Psalm 139,1–24
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Von Gott durchschaut
1391Dem Chorleiter. Ein Psalmlied von David.
Jahwe, du hast mich erforscht und erkannt. 2Ob ich sitze oder stehe, du weißt es, du kennst meine Gedanken von fern. 3Ob ich ruhe oder gehe, du prüfst es, mit all meinen Wegen bist du vertraut. 4Noch eh das Wort auf meine Zunge kommt, hast du es schon gehört, Jahwe. 5Von allen Seiten umschließt du mich, ich bin ganz in deiner Hand. 6Das ist zu wunderbar für mich, es zu begreifen, zu hoch, dass ich es versteh!
7Wohin sollte ich gehen, um dir zu entkommen, wohin fliehen, dass du mich nicht siehst? 8Stiege ich zum Himmel hinauf, so bist du da, legte ich mich zu den Toten, da wärst du auch. 9Nähme ich die Flügel des Morgenrots und ließe mich nieder am Ende des Meeres, 10auch dort würdest du mich führen, deine Hand hielte mich fest. 11Sagte ich: „Die Finsternis umschließe mich, das Licht um mich werde Nacht!“ 12Auch die Finsternis ist nicht finster vor dir, die Nacht leuchtet vor dir wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht.
13Denn du selbst hast mein Inneres gebildet, mich zusammengefügt im Leib meiner Mutter. 14Ich preise dich, dass ich so wunderbar und staunenswert erschaffen bin. Ja, das habe ich erkannt: Deine Werke sind wunderbar! 15Nie war ich unsichtbar für dich, als ich unbemerkt Gestalt annahm, in irdischer Tiefe kunstvoll zusammengefügt. 16Du sahst mich schon, als ich ein einziger Knäuel1 ‹in meiner winzig kleinen Zelle› war. Und bevor mein erster Tag begann, stand mein Leben längst in deinem Buch.
17Wie kostbar, Gott, sind mir deine Gedanken! Es sind so unfassbar viele! 18Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand. Und wenn ich erwache, bin ich noch immer bei dir. 19Würdest du, Gott, doch den Gottlosen töten! Ihr blutgierigen Menschen, macht euch fort! 20Sie reden nur mit Hinterlist von dir, lehnen sich vergeblich gegen dich auf. 21Sollte ich nicht hassen, die dich hassen, Jahwe, und verachten, die aufstehen gegen dich? 22Ich hasse sie mit äußerstem Hass und betrachte sie auch als Feinde für mich.
23Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz! Prüfe mich und erkenne meine Gedanken! 24Sieh, ob ein gottloser Weg mich verführt, und leite mich auf dem ewigen Weg!
Footnotes
- 1Knäuel. Hier könnte man an den zusammengefalteten DNA-Strang in der befruchteten Eizelle denken.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden