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Jeremia 24–26

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Gleichnis von den Feigen

241Jahwe ließ mich zwei Feigenkörbe sehen, die vor seinem Tempel standen. Das geschah, nachdem König Nebukadnezzar von Babylon den König Jechonja Ben-Jojakim von Juda samt den hohen Beamten Judas, den Bau- und den Metallhandwerkern als Gefangene von Jerusalem nach Babylonien verschleppt hatte. 2Die Feigen in dem einen Korb waren sehr gut, wie Frühfeigen. Die in dem anderen Korb waren so schlecht, dass man sie nicht mehr essen konnte. 3Jahwe fragte mich: „Was siehst du, Jeremia?“ Ich antwortete: „Feigen. Die guten sind sehr gut und die schlechten so schlecht, dass man sie nicht mehr essen kann.“

4Da kam das Wort Jahwes zu mir: 5„So spricht Jahwe, der Gott Israels: ‚Die aus Juda Verbannten, die ich von hier ins Land der Chaldäer vertrieben habe, sehe ich wie diese guten Feigen an. 6Ich werde mich ihnen wieder zuwenden und bringe sie in dieses Land zurück, wo ich sie dann aufbaue und nicht abbreche, sie einpflanze und nicht ausreiße. 7Ich gebe ihnen das Verständnis, mich zu erkennen, zu begreifen, dass ich Jahwe bin. Dann werden sie mein Volk sein und ich ihr Gott, denn sie werden mit ganzem Herzen zu mir umkehren.

8Aber König Zidkija von Juda und seine hohen Beamten und den Rest der Jerusalemer – ob sie nun im Land geblieben sind oder sich in Ägypten niedergelassen2 haben – sehe ich als die schlechten Feigen an, die ungenießbar geworden sind. 9Ich mache sie zum abschreckenden Beispiel des Bösen für alle Königreiche der Erde, wohin ich sie auch vertreibe. Dort werden sie mit Hohn und Spott überschüttet werden und ein Sprichwort sein. 10Ich lasse das Schwert, den Hunger und die Pest über sie kommen, bis sie aus dem Land verschwunden sind, das ich ihnen und ihren Vorfahren gegeben habe.‘ “

Warnung an Jojakim (25–26)

70 Jahre Gefangenschaft

251Im 4. Regierungsjahr des Königs Jojakim Ben-Joschija von Juda – es war das erste Jahr des Königs Nebukadnezzar von Babylon – kam ein Wort für das ganze jüdische Volk zu Jeremia. 2Der Prophet Jeremia verkündete es dem Volk von Juda und den Einwohnern von Jerusalem: 3„Seit dem 13. Regierungsjahr von König Joschija Ben-Amon habe ich 23 Jahre lang bis zum heutigen Tag das Wort Jahwes empfangen. Ich habe zu euch geredet, habe mich beizeiten aufgemacht, geredet und geredet, aber ihr habt einfach nicht zugehört. 4Immer wieder hat Jahwe seine Diener, die Propheten, zu euch geschickt. Aber niemand von euch hat sich darum gekümmert. Niemand hörte auf ihn, 5wenn er sie sagen ließ: ‚Kehrt doch um von euren bösen Wegen, macht Schluss mit eurem bösen Tun! Dann könnt ihr in dem Land wohnen bleiben, das Jahwe euch und euren Vorfahren für alle Zeiten gegeben hat. 6Und lauft nicht den fremden Göttern hinterher, um sie zu verehren und euch vor ihnen niederzuwerfen! Fordert nicht meinen Zorn heraus mit euren Machwerken, sonst bringe ich Unheil über euch! 7Aber ihr habt ja nicht auf mich gehört‘, sagt Jahwe. ‚Sondern ihr habt mich mit euren Machwerken gereizt und euch damit selbst ins Unglück gestürzt.‘ “

8Darum spricht Jahwe, der Allmächtige: „Weil ihr nicht auf meine Worte gehört habt 9 – passt auf! – darum hole ich alle Völker des Nordens herbei“, spricht Jahwe, „auch meinen Diener Nebukadnezzar, den König von Babylon. Ich lasse sie über dieses Land und seine Bewohner herfallen wie auch über die Nachbarvölker ringsum. Ich vollstrecke den Bann3 an ihnen und mache sie zu einem Trümmerfeld, einem Bild des Grauens und der Verachtung. 10Ich lasse jeden Jubelruf und jedes Freudengeschrei verstummen, auch den Ruf von Bräutigam und Braut. Man wird keine Handmühle mehr mahlen hören und kein Öllämpchen mehr leuchten sehen. 11Das ganze Land wird zu einem wüsten Trümmerfeld. Und all diese Völker werden siebzig Jahre lang dem König von Babylon unterworfen sein. 12Wenn dann die siebzig Jahre um sind, werde ich den König von Babylon und sein Volk zur Rechenschaft ziehen und ebenso das Land der Chaldäer. Ich mache es für immer zur Wüste. 13Ich lasse alles über dieses Land kommen, was ich ihm angedroht habe, alles, was in dieser Schriftrolle steht, was Jeremia jedem dieser Völker angekündigt hat. 14Ja, auch die Chaldäer werden einmal großen Völkern und mächtigen Königen dienen müssen. So lasse ich sie für alles büßen, was sie getan haben.“

Gottes Zornbecher für die Völker

15Denn so hat Jahwe, der Gott Israels, zu mir gesprochen: „Nimm diesen Becher aus meiner Hand und gib ihn all den Völkern zu trinken, zu denen ich dich sende. Er ist voll mit dem Wein meines Zorns. 16Sie sollen ihn austrinken, ins Taumeln geraten und den Verstand verlieren, wenn ich das Schwert unter ihnen wüten lasse.“

17Da nahm ich den Becher aus der Hand Jahwes und gab ihn all den Völkern zu trinken, zu denen er mich sandte. 18Jerusalem und die Städte Judas bekamen ihn, ihre Könige und ihre Fürsten, um sie zur Einöde zu machen, zu Stätten des Grauens, der Verachtung und des Fluches, wie es bis heute4 der Fall ist. 19Der Pharao, der König von Ägypten, erhielt ihn mit seinem ganzen Hof, seinen Fürsten, seinem Volk 20und dem Völkergemisch in seinem Land. Die Könige des Landes Uz5 bekamen ihn und alle Könige der Philisterstädte Aschkelon, Gaza, Ekron und das, was von Aschdod noch übrig geblieben ist, 21Edom, Moab und die Ammoniter, 22alle Könige von Tyrus und Sidon, und die des Küstenlandes auf der anderen Seite des Meeres. 23Die Leute von Dedan, Thema und Bus bekamen ihn und alle, die sich die Schläfenlocken stutzen, 24alle Könige Arabiens und der Wüstenstämme, 25alle Könige von Simri, Elam und Medien, 26alle Könige der nahen und fernen Länder im Norden, einer nach dem anderen, kurz, alle Könige der Erde mussten davon trinken, zuletzt der König von Scheschach.

27„Sag zu ihnen: ‚So spricht Jahwe, der Allmächtige, Israels Gott: Trinkt, werdet betrunken und erbrecht euch, fallt hin und steht nicht wieder auf, weil mein Schwert unter euch wütet.‘ 28Und wenn sie sich weigern, den Becher aus deiner Hand anzunehmen, dann sag ihnen: ‚So spricht Jahwe, der Allmächtige: Ihr müsst ihn austrinken! 29Denn seht, ich beginne mit dem Unheil bei der Stadt, die mein Eigentum ist. Solltet ihr da etwa ungeschoren davonkommen? Nein, auch euch trifft diese Strafe! Ich rufe das Schwert gegen alle Bewohner der Erde herbei, spricht Jahwe, der Allmächtige.‘

30Und du, weissage ihnen die folgenden Worte:

‚Jahwe brüllt von der Höhe herab, es hallt aus seiner heiligen Wohnung. Laut ruft er über seine Weide hin. Ein »Heißa!« wie die Keltertreter stimmt er an gegen alle Bewohner der Welt. 31Das Dröhnen dringt bis ans Ende der Erde. Jahwe macht den Völkern den Prozess, zieht alle Menschen vor Gericht; die Gottlosen übergibt er dem Schwert, spricht Jahwe.‘

32So spricht Jahwe, der Allmächtige:

‚Seht, von den Enden der Erde erhebt sich ein gewaltiger Sturm; ein Volk nach dem anderen wird von dem Unheil getroffen.‘

33Überall auf der Erde werden die Leichen liegen, die Jahwe erschlagen hat. Niemand trauert um sie, keiner sammelt sie ein, keiner begräbt sie. Zum Dünger für die Äcker sollen sie werden.

34‚Heult, ihr Völkerhirten und schreit! Wälzt euch in der Asche, ihr Herren der Herde, denn jetzt seid ihr an der Reihe, geschlachtet zu werden. Ich schmettere euch zu Boden wie ein kostbares Gefäß. 35Verloren ist die Zuflucht der Hirten, für die Mächtigen der Völkerherde gibt es kein Entkommen mehr. 36Hört das Geschrei der Hirten, das Heulen der Herrscher der Herde, denn Jahwe verwüstet ihre Weide. 37Der Gluthauch seines Zorns zerstört die Auen des Friedens. 38Wie ein Löwe verlässt er sein Versteck, denn ihr Land ist zur Wüste geworden durch das furchtbare Schwert, durch Jahwes glühenden Zorn.‘ “

Jeremias zweite Tempelrede

261Kurz nachdem Jojakim Ben-Joschija König über Juda geworden war, kam folgendes Wort Jahwes: 2„So spricht Jahwe: Stell dich in den Vorhof von Jahwes Haus und rede zu allen, die aus den Städten Judas kommen, um sich im Haus Jahwes niederzuwerfen! Sag ihnen alles, was ich dir befohlen habe! Lass nichts davon aus! 3Vielleicht hören sie ja darauf und jeder kehrt von seinem bösen Weg um. Dann wird es mir leidtun und ich werde das Unheil, das ich ihnen wegen der Bosheit ihrer Taten angedroht habe, nicht über sie bringen. 4Sag ihnen: ‚So spricht Jahwe: Wenn ihr nicht auf mich hört und euch nicht an meine Weisungen haltet, 5wenn ihr auch nicht auf die Worte meiner Diener, der Propheten, hört – auf die ihr nie gehört habt, obwohl ich sie immer wieder zu euch gesandt habe –, 6dann werde ich mit diesem Haus dasselbe tun wie mit Schilo. Und diese Stadt werde ich zu einem Fluchwort für alle Völker der Erde machen.‘ “

7Die Priester, die Propheten und das ganze Volk hörten, was Jeremia im Haus Jahwes sagte. 8Als er zu Ende war und den Auftrag Jahwes ausgeführt hatte, stürzten sich alle auf ihn. Sie packten ihn und schrien: „Dafür musst du sterben! 9Weshalb verkündest du im Namen Jahwes, dass es diesem Haus wie Schilo ergehen und dass diese Stadt in Trümmern liegen und menschenleer sein wird?“ Das ganze Volk rottete sich im Vorhof des Tempels gegen Jeremia zusammen. 10Als die führenden Männer Judas davon hörten, kamen sie vom Königspalast zum Haus Jahwes hinauf und nahmen am Eingang des Neuen Tores Platz. 11Die Priester und Propheten klagten Jeremia vor ihnen und dem versammelten Volk an. „Dieser Mann verdient den Tod!“, sagten sie. „Er hat gegen diese Stadt geweissagt. Ihr habt es ja selbst gehört.“ 12Darauf erwiderte Jeremia: „Jahwe hat mich beauftragt, gegen dieses Haus und gegen diese Stadt all das zu weissagen, was ihr gehört habt. 13So bessert nun euer Leben und euer ganzes Tun und hört auf Jahwe, euren Gott. Dann wird es Jahwe leidtun und er wird das Unheil nicht über euch kommen lassen. 14Ich selbst bin ja in eurer Hand. Macht mit mir, was ihr wollt. 15Doch eins sollt ihr wissen: Wenn ihr mich tötet, bringt ihr unschuldiges Blut über euch, über diese Stadt und ihre Einwohner. Denn so wahr ich hier stehe: Jahwe hat mich zu euch geschickt, um euch genau diese Worte zu überbringen.“

16Da…

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Dieser Abschnitt wurde gekürzt. Jeremia 24–26 in Logos weiterlesen

Fußnoten

  1. 2niedergelassen. Das könnten Juden sein, die beim Anmarsch Nebukadnezzars nach Ägypten geflohen waren.
  2. 3Bann. Das bedeutete die vollständige Vernichtung von Menschen, Tieren und Gütern.
  3. 4bis heute. Das meint den Zeitpunkt, als das Buch verfasst wurde.
  4. 5Uz bezeichnet ein großes Gebiet östlich der Araba, des Jordangrabens, der bis zum Golf von Elat reicht.