Logos Bible Study

Jeremia 21–52

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21–39: Rebellische Führer – Gottes Gericht

Empfehlung an Zedekija (21–24)

Auskunft für den König

211Wort Jahwes, das zu Jeremia kam, als König Zidkija Paschhur Ben-Malkija und den Priester Zefanja Ben-Maaseja zu ihm schickte und ihm sagen ließ: 2„König Nebukadnezzar von Babylon führt Krieg gegen uns. Frag doch Jahwe, was geschehen wird, ob er vielleicht wie früher ein Wunder für uns tut, sodass Nebukadnezzar abziehen muss.“ 3Da sagte Jeremia zu den Männern: „Gebt dem König folgenden Bescheid: 4‚So spricht Jahwe, Israels Gott: Passt auf! Noch kämpft ihr außerhalb der Mauern gegen den König von Babylon und die Chaldäer1, die euch belagern. Ich werde euch zum Rückzug zwingen, sodass ihr eure Waffen ins Innere der Stadt holen müsst. 5Ich selbst kämpfe gegen euch mit starker Hand und mächtigem Arm, mit Zorn und Grimm und großer Wut. 6Ich werde alles sterben lassen, was in dieser Stadt lebt, Menschen und Vieh. An einer schweren Seuche werden sie zugrunde gehen. 7Und danach, spricht Jahwe, werde ich König Zidkija von Juda und seine hohen Beamten und alles Volk in dieser Stadt, das von Hunger, Schwert und Pest noch verschont wurde, ihren Todfeinden ausliefern. Nebukadnezzar wird euch alle mit dem Schwert umbringen lassen, schonungslos, ohne Mitleid und Erbarmen.‘ “

8Dem Volk aber musste Jeremia ausrichten: „So spricht Jahwe: ‚Ihr habt die Wahl zwischen Leben und Tod. 9Wer in dieser Stadt bleibt, wird durch den Krieg, durch Hunger oder Pest sterben. Wer aber die Stadt verlässt und zu den Chaldäern überläuft, kommt mit dem Leben davon. 10Denn ich bin fest entschlossen, Unglück über die Stadt zu bringen und ihr nicht zu helfen‘, spricht Jahwe. ‚Sie wird dem König von Babylon in die Hände fallen, und der wird sie in Schutt und Asche legen.‘ “

Die Botschaft an die Regierung

11An das Königshaus von Juda: „Hört das Wort Jahwes, 12ihr Nachkommen Davids! So spricht Jahwe: ‚Haltet jeden Morgen gerechtes Gericht! Befreit den Beraubten von seinem Bedrücker! Sonst kommt wie ein Feuer mein Zorn über euch, unlöschbar wegen der Bosheit eures Tuns! 13Passt auf! Ich komme über euch, die ihr dort unten auf dem Felsen2 thront!‘, Das ist der Ausspruch Jahwes. ‚Meint ihr, niemand kommt zu euch herab und dringt in eure Bauten ein? 14Ich ziehe euch zur Rechenschaft für alle eure Taten‘, spricht Jahwe. ‚Ich lege Feuer in eure Paläste3, das ringsum alles verzehrt.‘ “

Gegen die Könige

221Jahwe sagte zu mir: „Geh hinunter in den Palast des Königs von Juda und rufe diese Botschaft aus: 2‚Höre, was Jahwe dir zu sagen hat, König von Juda, der auf dem Thron Davids sitzt. Höre es mitsamt deinen Dienern und dem Volk, das durch diese Tore kommt! 3So spricht Jahwe: Sorgt für Recht und Gerechtigkeit, befreit die Beraubten aus der Gewalt ihrer Unterdrücker! Bedrängt weder Fremde noch Waisen und Witwen, und misshandelt sie nicht! Vergießt hier kein unschuldiges Blut! 4Nur wenn ihr euch wirklich daran haltet, werden auch weiterhin Könige durch diese Tore einziehen, Könige, die auf dem Thron Davids sitzen; mit Pferd und Wagen werden sie fahren, sie und ihre Diener und das Volk. 5Wenn ihr aber nicht auf diese Worte hört, dann schwöre ich bei mir selbst: Dieser Palast wird zu einem Trümmerhaufen werden!‘ “

6Denn so spricht Jahwe über den Palast der Könige von Juda: „Du warst schön wie Gilead und wie der Gipfel des Libanon. Trotzdem mache ich eine Wüste aus dir, einen unbewohnten Ort. 7Ich schicke dir eine Abrisskolonne mit ihren Werkzeugen. Die werden deine herrlichen Zedernstämme herausbrechen und ins Feuer werfen. 8Menschen aus vielen Ländern werden dann hier vorüberziehen und sich fragen: ‚Warum hat Jahwe dieser großen Stadt das angetan?‘ 9Dann wird man ihnen antworten: ‚Weil sie den Bund mit Jahwe, ihrem Gott, gebrochen haben. Sie haben sich vor anderen Göttern niedergeworfen und sie verehrt.‘ “

Trauer um Schallum

10Weint nicht um den Toten, trauert nicht um ihn. Weint vielmehr über den, der fortziehen muss, denn er wird seine Heimat nie wiedersehen. 11Denn so spricht Jahwe über Schallum Ben-Joschija, den König von Juda, der seinem Vater auf dem Thron folgte und die Stadt verlassen musste: „Er wird niemals wieder hierher zurückkehren! 12Er wird dort sterben, wohin man ihn verschleppt hat. Dieses Land wird er nie wiedersehen!“

Gegen König Jojakim

13Wehe dem, der seinen Palast mit unrechten Mitteln erbaut, der ihn aufstockt mit Unrecht, der die Leute umsonst arbeiten lässt, sie nicht entlohnt, 14der sagt: „Ich baue mir einen Riesenpalast mit geräumigen Zimmern im Obergeschoss!“ Er setzt ihm hohe Fenster ein, täfelt ihn mit Zedernholz und streicht ihn mit roter Farbe an.

15Bist du dadurch König, dass du wetteifern kannst mit Prachtbauten aus Zedernholz? Hat dein Vater nicht auch gut gegessen und getrunken und trotzdem für Recht und Gerechtigkeit gesorgt? Ging es ihm damals nicht gut? 16Den Unterdrückten und Armen verhalf er zum Recht. Deshalb stand es gut! „Sieht man nicht gerade daran, ob jemand mich kennt?“, spricht Jahwe. 17Aber du hast nichts anderes im Sinn als deinen eigenen Vorteil. Dafür vergießt du das Blut unschuldiger Menschen, wendest Erpressung an und gebrauchst Gewalt. 18Darum spricht Jahwe über König Jojakim Ben-Joschija von Juda: „Für ihn wird es keine Totenklage geben: ‚Ach, Bruder, ach, Schwester!‘ Niemand wird um ihn klagen: ‚Ach, unser König, ach, seine Majestät!‘ 19Man wird ihn wie einen toten Esel verscharren; man schleift ihn fort und wirft ihn weit draußen vor den Toren Jerusalems hin.“

20„Ersteig den Libanon und schreie! Lass deine Stimme auf dem Baschan erschallen und rufe vom Gebirge Abarim4 herab, dass all deine Liebhaber zerschmettert sind. 21Als es dir noch gut ging, sprach ich dich an. Aber du sagtest: ‚Lass mich in Ruhe!‘ Das war schon immer deine Art, nie hörtest du auf mich! 22Der Wind wird deine Hirten weiden, und deine Liebhaber werden verbannt. Schmach und Schande wirst du ernten wegen all deiner Bosheit. 23Noch thronst du wie auf dem Libanon, wohnst in Palästen aus Zedern. Wie erbärmlich wirst du sein, wenn die Schmerzen über dich kommen wie die Wehen über die Frau!“

Gegen König Jojachin

24„So wahr ich lebe“, spricht Jahwe, „selbst wenn du ein Siegelring an meiner rechten Hand wärst, Konja Ben-Jojakim, König von Juda, würde ich dich doch von dort wegreißen. 25Ich werde dich deinen Todfeinden ausliefern, vor denen du Angst hast, und zwar den Chaldäern und ihrem König Nebukadnezzar von Babylon. 26Dich und deine Mutter werde ich in ein fremdes Land schleudern, aus dem keiner von euch beiden stammt. Dort werdet ihr sterben. 27Eure Heimat werdet ihr nie wiedersehen, so sehr ihr euch auch danach sehnt.“

28Ist dieser Konja denn ein zerbrochener Krug, ein Ding, das keinem gefällt? Warum werden er und seine Kinder in ein Land fortgeschleudert, das keiner von ihnen kennt? 29O Land, Land, Land! Höre das Wort Jahwes! 30So spricht Jahwe: „Halte diesen Mann als kinderlos in der Chronik fest, als einen, der sein Leben lang nur Misserfolg hat. Denn keinem seiner Nachkommen wird es gelingen, auf dem Thron Davids zu sitzen und Juda zu regieren.“

Ein König, der Gott gefällt

231„Wehe den Hirten, die meine Schafe auf der Weide zugrunde richten und sie zerstreuen!“, spricht Jahwe. 2„Darum sage ich, Jahwe, der Gott Israels, über die Hirten meines Volkes: ‚Ihr habt meine Schafe auseinandergetrieben, ihr habt sie zerstreut, ihr habt euch nicht um sie gekümmert! Jetzt ziehe ich euch für die Bosheit eurer Taten zur Rechenschaft!‘, spricht Jahwe. 3‚Ich selbst werde den Rest meiner Schafe aus allen Ländern zusammenholen, in die ich sie versprengt habe. Ich bringe sie auf ihre Weideplätze zurück. Dort werden sie gedeihen und sich vermehren. 4Ich werde ihnen Hirten geben, die wirklich für sie sorgen. Sie sollen keine Angst mehr haben, nicht mehr erschrecken und verloren gehen‘ “, spricht Jahwe.

5„Seht, es kommt der Tag“, spricht Jahwe, „da werde ich einen Nachkommen Davids zum König machen, der weise und gerecht regieren wird und der im Land für Recht und Gerechtigkeit sorgt. 6Dann wird Juda gerettet werden und Israel in Sicherheit leben. ‚Jahwe, unsere Gerechtigkeit‘ wird man ihn nennen. 7Seht, es kommen Tage“, spricht Jahwe, „da wird man nicht mehr sagen: ‚So wahr Jahwe lebt, der Israel aus Ägypten herausgeführt hat‘, 8sondern: ‚So wahr Jahwe lebt, der die Israeliten aus dem Land im Norden herausgeführt hat und aus allen anderen Ländern, in die er sie vertrieben hatte.‘ Dann werden sie wieder in ihrem eigenen Land wohnen.“

Gegen die falschen Propheten

9Über die Propheten:

Es bricht mir das Herz, ich zittere am ganzen Leib vor Jahwe und seinen heiligen Worten. Ich bin wie ein Betrunkener, wie ein Mann, der vom Wein benommen ist. 10Das Land ist voll von Ehebrechern, und wegen des Fluchs vertrocknet der Boden, sind die Weideplätze der Steppe verdorrt. Alle haben nur Böses im Sinn, ihre Stärke liegt im Unrechttun. 11„Selbst Propheten und Priester sind gemein. Ihre Bosheit fand ich sogar in meinem Haus“, Ausspruch Jahwes. 12„Doch die Wege, die sie gehen, werden glatt und schlüpfrig sein; sie stürzen in der Dunkelheit und kommen alle zu Fall. Denn ich bringe Unheil über sie; das Jahr der Abrechnung kommt“, spricht Jahwe.

13„Was ich bei den Propheten Samarias gesehen habe, war schon abscheulich genug: Sie weissagten im Namen des Baal und haben mein Volk Israel in die Irre geführt. 14Aber bei den Propheten Jerusalems habe ich Schauderhaftes gesehen: Sie begehen Ehebruch und leben in der Lüge! Und dann bestärken sie die Gottlosen noch in ihrem Treiben, sodass niemand daran denkt, sein Leben zu ändern. Sie alle sind wie Sodomiter für mich und ihre Bewohner wie die von Gomorra.“ 15Darum spricht Jahwe, der Allmächtige, über die Propheten: „Passt auf! Ich werde ihnen Bitteres zu essen geben und Giftwasser zu trinken, denn die Propheten Jerusalems verbreiten die Gottlosigkeit im ganzen Land.“

16So spricht Jahwe, der Allmächtige: „Hört nicht auf die Worte dieser Propheten. Ihr Weissagen täuscht und die Vision…

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Footnotes

  1. 1Chaldäer. Ursprünglich Bewohner von Süd-Babylonien, später wurden alle Babylonier Chaldäer genannt.
  2. 2auf dem Felsen. Der Königspalast war unterhalb des Tempels auf einem Felsen gebaut.
  3. 3eure Paläste. Wörtlich: in ihren Wald. Gemeint sind die Zedernsäulen und –balken der Paläste.
  4. 4Libanon – Baschan – Abarim sind Bergregionen; die erste ganz im Norden Israels, die zweite östlich vom See Gennesaret und die dritte südöstlich vom Toten Meer.