Exodus 13–15
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131Jahwe hatte auch zu Mose gesagt: 2„Jede Erstgeburt soll mir geweiht werden! Alles, was das erste Mal aus einem Mutterschoß kommt, gehört mir! Das soll bei den Israeliten für Mensch und Tier gelten!“
Das Fest der ungesäuerten Brote
3Mose sagte nun zum Volk: „Erinnert euch immer an diesen Tag, an dem ihr aus dem Sklavenhaus Ägypten gezogen seid! Denn Jahwe hat euch mit starker Hand von dort herausgeführt. Darum soll nichts gegessen werden, worin Sauerteig ist. 4Heute im Ährenmonat zieht ihr aus. 5Jahwe hat euren Vätern geschworen, euch das Land zu geben, das von Milch und Honig überfließt. Wenn Jahwe euch dann in das Land bringt, das jetzt den Hetitern, Amoritern, Hiwitern und Jebusitern gehört, dann sollt ihr das Fest immer in diesem Monat begehen. 6Sieben Tage lang sollt ihr ungesäuerte Brotfladen essen, und am siebten Tag ein Fest für Jahwe feiern. 7Während dieser sieben Tage dürft ihr nur ungesäuerte Brotfladen essen. Nichts, was mit Sauerteig zubereitet wurde, soll bei euch und in eurem ganzen Wohngebiet gesehen werden! 8Deinem Sohn sollst du es so erklären: ‚Wir tun das zur Erinnerung an das, was Jahwe für uns getan hat, als wir aus Ägypten zogen.‘ 9Das soll dir wie ein Zeichen auf Hand und Stirn sein, damit du das Gesetz Jahwes in deinem Mund führst! Denn Jahwe hat euch mit starker Hand aus Ägypten herausgeführt. 10Jahr für Jahr zur festgesetzten Zeit sollt ihr euch an diese Ordnung halten!“
Bestimmungen für die Erstgeburten
11Weiter sagte Mose: „Wenn Jahwe euch in das Land der Kanaaniter bringt und es euch übergibt, wie er das euren Vorfahren und euch selbst geschworen hat, 12dann sollt ihr jedes männliche Erstgeborene Jahwe übergeben. Auch jeder erste männliche Wurf eines Muttertiers gehört Jahwe. 13Jede Erstgeburt eines Esels sollt ihr mit einem Lamm auslösen. Wer das nicht tun will, muss dem Fohlen das Genick brechen. Auch für eure erstgeborenen Söhne müsst ihr Jahwe einen Ersatz geben. 14Wenn dein Sohn dich künftig fragt, was das bedeutet, dann sollst du ihm sagen: ‚Jahwe hat uns mit starker Hand aus dem Sklavenhaus von Ägypten herausgeführt. 15Denn als der Pharao sich weigerte, uns ziehen zu lassen, brachte Jahwe alle Erstgeborenen im Land Ägypten bei Mensch und Vieh um. Darum opfere ich Jahwe jede männliche Erstgeburt, aber meinen erstgeborenen Sohn löse ich durch ein Ersatzopfer aus.‘ 16Das soll euch wie ein Zeichen auf Hand und Stirn sein, denn Jahwe hat euch mit starker Hand aus Ägypten herausgeführt.“
Zug zum Rand der Wüste
17Als der Pharao das Volk ziehen ließ, führte Gott es nicht den Weg durch das Land der Philister,3 obwohl das der kürzeste Weg gewesen wäre, denn Gott dachte: „Wenn das Volk merkt, dass es kämpfen muss, könnte es seine Meinung ändern und nach Ägypten zurückkehren.“ 18Aus diesem Grund ließ Gott das Volk einen Umweg machen und führte es den Wüstenweg zum Schilfmeer. Die Israeliten zogen in Fünfziger-Einheiten aus Ägypten. 19Mose nahm die Gebeine Josefs mit, denn dieser hatte es die Söhne Israels ausdrücklich schwören lassen und gesagt: „Gott wird euch gewiss wieder aufsuchen. Nehmt dann meine Gebeine von hier mit!“ 20Von Sukkot zogen sie nach Etam5. Dort, am Rand der Wüste, schlugen sie ihr Lager auf. 21Jahwe zog vor ihnen her, um ihnen den Weg zu zeigen. Tagsüber führte er sie in einer Wolkensäule und nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten. So konnten sie Tag und Nacht weiterziehen. 22Tagsüber sahen sie die Wolkensäule vor sich, nachts die Feuersäule.
Die Reise zum Sinai (14–18)
Israel am Schilfmeer
141Da sagte Jahwe zu Mose: 2„Befiehl den Israeliten, umzukehren und ihr Lager vor Pi-Hahirot aufzuschlagen, zwischen Migdol1 und dem Meer, gegenüber von Baal-Zefon. 3Der Pharao wird denken: ‚Sie irren ziellos im Land herum und sitzen in der Wüste fest.‘ 4Ich werde ihn so starrsinnig machen, dass er euch verfolgen wird. Dann will ich ihm und seinem ganzen Heer meine Macht zeigen. Die Ägypter sollen erkennen, dass ich Jahwe bin.“ Die Israeliten folgten dem Befehl.
5Als man dem König von Ägypten meldete, Israel sei geflohen, bereuten er und seine Hofbeamten ihre Nachgiebigkeit. Sie sagten: „Wie konnten wir Israel nur aus unserem Dienst entlassen!“ 6So ließ er seinen Streitwagen anspannen und nahm seine Truppen mit: 7die 600 Streitwagen seiner Elitetruppe und alle Wagen Ägyptens. Auf jedem war ein dritter zusätzlicher Wagenkämpfer2. 8Jahwe hatte den Pharao, den König von Ägypten, starrsinnig gemacht, so dass er die Israeliten verfolgte, die kühn3 aus dem Land zogen. 9Die Ägypter jagten ihnen mit allen Pferden, Streitwagen und Reitern des Pharao nach. Sie holten die Israeliten ein, als diese noch am Meer bei Pi-Hahirot gegenüber Baal-Zefon lagerten.
10Als der Pharao sich näherte und die Israeliten sahen, dass die Ägypter sie verfolgten, wurden sie von Angst gepackt und schrien zu Jahwe. 11Mose warfen sie vor: „Es gab wohl keine Gräber in Ägypten, dass du uns zum Sterben in die Wüste geführt hast? Was hast du uns da angetan! Warum hast du uns aus Ägypten herausgeführt? 12Haben wir es dir nicht schon dort gesagt: ‚Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen!‘? Wir wären besser Sklaven der Ägypter, als hier in der Wüste umzukommen!“ 13Mose antwortete ihnen: „Habt keine Angst! Stellt euch auf und schaut euch an, wie Jahwe euch heute retten wird! Denn die Ägypter, die ihr heute noch seht, werdet ihr nie wieder zu Gesicht bekommen. 14Jahwe wird für euch kämpfen, ihr selbst müsst gar nichts tun.“
Israels Rettung durch das Schilfmeer hindurch
15Jahwe sagte zu Mose: „Was schreist du zu mir? Sag den Israeliten, sie sollen aufbrechen. 16Und du heb deinen Stab hoch und streck deine Hand über das Meer aus! Spalte es, damit die Israeliten auf dem Trockenen ins Meer hineingehen können! 17Ich aber werde die Ägypter so starrsinnig machen, dass sie ihnen hinterherjagen. Dann werde ich am Pharao und seiner ganzen Heeresmacht, an seinen Streitwagen und Reitern, meine Macht beweisen. 18So sollen die Ägypter erkennen, dass ich Jahwe bin, wenn ich mich am Pharao, an seinen Wagen und Reitern verherrlicht habe.“
19Der Engel Gottes, der den Zug der Israeliten anführte, ging nun ans Ende der Kolonne, und die Wolkensäule, die sonst immer vor ihnen war, stellte sich hinter sie. 20So kam sie zwischen die beiden Heerlager. Auf der Seite der Ägypter stand eine finstere Wolke, aber auf der Seite der Israeliten erhellte sie die Nacht. So konnten die Ägypter ihnen die ganze Nacht nicht näher kommen. 21Mose streckte seine Hand über das Meer aus, und Jahwe ließ die ganze Nacht einen starken Ostwind wehen, der das Wasser zurücktrieb. So verwandelte sich das Meer in trockenes Land. Das Wasser hatte sich geteilt. 22Dann gingen die Israeliten auf dem Trockenen mitten durchs Meer. Das Wasser stand wie eine Mauer auf beiden Seiten. 23Die Ägypter verfolgten sie. Alle Pferde und Streitwagen des Pharao und alle seine Reiter jagten ins Meer. 24Kurz vor Tagesanbruch schaute Jahwe in der Feuer- und Wolkensäule auf das Heer der Ägypter herab und brachte es durcheinander. 25Er ließ die Räder ihrer Streitwagen sich lösen und sie nur mühsam vorankommen. Da sagten die Ägypter: „Wir müssen fliehen! Jahwe kämpft für Israel und ist gegen uns.“
26Da sagte Jahwe zu Mose: „Streck deine Hand über das Meer aus! Dann wird das Wasser zurückfluten und wird die Ägypter, ihre Streitwagen und ihre Reiter bedecken.“ 27Mose streckte seine Hand aus, und bei Tagesanbruch strömte das Wasser zurück. Die fliehenden Ägypter rannten geradewegs hinein. Jahwe trieb sie mitten ins Meer. 28Das Wasser kehrte zurück und bedeckte Wagen und Reiter, die ganze Heeresmacht des Pharao, die den Israeliten ins Meer gefolgt war. Nicht einer von ihnen entkam. 29Die Israeliten aber waren auf dem Trockenen mitten durchs Meer gegangen, während das Wasser wie eine Mauer links und rechts neben ihnen stand. 30So rettete Jahwe sie an diesem Tag aus der Gewalt der Ägypter. Israel sah die Ägypter nur noch tot am Strand liegen. 31Und als den Israeliten bewusst wurde, dass Jahwe die Ägypter mit seiner gewaltigen Macht besiegt hatte, fürchteten sie ihn. Sie glaubten an ihn und vertrauten seinem Diener Mose.
Das Danklied der Befreiten
151Damals sangen Mose und die Israeliten ein Lied zur Ehre Jahwes:
Jahwe will ich singen, denn hoch ist er und unerreicht. Ross und Reiter warf er ins Meer. 2Jah1 ist meine Stärke und mein Lied, denn er ist mein Retter geworden. Er ist mein Gott, ihn will ich preisen. Er war schon der Gott meines Vaters, er, den ich lobe. 3Jahwe ist ein Kämpfer, Jahwe ist sein Name! 4Pharaos Wagen und seine ganze Macht, die warf er ins Meer. Die Elite seiner Wagenkämpfer ist im Schilfmeer versunken. 5Die Fluten haben sie bedeckt. Sie fuhren in die Tiefe wie ein Stein.
6Jahwe, deine Rechte ist mit Kraft geschmückt, deine Hand zerschmettert den Feind! 7In deiner unerreichten Majestät wirfst du die Rebellen zu Boden. Du schickst deinen glühenden Zorn; er frisst sie wie Feuer das Stroh. 8Du schnaubtest vor Zorn, da türmten sich die Wasser, da standen die Wogen als Wall. Die Fluten erstarrten mitten im Meer.
9Es prahlte der Feind: „Ich will sie jagen, ich hole sie ein, verteile die Beute, stille die Gier! Ich zücke mein Schwert und lösche sie aus!“ 10Doch als dein Atem blies, verschlang sie das Meer. Sie versanken wie Blei in den mächtigen Wogen.
11Wer von allen Göttern ist dir gleich, Jahwe? Wer ist so herrlich und heilig wie du, der Furcht erregt und Lobgesänge weckt, der Wunderbares tut? 12Du strecktest die Hand aus, und schon verschlang sie die Erde.
13Du lenkst mit Liebe das gerettete Volk, führst es in Kraft zu deiner heiligen Wohnung. 14Als die Völker das hörten, erzitterten sie; ein Schütteln packte die Philister. 15Da erschraken die Anführer Edoms, die Mächtigen Moabs begannen zu zittern, Kanaans Bewohner verloren den Mut. 16Furcht und Schrecken packte sie. Vor deinem mächtigen Arm wurden sie starr wie Stein, bis dein Volk hindurchzog, Jahwe, bis hindurchzog das Volk, das dir gehört. 17Du…
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Footnotes
- 3Weg … Philister. Es wäre der Weg an der Küste des Mittelmeeres entlang gewesen, der bei ungestörter Reise nur zehn Tage gedauert hätte. Er war aber einerseits durch eine Kette ägyptischer Festungen gesichert und hätte andererseits in Kanaan zuerst durch das Gebiet der kriegerischen Philister geführt.
- 5Etam. Das ägyptische Wort bedeutet „Festung“. Wahrscheinlich handelte es sich um eine der Festungen, die die Ostgrenze von Ägypten bewachten.
- 1Migdol ist das semitische Wort für Festung. Alle genannten Orte können Festungen meinen, die in der Nähe des heutigen Suez-Kanals lagen. Pi-Hahirot und Migdol werden in ägyptischen Quellen genannt.
- 2Wagenkämpfer. Die Streitwagenbesatzung bestand normalerweise aus dem Wagenlenker und einem Bogenschützen.
- 3kühn. Wörtlich: Mit erhobener Hand.
- 1Jah. Kurzform für Jahwe.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden