete wieder. Seine Frau hieß Ketura. 2Sie gebar ihm Simran, Jokschan, Medan, Midian, Jischbak und Schuach. 3Jokschan zeugte Saba und Dedan. Von Dedan stammen die Aschuriter, die Letuschiter und die Lëummiter ab. 4Midians Söhne waren Efa, Efer, Henoch, Abida und Eldaa. Sie alle waren Nachkommen von Ketura.
5Abraham hatte Isaak seinen ganzen Besitz vermacht. 6Den Söhnen seiner Nebenfrauen gab er eine Abfindung und schickte sie noch zu seinen Lebzeiten von Isaak weg, ostwärts ins Ostland.
Abrahams Tod
7Abraham wurde 175 Jahre alt. 8Er starb nach einem erfüllten Leben und wurde im Tod mit seinen Verwandten vereint. 9Seine Söhne Isaak und Ismaël bestatteten ihn in der Höhle Machpela. Sie liegt auf dem Grundstück, das Efron Ben-Zohar gehört hatte, gegenüber von Mamre, 10das Abraham damals von den Hetitern gekauft hatte. Dort also sind Abraham und seine Frau Sara bestattet. 11Nach Abrahams Tod segnete Gott dessen Sohn Isaak, der sich beim Brunnen Beër-Lahai-Roï niedergelassen hatte.
Die Nachkommen Ismaëls
12Es folgt das Verzeichnis der Nachkommen von Ismaël Ben-Abraham, den die ägyptische Sklavin Hagar Abraham geboren hatte. 13Nach ihrer Geschlechterfolge geordnet waren das Nebajot, der Erstgeborene, Kedar, Adbeël, Mibsam, 14Mischma, Duma, Massa, 15Hadad, Tema, Jetur, Nafisch und Kedma. 16Das sind die Söhne Ismaëls und ihre Namen in den Niederlassungen und Zeltlagern: Sie waren die Begründer von zwölf Stämmen.
17Ismaël starb im Alter von 137 Jahren und wurde im Tod mit seinen Verwandten vereint. 18Seine Nachkommen wohnten zwischen Hawila und Schur, das östlich von Ägypten am Weg nach Assur liegt. So setzte er sich seinen Brüdern vor die Nase.
Die Nachkommen Isaaks
19Es folgt die Geschichte der Nachkommen von Isaak Ben-Abraham: Abraham war also der Vater Isaaks. 20Isaak war vierzig Jahre alt, als er heiratete. Seine Frau hieß Rebekka und war die Tochter des Aramäers Betuël aus dem oberen Mesopotamien, die Schwester Labans. 21Isaak betete eindringlich für seine Frau zu Jahwe, denn sie bekam keine Kinder. Jahwe erhörte ihn, und Rebekka wurde schwanger. 22Als die Kinder in ihrem Bauch einander wegstießen, sagte sie: „Wenn es so steht, warum bin ich dann schwanger geworden?“ Sie ging, um Jahwe zu befragen. 23Jahwe sagte zu ihr:
„Zwei Völker trägst du jetzt in deinem Leib, zwei Stämme scheiden sich in deinem Schoß, ein Volk wird stärker als das andere sein, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.“
24Und tatsächlich! Als die Stunde der Geburt kam, brachte sie Zwillinge zur Welt. 25Der Erste, der herauskam, war am ganzen Körper mit rötlichen Haaren bedeckt. Sie nannten ihn Esau, den Behaarten. 26Danach war sein Bruder herausgekommen, der Esau an der Ferse festhielt. Ihn nannten sie Jakob, den Fersenhalter. Bei ihrer Geburt war Isaak sechzig Jahre alt.
27Die Kinder wuchsen heran. Esau wurde ein Jäger, ein Mann der freien Steppe. Jakob wurde ein gesitteter Mann, der bei den Zelten blieb. 28Ihr Vater Isaak hatte eine Vorliebe für Esau, weil er gern Wild aß. Jakob war der Liebling der Mutter.
Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht
29Eines Tages hatte Jakob ein Gericht gekocht, als Esau erschöpft nach Hause kam. 30„Lass mich doch schnell etwas von dem Roten da hinunterschlingen“, rief Esau, „dem roten Zeug da, ich bin ganz erschöpft!“ Deshalb nannte man ihn auch Edom, den Roten. 31Doch Jakob erwiderte: „Nur wenn du mir dein Erstgeburtsrecht verkaufst!“ 32„Ich sterbe vor Hunger“, erwiderte Esau, „was nützt mir da mein Erstgeburtsrecht!“ 33„Gut, dann schwöre es mir jetzt!“, verlangte Jakob. Esau schwor es ihm und verkaufte so sein Erstgeburtsrecht an Jakob. 34Da gab Jakob Esau Brot und eine Schüssel gekochter Linsen. Esau aß und trank, stand auf und ging davon. So missachtete er sein Erstgeburtsrecht.
Isaak und Abimelech
261Wieder einmal brach eine Hungersnot über das Land herein, wie schon damals zur Zeit Abrahams. Da zog Isaak nach Gerar zu Abimelech, dem Philisterkönig. 2Jahwe war ihm nämlich erschienen und hatte gesagt: „Zieh nicht nach Ägypten hinab, sondern wohne in dem Land, das ich dir angeben werde! 3Lebe als Fremder in diesem Land, dann werde ich mit dir sein und dich segnen. Denn dir und deinen Nachkommen werde ich all diese Länder geben. Ich halte den Eid, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. 4Ich mache deine Nachkommen so zahlreich wie die Sterne am Himmel und gebe ihnen all diese Länder. Und durch deine Nachkommen werden alle Völker der Erde gesegnet sein, 5weil Abraham auf mich gehört und meine Befehle, Gebote und Weisungen befolgt hat.“ 6So blieb Isaak in Gerar.
7Als nun die Männer am Ort sich nach seiner Frau erkundigten, sagte er: „Sie ist meine Schwester“, denn er dachte: „Die Männer hier werden mich wegen Rebekka umbringen, sie ist ja so schön.“ 8Als er schon längere Zeit dort war, schaute der Philisterkönig Abimelech einmal aus dem Fenster und sah, wie Isaak mit Rebekka schmuste. 9Da ließ er ihn zu sich rufen und sagte: „Sie ist ja doch deine Frau! Wie konntest du nur sagen: ‚Sie ist meine Schwester‘?“ – „Ich befürchtete, wegen ihr umgebracht zu werden“, erwiderte Isaak. 10„Was hast du uns da angetan?“, rief Abimelech. „Wie leicht hätte es geschehen können, dass einer meiner Leute mit ihr geschlafen hätte! Dann hättest du uns in schwere Schuld gestürzt!“ 11Darauf ließ Abimelech dem ganzen Volk bekannt machen: „Wer diesen Mann oder seine Frau antastet, wird in jedem Fall mit dem Tod bestraft.“
12Isaak säte in diesem Land Getreide aus und erntete in jenem Jahr das Hundertfache. So segnete Jahwe ihn. 13Sein Besitz vermehrte sich immer mehr, und er wurde ein sehr reicher Mann. 14Er hatte Kleinvieh- und Rinderherden und ein zahlreiches Gesinde. Da wurden die Philister neidisch auf ihn. 15Deshalb schütteten sie alle Brunnen zu,1 die von den Leuten seines Vaters Abraham gegraben worden waren, und füllten sie mit Schutt. 16Und Abimelech sagte zu Isaak: „Zieh von uns weg, denn du bist uns zu mächtig geworden!“ 17Da verließ Isaak die Stadt und schlug sein Lager im Tal von Gerar auf.
18Danach legte er die Brunnen wieder frei, die zur Zeit seines Vaters Abraham gegraben worden waren und die die Philister nach dessen Tod zugeschüttet hatten. Er gab ihnen die gleichen Namen, die sein Vater ihnen gegeben hatte. 19Isaaks Leute gruben auch im Talgrund und stießen dabei auf Quellwasser. 20Doch die Hirten von Gerar fingen Streit mit den Hirten Isaaks an und erklärten: „Das Wasser gehört uns!“ Deshalb nannte Isaak den Brunnen Esek, Zank, weil sie sich mit ihm herumgezankt hatten. 21Sie gruben einen anderen Brunnen; aber auch um den stritten sie. Da nannte er ihn Sitna, Anklage. 22Danach zog er von dort weiter und grub noch einen Brunnen. Um den gab es keinen Streit. Deshalb nannte Isaak ihn Rehobot, Weite, und sagte: „Jetzt hat Jahwe uns freien Raum gegeben, dass wir uns im Land ausbreiten können.“
23Von dort zog er nach Beerscheba hinauf. 24In derselben Nacht erschien ihm Jahwe und sagte: „Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Hab keine Angst, denn ich stehe dir bei! Weil Abraham mir gedient hat, werde ich auch dich segnen und deine Nachkommenschaft zahlreich machen.“ 25Isaak baute dort einen Altar und rief den Namen Jahwes an. Er schlug sein Lager in der Nähe auf, und seine Leute begannen, einen Brunnen zu graben.
26Da besuchte ihn Abimelech aus Gerar zusammen mit seinem Ratgeber Ahusat und seinem Heerführer Pichol. 27„Warum kommt ihr zu mir?“, fragte Isaak sie. „Ihr habt mich doch wie einen Feind behandelt und von euch fortgejagt!“ 28„Wir haben deutlich gesehen, dass Jahwe auf deiner Seite steht“, erwiderten sie. „Deshalb haben wir uns gedacht: ‚Es müsste eine eidliche Verpflichtung zwischen uns stehen!‘ Wir wollen einen Vertrag mit dir schließen, 29dass du uns keinen Schaden zufügst. Wir haben dir ja auch nichts zuleide getan; wir haben dir nur Gutes erwiesen und dich in Frieden ziehen lassen. Du bist nun einmal von Jahwe gesegnet.“ 30Daraufhin ließ Isaak ihnen ein Mahl zubereiten, und sie aßen und tranken. 31Früh am nächsten Morgen leisteten sie einander den Schwur. Dann ließ Isaak sie in Frieden ziehen.
32Am selben Tag kamen seine Leute, die den Brunnen gegraben hatten, und meldeten: „Wir haben Wasser gefunden!“ 33Da nannte Isaak den Brunnen Schiba, Schwur. Deshalb heißt die Stadt bis heute Beerscheba, Schwurbrunnen.
Esaus Frauen
34Als Esau vierzig Jahre alt war, heiratete er zwei Frauen: Jehudit, die Tochter des Hetiters Beëri, und Basemat, die Tochter des Hetiters Elon. 35Das war ein schwerer Kummer für Isaak und Rebekka.
Das Leben Jakobs (27–36)
Der Erstgeburtssegen
271Isaak war alt geworden und konnte nicht mehr sehen. Da rief er eines Tages seinen älteren Sohn Esau zu sich und sagte: „Mein Sohn!“ – „Ja, ich bin hier“, erwiderte dieser. 2„Ich bin alt geworden und weiß nicht, wie lange ich noch lebe. 3Nimm dein Jagdzeug, deinen Köcher und deinen Bogen und jage ein Stück Wild für mich. 4Dann mach mir einen Leckerbissen zurecht, wie ich ihn liebe, und bring ihn mir zum Essen herein, damit ich dich segne, bevor ich sterbe.“
5Rebekka hatte das Gespräch zwischen Isaak und seinem Sohn Esau mitgehört. Als Esau nun ins freie Feld ging, um das Wild zu erjagen, 6sagte Rebekka zu ihrem Sohn Jakob: „Pass auf! Ich habe gehört, wie dein Vater zu deinem Bruder Esau sagte: 7‚Bring mir ein Stück Wild und mach mir ein schmackhaftes Mahl, dass ich esse und dich dann vor Jahwe segne, bevor ich sterbe!‘ 8Nun hör genau zu, mein Sohn, und tu, was ich dir sage! 9Hol mir von der Herde zwei gute Ziegenböckchen! Ich werde einen Leckerbissen für deinen Vater daraus machen, so wie er es mag. 10Das bringst du ihm dann zum Essen, damit er dich vor seinem Tod segnet.“ 11„Aber Esau ist doch überall behaart, und ich habe eine glatte Haut“, erwiderte Jakob seiner Mutter. 12„Vielleicht betastet mich mein Vater, dann würde ich als Betrüger vor ihm stehen und einen Fluch statt Segen auf mich bringen.“ 13Doch seine Mutter…
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Footnotes
- 1Brunnen zuschütten war in wasserarmen Gegenden eine der schwersten Verletzungen des Eigentumsrechts.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden