Logos Bible Study

Genesis 48,1–49,33

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Jakobs Segen

481Einige Zeit danach sagte man Josef: „Dein Vater ist krank.“ Da ging Josef mit seinen beiden Söhnen Manasse und Efraïm zu ihm. 2Man sagte Jakob: „Dein Sohn Josef ist zu dir gekommen.“ Da nahm Israel all seine Kraft zusammen und setzte sich im Bett auf. 3Er sagte zu Josef: „El-Schaddai, der allmächtige Gott, erschien mir in Lus im Land Kanaan. Er segnete mich 4und sagte: ‚Ich will dich fruchtbar machen und vermehren. Zu einer ganzen Schar von Völkern sollst du werden. Und dieses Land werde ich deiner Nachkommenschaft für alle Zeiten zum Besitz geben.‘ 5Deine beiden Söhne, die dir hier in Ägypten geboren wurden, bevor ich ins Land kam, nehme ich als meine Söhne an. Efraïm und Manasse sollen genauso viel gelten wie Ruben und Simeon. 6Aber die Kinder, die dir später geboren werden, gelten als deine Nachkommen. Sie bekommen jedoch Anteil am Landbesitz ihrer älteren Brüder. 7Und ich – als ich aus Mesopotamien ins Land Kanaan zurückkam, starb Rahel kurz vor Efrata. Und ich begrub sie dort am Weg.“ – Efrata heißt jetzt Bethlehem.

8Israel bemerkte Josefs Söhne und fragte: „Wen hast du da mitgebracht?“ 9„Das sind die Söhne, die Gott mir hier geschenkt hat“, erwiderte Josef. „Bring sie her“, sagte Jakob, „ich will sie segnen!“ 10Doch Israels Augen waren altersschwach geworden, und er konnte nicht mehr gut sehen. So ließ Josef seine Söhne zu ihm herantreten, und er küsste und umarmte sie. 11Dann sagte er zu Josef: „Ich hätte nie geglaubt, dich wiederzusehen, und nun hat Gott mich sogar deine Nachkommen sehen lassen!“ 12Josef nahm sie von seinen Knien weg und verneigte sich tief. 13Dann nahm er Efraïm an die rechte Hand – von Jakob aus gesehen links – und Manasse an die linke – von Jakob aus gesehen rechts – und brachte sie so zu seinem Vater. 14Doch Israel kreuzte seine Hände und legte seine rechte Hand auf Efraïms Kopf – obwohl er der Jüngere war – und die linke Hand bewusst auf den Kopf Manasses, obwohl dies der Erstgeborene war. 15Dann segnete er Josef und sagte:

„Gott, vor dem meine Väter Abraham und Isaak lebten, Gott, der mein Leben lang und bis heute mein Hirt ist, 16der Engel, der mich von allem Übel erlöst hat, segne die Jungen. In ihnen lebe mein Name weiter und der meiner Väter Abraham und Isaak. Zahlreich sollen sie werden mitten im Land!“

17Josef hatte gesehen, dass sein Vater die rechte Hand auf Efraïms Kopf legte. Das missfiel ihm und er nahm sie, um sie auf Manasses Kopf zu legen. 18„Nicht so, mein Vater!“, sagte er. „Dies ist der Erstgeborene. Leg deine rechte Hand auf ihn!“ 19Aber sein Vater weigerte sich und sagte: „Ich weiß es, mein Sohn, ich weiß es. Auch er wird zu einem Volk werden, auch er wird groß sein. Aber sein jüngerer Bruder wird noch größer werden als er. Seine Nachkommen werden zu einer Menge von Völkern.“ 20So segnete er sie an jenem Tag und sagte zu Josef: „Mit dir wird Israel sich segnen und sagen: ‚Gott mache dich wie Efraïm und Manasse!‘ “ So stellte er Efraïm vor Manasse.

21Dann sagte Israel zu Josef: „Ich sterbe jetzt. Doch Gott wird bei euch sein und euch zurückführen in das Land eurer Väter. 22Und ich gebe dir ein Stück Land über deine Brüder hinaus, das ich den Amoritern mit Schwert und Bogen3 weggenommen habe.“

Jakob segnet seine zwölf Söhne

491Dann rief Jakob alle seine Söhne zu sich und sagte:

„Versammelt euch, damit ich verkünde, was euch begegnet in künftiger Zeit. 2Kommt und hört, ihr Jakobssöhne, hört auf euren Vater Israel!

3Ruben, du mein Erstgeborener, meine Stärke und der Erstling meiner Kraft! Erster an Hoheit und Erster an Macht. 4Du brodeltest wie Wasser. Du sollst nicht der Erste sein, denn du bestiegst das Bett deines Vaters, da hast du es entweiht, du, der mein Lager bestieg!

5Die Brüder Simeon und Levi, ihre Waffen sind Werkzeuge der Gewalt. 6Mit ihren Plänen habe ich nichts zu tun, meine Ehre ist nicht eins mit ihrer Schar, denn im Zorn haben sie Männer gemordet, mutwillig Stiere gelähmt. 7Verflucht sei ihr zorniges Wüten, weil es roh und grausam ist! Ich teile sie unter Jakob auf, ich zerstreue sie in Israel.

8Dich, Juda, preisen deine Brüder, weil du den Feind im Nacken packst! Dir beugen sich die Söhne deines Vaters. 9Du gleichst dem jungen Löwen, Juda. Vom Raub kommst du, mein Sohn, herauf. Er kauert hingestreckt, dem Löwen und der Löwin gleich. Wer wagt ihn aufzustören? 10Nie weicht das Zepter von Juda, der Herrscherstab von seinem Schoß, bis der kommt, dem er gehört. Und ihm werden die Völker gehorchen. 11Am Weinstock bindet er sein Reittier fest, sein Eselsfohlen an der Edelrebe. Sein Gewand wäscht er in Wein, in Traubenblut den Mantel. 12Die Augen sind dunkler als Wein, die Zähne weißer als Milch.

13Sebulon wohnt nah am Meer, an der Küste bei den Schiffen, den Rücken an Sidon1 gelehnt.

14Issachar ist ein knochiger Esel, der zwischen seinen Sattelkörben liegt.2 15Er sah die schöne Ruhe und dieses freundliche Land, da beugte er seine Schulter zum Tragen und leistete Zwangsarbeit.

16Dan wird Richter sein in seinem Volk wie nur einer von Israels Stämmen. 17Dan ist wie eine Schlange am Weg, eine Hornotter am Pfad. Sie beißt das Pferd in die Fesseln, sein Reiter stürzt rücklings herab.

18– Ich warte auf deine Hilfe, Jahwe! –

19Gad wird von Räuberscharen umdrängt, doch er bedrängt ihre Ferse.

20Aschers Nahrung ist die beste, die es gibt, er liefert Speise für den Tisch des Königs.

21Naftali, die flüchtige Hirschkuh, versteht sich auf gefällige Rede.

22Ein junger Fruchtbaum ist Josef, ein junger Fruchtbaum am Quell, seine Zweige ranken über die Mauer. 23Da reizten ihn die Bogenschützen, feindselig beschossen sie ihn. 24Aber sein Bogen bleibt fest, mit rascher Hand schießt er zurück, gelenkt von den Händen des Mächtigen, von Jakobs Gott, dem Hirten und dem Stein von Israel, 25vom Gott deines Vaters, der dir hilft, dem Allmächtigen, der dich segnet. Er segnet dich mit Regen aus dem Himmel und mit Wasser aus der Tiefe, mit Überfluss aus Mutterbrüsten und Fruchtbarkeit vom Mutterschoß. 26Der Segen deines Vaters übertrifft den Segen der uralten Berge und das Begehrenswerte der ewigen Hügel. Dieser Segen sei auf Josefs Haupt, dem Auserwählten seiner Brüder.

27Benjamin ist wie ein reißender Wolf: Am Morgen noch frisst er den Raub, am Abend schon teilt er die Beute.“

28Diese alle sind die Stämme Israels, zwölf an der Zahl, und das ist es, was ihr Vater zu ihnen sagte, als er sie segnete. Jeden von ihnen bedachte er mit dem Segen, der ihm zukam. 29Dann befahl er ihnen: „Wenn ich zu meinem Volk eingeholt worden bin, begrabt mich bei meinen Vätern in der Höhle, die auf dem Feld des Hetiters Efron liegt; 30in der Höhle auf dem Feld Machpela östlich von Mamre im Land Kanaan auf dem Grundstück, das Abraham als Grabstätte für seine Familie von dem Hetiter Efron erworben hat. 31Dort wurden Abraham und seine Frau Sara begraben; dort liegen Isaak und Rebekka, und auch Lea habe ich dort beigesetzt. 32Das Feld und die Höhle darauf sind unser rechtmäßiges Eigentum, das wir von den Hetitern erworben haben.“ 33Nachdem Jakob seinen Söhnen diese Anweisungen gegeben hatte, zog er seine Füße aufs Bett herauf. Er starb und wurde im Tod mit seinen Vorfahren vereint.

Read in Logos
Genesis 49:10: The scepter shall not depart from Judah, nor the ruler’s staff from between his feet, until tribute comes to him; and to him shall be the obedience of the peoples.

Footnotes

  1. 3Schwert und Bogen. Davon wird sonst nichts berichtet. Wahrscheinlich ist es hier im übertragenen Sinn zu verstehen: mit eigener Kraft.
  2. 1Sidon war eine Stadt in Phönizien, heute Saida im Libanon.
  3. 2Sattelkörben liegt. Packesel legten sich oft störrisch mitsamt den beiden Sattelkörben nieder.