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Exodus 23–25

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Gerechtigkeit und Nächstenliebe

231‚Verbreite kein falsches Gerücht! Lass dich nicht von einem Schuldigen zur Falschaussage verleiten! 2Schließ dich nicht der Mehrheit an, wenn sie im Unrecht ist! Und wenn du vor Gericht aussagen musst, richte dich nicht nach der Mehrheit, wenn sie das Recht verdreht. 3Aber auch einen Armen darfst du vor Gericht nicht begünstigen.

4Wenn du einem verirrten Rind oder Esel deines Feindes begegnest, dann bringe ihm das Tier ohne Zögern zurück. 5Wenn der Esel deines Feindes unter seiner Last zusammengebrochen ist, dann geh nicht einfach vorbei, sondern hilf ihm, das Tier wieder auf die Beine zu bringen.

6Du darfst das Recht eines Armen vor Gericht nicht beugen! 7Halte dich von einer Lügensache fern! Hilf nie dabei, einen, der unschuldig und gerecht ist, umzubringen! Denn ich gebe dem Schuldigen nicht Recht. 8Nimm keine Bestechung an, denn das trübt das Urteilsvermögen und verdreht das Recht.

9Unterdrücke die Fremden nicht! Ihr wisst doch, wie einem Fremden zumute ist, denn auch ihr seid Fremde in Ägypten gewesen.‘

Sabbatjahr und Feiertage

10‚Sechs Jahre sollst du dein Land bearbeiten und seinen Ertrag ernten. 11Doch im siebten Jahr sollst du es brachliegen lassen, damit die Armen deines Volkes davon essen können. Den Rest überlass dem Wild! Ebenso sollst du es mit deinen Weinbergen und Ölbäumen halten.

12Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun, aber am siebten Tag sollst du alles ruhen lassen! Auch dein Rind und dein Esel sollen sich ausruhen. Auch der Sohn deiner Sklavin und der Fremde sollen aufatmen können.

13Haltet euch an alles, was ich euch gesagt habe! Den Namen einer anderen Gottheit dürft ihr nicht erwähnen, er soll nicht über eure Lippen kommen!

14Dreimal im Jahr sollst du mir ein Fest feiern. 15Das erste ist das Fest der ungesäuerten Brote. Dabei sollst du zur festgesetzten Zeit sieben Tage lang ungesäuerte Brotfladen essen, wie ich es dir befohlen habe. Das soll im Ährenmonat geschehen, dem Monat deines Auszugs aus Ägypten. Und keiner soll mit leeren Händen vor mir erscheinen. 16Das nächste ist das Erntefest, wenn du das erste Getreide einbringst, das du ausgesät hast. Und im Herbst folgt das Wein- und Obstlesefest, wenn ihr die Früchte von den Weinbergen und Obstplantagen geerntet habt.

17Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist, vor dem Herrn, vor Jahwe, erscheinen.

18Das Blut eines Schlachtopfers darfst du nicht zusammen mit gesäuerten Brotfladen vor mich bringen. Und das Fett eines Opfertiers darf nicht bis zum nächsten Morgen aufgehoben werden.

19Die Besten von deinen ersten Feldfrüchten sollst du in das Haus Jahwes, deines Gottes, bringen. Ein Böckchen darfst du nicht in der Milch seiner Mutter kochen.‘1

Schlussmahnungen

20‚Pass auf! Ich werde einen Engel vor dir her schicken, der dich unterwegs behütet und dich an den Ort bringt, den ich für dich bestimmt habe. 21Hüte dich vor ihm, und hör auf das, was er sagt! Lehn dich nicht gegen ihn auf! Er würde euch das nicht vergeben, denn mein Name ist in ihm. 22Doch wenn du ihm aufs Wort gehorchst, wenn du alles tust, was ich durch ihn sage, dann werde ich deine Feinde befeinden und deine Bedränger bedrängen.

23Mein Engel geht vor dir her und bringt dich zu den Amoritern, Hetitern, Perisitern, Kanaanitern, Hiwitern und Jebusitern. Die werde ich alle vernichten. 24Du aber folge deren Taten nicht und wirf dich nicht vor ihren Göttern hin! Diene ihnen keinesfalls, sondern stürze ihre Götterbilder um und zerstöre sie! Auch ihre Kultsteine musst du zerschlagen!

25Ihr sollt Jahwe, eurem Gott dienen! Dann wird er dir Brot und Wasser segnen: Ich halte Krankheiten von dir fern. 26Keine Frau in deinem Land wird eine Fehlgeburt haben oder kinderlos bleiben. Niemand wird vor der Zeit sterben.

27Angst und Schrecken schicke ich vor dir her. Alle Völker, zu denen du kommst, werden in Verwirrung geraten. Ich werde dafür sorgen, dass du nur den Rücken deiner Feinde siehst. 28Ich lasse Panik vor dir ausbrechen. Sie wird die Hiwiter, Kanaaniter und Hetiter vor dir her treiben. 29Allerdings werde ich sie nicht in einem einzigen Jahr vertreiben, sonst würde das Land verwildern und die wilden Tiere würden überhand nehmen. 30Ich werde sie nach und nach vertreiben, bis du dich so vermehrt hast, dass du das Land in Besitz nehmen kannst.

31Dein Gebiet wird vom Golf von Elat2 bis zum Mittelmeer3 reichen, von der Wüste bis an den Euphrat. Ich gebe die Bewohner dieses Landes in deine Gewalt, dass du sie vertreiben kannst. 32Doch du darfst weder mit ihnen noch mit ihren Göttern einen Bund schließen. 33Sie dürfen nicht bei dir wohnen bleiben, denn sonst würden sie dich verführen, mir untreu zu werden. Dann würdest du ihre Götter verehren, und das würde dir zur Falle sein.‘ “

Gott schließt seinen Bund mit Israel

241Jahwe hatte noch zu Mose gesagt: „Steig dann zu mir herauf und nimm Aaron, Nadab, Abihu1 und siebzig von den Ältesten Israels mit. Werft euch in gebührender Entfernung vor mir nieder! 2Nur Mose darf in die Nähe Jahwes kommen, die anderen nicht. Das Volk darf überhaupt nicht auf den Berg steigen.“

3Nun trat Mose vor das Volk und gab ihm alle Worte und Bestimmungen Jahwes weiter. Das ganze Volk antwortete wie aus einem Mund: „Wir wollen alles tun, was Jahwe uns befohlen hat.“ 4Daraufhin schrieb Mose alle Worte Jahwes auf. Am nächsten Morgen errichtete er am Fuß des Berges einen Altar und stellte zwölf Gedenksteine nach der Zahl der Stämme Israels auf. 5Dann beauftragte er junge israelitische Männer, Jahwe Brandopfer zu bringen und junge Stiere als Freudenopfer zu schlachten. 6Die Hälfte des Blutes goss Mose in Schalen, die andere Hälfte sprengte er an den Altar. 7Anschließend nahm er die Schriftrolle mit dem Bundesgesetz in die Hand und las alles dem Volk vor. Es erwiderte: „Alles, was Jahwe gesagt hat, wollen wir gehorsam tun.“ 8Darauf nahm Mose die Schalen mit dem Blut und sprengte es über das Volk. Dabei rief er: „Seht, das ist das Blut des Bundes, den Jahwe aufgrund dieser Gebote mit euch geschlossen hat!“

9Danach stiegen Mose und Aaron, Nadab, Abihu und siebzig von den Ältesten Israels ‹ein Stück den Berg› hinauf. 10Da sahen sie den Gott Israels. Der Boden unter seinen Füßen sah aus, als ob er mit Saphirplatten belegt wäre, klar und leuchtend wie der Himmel. 11Gott griff diese ausgewählten Männer Israels nicht an, sondern sie durften ihn sehen und aßen und tranken in seiner Gegenwart.

12Jahwe sagte zu Mose: „Steig nun zu mir auf den Berg herauf und bleib dort, damit ich dir die Steintafeln geben kann, auf die ich das Gesetz und die Gebote für die Unterweisung Israels geschrieben habe.“ 13Da machte sich Mose mit seinem Diener Josua bereit, auf den Gottesberg zu steigen. 14Zu den Ältesten sagte er: „Wartet hier auf uns, bis wir zurück sind. Ihr seht ja, dass Aaron und Hur bei euch sind. Wenn jemand einen Streitfall hat, soll er sich an sie wenden.“

15Als Mose auf den Berg stieg, war dieser von der Wolke verhüllt. 16Die Herrlichkeit Jahwes ließ sich auf den Berg Sinai herab. Sechs Tage lang bedeckte die Wolke den Berg. Dann, am siebten Tag, rief Gott Mose aus der Wolke heraus zu sich. 17Für die Israeliten sah die Herrlichkeit Jahwes wie ein rasendes Feuer aus, das auf dem Gipfel loderte. 18Jetzt ging Mose in die Wolke hinein und stieg auf den Berg. 40 Tage und 40 Nächte blieb er dort.

Gottes Plan: Das Heiligtum (25–31)

Die Gaben

251Jahwe sagte zu Mose: 2„Sag den Israeliten, dass sie mir freiwillige Gaben bringen. Von jedem, der es gern gibt, sollt ihr diese Opfergabe annehmen. 3Sie kann aus Gold, Silber oder Bronze bestehen. 4Es kann blauer oder roter Purpur sein, Karmesinstoff, Leinen oder Ziegenhaar. 5Lasst rot gefärbte Felle von Schafböcken bringen, Tachasch-Häute1 und Akazienholz, 6Öl für den Leuchter, wohlriechende Zutaten für das Salböl und die Weihrauchmischung, 7dazu Edelsteine und Onyx zum Schmuck für das Efod und die Brusttasche. 8Sie sollen mir ein Heiligtum bauen, weil ich unter ihnen wohnen will. 9Ich habe dir das Modell dieser Wohnung samt ihren Einrichtungsgegenständen gezeigt. Dementsprechend sollt ihr sie bauen.“

Die Bundeslade

10„Sie sollen eine Lade aus Akazienholz machen: 1,25 Meter lang, 75 Zentimeter breit und ebenso hoch. 11Innen und außen soll sie mit reinem Gold überzogen sein und oben mit einer Goldleiste verziert. 12Lass vier Ringe aus Gold gießen und so an den vier Ecken anbringen, dass an jeder Längsseite zwei Ringe sind. 13Lass dann Stangen aus Akazienholz anfertigen und mit Gold überziehen. 14Diese Stangen sollen durch die Ringe an der Längsseite gesteckt werden, damit man die Lade tragen kann. 15Die Stangen müssen in den Ringen bleiben und dürfen nicht herausgezogen werden.

16In die Lade sollst du die Urkunde legen, die ich dir geben werde. 17Lass dann eine Deckplatte aus reinem Gold herstellen: 1,25 Meter lang und 75 Zentimeter breit. 18Weiter lass zwei Cherubim-Figuren5 aus getriebenem Gold herstellen. 19Sie sollen sich an den beiden Enden der Deckplatte befinden und fest mit ihr verbunden sein. 20Die Cherubim sollen ihre Flügel nach oben über die Deckplatte ausgebreitet halten. Ihre Gesichter sollen einander zugewandt sein und ihr Blick auf die Deckplatte gerichtet. 21In die Lade sollst du die Urkunde legen, die ich dir geben werde, und den Kasten dann mit der Deckplatte verschließen. 22Dort über der Deckplatte der Bundeslade werde ich dir begegnen. Du wirst meine Stimme zwischen den beiden Cherubim hören, meine Anweisungen für die Israeliten.“

Der Tisch für die geweihten Brote

23„Lass einen Tisch aus Akazienholz machen, einen Meter lang, einen halben Meter breit und dreiviertel Meter hoch! 24Lass ihn mit Gold überziehen und mit einer goldenen Schmuckleiste einfassen! 25Er soll auch einen Rahmen von zehn Zentimeter Höhe haben, der ebenfalls von einer goldenen Schmuckleiste eingefasst ist. 26Lass vier goldene Ringe für ihn anfertigen und an den Kanten der vier Füße befestigen! 27Die Ringe sollen dicht an dem Rahmen sein und als Ösen…

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Dieser Abschnitt wurde gekürzt. Exodus 23–25 in Logos weiterlesen

Fußnoten

  1. 1Einen jungen Bock in der Milch der Mutter zu kochen war ein heidnischer Ritus, denn die Milch wurde anschließend auf die Erde gegossen, um ihre Fruchtbarkeit zu garantieren.
  2. 2Golf von Elat. Wörtlich: Schilfmeer. Hier ist das Rote Meer am Golf von Akaba/Elat gemeint.
  3. 3Mittelmeer. Wörtlich: Meer der Philister.
  4. 1Nadab und Abihu waren die beiden ältesten Söhne Aarons.
  5. 1Tachasch-Häute. Weichgegerbtes Leder aus Tümmler- oder Dachshäuten.
  6. 5Cherub, Mehrzahl: Cherubim: Majestätisches (Engel-)Wesen, das Gottes Herrlichkeit repräsentiert.