Logos Bible Study

Richter 2,6–3,6

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Israels Untreue

6Als Josua damals die Versammlung bei Sichem4 aufgelöst hatte, waren die Israeliten in die ihnen zugeteilten Gebiete gezogen, um sie in Besitz zu nehmen. 7Solange Josua lebte, diente das Volk Jahwe, und auch noch solange die Ältesten lebten, die die großen Taten Jahwes für Israel gesehen hatten. 8Doch dann starb Josua Ben-Nun, der Diener Jahwes, 110 Jahre alt. 9Sie bestatteten ihn auf seinem Erbbesitz in Timnat-Heres5, im Gebirge Efraïm6, nördlich vom Berg Gaasch7. 10Schließlich starb jene ganze ältere Generation und es wuchs eine neue heran, die Jahwe nicht kannte und seine großen Taten für Israel nicht miterlebt hatte.

11Da fingen die Israeliten an, den Baalen zu dienen, was Jahwe als sehr böse ansah. 12So verließen sie Jahwe, den Gott ihrer Vorfahren, der sie aus Ägypten herausgeführt hatte, und liefen fremden Göttern nach. Sie warfen sich vor den Göttern ihrer Nachbarvölker nieder und reizten Jahwe auf diese Weise zum Zorn, 13denn sie verließen ihn dadurch, dass sie Baal und Astarte9 verehrten. 14Da wurde Jahwe zornig über Israel. Er ließ räuberische Beduinen über sie herfallen, die sie ausplünderten. Er lieferte sie der Gewalt ihrer feindlichen Nachbarvölker aus, sodass sie ihnen keinen Widerstand mehr leisten konnten. 15Sooft sie auch in den Kampf zogen, stellte sich Jahwe gegen sie, wie er es ihnen mit einem Schwur angedroht hatte. So gerieten sie in schwere Bedrängnis. 16Aber dann ließ Jahwe ihnen immer wieder besondere Führer erstehen, die Richter, die sie aus der Gewalt der plündernden Nachbarstämme befreiten. 17Aber auch auf ihre Richter hörten sie nicht lange, sondern gaben sich wie Huren immer wieder anderen Göttern hin und warfen sich vor ihnen nieder. Schnell kamen sie vom rechten Weg ab, den ihre Väter gegangen waren, und gehorchten den Geboten Jahwes nicht mehr. 18Trotzdem ließ Jahwe ihnen immer wieder Richter erstehen und stand diesen zur Seite. Er befreite sein Volk aus der Gewalt ihrer Feinde, solange die Richter lebten, denn er hatte Mitleid mit ihnen, wenn sie unter ihren Unterdrückern und Peinigern ächzten. 19Doch sobald der Richter gestorben war, wurden die Israeliten rückfällig und trieben es noch schlimmer als ihre Vorfahren. In ihrem Trotz hörten sie einfach nicht auf, den anderen Göttern nachzurennen, sie zu verehren und sich vor ihnen niederzuwerfen. 20Da flammte Jahwes Zorn gegen Israel auf. Er fasste den Beschluss: „Weil dieses Volk ständig den Bund bricht, den ich mit ihren Vorfahren geschlossen habe, weil es mir einfach nicht gehorchen will, 21werde auch ich kein einziges Volk mehr vor ihnen vertreiben. Die Völker, die Josua bis zu seinem Tod nicht vertreiben konnte, lasse ich im Land, 22um die Israeliten auf die Probe zu stellen, ob sie wie ihre Vorfahren auf meinem Weg bleiben oder nicht.“ 23Deshalb hatte Jahwe diese Völker im Land bleiben lassen und sie nicht so schnell vertrieben; und deshalb hatte er sie auch Josua nicht in die Hand gegeben.

3–16: Die Zyklen von Abfall und Umkehr

Fremde Völker unter den Israeliten

31Einige Völker ließ Jahwe im Land bleiben, um durch sie die späteren Generationen der Israeliten zu prüfen, die von den Kämpfen um Kanaan nichts mehr wussten. 2Er wollte erkennen, wie sich diese Generationen, die den Krieg nicht mehr kannten, verhalten würden, wenn er sie den Krieg zu führen lehrte. 3Dazu gebrauchte er die fünf Fürsten der Philister1, alle Kanaaniter und Sidonier2 und die Hiwiter3, die im Libanongebirge4 zwischen dem Baal-Hermon5 und Lebo-Hamat6 wohnen. 4Durch sie sollten die Israeliten auf die Probe gestellt werden, damit in Erfahrung gebracht würde, ob sie den Geboten gehorchen, die Jahwe ihren Vorfahren durch Mose gegeben hatte. 5Die Israeliten wohnten also unter den Kanaanitern, Hetitern, Amoritern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern7. 6Und was taten sie? Sie nahmen sich deren Töchter zu Frauen und verheirateten ihre eigenen Töchter mit deren Söhnen. Und sie dienten deren Göttern.

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Footnotes

  1. 4Sichem. Strategisch und religiös bedeutende Stadt auf dem Pass (Sichem = Schulter) zwischen den Bergen Ebal im Norden und Garizim im Süden.
  2. 5Timnat-Heres. Andre Form für Timnat-Serach, 29 km nordwestlich von Jerusalem.
  3. 6Efraïm. Zentrale Bergkette des Westjordanlandes, damals dicht bewaldet.
  4. 7Gaasch. Der Berg und die gleichnamige Stadt liegen etwa 30 km südwestlich von Sichem.
  5. 9Astarte. In Kanaan Gemahlin Baals, wurde als Fruchtbarkeitsgöttin verehrt.
  6. 1Die Philister bewohnten die südlichen Küstenstädte Aschdod, Askalon, Ekron, Gat und Gaza.
  7. 2Sidonier. Einwohner der Stadt Sidon, hier wohl für Phönizier, Bewohner des Libanon.
  8. 3Hiwiter. Auch die Einwohner der Städte Gibeon, Kefira, Beërot und Kirjat-Jearim gehörten zu den Hiwitern.
  9. 4Libanongebirge. Das weiße Gebirge. 170 km lange und 25 km breite Gebirgskette am Mittelmeer nördlich von Israel, deren höchste Gipfel (über 3000 Meter) fast ganzjährig mit Schnee bedeckt sind. Berühmt sind die bis zu 40 Meter hohen Zedern.
  10. 5Baal-Hermon. Drei fast gleich hohe (über 2800 Meter) schneebedeckte Gipfel in Nordgaliläa. Der Hermon wurde von den vorisraelischen Bewohnern als heilig verehrt, deshalb Baal-Hermon.
  11. 6Lebo-Hamat. Heute: Labwe, etwa 70 km nördlich vom Hermon.
  12. 7Die Jebusiter siedelten auf dem Gebirge Kanaans und in Jebus (Jerusalem).