Logos Bible Study

Hohelied 5,1–7,1

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1Ich komme in meinen Garten, meine Schwester, meine Braut. Ich pflücke meine Myrrhe samt meinem Balsam, ich esse meine Wabe samt meinem Honig, ich trinke meinen Wein samt meiner Milch. „Esst, meine Freunde, und trinkt und berauscht euch an der Liebe!“1

5–8: Die Ehe

Erste große Unstimmigkeit (5–6)

2Ich schlief, aber mein Herz war wach. Horch, mein Geliebter klopft:

„Öffne mir, meine Schwester, meine Freundin, meine Taube, meine Vollkommene! Mein Kopf ist voller Tau, meine Locken voll von den Tropfen der Nacht.“

3„Ich habe mein Kleid doch schon ausgezogen und müsste es wegen dir wieder anziehen. Ich habe meine Füße gewaschen und müsste sie wieder beschmutzen.“

4Mein Geliebter streckte die Hand durch die Luke, da bebte mein Inneres ihm entgegen. 5Ich stand auf, um meinem Liebsten zu öffnen, da troffen meine Hände von Myrrhe durch die Griffe des Riegels, meine Finger von flüssiger Myrrhe. 6Ich öffnete meinem Geliebten, doch er war weggegangen, mein Geliebter war fort. Entsetzen packte mich: Er ist fort! Ich suchte und konnte ihn nicht finden, ich rief ihn, doch er antwortete nicht. 7Es fanden mich die Wächter bei ihrem Rundgang durch die Stadt. Sie schlugen und verwundeten mich. Die Wächter auf den Mauern nahmen mir meinen Überwurf weg.

8Ich beschwöre euch, ihr Töchter von Jerusalem: Wenn ihr meinen Liebsten findet, was sollt ihr ihm sagen? Dass ich krank bin vor Liebe.

9Was hat dein Geliebter einem anderen voraus, du schönste unter den Frauen? Was hat dein Geliebter einem anderen voraus, dass du uns so beschwörst?

10Mein Geliebter ist rötlich und licht, unter Zehntausenden ragt er hervor. 11Sein Haupt ist feines, gediegenes Gold, seine Locken Dattelrispen, rabenschwarz. 12Seine Augen sind wie Tauben am Bach, gebadet in Milch, wie Juwelen eingefasst. 13Seine Wangen sind Beete voll Balsamkraut, in denen Gewürzkräuter sprießen. Seine Lippen sind Lilien, feucht von flüssiger Myrrhe. 14Seine Arme sind goldene Rollen, mit Topas besetzt, sein Leib ein Block von Elfenbein, bedeckt mit Saphiren. 15Seine Schenkel Marmorpfeiler auf Sockeln von gediegenem Gold. Sein Anblick gleicht dem Libanon, stattlich wie mächtige Zedern. 16Sein Gaumen ist voll Süße, alles an ihm ist begehrenswert. Das ist mein Geliebter, das ist mein Freund, ihr Töchter von Jerusalem.

61„Wohin ist dein Geliebter gegangen, du schönste unter den Frauen? Wohin hat dein Geliebter sich gewandt? Wir suchen ihn mit dir.“ 2„Mein Geliebter stieg in seinen Garten hinab, zu den Beeten mit Balsam, auf die Weide in den Gärten, um Lilien zu pflücken. 3Ich gehöre meinem Geliebten und mein Geliebter gehört mir, der unter den Lilien weidet.“

Wiedervereinigung (6–8)

4Schön wie Tirza1 bist du, meine Freundin, anmutig wie Jerusalem, schrecklich wie die Banner im Krieg. 5Wende deine Augen von mir ab, denn sie haben mich verwirrt. Dein Haar ist eine Herde schwarzer Ziegen, die herunterspringen vom Gebirge Gilead. 6Deine Zähne sind weiß wie eine Herde geschorener Schafe, die gerade aus der Schwemme steigt. Sie alle werfen Zwillinge, keins hat einen Fehlwurf gehabt. 7Wie eine Granatapfelscheibe schimmert deine Schläfe hinter dem Schleier hervor.

8Sechzig Königinnen sind es, achtzig Nebenfrauen; und junge Mädchen ohne Zahl. 9Nur eine ist mein makelloses Täubchen. Die Einzige war sie für ihre Mutter, das Liebste für die, die sie geboren hat. Würden die Töchter sie sehen, sie priesen sie glücklich, die Königinnen und Nebenfrauen, sie rühmten sie. 10Wer glänzt da hervor wie das Morgenrot, schön wie der Mond, klar wie die Sonne, schrecklich wie die Banner im Krieg?

11Ich stieg in den Nussgarten hinab, um nach den Trieben der Dattelpalme zu sehen. Ich wollte die Knospen am Weinstock betrachten und die ersten Blüten am Granatapfelbaum. 12Da setzte mich mein Verlangen – ich wusste nicht wie – auf die Streitwagen meines ehrsamen Volkes.

71Dreh dich, dreh dich, Schulammit! Dreh dich im Kreis, dass wir dich anschauen können! Was bewundert ihr denn an Schulammit, wenn sie so zwischen den Reihen tanzt?

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Footnotes

  1. 1Der Satz drückt offenbar den Segen Gottes aus, der die geschlechtliche Liebe zwischen dem Ehemann und seiner Frau bestätigt.
  2. 1Tirza lag 11 km nordöstlich von Sichem und war für seine Schönheit und seine Gärten bekannt. Die ersten fünf Jahrzehnte nach Salomos Tod und der Reichsteilung war Tirza die Hauptstadt des Nordreiches Israel.