Logos Bible Study

Numeri 11–13

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11–20: Unterwegs nach Kadesch

Offener Ungehorsam im Volk (11–14)

Unzufriedenheit im Volk

111Das Volk lag Jahwe mit schweren Klagen in den Ohren. Als Jahwe das vernahm, entflammte sein Zorn. Er schickte ein Feuer, das am Rand des Lagers aufloderte und um sich fraß. 2Da schrie das Volk zu Mose um Hilfe. Mose betete zu Jahwe und das Feuer fiel in sich zusammen. 3Den Ort nannte man Tabera, Brand, weil das Feuer Jahwes gegen sie aufgelodert war.

4Doch das hergelaufene Gesindel unter ihnen wurde gierig. Aber auch die Israeliten fingen wieder an zu jammern und sagten: „Wer gibt uns Fleisch zu essen? 5Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst bekamen, an die Gurken und Melonen, den Porree, die Zwiebeln und den Knoblauch. 6Uns ist jetzt der Appetit vergangen, denn nichts von alldem ist da. Hier sehen wir immer nur das Manna.“

7Das Manna war wie Koriandersamen2 und sah aus wie Bedolach-Harz3. 8Die Leute streiften umher, sammelten es ein, zermahlten es in Handmühlen oder zerstampften es in Mörsern, sie kochten es im Topf oder machten Brotfladen daraus. Es hatte einen Geschmack wie Ölkuchen. 9Wenn nachts der Tau auf das Lager fiel, fiel auch das Manna.

10Mose hörte die Leute jammern, eine Sippe wie die andere. Sie standen vor ihren Zelten und der Zorn Jahwes flammte heftig auf. Das missfiel Mose sehr. 11Er sagte zu Jahwe: „Warum behandelst du deinen Diener so schlecht und womit habe ich es verdient, dass du die Last dieses ganzen Volkes auf mich legst? 12Bin ich denn mit diesem Volk schwanger gegangen oder habe ich es geboren, dass du von mir verlangst, es wie ein Wärter an der Brust zu tragen und in das Land zu bringen, das du ihren Vätern zugesagt hast? 13Woher soll ich denn Fleisch nehmen, um es diesem ganzen Volk zu geben? Sie liegen mir in den Ohren mit ihrem Geschrei und wollen Fleisch zu essen haben. 14Ich allein kann dieses Volk nicht tragen. Das ist mir zu schwer. 15Wenn du aber weiter so mit mir umgehen willst, dann töte mich lieber, wenn du mir gnädig bist, damit ich mein Unglück nicht länger ansehen muss.“

16Da sagte Jahwe zu Mose: „Versammle mir siebzig Männer von den Ältesten Israels, von denen du weißt, dass sie sich als Aufseher des Volkes bewährt haben, und nimm sie mit zum Offenbarungszelt. Dort sollen sie sich mit dir hinstellen. 17Dann komme ich herab und rede dort mit dir. Ich nehme von dem Geist, der auf dir ruht, und lege ihn auf sie. So können sie zusammen mit dir an der Last des Volkes tragen, und du musst es nicht mehr allein tun. 18Zum Volk aber sollst du sagen: ‚Heiligt euch für morgen, da werdet ihr Fleisch zu essen haben, denn ihr habt Jahwe die Ohren vollgejammert und gefragt, wer euch Fleisch zu essen gibt, denn in Ägypten wäre es euch ja gut gegangen.‘ Jahwe wird euch Fleisch geben, das ihr essen könnt. 19Und das nicht nur ein, zwei Tage lang, auch nicht nur fünf, zehn oder zwanzig Tage, 20sondern einen ganzen Monat, bis es euch zum Hals heraushängt und euch übel davon wird. Denn ihr habt Jahwe verworfen, der unter euch gegenwärtig ist, und vor ihm gesagt: ‚Warum sind wir nur aus Ägypten gezogen?‘ “

21Da erwiderte Mose: „Das Volk, zu dem ich gehöre, zählt 600 Mann-Einheiten zu Fuß und du sagst, dass du ihnen einen Monat lang Fleisch zu essen geben willst? 22Können denn so viele Schafe, Ziegen und Rinder für sie geschlachtet werden, dass es für alle genug ist? Oder soll man alle Fische des Meeres für sie fangen, dass es reicht?“ 23Jahwe sagte zu Mose: „Ist die Hand Jahwes etwa zu kurz? Jetzt wirst du sehen, ob mein Wort eintrifft oder nicht.“

24Mose ging hinaus und teilte dem Volk mit, was Jahwe ihm gesagt hatte. Dann versammelte er siebzig Männer von den Ältesten Israels und stellte sie rings um das Zelt auf. 25Da kam Jahwe in der Wolke herab und sprach mit ihm. Er nahm von dem Geist, der auf Mose ruhte, und legte ihn auf die siebzig Männer, die Ältesten. Als der Geist Gottes über sie kam, redeten sie auf einmal wie Propheten, aber nur für kurze Zeit. 26Zwei von den Männern, die auf der Liste standen, waren nicht zum Zelt hinausgegangen, sondern im Lager zurückgeblieben. Einer hieß Eldad, der andere Medad. Auch auf sie kam der Geist und sie redeten wie Propheten im Lager. 27Da lief ein junger Mann zu Mose und berichtete ihm: „Im Lager reden Eldad und Medad wie Propheten.“ 28Josua Ben-Nun, der von Jugend an Moses Diener war, sagte: „Lass das nicht zu, mein Herr, Mose!“ 29Aber Mose sagte zu ihm: „Was eiferst du für mich? Könnten doch alle im Volk Jahwes Propheten sein, weil Jahwe seinen Geist auf sie legt!“ 30Dann zog Mose sich mit den Ältesten Israels ins Lager zurück.

31Nun brach ein Wind los, von Jahwe geschickt. Er trieb Wachteln vom Meer heran und ließ sie ins Lager einfallen. Sie flatterten in einem Umkreis von ungefähr 30 Kilometern und in einer Höhe von etwa einem Meter über dem Boden herum. 32Den ganzen Rest des Tages, die folgende Nacht und noch den nächsten Tag sammelte das Volk die Wachteln ein. Das wenigste, was einer zusammenbrachte, waren vielleicht 700 Wachteln.6 Sie breiteten die Tiere rings um das Lager zum Dörren aus. 33Doch hatten sie das Fleisch noch zwischen den Zähnen, es war noch nicht zerkaut, da flammte Jahwes Zorn gegen sie auf. Er schlug zu und traf das Volk mit einem schweren Schlag. 34Deshalb nannte man den Ort Kibrot-Taawa, Lustgräber, weil man dort die Leute begrub, die von der Gier gepackt worden waren. 35Von Kibrot-Taawa zog das Volk nach Hazerot und schlug dort sein Lager auf.

Rebellion der eigenen Geschwister

121Mirjam und Aaron redeten schlecht über Mose, weil er eine kuschitische Frau geheiratet hatte. 2Sie sagten: „Spricht Jahwe wirklich nur durch Mose? Spricht er nicht auch durch uns?“ Jahwe hörte es.

3Mose war ein demütiger Mann, bescheidener als alle anderen Menschen auf der Welt.

4Da sagte Jahwe plötzlich zu Mose, Aaron und Mirjam: „Kommt heraus zum Offenbarungszelt, ihr drei!“ So gingen sie hinaus, die drei. 5Da kam Jahwe in einer Wolkensäule herab, stellte sich an den Eingang des Zeltes und rief Aaron und Mirjam. Beide traten vor, 6und er sagte: „Hört her! Wenn ein Prophet Jahwes unter euch ist, dann offenbare ich mich ihm in einer Vision oder ich spreche im Traum zu ihm. 7Mit meinem Diener Mose aber ist es anders. Ihm habe ich die Verwaltung über mein ganzes Volk anvertraut. 8Mit ihm rede ich von Mund zu Mund in klaren und eindeutigen Worten.3 Er sieht sogar Jahwes Gestalt. Wie konntet ihr es da wagen, schlecht über meinen Diener Mose zu reden?“ 9Der Zorn Jahwes flammte gegen sie auf, und er ging weg.

10Als die Wolke das Zelt verlassen hatte, stellte sich plötzlich heraus, dass Mirjam von Aussatz überschneit war. Aaron drehte sich zu ihr um, und wirklich: Sie war aussätzig. 11Da sagte er zu Mose: „Bitte, mein Herr, leg nicht die Schuld dafür auf uns, dass wir uns erdreistet und gesündigt haben. 12Lass Mirjam doch nicht wie eine Totgeburt sein, deren Körper schon halb verwest ist, wenn sie aus dem Mutterschoß kommt!“

13Da schrie Mose zu Jahwe: „Gott, lass sie doch wieder gesund werden!“

14Jahwe antwortete: „Wenn ihr Vater ihr ins Gesicht gespuckt hätte, müsste sie sich sieben Tage lang schämen. Deshalb soll sie auch sieben Tage lang außerhalb des Lagers eingeschlossen bleiben. Dann könnt ihr sie wieder aufnehmen.“ 15So wurde Mirjam sieben Tage außerhalb vom Lager eingeschlossen. Das Volk zog aber nicht weiter, bis Mirjam wieder aufgenommen war. 16Dann verließen sie Hazerot und schlugen ihr Lager in der Wüste Paran auf.

Die Erkundung des Landes Kanaan

131Jahwe sagte zu Mose: 2„Du kannst einige Männer losschicken, die das Land Kanaan erkunden sollen, das ich den Israeliten geben will! Nimm dazu aus jedem Stamm je einen der führenden Männer!“ 3Da schickte Mose die Männer von der Wüste Paran aus los, wie Jahwe es ihm erlaubt hatte. Sie alle waren Führer unter den Israeliten. 4Es waren aus dem Stamm Ruben: Schammua Ben-Sakkur; 5aus dem Stamm Simeon: Schafat Ben-Hori; 6aus dem Stamm Juda: Kaleb Ben-Jefunne; 7aus dem Stamm Issachar: Jigal Ben-Josef; 8aus dem Stamm Efraïm: Hoschea Ben-Nun; 9aus dem Stamm Benjamin: Palti Ben-Rafu; 10aus dem Stamm Sebulon: Gaddiël Ben-Sodi; 11aus dem Stamm Manasse: Gaddi Ben-Susi; 12aus dem Stamm Dan: Ammiël Ben-Gemalli; 13aus dem Stamm Ascher: Setur Ben-Michael; 14aus dem Stamm Naftali: Nachbi Ben-Wofsi; 15aus dem Stamm Gad: Gëuël Ben-Machi. 16Diese zwölf Männer schickte Mose aus, um das Land zu erkunden. Hoschea Ben-Nun gab er den Namen Josua2.

17Als Mose sie losschickte, sagte er zu ihnen: „Nehmt den Weg durch den Negev und steigt dann auf das Gebirge. 18Seht euch das Land und die Menschen dort genau an. Findet heraus, ob sie stark oder schwach, wenig oder zahlreich sind, 19ob das Land gut oder schlecht ist! Achtet darauf, ob sie in offenen Siedlungen wohnen oder in befestigten Städten. 20Seht, ob das Land fruchtbar ist und ob es dort Wälder gibt. Fasst Mut und bringt Proben von den Früchten des Landes mit!“ Es war gerade die Jahreszeit, in der die ersten Trauben reif werden.

21So zogen sie hinauf und erkundeten das Land von der Wüste Zin4 bis nach Rehob von wo aus man Hamat5 erreicht. 22Sie zogen durch den Negev und kamen nach Hebron6. Dort wohnten Ahiman, Scheschai und Talmai, die Nachkommen Anaks. Die Stadt Hebron war noch vor Zoan7 in Ägypten gegründet worden. 23Als die Männer schließlich ins Traubental8 kamen, schnitten sie eine Weinranke mit einer Traube ab und trugen sie an einer Stange, auch Granatäpfel und Feigen nahmen sie mit. 24Das Tal bekam erst später den Namen Wadi Eschkol, Traubental, weil die Israeliten dort eine Traube abgeschnitten hatten.

25Vierzig Tage lang hatten sie das Land erkundet 26und kehrten dann zu Mose und Aaron und der ganzen Gemeinschaft Israels nach Kadesch9 in die Wüste Paran zurück. Sie erstatteten ihnen Bericht und zeigten die mitgebrachten Früchte. 27Sie berichteten Mose: „Wir sind in dem Land gewesen, in das du uns geschickt hast. Es ist wirklich ein Land, das von Milch und Honig überfließt. Sieh…

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Footnotes

  1. 2Koriandersamen. Die Übersetzung des hebräischen Wortes „gad“ mit Koriander, dessen 2–3 mm große Samenkörner grau-weißlich sind, ist nicht sicher.
  2. 3Bedolach. Ein duftendes durchscheinendes Edelharz.
  3. 6700 Wachteln. Wörtlich: 10 Homer = 600 Liter Hohlraum. Eine Wildwachtel wiegt 78 bis 128 Gramm bei einer Größte von etwa 17 cm.
  4. 3Andere übersetzen: … zu Mund, im Sehen, und nicht in Verhüllung.
  5. 2Josua. Hebräisch: Jehoschua. Hoschea bedeutet: Rettung. Durch Hinzufügung des J verweisen die ersten beiden Konsonanten JH jetzt auf Jahwe. Also bedeutet Josua: Jahwe ist Rettung.
  6. 4Zin. Wüste südlich von Kanaan, offenbar ein Teil der Wüste Paran.
  7. 5Rehob … Hamat. Orte im Libanon, etwa 70 Kilometer nördlich vom Gipfel des Hermon.
  8. 6Hebron. Die Stadt liegt etwa 35 km südlich von Jerusalem und 30 km westlich vom Toten Meer.
  9. 7Zoan. Die Stadt ist wahrscheinlich mit Tanis identisch, das im nordöstlichen Teil des Nildeltas lag.
  10. 8Traubental. Offenbar auf der Rückreise kamen die Kundschafter durch dieses Bach- oder Flusstal (Wadi), das nur in der Regenzeit Wasser führte. Das muss wieder in der Nähe von Hebron gewesen sein.
  11. 9Kadesch (Kadesch-Barnea) lag an der Südgrenze von Kanaan, etwa 80 km südwestlich von Beerscheba.