Logos Bible Study

Exodus 15–17

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Das Danklied der Befreiten

151Damals sangen Mose und die Israeliten ein Lied zur Ehre Jahwes:

Jahwe will ich singen, denn hoch ist er und unerreicht. Ross und Reiter warf er ins Meer. 2Jah1 ist meine Stärke und mein Lied, denn er ist mein Retter geworden. Er ist mein Gott, ihn will ich preisen. Er war schon der Gott meines Vaters, er, den ich lobe. 3Jahwe ist ein Kämpfer, Jahwe ist sein Name! 4Pharaos Wagen und seine ganze Macht, die warf er ins Meer. Die Elite seiner Wagenkämpfer ist im Schilfmeer versunken. 5Die Fluten haben sie bedeckt. Sie fuhren in die Tiefe wie ein Stein.

6Jahwe, deine Rechte ist mit Kraft geschmückt, deine Hand zerschmettert den Feind! 7In deiner unerreichten Majestät wirfst du die Rebellen zu Boden. Du schickst deinen glühenden Zorn; er frisst sie wie Feuer das Stroh. 8Du schnaubtest vor Zorn, da türmten sich die Wasser, da standen die Wogen als Wall. Die Fluten erstarrten mitten im Meer.

9Es prahlte der Feind: „Ich will sie jagen, ich hole sie ein, verteile die Beute, stille die Gier! Ich zücke mein Schwert und lösche sie aus!“ 10Doch als dein Atem blies, verschlang sie das Meer. Sie versanken wie Blei in den mächtigen Wogen.

11Wer von allen Göttern ist dir gleich, Jahwe? Wer ist so herrlich und heilig wie du, der Furcht erregt und Lobgesänge weckt, der Wunderbares tut? 12Du strecktest die Hand aus, und schon verschlang sie die Erde.

13Du lenkst mit Liebe das gerettete Volk, führst es in Kraft zu deiner heiligen Wohnung. 14Als die Völker das hörten, erzitterten sie; ein Schütteln packte die Philister. 15Da erschraken die Anführer Edoms, die Mächtigen Moabs begannen zu zittern, Kanaans Bewohner verloren den Mut. 16Furcht und Schrecken packte sie. Vor deinem mächtigen Arm wurden sie starr wie Stein, bis dein Volk hindurchzog, Jahwe, bis hindurchzog das Volk, das dir gehört. 17Du bringst sie hin, du pflanzt sie ein auf dem Berg, der dir gehört, am Ort, wo du wohnst, Jahwe, beim Heiligtum, das du errichtet hast.

18Jahwe ist König für immer und ewig!

19Denn als die Pferde und Streitwagen des Pharao mit den Reitern durchs Meer zogen, hatte Jahwe das Wasser über sie zurückfluten lassen. Die Israeliten aber waren auf dem Trockenen mitten durchs Meer gegangen.

Das Lied der Mirjam

20Dann nahm die Prophetin Mirjam, Aarons Schwester, ihr Tamburin zur Hand. Alle Frauen schlossen sich ihr an. Sie schlugen ihre Handpauken und zogen im Reigentanz hinter ihr her. 21Mirjam sang ihnen zu:

Singt Jahwe, denn hoch ist er und unerreicht! Pferd und Reiter warf er ins Meer.

Das Wasser von Mara und von Elim

22Mose ließ Israel vom Schilfmeer aufbrechen. Sie zogen los und kamen in die Wüste Schur. Drei Tage waren sie in der Wüste unterwegs und fanden kein Wasser. 23Dann kamen sie nach Mara3. Dort gab es Wasser, aber man konnte es nicht trinken, weil es bitter war. Deshalb hatte der Ort auch den Namen Mara, Bitterwasser. 24Da stellte sich das Volk gegen Mose und murrte: „Was sollen wir nun trinken?“ 25Mose schrie zu Jahwe, und Jahwe zeigte ihm ein Stück Holz. Das warf Mose ins Wasser. Da wurde es zu Süßwasser.

Dort stellte Gott sein Volk auf die Probe und richtete es auf Recht und Ordnung aus. 26Er sagte: „Wenn du auf Jahwe, deinen Gott, hörst und tust, was ihm gefällt, wenn du seinen Geboten folgst und dich an seine Vorschriften hältst, dann werde ich dir keine von den Krankheiten schicken, die ich den Ägyptern auferlegt habe. Denn ich bin Jahwe, dein Arzt.“

27Dann kamen sie nach Elim4. Dort am Wasser schlugen sie ihr Lager auf. In Elim gab es nämlich zwölf Quellen und siebzig Palmen.

Wachteln und Manna

161Von Elim aus zogen die Israeliten weiter und kamen in die Wüste Sin1, die zwischen Elim und Sinai liegt. Es war am 15. Tag im 2. Monat nach ihrem Auszug aus Ägypten. 2Hier in der Wüste stellte sich die ganze Gemeinschaft der Israeliten gegen Mose und Aaron. Sie ärgerten sich: 3„Hätte Jahwe uns doch in Ägypten sterben lassen, als wir an Fleischtöpfen saßen und genug Brot zu essen hatten! Aber ihr habt uns dort herausgeführt und in diese Wüste gebracht, damit wir alle verhungern!“ 4Da sagte Jahwe zu Mose: „Pass auf! Ich werde euch Brot vom Himmel regnen lassen. Dann sollen die Leute aus dem Lager hinausgehen und so viel sammeln, wie sie für einen Tag brauchen, aber nicht mehr. Ich will das Volk prüfen, ob es nach meiner Weisung leben wird oder nicht. 5Wenn sie am sechsten Tag die eingesammelte Nahrung zubereiten, werden sie entdecken, dass es doppelt so viel ist, wie sie sonst gesammelt haben.“

6Mose und Aaron sagten zu allen Israeliten: „Heute Abend werdet ihr erfahren, dass Jahwe es war, der euch aus Ägypten herausgeführt hat. 7Und morgen früh werdet ihr die Herrlichkeit Jahwes erkennen. Er hat euer Murren gehört. Denn wer sind wir schon, dass ihr gegen uns murrt!“ 8Weiter sagte Mose: „Er wird euch am Abend Fleisch zu essen geben und am Morgen Brot, dass ihr euch satt essen könnt, weil Jahwe euer Murren gehört hat. Denn wer sind wir schon? Euer Murren hat sich nicht gegen uns gerichtet, sondern gegen Jahwe.“

9Dann sagte Mose zu Aaron: „Befiehl der ganzen Gemeinschaft Israels: ‚Kommt her und stellt euch vor Jahwe auf, denn er hat euer Murren gehört!‘ “ 10Während Aaron noch zu den Israeliten redete und alle zur Wüste hinschauten, erschien die Herrlichkeit Jahwes in der Wolke. 11Jahwe sagte zu Mose: 12„Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag zu ihnen: ‚Am Abend werdet ihr Fleisch essen können und am Morgen Brot, bis ihr satt seid. So werdet ihr erkennen, dass ich Jahwe, euer Gott, bin.‘ “

13Gegen Abend kamen Wachteln und ließen sich überall im Lager nieder. Und am Morgen lag Tau rings um das Lager. 14Als der Tau verdunstet war, blieben auf dem Wüstenboden feine Körner zurück, die aussahen wie Reif. 15Als die Israeliten das sahen, sagten sie zueinander: „Was ist das?“2 Denn sie wussten nicht, was es war. Mose sagte zu ihnen: „Das ist das Brot, das Jahwe euch zu essen gibt. 16Und er befiehlt euch: ‚Sammelt davon, so viel ihr braucht, vielleicht ein Gomer3 pro Kopf, je nachdem, wie viele Personen ihr im Zelt habt.‘ “

17Die Israeliten sammelten es also, der eine mehr, der andere weniger. 18Als sie es zu Hause mit dem Gomer-Gefäß abmaßen, hatte keiner, der viel gesammelt hatte, zu viel, und keiner, der wenig gesammelt hatte, zu wenig. Jeder hatte genauso viel gesammelt, wie er brauchte. 19Mose sagte zu ihnen: „Niemand darf bis morgen etwas davon übrig lassen!“ 20Einige hörten nicht auf ihn und legten etwas für den nächsten Tag zurück. Aber am nächsten Morgen war es voller Maden und stank. Mose war zornig über sie. 21Morgen für Morgen sammelte nun jeder so viel er brauchte. Wenn es heiß wurde, zerschmolz das, was draußen lag.

22Am sechsten Tag hatten sie doppelt so viel Brot gesammelt, zwei Gomer pro Person. Die Vertreter der Gemeinschaft kamen zu Mose und berichteten es ihm. 23Er erwiderte: „Damit ist genau eingetroffen, was Jahwe gesagt hat. Morgen ist ein Ruhetag, ein Sabbat, der Jahwe geweiht ist. Backt, was ihr backen wollt, und kocht, was ihr kochen wollt, und bewahrt den Rest für morgen auf.“ 24Sie bewahrten es also bis zum nächsten Morgen auf, wie Mose es angeordnet hatte. Tatsächlich fing es nicht an zu stinken, und es waren auch keine Maden darin. 25Mose sagte: „Esst das heute! Heute ist ein Sabbat für Jahwe. Heute werdet ihr draußen nichts finden. 26Sechs Tage sollt ihr es sammeln, aber am siebten Tag ist Sabbat; da gibt es nichts.“

27Trotzdem gingen am siebten Tag einige Leute vom Volk hinaus und wollten sammeln. Aber sie fanden nichts. 28Da sagte Jahwe zu Mose: „Wie lange wollt ihr euch noch weigern, meine Gebote und Anordnungen zu befolgen? 29Ihr seht, Jahwe hat euch den Sabbat gegeben. Deshalb gibt er euch am sechsten Tag Brot für zwei Tage. Jeder bleibe also am siebten Tag zu Hause und gehe nicht hinaus!“ 30Da hielt das Volk den siebten Tag als Ruhetag ein.

Eine Probe Manna zur Erinnerung

31Die Israeliten nannten es Manna. Es war weiß wie Koriandersamen6 und schmeckte wie Honigkuchen. 32Mose sagte: „Jahwe hat befohlen, ein Gomer voll Manna für eure Nachkommen aufzubewahren. Sie sollen das Brot sehen, das er euch in der Wüste zu essen gab, nachdem er euch aus Ägypten herausgeführt hatte.“ 33Dann sagte er zu Aaron: „Nimm ein Gefäß und füll es mit einem Gomer Manna. Dann stell es vor Jahwe hin, damit es für künftige Generationen aufbewahrt wird.“ 34Aaron machte es so, wie Jahwe Mose befohlen hatte und stellte es zur Aufbewahrung vor die Bundeslade. 35Vierzig Jahre lang aßen die Israeliten das Manna, bis sie an der Grenze des Landes Kanaan in bewohntes Land kamen. 36Ein Gomer ist der zehnte Teil eines Efa10.

Wasser aus dem Felsen

171Nach dem Befehl Jahwes brach die Gemeinschaft der Israeliten das Lager in der Wüste Sin ab. Sie zogen weiter, von einem Lagerplatz zum anderen. Als sie ihr Lager in Refidim1 aufschlugen, fanden sie kein Trinkwasser. 2Da machten sie Mose schwere Vorwürfe und forderten: „Gib uns Wasser zum Trinken!“ Mose erwiderte: „Was streitet ihr mit mir? Warum stellt ihr Jahwe auf die Probe?“ 3Aber die Israeliten quälte der Durst. So murrten sie gegen Mose und sagten: „Wozu hast du uns überhaupt aus Ägypten herausgeführt? Willst du uns und unsere Kinder und unser Vieh vor Durst umkommen lassen?“

4Da schrie Mose zu Jahwe: „Was soll ich nur mit diesem Volk machen? Es fehlt nicht viel, dann steinigen sie mich!“ 5Jahwe antwortete ihm: „Ruf einige von den Ältesten Israels und geh mit ihnen dem Volk voran. Nimm den Stab in die Hand, mit dem du auf das Nilwasser geschlagen hast. 6Dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen. Dann sollst du an den Felsen schlagen. Es wird Wasser herauskommen, und das Volk kann trinken.“ Mose machte es so, und zwar vor den Augen der Ältesten Israels. 7Dann nannte er den Ort Massa und Meriba, Versuchung und Vorwurf. Denn dort hatten die Israeliten Mose Vorwürfe gemacht und Jahwe auf die Probe gestellt. Sie hatten nämlich gesagt: „Ist Jahwe nun unter uns oder nicht?“

Abwehr der…

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Footnotes

  1. 1Jah. Kurzform für Jahwe.
  2. 3Mara war eine Oase, ungefähr drei Tagereisen von Ägypten entfernt, vielleicht identisch mit Ain Hawarah, 75 km südöstlich von Suez.
  3. 4Elim lag 11 km südlich von Ain Hawarah im gut bewässerten Tal von Gharandel. Die Identifikation der Orte hängt allerdings davon ab, welcher Berg mit dem Sinai identifiziert wird.
  4. 1Die Wüste Sin lag wahrscheinlich im südwestlichen Teil der Sinaihalbinsel in dem Gebiet, das heute Debbet-er-Ramleh genannt wird.
  5. 2Was ist das? Hebräisch: Man hu. Damit wird bereits der Name Manna angedeutet.
  6. 3ein Gomer, etwa ein Liter.
  7. 6Koriander. Die Übersetzung des hebräischen Wortes gad mit Koriander, dessen 2–3 mm große Samenkörner braun sind, ist nicht sicher.
  8. 10Die Hohlmaße Efa = Bat (Hesekiel 45,11) fassen nach Berechnungen bei 1. Könige 7,26 / 2. Chronik 4,5 etwa 10 Liter. 1 Gomer = 1 Liter.
  9. 1Refidim. Vielleicht das Wadi Refajid oder Wadi Feiran im Süden der Sinai-Halbinsel. Die Lage des Ortes hängt davon ab, wo der biblische Berg Sinai liegt.