Logos Bible Study

Hesekiel 26,2–28,26

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2„Du Mensch, weil Tyrus2 über Jerusalem sagte: ‚Ha! Zerbrochen ist das Tor der Völker! Jetzt fällt mir sein Reichtum zu, denn verwüstet ist die Stadt‘,

3darum spricht Jahwe, der Herr: ‚Jetzt gehe ich gegen dich vor, Tyrus! Wie das Meer gegen deine Klippen brandet, werde ich viele Völker gegen dich anstürmen lassen! 4Sie werden deine Mauern schleifen, Tyrus, und deine Türme niederreißen. Ich fege deine Erde von dir weg und mache dich zu einem kahlen Felsen im Meer, 5zu einem Trockenplatz für Fischernetze. Ich habe das gesagt‘, spricht Jahwe, der Herr. ‚Völker werden Tyrus ausplündern, 6seine Tochterstädte auf dem Festland zerstören und deren Einwohner töten. Daran wird man erkennen, dass ich Jahwe bin.‘ “

7So spricht Jahwe, der Herr: „Ich werde den Großkönig Nebukadnezzar, den König von Babylon, über Tyrus kommen lassen. Er kommt vom Norden her mit Pferden, Streitwagen, Reitern und einem riesigen Heer. 8Er wird deine Tochterstädte zerstören und einen Wall gegen dich aufschütten, Angriffsrampen gegen deine Mauern vorantreiben und ein Schutzdach aus Langschilden gegen dich aufstellen. 9Der Stoß seiner Rammböcke wird deine Mauern treffen. Mit Brecheisen reißt er deine Türme ein. 10Eine Staubwolke wird dich bedecken, wenn er anrückt mit der Masse seiner Pferde. Der Lärm seiner Reiter, Räder und Wagen lässt deine Mauern erbeben, wenn er durch deine Tore einfährt, wie man in eine aufgebrochene Stadt einzieht. 11Die Hufe seiner Pferde zerstampfen deine Straßen, dein Volk erschlägt er mit dem Schwert. Die stolzen Steinsäulen, die du verehrst, sinken in Trümmer. 12Sie plündern deinen Besitz, sie rauben deine Waren, sie schleifen deine Mauern und zerstören deine Paläste. Und deine Steine, dein Holz und deinen Schutt schütten sie ins Meer. 13Ich lasse den Klang deiner Lieder verstummen, und die Musik deiner Harfen wird nicht mehr gehört. 14Ich mache dich zu einem kahlen Felsen, zu einem Trockenplatz für Fischernetze. Du wirst nicht wieder aufgebaut werden, denn ich, Jahwe, habe das gesagt!“, spricht Jahwe, der Herr.

15So spricht Jahwe, der Herr, gegen Tyrus: „Vom Donnergetöse deines Falls werden die Inseln erbeben, wenn Mörder in dir wüten und jeder Durchbohrte stöhnt. 16Dann sinken die Fürsten des Meeres von ihren Thronen. Sie legen ihre Mäntel ab, ziehen ihre buntgewirkten Kleider aus und kleiden sich in zitternde Angst. Vor Entsetzen kauern sie auf dem Boden und erschaudern wegen dir. 17Dann stimmen sie die Totenklage über dich an:

‚Ach, wie bist du zerstört, du ruhmreiche Stadt, du Festung am Meer! Du hattest solche Macht auf der See, hast ihre Anwohner in Schrecken versetzt. 18Nun zittern die Küsten am Tag deines Falls; über dein Ende sind die Inseln entsetzt.‘ “

19Denn so spricht mein Herr, Jahwe: „Wenn ich dich zu einer verwüsteten und menschenleeren Stadt mache, wenn ich die Flut über dich kommen lasse, sodass du darin untergehst, 20dann musst du in die Totenwelt hinab zu den längst Verstorbenen, in die tiefste Tiefe zu den uralten Ruinen. Dann wirst du nie mehr bewohnt und hast keinen Platz mehr im Land der Lebendigen. 21Tödlichem Terror gebe ich dich preis, du wirst nicht mehr sein! Man wird dich suchen, aber nicht mehr finden. Das gilt für alle Zeit, spricht Jahwe, der Herr.“

Klagelied über den Untergang von Tyrus

271Das Wort Jahwes kam zu mir. Er sagte: 2„Du Mensch, stimm ein Klagelied über Tyrus an:

3Sag zu Tyrus, der Stadt an den Toren zum Meer, die mit den Meeresländern Handel treibt: So spricht Jahwe, der Herr: Du Tyrus, du sagst: ‚Ich bin die vollkommene Schönheit!‘ 4Dein Zuhause ist das Meer, deine Erbauer haben dich zu einem Schmuckstück gemacht. 5Deine Planken sind Zypressen vom Hermon1 und eine Zeder vom Libanon dein Mast. 6Deine Ruder sind aus Eichen von Baschan, das Deck mit Elfenbein und Buchsbaumholz verziert, das von den Meeresländern kommt.7Bunte Leinwand aus Ägypten diente als Segel und Banner für dich. Ein Sonnendach aus Purpur, blau und rot, das brachten deine Händler aus Elischa2. 8Deine Ruderer stammten aus Sidon3 und Arwad4, und deine Besten, Tyrus, standen am Steuer. 9Die Ältesten von Byblos5 fuhren mit, und seine erfahrenen Männer dichteten die Lecks. Aus aller Herren Länder kamen Schiffe und tauschten Waren bei dir.

10Männer aus Persien waren in deinem Heer, aus Lydien und Libyen kamen deine Soldaten. Ihre Schilde und Helme hängten sie in dir auf und verliehen dir prächtigen Glanz. 11Männer aus Arwad verstärkten dein Heer und standen auf deinen Mauern. Wächter auf den Türmen waren Leute aus Gammad6. Ihre Schilde hängten sie an deine Zinnen und machten so deine Schönheit perfekt.“

12Tarschisch7 kaufte deine Waren, denn du hattest viele Handelsgüter. Es lieferte dir dafür Silber, Eisen, Zinn und Blei. 13Händler aus Griechenland, Tubal und Meschech8 tauschten Sklaven und Kupferwaren in dir. 14Die von Bet-Torgama9 brachten Zug- und Reitpferde und Maulesel auf deine Märkte. 15Die Kaufleute von Rhodos und die Bewohner vieler Küsten trieben Handel mit dir. Sie brachten Elfenbein und Ebenholz. 16Die Edomiter10 kauften aus deinem reichen Angebot und lieferten dafür Rubine, roten Purpur, bunte Stoffe und feinstes Leinen, Korallen und Edelsteine. 17Juda und Israel lieferten Weizen von Minnit11, Süßigkeiten und Honig, Öl und duftendes Harz. 18Auch die Händler aus Damaskus kauften aus deinem überreichen Angebot und lieferten dafür Wein aus Helbon12 und Wolle aus Zahar13. 19Die Daniter und Griechen von Usal14 brachten Eisenwaren, Zimt und andere Gewürze zum Tausch. 20Die Leute von Dedan15 verkauften dir Satteldecken. 21Die Scheiche von Arabien und Kedar16 standen als Aufkäufer in deinem Dienst für Mastlämmer, Schaf- und Ziegenböcke. 22Die Kaufleute von Saba17 und Ragma18 trieben Handel mit dir und tauschten die kostbarsten duftenden Öle, viele Arten von Edelsteinen und Gold gegen deine Waren ein. 23Die Leute von Haran19, Kanne20, Eden21 und Saba, von Assur22 und ganz Medien trieben Handel für dich 24mit prächtigen Gewändern, Mänteln aus blauem Purpur, mit bunten Stoffen und Teppichen aus Mischgewebe, mit fest gedrehten Tauen. 25Hochseeschiffe waren deine Karawanen und brachten dir diese Güter. Du wurdest reich und angesehen am Herzen der Meere. 26Deine Ruderer brachten dich in viele Gewässer.

Doch ein Sturm aus dem Osten machte dich zu einem Wrack. 27Dein Reichtum, deine Waren, dein Handelsgut, deine Seeleute und Matrosen, deine Schiffsbauer und deine Händler, all deine Soldaten und das ganze Volk in dir – sie alle stürzen mit dir ins Meer. 28Vom Jammergeschrei deiner Seeleute erbebt das Land um dich herum. 29Alle deine Ruderer, die Seeleute und Matrosen verlassen ihre Schiffe und bleiben an Land. 30Sie schreien laut und klagen bitterlich, sie streuen Staub auf ihre Köpfe und wälzen sich in Asche, 31sie scheren sich eine Glatze und ziehen den Trauersack an. Sie weinen um dich aus verbitterter Seele und halten die Totenklage über dich. 32In ihrem Jammer stimmen sie ein Klagelied über dich an:

„Wer konnte sich je mit Tyrus vergleichen, der Stadt, von Wogen umspült? Und nun: Totenstille.“

33Weil deine Waren über die Meere kamen, hast du viele Völker satt gemacht. Durch die Menge deiner Schätze und deinen Handel machtest du die Könige der Erde reich. 34Jetzt liegst du zerbrochen im Meer, in Wassertiefen verschwunden, versunken deine Handelswaren und all dein Volk in dir. 35Alle Bewohner der Küsten sind entsetzt über dich, ihren Königen stehen die Haare zu Berg. Verstört sind ihre Gesichter. 36Die Händler wenden sich mit Schaudern ab. Zu einem Bild des Schreckens bist du geworden. Für alle Zeiten ist es aus mit dir.

Gegen den Herrscher von Tyrus

281Das Wort Jahwes kam zu mir. Er sagte: 2„Du Mensch, sag zum Fürsten von Tyrus: So spricht Jahwe, der Herr: Du wurdest überheblich und sagtest: ‚Ein Gott bin ich, einen Göttersitz habe ich mitten im Meer!‘ Obwohl du nur ein Mensch bist und kein Gott, bildest du dir ein, du wärst ein Gott.“

3„Gewiss, du bist weiser als Daniel. Kein Geheimnis ist dir verborgen. 4Durch Weisheit und Verstand hast du dir Reichtum erworben, hast Gold und Silber in deine Schatzkammern geschafft. 5Durch große Weisheit in deinem Handel hast du deinen Reichtum vermehrt. Doch dein Reichtum stieg dir zu Kopf und du wurdest stolz.“

6Darum spricht Jahwe, der Herr:

„Weil du in deinem Herzen denkst, du seist schon so wie ein Gott, 7darum führe ich Fremde gegen dich, die erbarmungslosesten der Völker. Sie zücken das Schwert gegen deine prächtige Weisheit, entweihen deinen strahlenden Glanz. 8In die Grube werden sie dich stürzen. Du stirbst wie ein Erschlagener in deiner Festung im Meer. 9Wirst du dann auch noch sagen: ‚Ich bin Gott‘, wenn du deine Mörder siehst? Du bist nur ein Mensch und nicht Gott und bist in der Gewalt deiner Henker. 10Du stirbst wie Unbeschnittene einen Tod durch Fremde, denn ich habe es gesagt, spricht Jahwe, der Herr.“

11Das Wort Jahwes kam zu mir. Er sagte: 12„Du Mensch, stimm die Totenklage über den König von Tyrus an. Sag zu ihm: ‚So spricht Jahwe, der Herr:

Du warst die Vollkommenheit selbst, voller Weisheit und makellos schön. 13Du lebtest im Garten Gottes, in Eden. Dein Gewand war mit Edelsteinen jeder Art geschmückt: Karneol, Topas und Diamant, Türkis, Onyx und Jade, Saphir, Rubin und Smaragd. In Gold gefasst waren die Ohrringe und Perlen2 an dir. Am Tag deiner Erschaffung war alles für dich bereit. 14Du warst gesalbt als ein schirmender Cherub, und ich hatte dich dazu gemacht. Du warst auf Gottes heiligem Berg. Zwischen den feurigen Steinen gingst du umher. 15Du bliebst vollkommen vom Tag deiner Erschaffung an, bis man Unrecht an dir fand. 16Durch deinen ausgedehnten Handel wurdest du mit Unrecht erfüllt und bist in Sünde gefallen. Da verstieß ich dich von Gottes Berg und trieb dich ins Verderben, du schirmender Cherub. Ich tilgte dich aus der Mitte der feurigen Steine. 17Deine Schönheit hatte dich überheblich gemacht, aus Eitelkeit hast du deine Weisheit zerstört. Deshalb warf ich dich zu…

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Footnotes

  1. 2Tyrus war die wichtigste Hafenstadt an der phönizischen Küste, 56 km nördlich vom Berg Karmel. Zu dieser Zeit lag die Stadt schon auf einer Felseninsel vor dem Festland.
  2. 1Hermon. Wörtlich: Senir, der amoritische Name für das Hermongebirge. Gemeint sind die Berge des Antilibanon.
  3. 2Elischa war eine Stadt an der Ostküste von Zypern und gleichzeitig der älteste Name von Zypern.
  4. 3Sidon und Tyrus waren die wichtigsten Hafenstädte Phöniziens (heute: Libanon).
  5. 4Arwad. Inselstadt nördlich von Sidon.
  6. 5Byblos. Hebräisch: Gebal. Wichtige Stadt zwischen Sidon und Arwad.
  7. 6Die Lage von Gammad ist nicht bekannt.
  8. 7Tarschisch. Von Tyrus gegründete südspanische Küstenstadt.
  9. 8Tubal und Meschech. Königreiche im nördlichen Kleinasien zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer.
  10. 9Bet-Torgama war wahrscheinlich die Hauptstadt des anatolischen Königreiches Kammanu, das aus hetitischen und assyrischen Quellen bekannt ist.
  11. 10Die Edomiter waren Nachkommen Esaus und bewohnten das Land östlich der Araba und südlich vom Toten Meer.
  12. 11Minnit. Stadt in Ammon, nordöstlich vom Toten Meer.
  13. 12Helbon liegt nördlich von Damaskus und ist auch heute noch ein Weinbauzentrum.
  14. 13Zahar liegt nordwestlich von Damaskus und ist heute noch ein Weidegebiet.
  15. 14Usal Das Gebiet ist unbekannt.
  16. 15Dedan war wahrscheinlich eine Wegstation auf der Weihrauchroute von Südarabien nach Syrien. Es kann auch einen arabischen Stamm meinen.
  17. 16Scheiche von Arabien und Kedar. Nomadisierende Händler der arabischen Wüste.
  18. 17Saba liegt in der südwestlichen Ecke von Arabien, dem heutigen Jemen.
  19. 18Ragma ist eine Stadt in Südarabien.
  20. 19Haran war eine der bekanntesten Städte im Altertum, berühmt für seinen Handel und die Verehrung des Mondgottes. Sie liegt in der östlichen Türkei.
  21. 20Kanne lag irgendwo in Mesopotamien, es wird manchmal mit Kalne identifiziert.
  22. 21Eden war ein Gebiet südlich von Haran.
  23. 22Hier ist mit Assur wohl die Stadt südlich von Ninive gemeint.
  24. 2Ohrringe und Perlen. Die Bedeutung der beiden hebräischen Worte ist hier ganz unsicher. Die Übersetzung orientiert sich am Textzusammenhang.