Logos Bible Study

Josua 1–12

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1–5: Der Einzug ins Land Kanaan

Josuas Berufung

11Nachdem nun Mose, der Diener Jahwes, gestorben war, sagte Jahwe zu Josua Ben-Nun, Moses Helfer: 2„Mein Diener Mose ist gestorben. Mach dich jetzt mit dem ganzen Volk bereit, den Jordan zu überqueren und in das Land zu ziehen, das ich den Israeliten geben will. 3Jedes Stück Land, das ihr betretet, wird euch gehören – wie ich es Mose versprochen habe –, 4und zwar von der Wüste im Süden bis zum Libanongebirge2 im Norden. Euer Land wird nach Osten zu das ganze Gebiet der Hetiter3 bis zum Euphrat umfassen und im Westen bis ans Mittelmeer reichen. 5Dein Leben lang wird sich kein Feind gegen dich behaupten können. So, wie ich Mose beistand, werde ich auch dir beistehen. Ich werde dich nie im Stich lassen, dich niemals vergessen.

6Sei stark und sei mutig! Du wirst diesem Volk das Land, das ich ihren Vorfahren unter Eid versprochen habe, als bleibenden Besitz austeilen. 7Halte dich mutig und fest an das Gesetz, das mein Diener Mose dir übergeben hat! Weiche weder rechts noch links davon ab, damit dir alles gelingt, was du unternimmst. 8Du sollst die Weisungen dieses Gesetzbuches immer vor dir hersagen und Tag und Nacht darüber nachdenken, damit dein Tun ganz von dem bestimmt ist, was darin steht. Dann wirst du Erfolg haben, und was du anpackst, wird dir gelingen. 9Ich habe es dir gesagt! Sei stark und sei mutig! Lass dir keine Angst einjagen, lass dich nicht einschüchtern, denn Jahwe, dein Gott, steht dir bei, wo du auch bist.“

10Da befahl Josua den Hauptleuten des Volkes, 11durchs Lager zu gehen und überall bekannt zu machen: „Versorgt euch mit Verpflegung, denn in drei Tagen werden wir den Jordan überqueren und das Land in Besitz nehmen, das Jahwe, unser Gott, uns zum Eigentum gibt.“

12Zu den Stämmen Ruben, Gad und dem halben Stamm Manasse sagte Josua: 13„Denkt daran, was euch Mose, der Diener Jahwes, gesagt hat: ‚Jahwe, euer Gott, gibt euch hier in diesem Land eure Heimat.‘ 14Eure Frauen, eure Kinder und euer Vieh können auf dieser Seite des Jordan bleiben. Doch ihr sollt mit allen kampffähigen Männern in Fünfziger-Einheiten vor euren Bruderstämmen hinüberziehen und ihnen helfen, 15das Land einzunehmen, das Jahwe, ihr Gott, ihnen gibt. Wenn sie dann ihre Heimat gefunden haben, könnt ihr zurückkommen und euch hier, östlich vom Jordan, in dem Land ansiedeln, das Mose, der Diener Jahwes, euch zugeteilt hat.“

16Sie antworteten Josua: „Wir wollen alles tun, was du uns befohlen hast, und überall hingehen, wohin du uns schickst. 17Wir werden dir genauso gehorchen, wie wir Mose gehorcht haben. Möge nur Jahwe, dein Gott, so mit dir sein, wie er mit Mose war. 18Jeder, der sich deinem Befehl widersetzt und deinen Weisungen nicht folgt, soll mit dem Tod bestraft werden. Sei nur stark und sei mutig!“

Kundschafter in Jericho

21Von Schittim1 aus hatte Josua heimlich zwei Männer als Kundschafter losgeschickt und sie beauftragt, das Land und besonders Jericho2 zu erkunden. Die Kundschafter kamen in die Stadt und kehrten im Haus einer Hure namens Rahab ein, um dort zu übernachten. 2Kurz darauf wurde dem König von Jericho gemeldet: „Kundschafter von den Israeliten sind heute Nacht in die Stadt gekommen.“ 3Da schickte der König einige Wachen zu Rahab und befahl: „Gib die Männer heraus, die bei dir eingekehrt sind. Sie sind nur gekommen, um das Land auszukundschaften.“ 4Die Frau hatte die beiden Männer jedoch versteckt und sagte: „Ja, die Männer sind bei mir gewesen, aber ich wusste nicht, woher sie waren. 5Kurz vor dem Schließen des Stadttors, bei Einbruch der Dunkelheit, sind sie wieder gegangen. Ich weiß aber nicht, wohin. Wenn ihr sie gleich verfolgt, werdet ihr sie bestimmt einholen.“ 6– Rahab hatte die beiden aber auf die Dachterrasse ihres Hauses gebracht und unter aufgeschichteten Flachsstängeln versteckt. – 7Da nahmen die Wachen die Verfolgung auf und suchten den ganzen Weg bis zu den Jordanfurten ab. Sobald sie aus der Stadt waren, wurde das Tor wieder geschlossen.

8Noch bevor die beiden Israeliten sich schlafen gelegt hatten, kam Rahab zu ihnen aufs Dach 9und sagte: „Ich weiß, dass Jahwe euch das Land geben wird. Uns hat ein derartiges Entsetzen vor euch überfallen, dass alle Bewohner des Landes wie gelähmt sind. 10Denn wir haben gehört, dass Jahwe das Wasser des Schilfmeeres vor euch ausgetrocknet hat, als ihr aus Ägypten zogt, und wir wissen auch, was ihr mit den beiden Königen der Amoriter auf der anderen Jordanseite gemacht habt, mit Sihon und Og. Ihr habt den Bann4 an ihnen vollstreckt und sie vernichtet. 11Als wir das hörten, haben wir allen Mut verloren. Keiner von uns wagt es noch, gegen euch zu kämpfen. Ja, euer Gott, Jahwe, er ist Gott im Himmel oben und auf der Erde unten. 12Nun bitte ich euch, schwört mir bei Jahwe, dass ihr meine Familie genauso verschont, wie ich euch verschont habe, und gebt mir ein sicheres Zeichen, 13dass ihr meine Angehörigen, meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder und Schwestern und alle, die zu ihnen gehören, am Leben lasst, dass ihr uns rettet vom Tod.“ 14Da sagten die Kundschafter zu ihr: „Unser Leben steht für euer Leben! Wenn ihr unsere Sache nicht verratet, werden wir dich und deine Angehörigen verschonen, wenn Jahwe uns dieses Land gibt.“

15Bevor Rahab nun die beiden Männer durchs Fenster an einem Seil die Mauer hinunterließ – das Haus, in dem sie wohnte, war nämlich in die Stadtmauer eingebaut –, 16sagte sie zu ihnen: „Geht zuerst ins Gebirge und versteckt euch dort drei Tage lang, damit die Verfolger euch nicht finden. Wenn sie dann zurückgekommen sind, könnt ihr gehen, wohin ihr wollt.“ 17Und die Kundschafter sagten: „Damit wir unseren Eid halten können, musst du Folgendes tun: 18Binde diese rote Schnur an das Fenster, durch das du uns herunterlassen wirst, und hole deinen Vater, deine Mutter, deine Brüder und alle deine Verwandten zu dir ins Haus. 19Niemand darf das Haus verlassen, sonst ist er selbst für seinen Tod verantwortlich und wir sind von unserem Eid frei. Doch für jeden, der im Haus bleibt, tragen wir die Verantwortung, dass niemand ihn antastet. 20Natürlich darfst du auch unsere Sache nicht verraten, sonst sind wir nicht mehr an den Eid gebunden, den wir dir geschworen haben.“ 21„Ja“, sagte sie, „so soll es geschehen.“ Dann schickte sie die Männer weg und band die rote Schnur ans Fenster.

22Die Männer versteckten sich drei Tage lang in den Bergen, bis die Verfolger in die Stadt zurückgekehrt waren. Sie hatten alle Wege abgesucht und sie nicht gefunden. 23Jetzt machten sich die Kundschafter auf den Rückweg. Sie stiegen vom Gebirge herab und überquerten den Jordan. Als sie wieder bei Josua Ben-Nun waren, berichteten sie ihm alles, was sie erlebt hatten. 24Sie versicherten ihm: „Jahwe hat das ganze Land in unsere Hand gegeben. Alle Einwohner zittern vor uns.“

Der Weg durch den Jordan

31Früh am nächsten Morgen brach Josua von Schittim auf und zog mit dem ganzen Volk Israel bis an den Jordan. Sie überquerten den Fluss aber noch nicht, sondern übernachteten dort. 2Am dritten Tag schickte Josua die Hauptleute mit dem Befehl durchs Lager: 3„Sobald ihr seht, dass die Lade Jahwes, die Lade eures Bundes mit Gott, von Priestern aus dem Stamm Levi getragen wird, dann brecht auf und zieht hinter ihr her. 4Sie wird euch einen Weg zeigen, den ihr vorher noch nie gegangen seid. Ihr dürft der Lade aber nicht zu nahe kommen, sondern müsst einen Abstand von etwa tausend Metern1 zu ihr halten.“ 5Weiter ließ Josua dem Volk sagen: „Heiligt euch, denn morgen wird Jahwe in eurer Mitte Wunder tun.“ 6Am nächsten Tag befahl Josua den Priestern: „Nehmt die Bundeslade auf und zieht dem Volk voran!“ Da hoben sie die Bundeslade auf und zogen vor dem Volk her.

7Da sagte Jahwe zu Josua: „Heute will ich anfangen, dich vor dem ganzen Volk Israel groß zu machen. Sie sollen merken, dass ich dir beistehe, wie ich Mose zur Seite stand. 8Befiehl den Priestern, die die Bundeslade tragen: ‚Wenn ihr an den Rand des Jordan kommt, bleibt ihr im Wasser stehen!‘ “

9Dann rief Josua das Volk Israel zu sich: „Kommt her und hört, was Jahwe, euer Gott, euch sagt! 10Ihr werdet gleich sehen, dass der lebendige Gott unter euch ist und dass er die Völker des Landes, die Kanaaniter3, Hetiter, Hiwiter4, Perisiter5, Girgaschiter6, Amoriter und Jebusiter7 vor euch vertreiben wird. 11Passt auf! Die Bundeslade Jahwes, des Herrschers über die ganze Erde, wird jetzt vor euch her in den Jordan ziehen. 12Wählt zwölf Männer aus, von jedem Stamm einen! 13Wenn dann die Priester, die diese Lade Jahwes, des Herrn der ganzen Erde, tragen, ihre Füße ins Jordanwasser setzen, wird kein Wasser mehr nachfließen. Der Fluss wird sich weiter oben anstauen wie vor einem Damm.“

14Nun brach das Volk auf, um durch den Jordan zu ziehen. An der Spitze des Zuges trugen die Priester die Bundeslade. 15Als sie ihre Füße ins Wasser setzten – der Jordan führt während der ganzen Erntezeit Hochwasser –, 16da staute sich der Fluss sehr weit oben bei der Stadt Adam8, in der Nähe von Zaretan. Dort richtete sich ein Damm auf. Und das Wasser, das zum Meer der Araba9, dem Toten Meer, hinabfloss, verlief sich völlig. So konnte das Volk gegenüber von Jericho trockenen Fußes durch den Jordan gehen. 17Die Priester blieben mit der Bundeslade Jahwes mitten im Flussbett stehen, bis die ganze Nation den Jordan überschritten hatte.

Das Denkmal

41Als das ganze Volk den Jordan durchzogen hatte, sagte Jahwe zu Josua: 2„Nimm dir zwölf Männer, aus jedem Stamm einen,1 3und beauftrage sie, zwölf Steine mitten aus dem Jordan von der Stelle aufzuheben, wo die Priester stehen. Sie sollen die Steine mit euch hinüberschaffen und dort hinlegen, wo ihr die Nacht verbringen werdet.“ 4Da rief Josua die zwölf Männer, die er dazu aus allen Stämmen bestimmt hatte, 5und sagte zu ihnen: „Geht jetzt bis vor die Lade Jahwes, eures Gottes, in den Jordan, und jeder von euch soll einen großen Stein auf die Schulter heben – so viel Steine, wie Israel Stämme hat. 6Die Steine sollen ein…

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Footnotes

  1. 2Libanongebirge. Das „weiße Gebirge“. 170 km lange und 25 km breite Gebirgskette am Mittelmeer nördlich von Israel, deren höchste Gipfel (über 3000 Meter) fast ganzjährig mit Schnee bedeckt sind. Berühmt sind die bis zu 40 Meter hohen Zedern.
  2. 3Die Hetiter waren eine kleinasiatische Völkergruppe, die weder in Sprache noch Herkunft eine erkennbare Einheit bildete. Zu dieser Zeit bestanden in Nordsyrien verschiedene hetitische Staaten.
  3. 1Der Ort (Abel-)Schittim (= viell. „Akazienbach“) lag 12 km östlich vom Jordan in der Steppe Moabs, am Rand des Jordan-Grabens.
  4. 2Jericho. Die alte Kanaanitersiedlung war die Schlüsselfestung des Jordangrabens, die alle Wege ins Gebirge kontrollierte. Es war eine fruchtbare Oase mit viel Wasser. Infolge ihrer geschützten Lage, etwa 250 Meter unter dem Meeresspiegel, besaß die Stadt ein fast tropisches Klima.
  5. 4Bann. Das bedeutete die vollständige Vernichtung von Menschen, Tieren und Gütern. Im Fall von Sihon und Og betraf es nur die Menschen.
  6. 1Wörtlich: 2000 Ellen.
  7. 3Kanaaniter. Bewohner des Landes Kanaan auf dem Gebiet des heutigen Israel. Sie besaßen eine gemeinsame Sprache, Religion und Kultur, waren politisch aber in viele Kleinkönigtümer und Stadtstaaten zersplittert.
  8. 4Hiwiter. Bewohner Kanaans. Die Einwohner der Städte Gibeon, Kefira, Beërot und Kirjat-Jearim gehörten zu ihnen. Ihr Hauptsiedlungsgebiet scheint am Libanon zwischen Hermon und Hamat gelegen zu haben.
  9. 5Perisiter. Nicht näher bekanntes Volk in Kanaan; möglicherweise die bäuerliche Bevölkerung.
  10. 6Girgaschiter. Das Volk kommt nur in der Aufzählung der kanaanitischen Stämme vor, ihr Wohnsitz ist nicht bekannt.
  11. 7Jebusiter. Bewohner Kanaans, die auf dem Gebirge und in Jebus (Jerusalem) siedelten.
  12. 8Adam. Die Stadt liegt etwa 30 km nördlich von der Übergangsstelle in der Jordanebene, 2 km südlich der Mündung des Jabbok.
  13. 9Als Araba wird der Jordangraben bezeichnet, der sich von Nord nach Süd durch ganz Israel zieht, sogar noch über das Tote Meer hinaus bis nach Elat. Er ist zwischen 12,5 und 22,5 km breit und befindet sich fast überall unter der Höhe des Meeresspiegels, am Toten Meer 394 m unter NN.
  14. 1Offenbar hatte Mose das Josua schon gesagt (4,10) und Josua hatte es vorbereitet (3,12).