2. Samuel 5–7
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Davids Herrschaft über ganz Israel (5–10)
David wird König über ganz Israel
51Alle Stämme Israels kamen zu David nach Hebron und sagten zu ihm: „Wir sind doch dein Fleisch und Blut. 2Schon früher, als Saul noch unser König war, hast du Israels Heer in den Kampf geführt und wieder heimgebracht. Und Jahwe hat zu dir gesagt: ‚Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein, du sollst Israels Fürst werden!‘ “ 3Das sagten die Ältesten Israels, die zum König nach Hebron gekommen waren. Und König David schloss vor Jahwe einen Bund mit ihnen. Daraufhin salbten sie David zum König über Israel. 4David war 30 Jahre alt, als er König wurde, und regierte 40 Jahre, 5siebeneinhalb Jahre über Juda in Hebron und 33 Jahre über ganz Israel und Juda in Jerusalem.
David erobert Jerusalem
6Der König zog nun mit seinen Männern nach Jerusalem. Die Jebusiter, die damals im Land wohnten, sagten zu ihm: „Hier wirst du nie hereinkommen! Selbst Blinde und Lahme würden dich vertreiben.“ Sie waren sich sicher, dass David nicht in die Stadt kommen könnte. 7Aber David nahm die Bergfestung Zion ein, und sie wurde zur Davidsstadt. 8Er hatte damals gesagt: „Wer die Jebusiter schlagen will, muss den Zinnor1 erreichen, um diese Lahmen und Blinden zu überwältigen, die mir so verhasst sind.“ Deshalb sagt man: „Ein Blinder und ein Lahmer, die dürfen nicht ins Haus!“
9David machte die Bergfestung zu seinem Wohnsitz und nannte sie „Davidsstadt“. Er baute sie ringsum aus, vom Stadtwall an nach innen. 10So wurde David immer mächtiger, und Jahwe, Gott, der Allmächtige, stand ihm bei. 11König Hiram von Tyrus2 schickte eine Gesandtschaft zu David. Er lieferte ihm Zedernholz für seinen Palast und schickte Zimmerleute und Steinmetze zum Bauen. 12So erlebte David, wie Jahwe ihn als König über Israel bestätigte und aus Liebe zu seinem Volk Israel sein Königtum zu Ansehen brachte.
13Nachdem David von Hebron nach Jerusalem gezogen war, nahm er noch weitere Nebenfrauen und Frauen aus Jerusalem und bekam noch mehr Söhne und Töchter. 14Seine in Jerusalem geborenen Söhne waren Schammua, Schobab, Natan und Salomo, 15Jibhar, Elischua, Nefeg und Jafia, 16Elischama, Eljada und Elifelet.
Der Krieg mit den Philistern
17Als die Philister hörten, dass David zum König über Israel gesalbt worden war, kamen sie mit ihrem ganzen Heer, um David zu stellen. Sobald David das erfuhr, verschanzte er sich in einer der Bergfestungen. 18Die Philister breiteten sich in der Ebene von Refaïm3 aus. 19Da fragte David Jahwe: „Soll ich die Philister angreifen? Wirst du sie in meine Hand geben?“ Jahwe erwiderte David: „Greif sie an! Ich gebe sie in deine Gewalt!“ 20Da zog David aus und besiegte die Philister bei Baal-Perazim. Er sagte: „Wie Wasser einen Damm durchbricht, hat Jahwe die Schlachtreihen meiner Feinde vor mir durchbrochen.“ Deshalb nannte man jenen Ort Baal-Perazim, Herr der Durchbrüche. 21Die fliehenden Philister ließen sogar ihre Götzenbilder zurück. David und seine Männer nahmen sie als Beute mit.
22Doch einige Zeit später kamen die Philister wieder und breiteten sich in der Ebene Refaïm aus. 23David fragte Jahwe, was er tun solle, und dieser antwortete: „Greif sie diesmal nicht direkt an, sondern umgehe sie und fall ihnen von den Baka-Sträuchern4 her in den Rücken. 24Sobald du ein Geräusch hörst, so als ob jemand durch die Baka-Zweige schreitet, dann beeile dich! Denn dann ist Jahwe vor dir her in die Schlacht gezogen, um das Heerlager der Philister zu schlagen.“ 25David machte es so, wie Jahwe ihm befohlen hatte. Er schlug die Philister von Geba5 bis in die Gegend von Geser6.
Die Bundeslade kommt nach Jerusalem
61Wieder rief David die besten Männer Israels zusammen, es waren 30.0001. 2Dann zog er mit allen, die bei ihm waren, nach Baala in Juda, um von dort die Lade Gottes nach Jerusalem zu holen, die Lade, die dem Namen Jahwes geweiht ist, dem Namen des Allmächtigen, der über den Cherubim3 thront. 3Sie stellten die Lade Gottes auf einen neuen unbenutzten Wagen und fuhren sie so aus Abinadabs Haus, das auf einem Hügel stand, weg. Abinadabs Söhne Usa und Achjo führten den Wagen. 4Usa ging neben der Lade Gottes, während Achjo vor ihr her ging. 5David und die Männer Israels tanzten vor Jahwe zu Schlaghölzern, Zithern und Harfen, Tamburin, Rasseln und Zimbeln. 6Als sie zur Tenne Nachon kamen, drohten die Rinder den Wagen umzuwerfen. Da griff Usa nach der Lade Gottes und hielt sie fest. 7Sofort flammte Jahwes Zorn gegen Usa auf. Gott schlug ihn wegen seiner Respektlosigkeit, sodass er dort neben der Lade Gottes starb. 8Aber auch David überwallte es heiß, weil Jahwe Usa so aus dem Leben gerissen hatte. Darum nannte er den Platz Perez-Usa, Usas Riss, und so heißt er bis heute5. 9David bekam an diesem Tag Angst vor Jahwe und sagte: „Wie kann die Lade Jahwes überhaupt zu mir kommen?“ 10Er gab den Plan auf, die Lade Jahwes zu sich in die Davidsstadt zu bringen, und führte sie stattdessen in das Haus Obed-Edoms, der aus Gat stammte. 11Dort blieb die Lade Jahwes drei Monate stehen. Da segnete Jahwe Obed-Edom und sein ganzes Haus.
12König David wurde das berichtet. Man sagte ihm: „Weil die Lade Gottes bei Obed-Edom ist, hat Jahwe sein Haus und alles, was er besitzt, gesegnet.“ Da ging David hin und überführte die Lade Gottes mit großer Freude aus dem Haus Obed-Edoms in die Davidsstadt. 13Als die Träger der Lade Jahwes sechs Schritte gegangen waren, opferte David einen Stier und ein Mastkalb. 14David tanzte mit ganzer Hingabe vor Jahwe her. Dabei war er mit einem leinenen Priesterschurz bekleidet. 15So brachten David und die Israeliten die Lade Jahwes mit Jubelgeschrei und Hörnerschall hinauf.
16Als die Lade Jahwes in die Stadt getragen wurde, schaute Michal, die Tochter Sauls, aus dem Fenster. Und als sie sah, wie König David vor Jahwe hüpfte und tanzte, verachtete sie ihn innerlich. 17Man brachte die Lade in das Zelt, das David für sie errichtet hatte, und stellte sie dort an ihren Platz. David brachte Jahwe Brandopfer und ließ Tiere vor Jahwe zum Dankopfer schlachten. 18Nach dem Opfermahl segnete er das Volk im Namen Jahwes, des Allmächtigen. 19Dann ließ er an die ganze große Menge der Israeliten, die Männer und Frauen, je einen Brotfladen, eine Portion Dattelkuchen und eine Portion Rosinenkuchen verteilen. So machten sich die Leute auf den Heimweg.
20Als David heimkam, um seinem Haus den Segensgruß zu bringen, kam ihm Michal, die Tochter Sauls, entgegen und spottete: „Wie würdevoll hat sich der König von Israel heute benommen, als er sich vor den Frauen seiner Diener schamlos entblößte, wie es sonst nur das niedrigste Gesindel tut!“ 21Doch David erwiderte ihr: „Vor Jahwe, der mich deinem Vater und allen seinen Nachkommen vorgezogen hat, der mich zum Fürsten über sein Volk Israel gemacht hat, ja, vor ihm will ich tanzen! 22Und ich will mich noch geringer als diesmal machen und auch vor mir selbst niedrig erscheinen. Aber bei den Frauen, von denen du sprichst, werde ich zu Ehren kommen.“ 23Michal, die Tochter Sauls, blieb ihr Leben lang kinderlos.
Gottes Zusagen an David
71Als nun der König in seinem Palast wohnte und Jahwe ihm Ruhe vor all seinen Feinden ringsum verschafft hatte, 2sagte er eines Tages zum Propheten Natan: „Sieh doch, ich wohne hier in einem Palast aus Zedernholz, und die Lade Gottes steht nur in einem Zelt.“ 3Natan sagte zum König: „Geh ruhig ans Werk und tu, was du auf dem Herzen hast, denn Jahwe ist mit dir!“ 4Doch in derselben Nacht kam das Wort Jahwes zu Natan: 5„Geh zu meinem Diener David und richte ihm aus: ‚So spricht Jahwe: Du willst mir ein Haus bauen, in dem ich wohnen soll? 6Seit ich die Söhne Israels aus Ägypten herausführte, habe ich noch nie in einem Haus gewohnt, sondern bin bis heute in einer Zeltwohnung umhergezogen. 7Habe ich während dieser ganzen Zeit jemals zu einem der Führer Israels gesagt: »Warum baut ihr mir kein Haus aus Zedernholz?« Ich hatte ihnen nur aufgetragen, mein Volk Israel zu weiden.
8Darum sollst du meinem Diener David ausrichten: ‚So spricht Jahwe, der Allmächtige: Ich selbst habe dich von der Schafherde weggeholt und dich zum Herrscher über mein Volk Israel gemacht. 9Und wohin du auch gegangen bist, bin ich bei dir gewesen und habe alle deine Feinde vor dir beseitigt. Ich habe deinen Namen berühmt gemacht. Du wirst zu den Großen der Erde gezählt. 10Ich habe meinem Volk Israel eine Heimat gegeben, ein Land, in dem es sicher leben kann und nicht mehr zittern muss. Böse Menschen werden es nicht mehr unterdrücken wie früher 11 und auch noch zu der Zeit, als ich Richter über mein Volk Israel einsetzte. Ich habe dir Ruhe vor all deinen Feinden verschafft. Und nun kündigt Jahwe dir an, dass er dir ein Haus bauen wird.
12Wenn deine Zeit abgelaufen ist und du gestorben bist, werde ich dir einen deiner eigenen Nachkommen auf dem Thron folgen lassen und seine Herrschaft festigen. 13Der wird dann ein Haus für meinen Namen bauen. Und seinem Königtum werde ich ewigen Bestand geben. 14Ich werde sein Vater sein, und er soll mir Sohn sein. Wenn er Unrecht begeht, werde ich ihn mit menschlicher Rute und auf menschliche Weise züchtigen. 15Aber meine Gnade entziehe ich ihm nicht, wie ich sie Saul entzog, den ich vor dir beseitigt habe. 16Dein Königshaus und deine Königsherrschaft sollen für immer vor mir Bestand haben. Dein Thron steht fest auf ewig.‘ “
Davids Dankgebet
17Natan gab David alles genauso weiter, wie es ihm gesagt und offenbart worden war. 18Da ging David in das Zelt, setzte sich vor Jahwe nieder und sagte: „Wer bin ich schon, Jahwe, mein Herr, und was bedeutet meine Familie, dass du mich bis hierher gebracht hast? 19Und das war dir noch zu wenig, mein Herr, Jahwe! Du hast sogar Zusagen gemacht, die noch meinen fernen Nachkommen gelten – und das für jemand wie mich, Jahwe, mein Herr! 20 Was soll David da noch weiter sagen? Du kennst ja deinen Diener, Jahwe, mein Herr! 21 Weil du es versprochen hattest und weil es dein Wille war, hast du all das Große getan, um es deinen Diener…
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Footnotes
- 1Der Zinnor war wohl der fast 50 m lange Tunnel, der unter der Stadtmauer hindurch zu dem großen offenen Wasserbecken hinabführte, das von der Gihon-Quelle gespeist wurde. Die ganze Anlage zur Wasserversorgung war wie eine stark befestigte Bastion der Stadtmauer vorgelagert. Die wasserreiche Quelle selbst hatten die Jebusiter mit einem massiven Festungsturm umbaut.
- 2Tyrus war eine wichtige Hafenstadt in Phönizien (heute: Libanon).
- 3Die Ebene Refaïm ist ein fruchtbares Gebiet westlich von Jerusalem.
- 4Baka, aus „weinen“ abgeleitet. Vermutlich ein Strauch, der einen milchigen Saft oder duftendes Harz absondert.
- 5Geba lag 9 km nordöstlich von Jerusalem an der Grenze Judas.
- 6Geser. Die alte kanaanitische Königsstadt lag etwa 35 km westlich von Jerusalem und gehörte zu dieser Zeit offenbar den Philistern.
- 1Zahl n_N 1500.
- 3Cherub, Mehrzahl: Cherubim: Majestätisches (Engel-)Wesen, das Gottes Herrlichkeit repräsentiert. Siehe auch 2. Mose 25,18–20.
- 5bis heute. Vom Standpunkt des Verfassers der Samuelbücher aus.
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