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Sacharja 8–14

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Die Antwort: Aus Fasten werden Feste! (8)

Fünf Verheißungen

81Es kam das Wort Jahwes, des Allmächtigen: 2„So spricht Jahwe, der Allmächtige: ‚Ich brenne vor Liebe zu Zion, und ich glühe vor Zorn wegen seines Zustands.‘

3So spricht Jahwe: ‚Ich kehre nach Zion zurück und werde in der Stadt wohnen. Stadt der Wahrheit wird man Jerusalem nennen, und den Berg, auf dem der allmächtige Gott wohnt, Heiliger Berg.‘

4So spricht Jahwe, der allmächtige Gott: ‚Auf den Plätzen der Stadt werden wieder hochbetagte Männer und Frauen sitzen, vor Alter auf ihren Stab gestützt; 5und sie werden den spielenden Kindern zusehen, den Jungen und Mädchen, von denen die Plätze wimmeln.‘

6So spricht Jahwe, der Allmächtige: ‚Wenn es dem Rest dieses Volkes dann auch wunderbar erscheinen wird, so doch nicht mir, dem allmächtigen Gott!‘

7So spricht Jahwe, der Allmächtige: ‚Ja, ich werde mein Volk vom Osten bis zum Westen aus allen Ländern heraus retten. 8Ich werde sie nach Hause bringen und lasse sie in Jerusalem wohnen. Sie werden mein Volk und ich werde ihr Gott sein, treu und gerecht.‘ “

Zwei Ermutigungen

9So spricht Jahwe, der Allmächtige: „Fasst Mut und packt an! Auch für euch gilt, was die Propheten gesagt haben, als das Fundament zum Wiederaufbau des Tempels gelegt wurde. 10Denn vor dieser Zeit brachte eure Arbeit und die eurer Tiere keinen Ertrag. Nie fühlte man sich sicher vor dem Feind, beim Hinausgehen nicht und beim Heimkommen auch nicht. Alle Menschen ließ ich gegeneinander los. 11Aber von jetzt an werde ich dem Rest meines Volkes anders begegnen, versichert Jahwe, der allmächtige Gott, 12denn es wird eine Saat des Friedens geben. Der Weinstock wird seine Frucht geben, der Boden seinen Ertrag und der Himmel seinen Tau. Das alles gebe ich dem Rest dieses Volkes als Eigentum. 13Und wie ihr vorher den Völkern als Fluchwort gedient habt, ihr aus Juda und Israel, so werde ich euch retten, damit ihr zum Inbegriff des Segens werdet. Habt also keine Angst und packt an!“

14Denn das sagt Jahwe, der Allmächtige: „So wie ich mir vorgenommen hatte, euch Böses zu tun, als eure Väter mich zum Zorn reizten, und mich durch nichts davon abbringen ließ, 15so habe ich nun beschlossen, Jerusalem und den Juden Gutes zu tun. Habt also keine Angst! 16Doch folgende Dinge müsst ihr tun: Sagt einander die Wahrheit! Fällt wahrhaftige Urteile zum Frieden im Gericht! 17Seid nicht darauf aus, einander zu schaden, und liebt keine verlogenen Schwüre! Denn das ist mir verhasst, sagt Jahwe.“

Die zweite Antwort

18Es kam das Wort Jahwes, des Allmächtigen, zu mir: 19„So spricht Jahwe, der Allmächtige: Die Fast- und Trauertage im Januar, im Juli, im August und im Oktober werden den Juden zu fröhlichen Festtagen mit Jubel und Freude werden. Doch Wahrheit und Frieden müsst ihr lieben!“

Erweckung unter den Völkern

20So spricht Jahwe, der Allmächtige: „Es wird noch geschehen, dass viele Völker herbeikommen und die Bewohner ganzer Städte. 21Die Einwohner der einen Stadt werden zur anderen gehen und sagen: ‚Kommt, wir wollen hingehen, um Jahwe anzuflehen, ja wir suchen Jahwe, den allmächtigen Gott! Auch ich will hingehen.‘ 22So werden viele und große Völker nach Jerusalem kommen, um Jahwe, den allmächtigen Gott, aufzusuchen und seine Gnade zu erbitten.“

23So spricht Jahwe, der allmächtige Gott: „Dann wird man es erleben, dass zehn Männer aus ganz unterschiedlichen Völkern sich an einen Juden hängen. Sie werden sich an seinem Gewand festhalten und sagen: ‚Lasst uns mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott bei euch ist.‘ “

9–14: Das Wort als Last

Gott sucht die Nachbarvölker heim (9)

