Jeremia 31–32
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- NIrV New International Reader’s Version (1998)
- NIV New International Version (2011)
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311„Dann“, spricht Jahwe, „werde ich wieder der Gott aller Stämme Israels sein, und sie sind dann mein Volk.“
2So spricht Jahwe:
„Das Volk, das dem Schwert entkam, fand Gnade in der Wüste. Israel kehrt in sein Land zurück und kommt dort zur Ruhe. 3Jahwe ist ihm von fern erschienen: ‚Ich hörte nie auf, dich zu lieben, ich habe dir Treue gehalten! 4Ich baue dich wieder auf, ja, du wirst aufgebaut, Israel, du junge Frau! Schmück dich mit deinen Tamburinen, geh hinaus zum Reigentanz! 5Du legst wieder Weinberge an im Bergland von Samaria. Und wer die Pflanzung anlegt, darf auch die Früchte genießen.‘ 6Denn es kommt der Tag, da rufen die Wächter auf den Bergen Efraïms: ‚Macht euch auf! Wir ziehen nach Zion hinauf zu Jahwe, unserem Gott!‘ “
7Denn so spricht Jahwe:
„Freut euch über die Nachkommen Jakobs, jubelt über das führende Volk! Verkündet, lobsingt und sagt: ‚Gerettet hat Jahwe sein Volk, alles, was von ihm noch übrig war!‘ 8Seht, ich bringe sie aus dem Norden herbei, ich sammle sie von den Enden der Erde. Selbst Blinde und Lahme sind unter ihnen, Schwangere und Wöchnerinnen. Eine große Versammlung kommt hierher zurück. 9Weinend kommen sie herbei. Während sie beten, führe ich sie. Ich bringe sie zu Bächen mit Wasser. Sie gehen auf einem gebahnten Weg, auf dem sie nicht fallen. Denn ich bin Israels Vater, und Efraïm ist mein erstgeborener Sohn.“
10Hört, ihr Völker, was Jahwe euch sagt, verkündigt es den fernen Inseln: „Der Israel zersprengte, wird es wieder sammeln, er wird es hüten wie ein Hirt seine Herde. 11Denn Jahwe wird Jakob erlösen, kauft ihn vom Stärkeren los. 12Dann kommen sie zum Zionsberg, jubeln auf der Höhe, freuen sich über die Gaben Jahwes, über Korn, Wein und Öl, über Schafe und Rinder. Sie werden wie ein bewässerter Garten sein, nichts wird ihnen mehr fehlen. 13Dann freut sich das Mädchen am Reigentanz, Jung und Alt sind fröhlich zusammen. Ich werde ihre Trauer in Jubel verwandeln, schenke ihnen Glück nach all ihrem Leid. 14Die Priester erfreue ich mit bestem Opferfleisch, und mein Volk mache ich mit guten Dingen satt.“
15So spricht Jahwe:
„In Rama1 hört man Totenklage und bitteres Weinen. Rahel2 weint um ihre Kinder. Sie lässt sich nicht trösten, denn ihre Kinder sind nicht mehr da.“
16So spricht Jahwe:
„Erspar deiner Stimme das Weinen und deinen Augen die Tränen! Denn es gibt einen Lohn für deine Mühe, spricht Jahwe: Sie kommen aus dem Land der Feinde heim. 17Du darfst auf eine Zukunft hoffen, spricht Jahwe. Deine Kinder kehren in die Heimat zurück.“
18Ich habe gehört, wie Efraïm klagt: „Du hast mich geschlagen, und es musste so sein, denn ich war wie ein junger störrischer Stier. Bring mich zurück, so kehre ich um, denn du bist Jahwe, mein Gott. 19Ja, nach meiner Umkehr packt mich die Reue, nachdem ich zur Erkenntnis komme, schlage ich mir an die Brust4. Ich schäme mich und bin auch beschämt, die Schuld meiner Jugend hat mich in Verruf gebracht.“
20„Ist Efraïm denn nicht mein Lieblingssohn, das Kind, an dem ich mich freue? Denn sooft ich ihm auch Vorwürfe mache, muss ich immer wieder an ihn denken. Deshalb schlägt mein Herz für ihn, ich muss mich über ihn erbarmen“, spricht Jahwe.
21„Stell dir Wegweiser auf, setze Meilensteine! Überleg, wie die Straße verlief, der Weg, den du gegangen bist! Israel, du junge Frau, kehr heim! Kehr heim in diese deine Städte! 22Wie lange noch willst du dich sträuben, du widerspenstige Tochter? Denn etwas Neues erschafft Jahwe im Land: Die Frau wird ihrem Mann zugetan sein.“
23So spricht Jahwe, der allmächtige Gott Israels: „Wenn ich das Schicksal meines Volkes wende, wird es im Land Juda und in seinen Städten wieder heißen: ‚Jahwe segne dich, du Weide der Gerechtigkeit, du heiliger Berg!‘ 24Dann werden die Städte Judas wieder bevölkert sein. Es wird wieder Bauern geben, und Herden durchziehen das Land. 25Ja, ich gebe dem Erschöpften zu trinken und dem Verhungernden zu essen.“
26Darüber wachte ich auf und sah mich um. Ich hatte wunderbar geschlafen.
27„Seht, es kommt eine Zeit“, spricht Jahwe, „da säe ich über Israel und Juda eine Saat von Menschen und Vieh. 28Und so, wie ich darüber gewacht habe, sie auszureißen, einzureißen, abzureißen, zu vernichten und zu verheeren, werde ich nun darüber wachen, sie zu bauen und zu pflanzen“, spricht Jahwe. 29Dann sagen sie auch nicht mehr: „Die Väter aßen saure Trauben, und den Söhnen wurden die Zähne stumpf.“ 30Nein, jeder stirbt nur wegen seiner eigenen Schuld. Nur wer die sauren Trauben isst, wird stumpfe Zähne bekommen.
Der neue Bund
31„Passt auf! Die Zeit wird kommen“, spricht Jahwe, „da schließe ich einen neuen Bund mit Israel und Juda. 32Er ist nicht mit dem zu vergleichen, den ich damals mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm und aus Ägypten herausführte. Diesen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich doch ihr Herr war“, spricht Jahwe. 33„Der neue Bund, den ich dann mit dem Volk Israel schließen werde, wird ganz anders sein“, spricht Jahwe. „Ich schreibe mein Gesetz in ihr Herz, ich lege es tief in sie hinein. So werde ich ihr Gott sein und sie mein Volk. 34Dann muss keiner mehr den anderen belehren, niemand muss seinem Bruder sagen: ‚Erkenne doch Jahwe!‘ Denn alle werden mich erkennen, vom Geringsten bis zum Größten“, spricht Jahwe. „Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nie mehr denken.“
35So spricht Jahwe, der die Sonne zum Licht für den Tag bestimmte und die Gesetze von Mond und Sternen zum Licht für die Nacht, der das Meer aufwühlt, dass seine Wogen dröhnen. Er heißt Jahwe, der Allmächtige. 36„Wenn diese Gesetze ihre Gültigkeit verlieren sollten“, spricht Jahwe, „dann wird auch die Nachkommenschaft Israels nicht mehr mein Volk sein.“
37So spricht Jahwe: „Wenn man den Himmel ausmessen könnte und die Fundamente der Erde ergründen, dann könnte ich auch die Nachkommenschaft Israels verstoßen – wegen allem, was sie getan haben“, spricht Jahwe.
Jerusalem wird wieder gebaut
38„Passt auf! Es kommt die Zeit“, spricht Jahwe, „da wird diese Stadt für Jahwe wieder aufgebaut, vom Hananel-Turm bis zum Ecktor6. 39Und die Messschnur führt geradeaus weiter über den Gareb-Hügel und biegt dann nach Goa7 ab. 40Und das ganze Tal, in das man die Altarasche und das Aas hinausschafft, und alle Terrassen bis zum Kidronbach und zum Rosstor im Osten werden für Jahwe heilig sein. Nie mehr wird das alles niedergerissen, und nie wird es zerstört.“
Jeremia kauft ein Stück Land
321Im 10. Regierungsjahr des Königs Zidkija von Juda – es war das 18. Jahr Nebukadnezzars – kam das Wort Jahwes zu Jeremia. 2Jerusalem wurde damals vom Heer des babylonischen Königs belagert, und der Prophet Jeremia wurde im Wachthof beim Königspalast gefangen gehalten. 3König Zidkija hatte ihn verhaften lassen, weil er geweissagt hatte: „So spricht Jahwe: ‚Passt auf! Ich lasse diese Stadt in die Hände des Königs von Babylon fallen. Er wird sie erobern. 4Auch König Zidkija wird der Gewalt der Chaldäer nicht entkommen, sondern ganz bestimmt dem König von Babylon in die Hände fallen. Er wird ihm Auge in Auge gegenüberstehen und von Mund zu Mund mit ihm sprechen. 5Nebukadnezzar wird ihn dann nach Babylon bringen, und dort wird er bleiben, bis ich ihn heimsuche‘, spricht Jahwe. ‚Euer Kampf gegen die Chaldäer wird vergeblich sein.‘ “
6Jeremia berichtet: Das Wort Jahwes kam zu mir: 7„Pass auf! Hanamel, der Sohn deines Onkels Schallum, wird zu dir kommen und sagen: ‚Kauf meinen Acker in Anatot, denn du hast als nächster Verwandter das Vorkaufsrecht.‘ “ 8Wie Jahwe es angekündigt hatte, kam Hanamel zu mir in den Wachthof und sagte: „Kauf mir doch meinen Acker in Anatot im Gebiet von Benjamin ab! Denn du hast das Erb- und Vorkaufsrecht. Bitte kauf ihn!“ Da begriff ich, dass es ein Befehl Jahwes war, 9und kaufte Hanamel den Acker in Anatot für 17 ‹Schekel› Silber ab. 10Ich unterschrieb den Kaufvertrag mit den Zeugen, die ich hergebeten hatte, versiegelte das Original und wog das Silber auf der Waage ab. 11Den Kaufvertrag mit seinen Festlegungen und Bestimmungen, und zwar das versiegelte Original und die offene Abschrift, 12gab ich Baruch Ben-Nerija, dem Enkel von Machseja. Das geschah in Gegenwart meines Cousins Hanamel, der Zeugen, die den Kaufvertrag unterschrieben hatten, und der anderen Judäer, die sich im Wachthof aufhielten. 13Dann befahl ich Baruch vor ihnen allen: 14„So spricht Jahwe, der allmächtige Gott Israels: ‚Nimm diese Urkunden, das versiegelte Original und die offene Abschrift, und bewahre sie in einem Tonkrug auf, damit sie lange erhalten bleiben. 15Denn so spricht Jahwe, der allmächtige Gott Israels: Man wird in diesem Land wieder Häuser, Felder und Weinberge kaufen.‘ “
16Nachdem ich Baruch Ben-Nerija den Kaufvertrag gegeben hatte, betete ich zu Jahwe: 17„Ach, mein Herr, Jahwe, du hast Himmel und Erde durch deine gewaltige Macht und deine große Kraft geschaffen. Dir ist nichts unmöglich. 18Tausenden von Generationen erweist du deine Gnade, und die Schuld der Väter zahlst du ihren Kindern heim, du großer und starker Gott, dessen Name ‚Jahwe, der Allmächtige‘ ist. 19Großartig ist dein Rat und gewaltig deine Tat! Du achtest genau auf das, was die Menschen tun, um jedem zu geben, was sein Tun und Lassen verdient. 20Schon in Ägypten und bis heute hast du Zeichen und Wunder getan an Israel und auch an anderen Menschen. So hast du dir bis heute einen Namen gemacht. 21Du hast dein Volk Israel mit starker Hand aus Ägypten herausgeführt mit Zeichen und Wundern, mit ausgestrecktem Arm und gewaltigen Schreckenstaten 22und hast ihnen dieses Land gegeben, wie du es ihren Vätern unter Eid zugesagt hast, ein Land, das von Milch und Honig überfließt. 23Sie kamen hinein und nahmen es in Besitz. Doch dann hörten sie nicht mehr auf dich und lebten nicht mehr nach deiner Weisung. Sie taten nichts von dem, was du ihnen befohlen hattest. Da hast du nun dieses Unheil über sie hereinbrechen lassen. 24Die Angriffsrampen reichen schon bis an die Stadt. Die Eroberung ist vorbereitet. Durch Schwert,…
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Fußnoten
- 1Die Stadt Rama wurde dem Stamm Benjamin zugeteilt und lag 8 km nördlich von Jerusalem.
- 2Rahel war die Großmutter von Efraïm und Manasse, den Stammvätern der wichtigsten Stämme des Nordreiches Israel.
- 4… an die Brust. Wörtlich: … an die Oberschenkel oder Lenden. Im Orient offenbar ein Zeichen von Kummer und Trauer.
- 6Hananel-Turm … Ecktor. Das waren der östliche und der westliche Endpunkt der Nordmauer.
- 7Gareb und Goa lagen wahrscheinlich in Westjerusalem.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden