Logos Bible Study

Matthäus 24–26

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24–25: Die Voraussagen des Königs

241Als Jesus den Tempel verließ und weggehen wollte, kamen seine Jünger zu ihm und machten ihn auf die ‹Pracht der› Tempelbauten aufmerksam. 2„Ihr bewundert das alles?“, entgegnete Jesus. „Aber ich versichere euch: Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben; es wird alles zerstört werden.“ 3Als er später auf dem Ölberg saß und mit seinen Jüngern allein war, fragten sie ihn: „Wann wird das alles geschehen? Gibt es ein Zeichen, an dem wir deine Wiederkehr und das Ende der Welt erkennen können?“

Nicht irreführen lassen!

4„Gebt Acht, dass euch niemand irreführt!“, erwiderte Jesus. 5„Viele werden unter meinem Namen auftreten und von sich sagen: ‚Ich bin der Messias!‘ Damit werden sie viele verführen. 6Erschreckt nicht, wenn ihr von Kriegen hört oder wenn Kriegsgefahr droht. Das muss so kommen, aber es ist noch nicht das Ende. 7Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Staat den anderen angreifen. In vielen Teilen der Welt wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. 8Doch das ist erst der Anfang der Geburtswehen.

9Dann wird man euch bedrängen, misshandeln und töten. Die ganze Welt wird euch hassen, weil ihr zu mir gehört. 10Viele werden sich von mir abwenden; sie werden einander verraten und sich hassen. 11Viele falsche Propheten werden auftreten und viele in die Irre führen. 12Und weil die Gesetzlosigkeit überhandnehmen wird, wird auch die Liebe bei den meisten erkalten. 13Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, wird gerettet. 14Und diese Freudenbotschaft von der Gottesherrschaft wird in der ganzen Welt gepredigt werden, damit alle Völker sie hören. Dann erst kommt das Ende.

15Wenn ihr aber das ‚Scheusal der Verwüstung‘, von dem der Prophet Daniel geredet hat1, am heiligen Ort stehen seht – wer das liest, der merke auf! –, 16dann sollen die Einwohner Judäas in die Berge fliehen. 17Wer auf seiner Dachterrasse sitzt, soll keine Zeit damit verlieren, noch etwas aus dem Haus zu holen; 18und wer auf dem Feld ist, soll nicht mehr zurücklaufen, um seinen Umhang zu holen. 19Am schlimmsten wird es dann für schwangere Frauen und stillende Mütter sein. 20Betet darum, dass ihr nicht im Winter oder am Sabbat fliehen müsst! 21Denn dann wird es eine Schreckenszeit geben wie sie die Welt noch nie gesehen hat und wie es auch nie wieder geschehen wird. 22Würde diese schreckliche Zeit nicht verkürzt, könnte kein Mensch das überleben. Seinen Auserwählten zuliebe aber hat Gott die Zeit verkürzt.

23Wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Schaut her, da ist der Messias!‘ oder: ‚Seht, er ist dort!‘, so glaubt es nicht! 24Denn es werden falsche Messiasse und falsche Propheten auftreten. Sie werden sich durch große Zeichen und Wundertaten ausweisen und würden sogar die Auserwählten verführen, wenn sie es könnten. 25Denkt daran: Ich habe euch alles vorausgesagt.

26Wenn sie also zu euch sagen: ‚Seht, er ist in der Wüste draußen!‘, dann geht nicht hinaus! Oder: ‚Seht, hier im Haus ist er!‘, dann glaubt es nicht! 27Denn wenn der Menschensohn wiederkommt, wird es sein, wie wenn ein Blitz den ganzen Horizont erhellt. 28Wo das Aas liegt, da sammeln sich die Geier.

29Doch unmittelbar nach dieser schrecklichen Zeit wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen. Die Sterne werden vom Himmel stürzen und die Kräfte des Himmels aus dem Gleichgewicht geraten. 30Und dann wird das Zeichen des Menschensohns am Himmel erscheinen. Alle Volksstämme der Erde werden jammern und klagen, und dann werden sie den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit von den Wolken her kommen sehen. 31Dann wird er die Engel mit mächtigem Posaunenschall aussenden, um seine Auserwählten aus allen Himmelsrichtungen und von allen Enden der Welt zusammenzubringen.

32Vom Feigenbaum könnt ihr Folgendes lernen: Wenn seine Zweige weich werden und die Blätter zu sprießen beginnen, wisst ihr, dass es bald Sommer wird. 33Genauso ist es, wenn ihr das alles seht. Dann steht sein Kommen unmittelbar bevor. 34Ich versichere euch: Dieses Geschlecht2 wird nicht untergehen, bis das alles geschieht. 35Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber nicht. 36Doch Tag und Stunde von diesen Ereignissen weiß niemand, nicht einmal die Engel im Himmel; nur der Vater weiß es.“

Bereit sein!

37„Und wenn der Menschensohn kommt, wird es so sein wie in Noahs Zeit. 38Damals, vor der großen Flut, aßen und tranken die Menschen, sie heirateten und wurden verheiratet – bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging. 39Sie ahnten nichts davon, bis die Flut hereinbrach und alle umbrachte. So wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. 40Wenn dann zwei Männer auf dem Feld arbeiten, wird der eine angenommen und der andere zurückgelassen. 41Wenn zwei Frauen an derselben Handmühle4 mahlen, wird die eine angenommen und die andere zurückgelassen werden. 42Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.

43Und das ist doch klar: Wenn ein Hausherr wüsste, wann der Dieb in der Nacht kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass in sein Haus eingebrochen wird. 44So solltet auch ihr immer bereit sein, denn der Menschensohn wird dann kommen, wenn ihr es gerade nicht erwartet.“

Treu sein!

45„Wer ist denn der treue und kluge Diener, dem sein Herr aufgetragen hat, der ganzen Dienerschaft zur rechten Zeit das Essen zuzuteilen? 46Wenn nun sein Herr kommt und ihn bei dieser Arbeit findet – wie sehr darf sich dieser Diener freuen! 47Ich versichere euch: Sein Herr wird ihm die Verantwortung über seine ganze Habe übertragen. 48Wenn der Diener aber ein böser Mensch ist und denkt: ‚Mein Herr kommt noch lange nicht!‘ 49und anfängt, die anderen Diener zu schlagen, während er sich selbst üppige Mahlzeiten gönnt und sich gemeinsam mit anderen Trunkenbolden betrinkt, 50dann wird sein Herr an einem Tag zurückkommen, an dem er es nicht erwartet hat, und zu einer Stunde, die er nicht vermutet. 51Er wird diesen Diener hart bestrafen und ihn dorthin bringen lassen, wo die Heuchler sind. Da fängt dann das große Weinen und Zähneknirschen an.“

Wachsam sein!

251„In dieser Zeit wird es mit der Himmelsherrschaft wie mit zehn Brautjungfern sein, die ihre Fackeln1 nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. 2Fünf von ihnen handelten klug und fünf waren gedankenlos. 3Die Gedankenlosen nahmen zwar ihre Fackeln mit, aber keinen Ölvorrat. 4Die Klugen dagegen hatten neben ihren Fackeln auch Ölgefäße mit. 5Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. 6Um Mitternacht ertönte plötzlich der Ruf: ‚Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!‘ 7Da standen die Brautjungfern auf und richteten ihre Fackeln her. 8Die Gedankenlosen sagten zu den Klugen: ‚Gebt uns etwas von eurem Öl; unsere Fackeln gehen aus!‘ 9Doch diese entgegneten: ‚Das geht nicht! Unser Öl reicht unmöglich für alle. Geht doch zu einem Kaufmann und holt euch welches!‘ 10Während sie noch unterwegs waren, um Öl zu kaufen, kam der Bräutigam. Die fünf, die bereit waren, gingen mit in den Hochzeitssaal. Dann wurde die Tür verschlossen. 11Schließlich kamen die anderen Brautjungfern und riefen: ‚Herr, Herr, mach uns auf!‘ 12Doch der Bräutigam wies sie ab: ‚Euch muss ich sagen, ich kenne euch nicht.‘ “ 13– „Seid also wachsam!“, sagte Jesus, „denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde.“

Zuverlässig sein!

14„Es ist wie bei einem Mann, der vorhatte, ins Ausland zu reisen. Er rief seine Diener zusammen und vertraute ihnen sein Vermögen an, 15so wie es ihren Fähigkeiten entsprach. Einem gab er fünf Talente2, einem anderen zwei und noch einem anderen eins. Dann reiste er ab. 16Der Diener mit den fünf Talenten begann sofort, damit zu handeln, und konnte das Geld verdoppeln. 17Der mit den zwei Talenten machte es ebenso und verdoppelte die Summe. 18Der dritte aber ging damit weg, grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

19Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück und wollte mit ihnen abrechnen. 20Zuerst kam der, dem die fünf Talente anvertraut worden waren. Er brachte die anderen fünf Talente mit und sagte: ‚Herr, fünf Talente hast du mir gegeben. Hier sind weitere fünf, die ich dazugewonnen habe.‘ 21‚Hervorragend!‘, sagte sein Herr. ‚Du bist ein guter und treuer Mann! Du hast das Wenige zuverlässig verwaltet, ich will dir viel anvertrauen. Komm herein zu meinem Freudenfest!‘ 22Dann kam der, dem die zwei Talente anvertraut worden waren. Er brachte die anderen zwei Talente mit und sagte: ‚Herr, zwei Talente hast du mir gegeben. Hier sind weitere zwei, die ich dazugewonnen habe.‘ 23‚Hervorragend!‘, sagte sein Herr. ‚Du bist ein guter und treuer Mann! Du hast das Wenige zuverlässig verwaltet, ich will dir viel anvertrauen. Komm herein zu meinem Freudenfest!‘ 24Schließlich kam der, dem das eine Talent anvertraut worden war. ‚Herr‘, sagte er, ‚ich wusste, dass du ein strenger Mann bist. Du forderst Gewinn, wo du nichts angelegt hast, und erntest, wo du nicht gesät hast. 25Da hatte ich Angst und vergrub dein Talent in der Erde. Hier hast du das Deine zurück.‘ 26‚Du böser und fauler Mensch!‘, sagte sein Herr darauf. ‚Du wusstest also, dass ich Gewinn fordere, wo ich nichts angelegt, und ernte, wo ich nichts gesät habe. 27Warum hast du mein Geld dann nicht auf eine Bank gebracht? Dann hätte ich es wenigstens mit Zinsen zurückbekommen.‘ 28‚Nehmt ihm das Talent weg, und gebt es dem, der die fünf Talente erworben hat! 29Denn jedem, der einen Gewinn vorweisen kann, wird noch mehr gegeben werden, und er wird Überfluss haben. Aber von dem, der nichts gebracht hat, wird selbst das, was er hatte, weggenommen. 30Doch diesen nichtsnutzigen Sklaven werft in die Finsternis hinaus. Da fängt dann das große Weinen und Zähneknirschen an.‘ “

Das Gericht über die Völker

31„Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit mit allen Engeln gekommen ist, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. 32Alle Völker der Erde werden vor ihm zusammengebracht, und er wird sie in zwei Gruppen teilen, so wie ein Hirt…

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Footnotes

  1. 2Geschlecht (griechisch: genea) meint entweder Menschen, die in der gleichen Zeit geboren wurden (= Generation, Zeitgenossen) oder die durch gemeinsame Abstammung verbunden sind (= Sippe, Stamm, Volk). Hier meint es wohl den gottlosen Menschenschlag überhaupt.
  2. 4Die Handmühle bestand aus zwei runden Steinscheiben von 50 cm Durchmesser. Die leichtere Scheibe oben wurde mit einem Holzgriff um eine Achse gedreht, die im unteren Stein befestigt war.
  3. 1Fackeln. Stöcke, an deren oberem Ende in Öl getränkte Lappen (vielleicht in einer Schale) angebracht waren. Von Zeit zu Zeit mussten die Lappen neu mit Öl versorgt werden.
  4. 2Talent. Größte damalige Geldeinheit. 1 Talent = 6000 Denare = Arbeitslohn für 20 Jahre Arbeit. Fünf Talente entsprechen also einer Summe, für die ein Tagelöhner 100 Jahre arbeiten müsste.

Cross references

  1. 1Siehe Anmerkung zu Daniel 11,31