Die Nachbarn Israels

91Das Wort Jahwes wird lasten auf dem Land Hadrach1 und ruhen auf Damaskus, denn die Blicke aller Menschen sind auf Jahwe gerichtet, nicht nur die der Stämme Israels. 2Sein Wort erreicht auch Hamat, das an Hadrach grenzt, und kommt ebenso nach Tyrus und Sidon2, wo die Leute so weise sind. 3Tyrus hat sich zwar eine Festung gebaut und Berge von Silber und Gold aufgehäuft.3 4Doch der Herr wird es erobern, seine Mauer ins Meer stürzen und die ganze Stadt einäschern. 5Wenn ‹die Philister aus› Aschkelon, Gaza und Ekron das erfahren, werden sie vor Angst zittern, denn das, worauf sie ihre Hoffnung setzten, ist jetzt dahin. Aus Gaza5 wird der König verschwinden, Aschkelon wird unbewohnt sein 6und in Aschdod wird nur noch Gesindel hausen. „So werde ich den Hochmut der Philister brechen!“, sagt Jahwe. 7„Ich werde ihnen das blutige Opferfleisch aus dem Mund reißen, das abscheuliche Mahl aus den Zähnen zerren.“ Ein Rest der Philister wird dann zu unserem Gott gehören. Diese Philister werden wie eine Sippe in Juda sein, und die Leute von Ekron wie die Jebusiter unter uns. 8„Und ich selbst“, sagt Jahwe, „stelle mich als Wache vor mein Haus Israel6, zum Schutz vor den Truppen, die hin- und herziehen. Kein fremder Herrscher soll mehr hindurchziehen, denn ich achte jetzt auf mein Volk!“

Die Ankunft des Königs

9Freue dich, du Zionsstadt! Jubelt laut, ihr Leute von Jerusalem! Seht, euer König kommt zu euch! Er ist gerecht vor Gott, und er bringt die Rettung. Er ist demütig und reitet auf einem Fohlen, dem männlichen Jungtier einer Eselin. 10„Ich vernichte die Streitwagen aus Efraïm8 und die Pferde aus Jerusalem!“, sagt er. Die Waffen werden zerstört. Er wird den Völkern Frieden gebieten! Von Meer zu Meer reicht seine Herrschaft, vom Strom des Euphrat bis zu den Enden der Erde.

Gottes Waffe: Israel

11„Und was dich betrifft, Israel, so lasse ich deine Gefangenen frei aus der Grube, die kein Wasser hat9 – und zwar wegen meines Bundes mit dir, der mit Blut besiegelt ist. 12Kehrt heim, ihr Gefangenen voller Hoffnung! Kehrt heim in die sichere, befestigte Stadt! Auch heute verspreche ich dir doppelte Entschädigung. 13Ja, ich habe mir Juda als Bogen gespannt und den Köcher mit Efraïm gefüllt. Und deine Söhne, Zion, werde ich zum Schwert gegen Griechenlands Kämpfer machen, dem Schwert eines Helden.“ 14Jahwe selbst wird über ihnen erscheinen, und sein Pfeil fährt aus wie der Blitz. Jahwe, der Herr, stößt ins Horn, er fegt einher in den Stürmen des Südens. 15Jahwe, der allmächtige Gott, wird sein Volk beschützen. Schleudersteine werden um sich fressen, Menschen zu Boden strecken und Blut saufen wie Wein. Sie werden so voll sein mit Blut wie die Opferschale und wie die Ecken des Altars. 16So wird Jahwe, ihr Gott, die Herde seines Volkes an jenem Tag retten. Dann werden sie wie Edelsteine im Stirnreif funkeln über seinem Land. 17Wie anmutig und schön! Junge Männer und Mädchen lässt er heranwachsen wie Korn und jungen Wein.

Falsche und richtige Hirten (10–11)

Musterung der Götzendiener

101Bittet Jahwe um Regen, wendet euch an ihn zur Regenzeit! Denn Jahwe ist es, der die Wetterwolken zusammenballt. Er lässt regnen und er gibt dem Menschen das Grün auf dem Feld. 2Die Hausgötzen haben nur Unsinn geredet und die Wahrsager Trügerisches geschaut. Sie haben euch erlogene Träume verkündet und spendeten windigen Trost. Darum mussten sie fortziehen wie Schafe, die im Elend sind, denn kein Hirt kümmert sich um sie. 3„Über die Hirten ist mein Zorn entflammt, über die Leitböcke will ich Musterung halten!“

Jahwe, der allmächtige Gott, mustert seine Herde, Judas Volk, und macht ein prächtiges Streitross daraus.

Gottes Held: Israel

4Aus Juda kommen Eckpfeiler, Zeltpflock und Kriegsbogen hervor und dazu die mächtigen Führer. 5Sie werden wie Helden kämpfen und die Feinde zertreten wie Straßendreck. Ja, sie können kämpfen, denn Jahwe steht ihnen bei. Selbst die Reiter hoch zu Ross werden an ihnen zuschanden. 6„Ich mache Judas Nachkommen stark und die von Josef rette ich. Ich habe Erbarmen mit ihnen, und sie kehren wieder heim. Es wird so sein, als hätte ich sie niemals verstoßen. Denn ich bin Jahwe, ihr Gott, ich erhöre sie! 7Efraïms Männer werden wie Helden kämpfen und fröhlich sein, als ob sie Wein getrunken hätten. Ihre Kinder werden jubeln, wenn sie es sehen, und preisen von Herzen Jahwe. 8Ich will ihnen pfeifen und sie zusammenholen, denn ich habe sie erlöst. Und sie werden so zahlreich sein wie einst. 9Habe ich sie auch unter die Völker gesät – wenn sie dann in der Ferne an mich denken, werden sie am Leben bleiben und kommen mit ihren Kindern zurück. 10Ich lasse sie heimkehren aus Ägypten und Assyrien und siedle sie in Gilead und dem Libanon1 an, doch nicht einmal dort werden sie genug Platz haben. 11Sie gehen in Angst durchs Meer, doch ich treibe seine Wogen zurück und lasse den Nilstrom versiegen. Der Hochmut Assyriens wird gestürzt und die Macht Ägyptens gebrochen. 12Ich mache sie stark in Jahwe, und in seinem Namen leben sie!“, spricht Jahwe, der allmächtige Gott.

Das Heulen der Hirten

111Öffne deine Tore, Libanon, dass Feuer deine Zedern1 verzehrt! 2Heult auf, ihr Zypressen2: die Zedern sind gestürzt, die Herrlichen dahin. Heult, ihr Eichen von Baschan, denn niedergelegt wurde der undurchdringliche Wald. 3Und hört ihr, wie die Hirten heulen? Auch ihre Herrlichkeit ist dahin. Hört ihr das Brüllen der jungen Löwen? Selbst der Jordan-Urwald ist nicht mehr.

Zwei Hirten

4Jahwe, mein Gott, sagte zu mir: „Weide die Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind! 5Ihre Besitzer schlachten sie ab und fühlen sich doch ohne Schuld; ihre Verkäufer stoßen sie ab und sagen noch: ‚Jahwe sei gelobt, ich bin jetzt reich!‘ Keiner der Hirten schont seine Tiere. 6Darum werde auch ich die Bewohner der Erde nicht mehr verschonen. Ich lasse sie in die Hände ihrer Nachbarn fallen und liefere sie ihren Königen aus. Und selbst wenn diese das ganze Land verwüsten, ich befreie niemand aus ihrer Gewalt.“

7Da weidete ich die zum Schlachten bestimmten Schafe der Viehhändler. Ich nahm mir zwei Hirtenstäbe, den einen nannte ich „Freundschaft“ und den anderen „Verbundenheit“. Als ich nun die Herde weidete 8und in einem Monat drei Hirten beseitigt hatte, verlor ich die Geduld mit den Schafen, und auch sie wollten nichts von mir wissen. 9Da sagte ich: „Ich will euch nicht mehr weiden. Was stirbt,…

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Fußnoten

  1. 1Land Hadrach. Die Region von Hatarika, nördlich der Stadt Hamat, am Fluss Orontes – 200 km nördlich von Damaskus.
  2. 2Tyrus und Sidon waren die wichtigsten Hafenstädte Phöniziens (heute: Libanon).
  3. 3Tyrus … aufgehäuft. Die Stadt hatte sich nach der Zerstörung durch Nebukadnezzar auf der vorgelagerten Insel eine als uneinnehmbar geltende Festung gebaut. Der Reichtum dieses Handelszentrums war sprichwörtlich.
  4. 5Gaza. Von den damals noch bestehenden Philisterstädten leistete Gaza als einzige Widerstand gegen Alexander den Großen und wurde im Sturm erobert.
  5. 6Wache vor mein Haus Israel. Jerusalem wurde wunderbar bewahrt. Alexander der Große verschonte die Stadt und gewährte den Juden besondere Vergünstigungen.
  6. 8Efraïm. Der Name des Stammes stand oft stellvertretend für das ehemalige Nordreich Israel. Jetzt offenbar für die Israeliten, die nördlich von Juda lebten.
  7. 9Grube, die kein Wasser hat. Wohl eine trockene Zisterne, die als Gefängnis genutzt wurde.
  8. 1dem Libanon an. Israel wird schon so dicht besiedelt sein, dass sie nur noch östlich des Jordan und im Norden Platz finden.
  9. 1Zeder. Prächtiger Nadelbaum mit ausgebreiteter Krone, kann mehr als 1000 Jahre alt und bis zu 40 m hoch werden.
  10. 2Zypressen. Schlanke, kegelförmige Nadelbäume, bis zu 50 Meter hoch.