Lukas 23,13–49
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Das Urteil
13Pilatus ließ die Hohen Priester, die anderen Ratsmitglieder und das Volk zusammenrufen 14und erklärte ihnen: „Ihr habt diesen Mann vor mich gebracht und behauptet, er würde das Volk aufhetzen. Nun, ich habe ihn in eurem Beisein verhört und keine einzige von euren Anklagen bestätigt gefunden. 15Auch Herodes hat nichts herausgefunden, sonst hätte er ihn nicht zu uns zurückgeschickt. Ihr seht also: Der Mann hat nichts getan, wofür er den Tod verdient hätte. 16Darum werde ich ihn jetzt auspeitschen lassen und dann freigeben.“ 2 18Da ging ein Aufschrei durch die Menge: „Weg mit dem! Gib uns Barabbas frei!“ 19Barabbas war in einen Aufruhr in der Stadt verwickelt gewesen und hatte dabei einen Mord begangen. Deswegen saß er im Gefängnis. 20Pilatus wollte Jesus freilassen und redete der Menge zu. 21Aber sie schrien noch lauter: „Ans Kreuz mit ihm! Kreuzige ihn!“ 22Da machte Pilatus noch einen dritten Versuch. „Was hat er denn verbrochen?“, fragte er sie. „Ich habe keinen Grund für ein Todesurteil gefunden. Darum werde ich ihn auspeitschen lassen und anschließend freigeben.“ 23Doch sie setzten ihm mit lautem Geschrei zu und forderten mit aller Macht, dass Jesus gekreuzigt würde. Schließlich beugte sich Pilatus der schreienden Menge 24und entschied, dass ihre Forderung erfüllt werde. 25Den Mann, der wegen Aufruhr und Mord im Gefängnis saß, ließ er auf ihr Verlangen hin frei; Jesus dagegen opferte er ihrem Willen.
Die Kreuzigung
26Als sie ihn dann abführten, kam gerade ein gewisser Simon, der aus Zyrene stammte, vom Feld zurück. Den packten sie und luden ihm das Kreuz auf. Er musste es hinter Jesus hertragen. 27Eine große Menschenmenge folgte Jesus, darunter viele Frauen, die laut klagten und jammerten. 28Jesus drehte sich zu ihnen um und sagte: „Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich! Weint über euch selbst und über eure Kinder! 29Denn es kommt die Zeit, da wird man sagen: ‚Glücklich die Frauen, die keine Kinder bekommen können, der Schoß, der keines geboren, und die Brüste, die niemals ein Kind stillten!‘ 30Dann wird man zu den Bergen sagen: ‚Fallt auf uns herab!‘, und zu den Hügeln: ‚Begrabt uns unter euch!‘ 31Denn wenn man das schon dem grünen Baum antut, was wird dann erst dem vertrockneten geschehen?“
32Zusammen mit Jesus wurden auch zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt. 33Als sie an die Stelle kamen, die „Schädel“ genannt wird, kreuzigten sie ihn und die beiden Verbrecher, den einen rechts und den anderen links von ihm. 34Jesus sagte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Aber die Soldaten verlosten seine Kleidung unter sich. 35Das Volk stand da und sah zu. Ihre führenden Männer aber spotteten: „Anderen hat er geholfen, jetzt soll er sich selbst helfen, wenn er wirklich der Auserwählte ist, der von Gott gesandte Messias!“ 36Auch die Soldaten verspotteten ihn. Sie brachten ihm essigsauren Wein 37und sagten: „Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!“ 38Über ihm hatte man eine Tafel angebracht. Darauf stand: „Das hier ist der König der Juden.“
39Einer der beiden Verbrecher höhnte: „Bist du nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und uns!“ 40Doch der andere fuhr ihn an: „Hast du denn gar keinen Respekt vor Gott? Du bist genauso zum Tod verurteilt wie er, 41und du bist es mit Recht! Wir beide bekommen, was wir verdient haben, aber der da hat nichts Unrechtes getan.“ 42Dann sagte er: „Jesus, denk an mich, wenn deine Herrschaft beginnt!“ 43Jesus erwiderte ihm: „Ich versichere dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“
Der Tod
44Inzwischen war es Mittag geworden.4 Da legte sich bis zur Mitte des Nachmittags5 eine schwere Finsternis über das ganze Land. 45Die Sonne hatte ihren Schein verloren, der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei und 46Jesus schrie: „Vater, in deine Hände gebe ich meinen Geist.“ Mit diesen Worten starb er. 47Als der Hauptmann ihn so sterben sah, gab er Gott die Ehre und sagte: „Dieser Mann war wirklich ein Gerechter!“ 48Und die vielen Leute, die zu dem Schauspiel der Kreuzigung gekommen waren und alles miterlebt hatten, schlugen sich an die Brust und gingen betroffen nach Hause. 49Aber alle, die mit Jesus bekannt gewesen waren, standen weitab, darunter auch die Frauen, die ihm seit ‹der Zeit seines Wirkens in› Galiläa gefolgt waren. Sie hatten alles mit angesehen.
Fußnoten
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden