Genesis 38,14–23
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14legte sie ihre Witwenkleider ab, verhüllte sich mit einem Schleier und setzte sich an den Eingang von Enajim, das am Weg nach Timna liegt. Denn sie hatte bemerkt, dass Schela erwachsen geworden war und sie ihm doch nicht als Frau gegeben wurde. 15Als Juda sie so verschleiert erblickte, hielt er sie für eine Hure. 16Er ging zu ihr hin und sagte: „Lass mich mit dir schlafen!“ Denn er merkte nicht, dass es seine Schwiegertochter war. „Was gibst du mir, wenn ich dich lasse?“, erwiderte sie. 17„Ich schicke dir ein Ziegenböckchen von meiner Herde“, versprach er. „Gut“, sagte sie, „du musst mir nur ein Pfand dalassen.“ 18„Was für ein Pfand willst du denn haben?“, fragte er. „Dein Rollsiegel mit Schnur4 und den Stab5 in deiner Hand“, erwiderte sie. Er gab ihr, was sie wollte, und kam zu ihr und schwängerte sie. 19Sie ging dann von dort weg, legte den Schleier ab und zog die Witwenkleider wieder an.
20Nun schickte Juda seinen Freund aus Adullam mit dem Ziegenböckchen los, um das Pfand einzulösen. Aber die Frau war nicht mehr zu finden. 21Er fragte die Leute im Ort: „Wo ist denn die Geweihte6, die hier in Enajim am Weg saß?“ – „Hier gibt es keine Geweihte“, sagten sie. 22Da kehrte er zu Juda zurück und sagte: „Ich habe sie nicht gefunden. Auch die Leute dort kennen keine Geweihte.“ 23„Soll sie die Sachen behalten“, sagte Juda, „sonst machen wir uns noch zum Gespött. Ich habe ja das Böckchen geschickt, aber du hast sie nicht gefunden.“
Footnotes
- 4Rollsiegel waren kleine Hohlzylinder, die an einer Schnur um den Hals getragen wurden. Mit ihnen wurden Tontäfelchen durch Abrollen in den weichen Ton signiert.
- 5Der Stab besaß einen geschnitzten Knauf mit dem Wahrzeichen des Besitzers.
- 6Geweihte. Eine Tempelprostituierte im Dienst der Fruchtbarkeitsgöttin Astarte.
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