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Sprüche 8–9

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Ruf der Weisheit (Lektion 13)

81Hört doch, wie die Weisheit ruft, wie die Einsicht ihre Stimme erhebt! 2Sie steht an den Straßen, dass jeder sie sieht, sie hat sich an die Kreuzungen gestellt, 3sie hält sich an den Stadttoren auf und ruft an den Eingängen laut: 4„Euch, ihr Leute, lade ich ein! An alle Menschen wende ich mich. 5Ihr Anfänger, lernt, was Klugheit ist! Ihr Tagträumer, werdet endlich wach! 6Hört zu, ich gebe euch einen wertvollen Rat! Die Wahrheitsliebe öffnet mir den Mund. 7Was ich sage, ist nichts als die Wahrheit, denn ich verabscheue Gesetzlosigkeit. 8Alle meine Worte sind recht, keins davon ist hinterlistig und falsch. 9Dem Einsichtigen sind sie alle recht und dem, der sie verstehen will, klar. 10Sucht meine Unterweisung und nicht Silberschmuck! Nehmt Erkenntnis lieber an als reines Gold! 11Weisheit ist besser als kostbare Perlen, alle Juwelen ersetzen sie nicht.“

12Ich, die Weisheit, bin mit der Klugheit im Bund. Durch Umsicht finde ich Erkenntnis und Rat. 13Jahwe zu ehren heißt Böses zu hassen. Ja, ich hasse Hochmut und Stolz und unrechtes Tun und einen Mund, der die Worte verdreht. 14Bei mir ist Hilfe und Rat. Ich habe Einsicht und habe auch Macht. 15Könige regieren durch mich und Herrscher entscheiden gerecht. 16Durch mich versehen die Oberen ihr Amt, die Vornehmen und die Verwalter des Rechts.

17Ich liebe, die mich lieben; und die mich suchen, finden mich. 18Ich biete Reichtum und Ehre, bleibendes Gut und gerechten Lohn. 19Was ihr von mir bekommt, ist besser als das reinste Gold und wertvoller als erlesenes Silber. 20Ich gehe den Weg der Gerechtigkeit, und zwar mitten auf der Straße des Rechts. 21Denen, die mich lieben, gebe ich, was bleibt, und ihre Häuser fülle ich.

22Bevor alles anfing, besaß mich Jahwe, vor seinen Werken, vor aller Zeit. 23Schon ewig war ich eingesetzt, von Anfang an, noch vor Beginn der Welt. 24Als noch keine Meere waren, wurde ich geboren, als es noch keine wasserreichen Quellen gab. 25Noch vor den Hügeln kam ich zur Welt; die Berge waren noch nicht eingesenkt, 26die Erde hatte er noch nicht gemacht, das feste Land und seine Felder. 27Als er den Himmel wölbte, war ich dabei, als er den Kreis des Horizonts abmaß über dem Meer, 28als er die Wolken hoch oben zusammenzog und die Quellen aus der Tiefe sprudeln ließ; 29als er das Meer in seine Schranken wies, die es nicht überschreiten darf, als er die Fundamente der Erde abmaß, 30da war ich als geliebtes Kind bei ihm. Ich war seine Freude Tag für Tag und spielte vor ihm allezeit. 31Ich spielte auf dem Rund seiner Erde, und es war meine Freude, bei den Menschen zu sein.

32Nun denn, ihr jungen Leute, hört auf mich! Alle, die mir folgen, sind glücklich zu preisen. 33Hört auf die Mahnung und schlagt sie nicht in den Wind! Hört darauf und werdet klug! 34Glücklich der Mensch, der auf mich hört, der Tag und Nacht vor meinen Türen steht, der in meinem Torweg wacht. 35Denn wer mich findet, hat Leben gefunden und das Wohlgefallen Jahwes. 36Doch wer mich verfehlt, schadet sich selbst. Alle, die mich hassen, lieben den Tod.

Frau Weisheit und Frau Torheit laden zu Gast (Zusammenfassung)

91Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, hat es mit sieben Säulen ausgeschmückt. 2Sie hat ihr Vieh geschlachtet, ihren Wein gemischt und auch schon ihren Tisch gedeckt. 3Nun schickt sie ihre Dienerinnen und ruft auf den Höhen der Stadt: 4„Wer unerfahren ist, der kehre hier ein!“ Sie redet zu denen ohne Verstand: 5„Kommt und esst von meinem Brot und trinkt von meinem guten Wein! 6Lasst ab von eurer Dummheit, wählt doch das Leben, und geht auf dem Weg des Verstands!“

7Wer einen Spötter ermahnt, erntet nur Schimpf; und wer einen Gesetzlosen rügt, bekommt sein Teil davon ab. 8Ermahne einen Spötter nicht, sonst hasst er dich nur! Ermahne den Weisen, er liebt dich dafür! 9Unterrichte den Weisen, dann wird er noch weiser; belehre den Gerechten, so lernt er noch mehr! 10Der Anfang aller Weisheit ist Ehrfurcht vor Jahwe. Den Heiligen erkennen, das ist Verstand. 11Denn durch mich werden deine Tage zahlreich sein und die Jahre deines Lebens vermehrt. 12Wenn du weise bist, dann hast du selbst etwas davon, doch wenn du nur große Worte machst, trägst du die Folgen allein.

13Frau Torheit ist eine schamlose Frau und hat nie etwas erkannt! 14Da sitzt sie an ihrem Hauseingang, sie thront auf dem Marktplatz der Stadt, 15um einzuladen den, der vorübergeht, der einen geraden Weg verfolgt:

16„Wer unerfahren ist, der kehre hier ein!“ Und zu denen ohne Verstand sagt sie: 17„Gestohlenes Wasser ist süß, und heimlich entwendetes Brot schmeckt ganz besonders gut!“

18Doch wer ihr folgt, weiß nicht, dass dort die Schatten hausen, denn ihre früheren Gäste sind schon in der Totenwelt.

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