Numeri 21–22
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21–36: An der Grenze des Landes
Der Marsch nach Moab (21)
Die Zerstörung von Arad
211Als der Kanaaniterkönig von Arad1 im Negev erfuhr, dass Israel auf dem Weg der Kundschafter heranzog, griff er die Israeliten an und nahm einige von ihnen gefangen. 2Da legte Israel Jahwe ein Gelübde ab und sagte: „Wenn du dieses Volk wirklich in meine Hand gibst, werde ich seine Städte mit dem Bann belegen.2“ 3Jahwe hörte auf Israel und gab die Kanaaniter preis. Israel vernichtete sie und ihre Städte und nannte den Ort Horma, Bann.
Die Bronzeschlange
4Als die Israeliten vom Berg Hor weiterzogen, wandten sie sich zunächst in Richtung Schilfmeer, um das Land Edom zu umgehen. Doch auf dem Weg wurde das Volk ungeduldig. 5Es lehnte sich gegen Gott und Mose auf und sagte: „Wozu habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Damit wir in der Wüste sterben? Hier gibt es weder Brot noch Wasser, und es ekelt uns vor diesem elenden Fraß.“ 6Da schickte Jahwe Saraf-Schlangen3 unter das Volk. Viele der Israeliten wurden gebissen und starben. 7Da kamen sie zu Mose und sagten: „Wir haben gesündigt, dass wir uns gegen Jahwe und gegen dich aufgelehnt haben. Bete doch zu Jahwe, dass er uns von den Schlangen befreit!“ Mose betete für das Volk. 8Und Jahwe sagte zu ihm: „Mach dir solch eine Schlange und richte sie an einer Signalstange hoch auf. Dann wird jeder, der gebissen wurde und sie ansieht, am Leben bleiben.“ 9So fertigte Mose eine Schlange aus Bronze und machte sie an der Stange fest. Wer nun von einer Schlange gebissen wurde und dann zu der Bronzeschlange aufschaute, blieb am Leben.
Die Siege über die Könige Sihon und Og
10Die Israeliten zogen weiter und schlugen ihr Lager in Obot4 auf. 11Ihr nächstes Lager schlugen sie in Ije-Abarim5 auf, in der Wüste, die östlich von Moab6 liegt. 12Von dort aus zogen sie ins Tal des Sered-Bachs7 13und von da aus weiter bis an den Arnon, der durch die Wüste fließt und im Gebiet der Amoriter entspringt. Denn der Arnon bildet die Grenze zwischen Moab und den Amoritern. 14Darum heißt es im Buch der Kriege Jahwes8:
Waheb in Sufa9 und die Bäche des Arnon 15und den Hang der Täler, der sich neigt zur Wohnstatt von Ar10 und sich lehnt an die Grenze von Moab.
16Von dort aus ging es weiter nach Beër. Das ist der Brunnen, von dem Jahwe zu Mose gesagt hatte: „Versammle das Volk, ich will ihnen Wasser geben.“ 17Damals sang Israel dieses Lied:
Brunnenwasser steige auf! Singt von ihm, 18dem Brunnen, den die Fürsten gegraben und die Edlen des Volkes gebohrt mit dem Zepter und den Stäben der Führer.
Aus der Wüste zogen sie weiter nach Mattana, 19von dort nach Nahaliël und dann weiter nach Bamot11. 20Von Bamot zogen sie in das Tal, das im Gebiet von Moab liegt beim Gipfel des Pisga12, der auf das Ödland schaut.
21Israel schickte Boten zu Sihon, dem König der Amoriter, und ließ ihm sagen: 22„Lass uns durch dein Land ziehen! Wir werden eure Felder und Weinberge nicht betreten und auch kein Wasser aus den Brunnen trinken. Wir werden auf der Königsstraße bleiben, solange wir durch dein Gebiet ziehen.“ 23Aber Sihon gab Israel den Durchzug nicht frei, sondern rief sein Heer zusammen und zog Israel in die Wüste entgegen. Bei Jahaz kam es zur Schlacht. 24Aber Israel brachte ihm eine schwere Niederlage bei und nahm sein Land in Besitz vom Arnon bis an den Jabbok. Dort begann das Gebiet der Ammoniter, deren Grenze gut gesichert war. 25Israel besetzte die Städte der Amoriter, besonders Heschbon13 und seine Tochterstädte, und ließ sich darin nieder. 26Heschbon war die Stadt des Amoriterkönigs Sihon gewesen. Dieser hatte gegen den früheren König der Moabiter gekämpft und ihm das ganze Gebiet bis zum Arnon weggenommen. 27Darum sagen die Spruchdichter:
Kommt nach Heschbon! Baut Sihons Stadt und macht sie stark! 28Feuer ging von Heschbon aus, eine Flamme von der Stadt Sihons. Sie fraß Ar-Moab, die Herren der Höhen am Arnon. 29Wehe dir Moab! Volk des Kemosch14, du bist verloren! Seine Söhne gab er als Flüchtlinge hin und seine Töchter in die Gefangenschaft dem Sihon, dem König der Amoriter. 30Wir haben sie niedergeschossen. Bis nach Dibon15 hin ist Heschbon verloren, wir haben es bis Nofach verwüstet, das bei Medeba16 liegt.
31Nun ließ Israel sich im Land der Amoriter nieder. 32Mose ließ die Stadt Jaser17 erkunden. Die Israeliten eroberten ihre Tochterstädte und vertrieben die Amoriter, die dort wohnten. 33Dann zogen sie nordwärts zum Baschan18. Og, der König von Baschan, trat ihnen mit seinem Heer bei Edreï19 entgegen. 34Jahwe sagte zu Mose: „Hab keine Angst vor ihm. Denn in deine Hand habe ich ihn, sein Volk und sein Land gegeben. Mach mit ihm, was du mit dem Amoriterkönig Sihon gemacht hast, der in Heschbon thronte.“ 35Da schlugen sie ihn, seine Söhne und sein ganzes Volk. Nicht ein Einziger entkam. Und sie nahmen sein Land in Besitz.
Erfahrungen mit Bileam (22–25)
Balaks Auftrag an den Seher Bileam
221Die Israeliten brachen wieder auf und schlugen ihr Lager in den Steppen Moabs auf, gegenüber von Jericho, auf der Ostseite des Jordan. 2Balak Ben-Zippor sah alles, was Israel den Amoritern angetan hatte. 3Und Moab fürchtete sich sehr vor diesem Volk, weil sie sahen, wie groß es war. Das Grauen vor den Israeliten hatte sie gepackt. 4Da ließen die Moabiter den Ältesten von Midian sagen: „Nun wird dieser Haufen alles um uns herum abfressen, wie das Rind das letzte Grün auf dem Feld abfrisst.“ Balak Ben-Zippor war damals König von Moab. 5Er schickte Boten zu Bileam Ben-Beor nach Petor1 am Euphrat, wo Leute aus seinem Volk lebten, um ihn zu rufen. Er ließ ihm sagen: „Da ist ein Volk aus Ägypten herangezogen, das schon das ganze Land bedeckt. Es hat sich direkt neben mir niedergelassen. 6Komm doch und verfluche dieses Volk, denn es ist mir zu stark! Vielleicht kann ich es dann schlagen und aus dem Land vertreiben. Ich weiß ja: Wen du segnest, der ist gesegnet, und wen du verfluchst, der ist verflucht.“ 7Da gingen die Ältesten von Moab und Midian los. Den Wahrsagerlohn nahmen sie mit. Als sie zu Bileam kamen, richteten sie ihm die Botschaft Balaks aus. 8Der sagte zu ihnen: „Bleibt heute Nacht hier, dann will ich euch Bescheid geben, wie Jahwe zu mir gesprochen hat.“ Da blieben die Abgesandten von Moab bei Bileam.
9Gott kam zu Bileam und fragte: „Wer sind diese Männer bei dir?“ 10Bileam erwiderte: „König Balak Ben-Zippor von Moab hat sie zu mir geschickt: 11Da ist ein Volk aus Ägypten herangezogen, das das ganze Land bedeckt. Komm doch und verfluche es mir! Vielleicht kann ich es dann bekämpfen und aus dem Land vertreiben.“ 12Doch Gott sagte zu Bileam: „Du sollst nicht mitgehen! Du sollst das Volk nicht verfluchen, denn es ist gesegnet.“ 13Am Morgen stand Bileam auf und sagte zu den Fürsten Balaks: „Ihr müsst allein in euer Land zurück. Jahwe hat sich geweigert, mir zu gestatten, mit euch zu gehen.“ 14Da machten sich die Abgesandten Moabs wieder auf den Weg. Als sie zu Balak kamen, sagten sie: „Bileam hat sich geweigert, mit uns zu gehen.“
15Da schickte Balak eine noch größere Gesandtschaft von Männern, die noch angesehener waren. 16Als sie zu Bileam kamen, sagten sie zu ihm: „So spricht Balak Ben-Zippor: Lass dich doch nicht abhalten, zu mir zu kommen! 17Ich werde dich reich belohnen und alles tun, was du von mir verlangst. Komm doch und verfluche dieses Volk für mich!“ 18Doch Bileam erwiderte den Gesandten Balaks: „Selbst wenn Balak mir sein Haus voll Silber und Gold geben würde, könnte ich den Befehl meines Gottes Jahwe nicht übertreten, weder im Kleinen noch im Großen. 19Aber bleibt auch ihr die Nacht über bei mir. Dann werde ich erfahren, was Jahwe mir noch sagt.“ 20In der Nacht kam Gott zu Bileam und sagte: „Wenn die Männer gekommen sind, um dich zu holen, dann mach dich auf den Weg! Aber du darfst nur das tun, was ich dir sage!“
Bileams Eselin
21Am Morgen brach Bileam auf, sattelte seine Eselin und machte sich mit der Gesandtschaft Moabs auf den Weg. 22Da flammte Gottes Zorn auf, weil er mitging, und der Engel Jahwes2 stellte sich ihm als Gegner in den Weg. Bileam ritt gerade auf seiner Eselin und wurde von zwei Dienern begleitet. 23Die Eselin sah den Engel Jahwes mit dem gezückten Schwert auf dem Weg stehen. Sie wich vom Weg ab und ging auf dem Feld weiter. Bileam schlug sie und trieb sie auf den Weg zurück. 24Da stellte sich der Engel Jahwes in einen Hohlweg zwischen den Weinbergen. Links und rechts waren Mauern. 25Die Eselin sah den Engel Jahwes und drückte sich an die Mauer. Dabei drückte sie den Fuß Bileams an die Wand. Da schlug er sie wieder. 26Der Engel Jahwes ging nochmals ein Stück weiter und trat an eine so enge Stelle, dass es keine Möglichkeit zum Ausweichen gab, weder rechts noch links. 27Als die Eselin ihn sah, legte sie sich unter Bileam hin. Bileam schlug wütend mit dem Stock auf sie ein.
28Da ließ Jahwe die Eselin sprechen. Sie sagte zu Bileam: „Was habe ich dir denn getan, dass du mich nun schon dreimal geschlagen hast?“ 29„Weil du mich zum Narren hältst“, schrie Bileam. „Hätte ich nur ein Schwert in der Hand, wärst du jetzt schon tot.“ 30Das Tier erwiderte: „Bin ich nicht deine Eselin, auf der du zeitlebens geritten bist? Habe ich jemals so reagiert wie heute?“ – „Nein“, sagte er. 31Da öffnete Jahwe ihm die Augen, und er sah den Engel Jahwes mit dem gezückten Schwert auf dem Weg. Bileam beugte sich und warf sich dann ganz nieder, das Gesicht auf dem Boden. 32Der Engel Jahwes sagte zu ihm: „Warum hast du deine Eselin nun schon dreimal geschlagen? Ich selbst habe mich gegen dich gestellt. Denn dein Weg ist ganz gegen mich. 33Die Eselin sah mich und wich vor mir aus, nun schon dreimal! Hätte sie das nicht getan, dann hätte ich dich erschlagen und sie am Leben gelassen.“ 34Da sagte Bileam zu dem Engel Jahwes: „Ich habe Unrecht getan. Ich habe nicht gemerkt, dass du dich mir entgegengestellt hast. Wenn dir nun die Sache missfällt, will ich umkehren.“ 35„Geh mit den Männern!“, sagte der Engel Jahwes. „Aber du darfst nur das aussprechen, was ich dir sage!“ So zog…
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Footnotes
- 1Arad. Stadt an der Südgrenze Kanaans. Heute Tell Arad, 27 km südlich von Hebron.
- 2mit dem Bann belegen. Das bedeutete die vollständige Vernichtung von Menschen, Tieren und Gütern.
- 3Saraf (hebräisch der Brennende). Hier Schlangen, deren Biss wie Feuer brannte und schnell zum Tod führte.
- 4Obot. Vermutlich ist die heutige Oase Ain el-Weibe (neuhebräisch: Ein Yahav) gemeint.
- 5Ije-Abarim, die Hügel von Abarim. Vielleicht das heutige Mahai, südöstlich vom Toten Meer.
- 6Die Moabiter lebten östlich des Toten Meeres zwischen den Flüssen Arnon und Zered.
- 7Sered-Bach. Wadi el-Hesa, das ins südöstliche Ende des Toten Meeres mündet.
- 8Buch der Kriege Jahwes. Dieses Buch wird nur hier erwähnt. Es enthielt wahrscheinlich Loblieder auf Gott.
- 9Waheb in Sufa. Vielleicht Orte in der Arnon-Schlucht.
- 10Ar. Stadt oder Region in Moab in der Nähe des Arnon.
- 11Mattana … Bamot. Die erwähnten Orte müssen östlich des Toten Meeres und nördlich des Arnon gelegen haben.
- 12Pisga. Berg oder Bergkette, wahrscheinlich in der Nähe des Nebo, 14 km östlich vom Nordende des Toten Meeres.
- 13Heschbon. Hauptstadt der Amoriter, später der Moabiter, 25 km östlich der Jordanmündung ins Tote Meer.
- 14Kemosch. Gott der Moabiter und zeitweise auch der Amoriter.
- 15Dibon. Eine der bedeutendsten Städte Moabs. Heute: Dhiban, 21 km östlich vom Toten Meer und 5 km nördlich der Arnon-Schlucht.
- 16Medeba. Moabitische Stadt. Heute: Madeba in Jordanien, 32 km südlich von Amman, 20 km östlich vom Toten Meer.
- 17Jaser. Vielleicht Khirbet es Sar, 10 km westlich von Amman.
- 18Baschan. Fruchtbare Bergregion östlich vom See Gennesaret.
- 19Edreï. Heute: Dera, 96 km südlich von Damaskus.
- 1Petor. Vielleicht Tell el-Abmar, 19 km südlich von Karkemisch am Westufer des oberen Euphrat.
- 2Der Engel Jahwes (oder auch: Gottes) war kein gewöhnlicher Engel, sondern der Messias vor seiner Menschwerdung.
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