Hiob 33
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Drei Antworten auf drei Gesprächsrunden (33–35)
Elihus erste Rede: Aufruf an Hiob
331„So hör auf meine Rede, Hiob, nimm meine Worte zu Ohren. 2Sieh doch, ich habe meinen Mund geöffnet, die Worte liegen mir auf der Zunge. 3Ich rede mit aufrichtigem Herzen, meine Lippen bringen klares Wissen vor. 4Gottes Geist hat mich gemacht, der Hauch des Allmächtigen belebt mich. 5Wenn du kannst, so antworte mir, leg es mir vor und stelle dich! 6Schau, vor Gott bin ich wie du, aus Ton geknetet bin auch ich. 7Furcht vor mir muss dich nicht schrecken, ich setze dich nicht unter Druck.“
Zurückweisung der Worte Hiobs
8„Du sagtest doch vor meinen Ohren, und den Laut deiner Worte höre ich noch: 9‚Ich bin rein, ohne Vergehen, makellos und frei von Schuld. 10Doch er fand eine Sache gegen mich, er hält mich für seinen Feind. 11Er legt meine Füße in den Block, überwacht jeden meiner Wege.‘ 12Da liegst du falsch, entgegne ich dir, denn Gott ist mehr als ein Mensch. 13Was haderst du mit ihm? Er gibt keine Antwort über sein Tun.“
Gott redet auf zwei Arten mit uns
14„Doch in einer Weise redet Gott, auch in zweien, und man merkt es nicht. 15Im Traum, im Nachtgesicht, wenn Schlaf die Menschen überfällt, im Schlummer auf dem Lager. 16Dann öffnet er dem Menschen das Ohr und bestätigt die Warnung für ihn, 17um ihn abzubringen von seinem Tun, den Hochmut auszutreiben vom Mann. 18Er will ihn vor dem Grab bewahren, sein Leben vom Lauf in den Tod.
19Er wird gemahnt durch Schmerz auf dem Lager, den er in allen seinen Gliedern fühlt. 20Dann ist ihm selbst das Essen zuwider, die Lieblingsspeise mag er nicht mehr. 21Er magert ab bis auf die Knochen; sie stehen vor, wo man sie früher nicht sah. 22Sein Leben nähert sich dem Grab, seine Seele den Mächten des Todes. 23Ist dann ein Engel für ihn da, ein Mittler, einer von tausend, der dem Menschen das für ihn Richtige erklärt, 24so ist er ihm gnädig und spricht: ‚Lass ihn nicht ins Grab hinuntergehen, ich fand das Lösegeld für ihn.‘ 25Dann wird sein Körper wieder frisch und stark, er kehrt in die Zeit seiner Jugend zurück. 26Dann fleht er zu Gott, und dieser nimmt ihn gnädig an; er darf sein Angesicht mit Jubel schauen, und dieser gibt dem Menschen seine Gerechtigkeit wieder. 27Er wird vor den Leuten singen und sagen: ‚Ich hatte gesündigt und das Recht verdreht, und er hat es mir nicht vergolten. 28Er hat mich erlöst vor dem Abstieg ins Grab, und mein Leben schaut das Licht.‘ 29Ja, das alles tut Gott zwei- und dreimal mit dem Mann, 30um sein Leben vom Grab abzuwenden, dass das Licht des Lebens ihm leuchte.
31Gib Acht, Hiob! Hör mir zu! Sei still, jetzt rede ich! 32Doch hast du etwas zu sagen, dann antworte mir! Sprich, denn gerne gäb ich dir recht! 33Wenn aber nicht, dann hör du mir zu; sei still, und ich zeige dir, was Weisheit ist!“
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden