Haggai 1–2
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1: Der vollmächtige Aufruf
Der Ruf zur Besinnung
11Am 1. September1 im zweiten Regierungsjahr des Königs Darius empfing der Prophet Haggai eine Botschaft für Serubbabel Ben-Schealtiël3, den Statthalter von Juda, und für Jeschua Ben-Jozadak4, den Hohen Priester: 2„So spricht Jahwe, der allmächtige Gott5: ‚Dieses Volk behauptet, die Zeit sei noch nicht reif, das Haus Jahwes zu bauen.‘ “ 3Dann empfing der Prophet ein weiteres Wort Jahwes: 4„Für euch ist es offenbar nicht zu früh, in getäfelten Häusern6 zu wohnen, während mein Haus noch in Trümmern liegt! 5Nun sagt euch Jahwe, der allmächtige Gott: ‚Überlegt doch einmal, was mit euch passiert! 6Ihr habt reichlich gesät, aber nur wenig geerntet; ihr esst, werdet aber nicht satt; ihr trinkt und bekommt doch keinen Rausch; ihr zieht euch an und werdet doch nicht warm; und wer etwas verdienen kann, dem zerrinnt es zwischen den Fingern.‘ 7Darum sagt Jahwe, der allmächtige Gott: ‚Nehmt endlich zu Herzen, was mit euch passiert! 8Geht ins Gebirge und schafft Holz herbei und baut den Tempel wieder auf! Daran werde ich mich freuen und damit werde ich geehrt!‘, spricht Jahwe. 9‚Ihr habt viel erhofft und wenig erreicht, und was ihr heimbrachtet, blies ich euch aus der Hand. Und weshalb das alles?‘, sagt Jahwe, der allmächtige Gott. ‚Weil mein Haus in Trümmern liegt und jeder von euch nur für sein eigenes Haus rennt. 10Darum hat der Himmel euch den Tau versagt und die Erde ihren Ertrag. 11Und ich habe diese Dürre ins Land gerufen, eine Dürre über die Berge und über das Korn, über den Wein und das Öl und alles, was die Erde euch bringt; eine Dürre über Menschen und Vieh und alles, was ihr mit euren Händen erschafft.‘ “
Der neue Anfang
12Serubbabel Ben-Schealtiël und der Hohe Priester Jeschua Ben-Jozadak und das ganze restliche Volk hörten auf das, was Jahwe, ihr Gott, ihnen sagen ließ. Sie hörten auf die Worte des Propheten Haggai, denn sie erkannten, dass Jahwe, ihr Gott, ihn geschickt hatte. Das Volk war erschrocken und fürchtete sich vor Jahwe. 13Da sagte Haggai, der Bote Jahwes, in Gottes Auftrag zu ihnen: „Ich stehe euch bei! Ich, Jahwe, sage es.“ 14So machte Jahwe Serubbabel, den Statthalter von Juda, und den Hohen Priester Jeschua und das ganze restliche Volk bereit, das Haus Jahwes, des allmächtigen Gottes, ihres Gottes, wieder aufzubauen. 15Das war am 24. September im selben Jahr7.
2: Der neue Segen
Der neue Tempel
21Am 21. Oktober1 empfing der Prophet Haggai die folgende Botschaft Jahwes: 2„Sprich zu Serubbabel Ben-Schealtiël, dem Statthalter von Juda, und zu Jeschua Ben-Jozadak, dem Hohen Priester, und zu dem ganzen restlichen Volk: 3‚Wer von euch hat diesen Tempel noch in seiner früheren Pracht gesehen? Und was seht ihr jetzt? Erscheint euch das nicht wie ein Nichts? 4Aber Jahwe sagt dir, Serubbabel: Fasse Mut! Und auch du, Jeschua Ben-Jozadak, du Hoher Priester: Fasse Mut! Und ihr Leute von Juda: Fasst Mut und geht ans Werk! Ich stehe euch bei! Das sage ich, Jahwe, der allmächtige Gott. 5Der Bund, den ich mit euch schloss, als ihr aus Ägypten gezogen seid, bleibt bestehen! Und auch mein Geist bleibt bei euch! Habt also keine Angst! 6Denn so spricht Jahwe, der allmächtige Gott: Noch einmal – es dauert nicht mehr lange –, dann werde ich Himmel und Erde, Land und Meer erschüttern 7und alle Völker erzittern lassen. Dann wird das Begehrenswerte aller Nationen hierher kommen und dieses Haus mit Herrlichkeit füllen. Das sagt Jahwe, der Allmächtige! 8Denn mir gehört alles Silber und Gold, sagt Jahwe, der Allmächtige. 9Dieser neue Tempel wird viel herrlicher sein als der alte, spricht Jahwe, der Allmächtige. Und hier, an diesem Ort schenke ich Frieden und Heil. Das sage ich, Jahwe, der Allmächtige, euch zu.‘ “
Der neue Segen
10Am 24. Dezember desselben Jahres4 empfing der Prophet Haggai folgende Botschaft Jahwes: 11„So spricht Jahwe, der allmächtige Gott: ‚Bitte doch die Priester um eine Weisung. Frage sie: 12Wenn jemand Fleisch, das mir geweiht wurde, in seinem Gewandzipfel trägt und er berührt mit diesem Zipfel ein Stück Brot oder etwas Gekochtes oder Wein, Öl oder irgendein Nahrungsmittel – wird das dann ebenfalls heilig?‘ “ Haggai legte den Priestern die Frage vor und bekam die Antwort: „Nein.“ 13Dann fragte er sie: „Wenn aber jemand durch die Berührung eines Leichnams unrein wurde und dann an eines dieser Dinge kommt: Wird das Berührte dann unrein?“ Die Priester antworteten: „Ja.“ 14Da sagte Haggai: „Genauso steht es mit diesem Volk und mit diesen Leuten, spricht Jahwe. Unrein ist alles, was sie tun, selbst das, was sie mir dort ‹auf dem Altar› opfern.
15Nun aber gebt Acht, was von heute an geschieht! Bevor ihr begonnen habt, im Tempel Jahwes Stein auf Stein zu legen, 16wie erging es euch da? Kam man zu einem Kornhaufen, der zwanzig Sack haben sollte, so waren es nur zehn, kam man zur Kelter, um fünfzig Krüge5 ‹Traubensaft› zu schöpfen, waren es nur zwanzig. 17Ich schickte euch Hagel, Mehltau und Getreidebrand und machte alle eure Arbeit zunichte. Trotzdem seid ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht Jahwe. 18So ist es geblieben bis heute, bis zum 24. Dezember, bis zu dem Tag, an dem das Fundament für den Tempel Jahwes vollendet wurde. Gebt Acht, was von heute an geschieht, gebt Acht! 19Liegt euer Saatgut noch in den Speichern? Haben eure Weinberge, eure Feigen-, Granatäpfel- und Olivenbäume immer noch keine Erträge gebracht? Von heute an will ich euch und euer Land wieder segnen!“
Gottes Siegelring
20Am selben Tag6 empfing Haggai noch eine zweite Botschaft Jahwes: 21„Sag zu Serubbabel, dem Statthalter von Juda: Ich werde Himmel und Erde erzittern lassen. 22Ich stoße Throne von Königen um und breche die Macht der Völker. Ich werfe die Streitwagen mit ihren Lenkern um, Pferde und Reiter stürzen zu Boden und jeder sticht den anderen nieder. 23An jenem Tag“, erklärt Jahwe, der allmächtige Gott, „nehme ich dich, meinen Diener Serubbabel Ben-Schealtiël, und mache dich zu meinem Siegelring, denn ich habe dich erwählt.“ Das sagt Jahwe, der allmächtige Gott.
Footnotes
- 1September. Wörtlich: des 6. Monats. Zum Datum siehe unter Schaltmonat im Vorwort des Übersetzers.
- 3Serubbabel Ben-Schealtiël. Nachkomme des letzten jüdischen Königs, führte 18 Jahre vorher einen Teil des Volkes aus der Gefangenschaft zurück in die Heimat.
- 4Jeschua Ben-Jozadak. Legitimer Nachkomme des letzten Hohen Priesters vor der Gefangenschaft.
- 5der allmächtige Gott. Hebräisch: Zebaoth, das heißt „Heere“ oder „Kriege“. In der wird der Begriff immer mit „pantokrator“ = „Allherrscher“ oder „Allmächtiger“ wiedergegeben.
- 6getäfelte Häuser. Das meint wohl eher die Häuser der Führer und der Wohlhabenden.
- 7September … Jahr. Wörtlich: des 6. Monats im 2. Regierungsjahr des Königs Darius. Nach dem raschen Einbringen der Ernte begann die Arbeit am Wiederaufbau des Tempels.
- 1Oktober. Wörtlich: des 7. Monats.
- 4Dezember desselben Jahres. Wörtlich: des 9. Monats im 2. Regierungsjahr des Darius.
- 5Sack, Krug: die Maße sind unbekannt, die Botschaft ist jedoch klar: 50 Prozent bzw. nur 40 Prozent der erwarteten Ernte.
- 6Am selben Tag. Wörtlich: Am 24. Tag des Monats.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden