Logos Bible Study

Richter 10,17–11,33

Neue evangelistische ÜbersetzungOther versions

German

Arabic

Czech

English

French

Hebrew

Hungarian

Italian

Korean

Latin

Portuguese

Russian

Simplified Chinese

Spanish

Traditional Chinese

Jiftach wird Richter

17Die Ammoniter hatten ihre Truppen zusammengezogen und ihr Lager in Gilead aufgeschlagen. Die Männer Israels hatten ein Lager bei Mizpa bezogen. 18Da sagten sich die führenden Männer von Gilead4: „Wir brauchen einen Heerführer, der den Kampf gegen die Ammoniter aufnimmt.“ Und sie beschlossen: „Diesen Mann werden wir zum Oberhaupt aller Bewohner Gileads machen.“

111Nun gab es dort einen ausgezeichneten Krieger namens Jiftach. Allerdings war er der Sohn einer Prostituierten mit einem Mann namens Gilead. 2Dieser Gilead hatte auch Söhne von seiner Ehefrau. Als diese herangewachsen waren, vertrieben sie Jiftach: „Du hast keinen Anteil an unserem Familienbesitz“, sagten sie, „denn du stammst von einer anderen Frau.“ 3So war Jiftach von seinen Brüdern weggegangen und lebte im Land Tob1. Er sammelte Männer um sich, die nichts mehr zu verlieren hatten und ihm auf seinen Raubzügen folgten. 4Einige Zeit später hatten die Ammoniter den Krieg mit Israel angefangen. 5Da machten sich die führenden Männer von Gilead auf den Weg, um Jiftach aus dem Land Tob zurückzuholen. 6„Komm, sei du unser Anführer gegen die Ammoniter!“, sagten sie zu ihm. 7Doch Jiftach entgegnete: „Habt ihr mich nicht verachtet und aus dem Haus meines Vaters vertrieben? Und jetzt, wo ihr in Not seid, kommt ihr ausgerechnet zu mir?“ 8Doch die Ältesten von Gilead erwiderten: „Wir haben dich aufgesucht, damit du mit uns gegen die Ammoniter kämpfst. Du sollst unser Oberhaupt und Anführer aller Bewohner Gileads werden.“ 9„Ihr meint also, wenn Jahwe mir den Sieg über die Ammoniter schenkt, soll ich tatsächlich euer Oberhaupt werden?“, fragte Jiftach. 10„Ja“, sagten die Ältesten, „wir schwören es vor Jahwe! So soll es geschehen!“ 11Da ging Jiftach mit den Ältesten von Gilead. Das Volk setzte ihn auch als Oberhaupt und Anführer ein. Und in Mizpa brachte Jiftach noch einmal alle seine Anliegen vor Jahwe.

Verhandlung mit dem König von Ammon

12Dann schickte Jiftach Boten zum König der Ammoniter und ließ ihm sagen: „Warum führst du Krieg gegen mein Land? Was ist zwischen uns passiert?“ 13Der König ließ ihm antworten: „Weil Israel mir mein Land genommen hat, als es aus Ägypten kam, das ganze Gebiet zwischen den Flüssen Arnon2 und Jabbok3 und im Westen bis an den Jordan. Gebt mir das Land jetzt freiwillig zurück!“ 14Da schickte Jiftach noch einmal Boten an den ammonitischen König 15und ließ ihm sagen: „So spricht Jiftach: Israel hat weder das Land Moab noch das der Ammoniter an sich genommen. 16Es war vielmehr so: Als Israel Ägypten verlassen hatte, durchquerte es die Wüste bis zum Schilfmeer und kam bis nach Kadesch4. 17Von dort schickte Israel Boten zum König von Edom und bat ihn, durch sein Land ziehen zu dürfen. Doch der erlaubte es nicht. Auch zum König von Moab schickte Israel Boten. Aber auch der wollte nicht. So blieben die Israeliten in Kadesch. 18Später umgingen sie das Land der Edomiter5 und Moabiter auf dem Weg durch die Wüste und kamen dann von Osten wieder an die Grenze des Landes Moab, an den Arnon. Sie drangen jedoch nicht ins Land ein, sondern bezogen ihr Lager auf der anderen Seite des Arnon. 19Dann schickten sie Boten zum Amoriterkönig Sihon nach Heschbon6 und baten ihn, durch sein Land bis an ihren Bestimmungsort ziehen zu dürfen. 20Doch Sihon glaubte nicht, dass Israel nur durch sein Land ziehen wollte, und rief alle seine Truppen nach Jahaz7 zusammen und kämpfte gegen Israel. 21Aber Jahwe, Israels Gott, gab Sihon und sein ganzes Heer in Israels Hand. So konnte es das Land der Amoriter in Besitz nehmen, denn die Amoriter wohnten damals 22in diesem Gebiet, das vom Fluss Arnon bis an den Jabbok und von der Wüste bis an den Jordan reichte. 23Jahwe, der Gott Israels, hat die Amoriter vor seinem Volk vertrieben, und da willst du uns wieder aus diesem Land verdrängen? 24Wenn dein Gott Kemosch jemand vor dir vertreibt, dann nimmst du doch auch sein Land in Besitz. Und wenn unser Gott Jahwe irgendjemand vor uns vertreibt, machen wir es genauso. Wir nehmen sein Land in Besitz. 25Glaubst du wirklich, dass du besser bist als Balak Ben-Zippor der König von Moab? Hat er es vielleicht gewagt, einen Streit mit Israel anzufangen oder gar einen Krieg? 26Dreihundert Jahre lang wohnte Israel in Heschbon und Aroër9 und den dazugehörigen Ortschaften und in all den Städten am Arnon. Warum habt ihr uns diese in all den Jahren nicht weggenommen? 27Ich habe dir kein Unrecht getan, sondern du tust Unrecht, wenn du ohne Ursache Krieg anfängst. Jahwe ist Richter! Er soll jetzt zwischen Israel und Ammon entscheiden.“ 28Doch der König von Ammon hörte nicht auf die Botschaft Jiftachs.

Sieg über die Ammoniter

29Da kam der Geist Jahwes über Jiftach. Er durchzog das ganze Gebiet von Gilead und Manasse, um seine Truppen zu sammeln, und kehrte dann nach Mizpa zurück. Von dort aus zog er in den Kampf gegen die Ammoniter. 30Dabei gelobte er Jahwe: „Wenn du die Ammoniter wirklich in meine Hand gibst 31und ich wohlbehalten zurückkehre, dann soll derjenige, der mir als Erster aus meinem Zuhause entgegenkommt, Jahwe gehören; ich werde ihn Jahwe als Brandopfer darbringen.“ 32Dann zog Jiftach in den Kampf gegen die Ammoniter. Und Jahwe gab sie in seine Gewalt. 33Er besiegte sie von Aroër an bis nach Minnit10 und eroberte zwanzig Städte bis nach Abel-Keramim11. Das war eine vernichtende Niederlage für die Ammoniter, und sie mussten sich vor den Israeliten beugen.

Read in Logos

Footnotes

  1. 4Männer von Gilead. Das müssen Vertreter der Stämme Ruben, Gad und Ost-Manasse gewesen sein, die in diesem Gebiet lebten.
  2. 1Tob. Gebiet um die Stadt Tob, nördlich vom Königreich Ammon und östlich vom Stammesgebiet Manasses.
  3. 2Arnon. Fluss, etwa 44 km lang. Er mündet ins Tote Meer und bildete die Südgrenze Israels im Ostjordangebiet.
  4. 3Jabbok. Der Fluss mündet etwa 80 km nördlich vom Arnon in den Jordan.
  5. 4Kadesch. Im Süden des Negev an der Grenze zum Königreich Edom, etwa 80 km südwestlich von Beerscheba.
  6. 5Die Edomiter waren Nachkommen Esaus und bewohnten das Land östlich der Araba und südlich vom Toten Meer.
  7. 6Heschbon. Die Stadt liegt 25 km östlich der Jordanmündung ins Tote Meer, 19 km südwestlich von Rabba (heute Amman).
  8. 7Jahaz. Moabitische Stadt auf der Hochfläche des Ostjordanlandes, östlich vom Toten Meer.
  9. 9Aroër. Stadt am Nordufer des Arnon.
  10. 10Minnit. Ammonitischer Ort an der Straße von Heschbon nach Rabba.
  11. 11Abel-Keramim liegt 8 km südlich von Rabba.