Psalm 40,2–42,12
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2Immer habe ich auf Jahwe gehofft, und er hat sich mir zugewandt, hat mein Rufen gehört. 3Er zog mich aus dem brodelnden Loch, befreite mich aus Schlick und Schlamm und stellte mich auf festen Grund. Er gab meinen Schritten sicheren Halt 4und legte mir ein neues Lied in den Mund, einen Lobgesang auf unseren Gott. Erschauernd werden viele es sehen und beginnen, ihm zu vertrauen. 5Glücklich der Mensch, der Jahwe vertraut, der in ihm seine Sicherheit hat, sich nicht an ungestüme Menschen hängt und keinen Lügnern Glauben schenkt!
6Jahwe, mein Gott! Du hast so viel für uns getan; niemand ist wie du! Deine Pläne, deine wunderbaren Taten! Wollte ich von ihnen erzählen, es wären mehr, als man aufzählen kann. 7Opfer und Gaben gefallen dir nicht, aber Ohren hast du mir gegeben; und ich weiß, dass du weder Brand- noch Sündopfer willst. 8Nun sage ich: „Da komme ich! Denn das steht in deinem Buch über mich. 9Ich liebe es, zu tun, was dir gefällt, mein Gott, denn dein Gesetz nahm ich tief in mich auf.“ 10Vor der ganzen Versammlung verkünde ich deine Gerechtigkeit. Ja, meine Lippen verschließe ich nicht. Du weißt es, Jahwe. 11Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in der Tiefe meines inneren Seins. In der großen Versammlung habe ich von deiner Treue und Hilfe erzählt, hab deine Gnade und Wahrheit nicht unterdrückt. 12Du, Jahwe, entziehst mir dein Erbarmen ja nicht, deine Gnade und Treue halten mich fest!
13Denn Unheil bedroht mich ringsherum, und meine Sünden holen mich ein, dass ich nicht mehr aufblicken kann. Sie sind mehr als die Haare auf meinem Kopf. Da verlässt mich mein Mut. 14Komm bitte und rette mich, Gott! Hilf mir schnell, Jahwe! 15Sie suchen meinen Tod. Schämen sollen sie sich! Schande über sie! Sie genießen meine Not. Lass sie abziehen mit Schmach, 16erschrecken mit Scham; sie, die hämisch riefen: „Haha! Haha!“ 17Die dich suchen, sollen jubeln und sich freuen an dir! Die dich als Retter lieben, sollen sagen: „Groß ist Jahwe!“ 18Doch ich bin elend und arm. Der Herr denkt an mich. Meine Hilfe und mein Retter bist du! Mein Gott, zögere nicht!
Mein Freund erhob sich gegen mich
411Dem Chorleiter. Ein Psalmlied von David.
2Glücklich der, der sich für Schwache einsetzt! Wenn ihn ein Unglück trifft, wird Jahwe ihn retten. 3Jahwe beschützt ihn und erhält ihn am Leben. Glücklich gepriesen wird er im ganzen Land. Du, Herr, setzt ihn nicht der Willkür seiner Feinde aus. 4Wenn Krankheit ihn befällt, steht Jahwe ihm bei. Du, Herr, verwandelst seine Krankheit in Kraft.
5Ich sagte: „Jahwe, sei mir gnädig! Mach meine Seele wieder gesund, denn ich habe gesündigt gegen dich!“ 6Meine Feinde reden böse über mich: „Wann ist er endlich tot und vergessen?“ 7Kommt einer, mich zu besuchen, redet er falsch. Er nimmt nur Schlechtes in sich auf, geht hinaus und verbreitet üble Gerüchte.
8Die mich hassen, stecken die Köpfe zusammen und denken sich Böses gegen mich aus: 9„Den hat es böse erwischt! Wer so liegt, der steht nicht wieder auf!“ 10Selbst mein Freund, dem ich vertraute, der mit mir zusammen aß, gab mir einen Tritt.
11Sei du mir gnädig, Jahwe! Richte mich auf, dass ich es ihnen vergelte! 12Dann weiß ich, dass ich dir gefalle, wenn mein Feind nicht triumphiert. 13In meiner Unschuld warst du mein Halt und lässt mich immer in deiner Nähe sein.
14Gelobt sei Jahwe, Israels Gott, in alle Zeit und Ewigkeit! Amen, ja, so soll es sein.
42–72: Zweites Buch
Ich sehne mich nach Gott
421 Dem Chorleiter. Ein Lehrgedicht von den Söhnen Korachs.
2Wie ein Hirsch nach klarem Wasser lechzt, so sehne ich mich nach dir, mein Gott. 3Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann darf ich wieder kommen, wann vor seinem Angesicht stehn? 4Tränen waren Tag und Nacht mein Brot, denn sie sagten täglich zu mir: „Wo ist denn nun dein Gott?“ 5Darüber denke ich nach, und es bricht mir das Herz. Wie gern zog ich mit der fröhlichen Schar, mitten im Lärm der feiernden Menge, und führte sie mit Jubel und Dank in Gottes Haus.
6Was bist du so verwirrt, meine Seele, was stöhnst du in mir? Hoffe auf Gott! Denn ich werde ihn noch loben für das Heil von seinem Angesicht.
7Mein Gott, ich bin ganz aufgelöst. Darum denke ich an dich aus dem Land des Jordan, der Hermongipfel und des Kleinen Bergs3. 8Die Tiefe ruft der Tiefe zu beim Tosen deiner Wasserströme. All deine Wogen und Wellen gehen über mich hin. 9Am Tag bietet Jahwe seine Gnade auf, nachts ist sein Lied bei mir, ein Gebet zum Gott meines Lebens. 10Sagen will ich zu Gott, meinem Fels: „Warum hast du mich vergessen? Warum laufe ich trauernd umher, bedrückt durch den Feind?“ 11Mörderische Qual in meinen Knochen ist der Hohn meiner Bedränger, die mich täglich fragen: „Wo ist denn dein Gott?“
12Was bist du so verwirrt, meine Seele, was stöhnst du in mir? Hoffe auf Gott! Denn ich werde ihn noch preisen, ihn, meine Hilfe und meinen Gott!
Footnotes
- 3Kleiner Berg, hebräisch: har misar. Ein Berg dieses Namens ist in Israel nicht bekannt. Vielleicht ist im Gegensatz zu den drei Hermongipfeln der Berg Zion in Jerusalem gemeint.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden