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Amos 7:1–9:15
7–9: Visionen von Gottes Gericht
Die Heuschreckenplage
7 1 So hat mich Jahwe, der Herr, schauen lassen: Ich sah, wie er einen Heuschreckenschwarm schuf. Es war in der Zeit, als das Gras für den König gemäht worden war und das Spätgras zu wachsen begann. 2 Als die Heuschrecken alles Kraut im Land abgefressen hatten, rief ich: „Herr, Jahwe, vergib doch! Wie kann Jakob sonst überleben? Es ist ja ein so kleines Volk.“ 3 Da hatte Jahwe Mitleid mit ihm. „Es soll nicht geschehen!“, sagte er.
4 Dann hat mich Jahwe, der Herr, Folgendes schauen lassen: Jahwe, der Herr, rief das Feuer zum Gericht herbei, das alles Wasser aufzehrte. Als es auch das Ackerland fressen wollte, 5 rief ich: „Herr, Jahwe, halte doch ein! Wie kann Jakob sonst überleben? Es ist ja so klein.“ 6 Da hatte Jahwe Mitleid mit ihm. „Auch das soll nicht geschehen!“, sagte Jahwe, der Herr.
7 Dann ließ er mich Folgendes sehen: Der Herr stand auf einer senkrechten Mauer und hatte ein Lot in der Hand. 8 Und Jahwe sagte zu mir: „Was siehst du, Amos?“ – „Ein Lot“, sagte ich. Da sagte der Herr: „Pass auf! Ich lege ein Lot an mein Volk Israel an, ich werde es nicht mehr verschonen. 9 Dann werden die Opferhöhen Isaaks1 veröden, und die Heiligtümer Israels Trümmer sein. Und gegen das Königshaus Jerobeams erhebe ich mich mit dem Schwert.“
Amos wird aus Israel ausgewiesen
10 Amazja, der Oberpriester von Bet-El, ließ König Jerobeam von Israel melden: „Amos zettelt mitten in Israel eine Verschwörung gegen dich an. Seine Worte sind unerträglich für das Land. 11 Er hat nämlich gesagt: ‚Jerobeam stirbt durch das Schwert, und Israel wird aus seinem Land in die Verbannung geführt.‘ “
12 Zu Amos sagte Amazja: „Geh weg von hier, Seher! Verschwinde nach Juda! Dort kannst du dein Brot verdienen und weissagen, was du willst. 13 In Bet-El jedenfalls trittst du nicht länger zum Weissagen auf! Denn das hier ist ein Staatsheiligtum, das dem König gehört.“
14 Amos erwiderte Amazja: „Ich bin kein Prophet und auch kein Prophetenschüler, denn ich züchte Rinder und Maulbeerfeigenbäume. 15 Aber Jahwe holte mich von der Herde weg und sagte zu mir: ‚Geh und rede als Prophet zu meinem Volk Israel!‘ 16 Du willst mir verbieten, Israel die Botschaft Gottes zu bringen, du verwehrst mir, zu den Nachkommen Isaaks zu reden? Hör darum, was Jahwe dir zu sagen hat: 17 ‚Deine Frau wird hier in der Stadt eine Hure werden. Deine Söhne und Töchter werden durch den Krieg umkommen. Dein Grundbesitz wird mit dem Messband verteilt und du selbst wirst in der Fremde sterben, in einem unreinen Land. Denn Israel muss auf jeden Fall weg von seinem Land und zieht in die Gefangenschaft.‘ “
8 1 Dann ließ Jahwe, der Herr, mich Folgendes sehen: Ich sah einen Korb mit reifem Obst. 2 „Amos, was siehst du?“, fragte er mich. „Einen Korb mit reifem Obst“, antwortete ich. Da sagte Jahwe: „Ja, mein Volk Israel ist reif für das Ende. Ich werde es nicht länger verschonen. 3 Dann werden die Gesänge im Palast zu Geheul, spricht Jahwe. Leichen in Menge, hingeworfen überall. – Still!“
4 Hört her, die ihr die Schwachen unterdrückt * und die Armen im Land ruiniert! 5 Ihr sagt: „Wann ist das Neumondfest endlich vorbei? * Dann können wir Getreide verkaufen! * Wann ist nur der Sabbat vorüber? * Dann bieten wir Korn an. * Wir verkleinern das Getreidemaß, * erhöhen aber den Preis * und stellen die Waage falsch ein. 6 Wir kaufen Sklaven für Geld * und Arme für ein Paar Schuhe * und verkaufen noch den Abfall vom Korn.“
7 Bei Jakobs Stolz* hat Jahwe geschworen: * „Nie werde ich ihre Taten vergessen! 8 Erbebt darüber nicht die Erde, * erschrecken nicht all ihre Bewohner? * Hebt sie sich nicht wie der Nil, * ist sie nicht aufgewühlt und senkt sich wieder * so wie der Strom von Ägypten?“
9 „An jenem Tag“, spricht Jahwe, der Herr, * „geht die Sonne schon am Mittag unter. * Am helllichten Tag bringe ich Finsternis über die Erde. 10 Ich verwandle eure Feste in Trauer. * Eure Gesänge werden Totenlieder sein. * Auf die Hüften bring ich euch den Trauersack * und auf jeden Kopf eine Glatze. * Ich lasse euch trauern wie um den einzigen Sohn. * Bitter wird das Ende dieses Tages sein.“
11 „Seht, es kommen Tage“, spricht Jahwe, der Herr, * „da schicke ich Hunger ins Land. * Es ist nicht ein Hunger nach Brot, * es ist kein Durst nach Wasser, * sondern sie lechzen nach den Worten Jahwes. 12 Dann wanken sie von Meer zu Meer, * vom Norden bis zum Osten, * nur um das Wort Jahwes zu suchen. * Doch finden werden sie es nicht. 13 An jenem Tag werden die schönen jungen Mädchen * und die jungen Männer ohnmächtig vor Durst, 14 sie, die bei Samarias Schuldgötzen schworen * und sagten: ‚Der Gott von Dan sei mein Zeuge!‘, * und: ‚Bei den Göttern von Beerscheba!‘* * Sie werden zu Boden stürzen * und sich nicht mehr erheben.“
9 1 Ich sah den Herrn am Altar vor dem Tempel stehen. Er befahl:
„Schlag auf die Kapitelle der Säulen, * dass die Fundamente erzittern, * zerschmettere ihren Kopf! * Was dann von ihnen noch übrig ist, * das töte ich mit dem Schwert. * Kein Flüchtling wird entfliehen, * keiner von ihnen entkommt, * niemand wird sich in Sicherheit bringen. 2 Und brächen sie auch in die Totenwelt ein, * holte ich sie von dort zurück. * Stiegen sie in den Himmel hinauf, * holte ich sie von da herunter. 3 Und wenn sie sich auf dem Karmel1 versteckten, * holte ich sie von dort hervor. * Selbst wenn sie sich vor mir * auf dem Grund des Meeres verbergen, * würde die Seeschlange sie beißen * nach meinem Befehl. 4 Und wenn sie vor ihren Feinden her in die Gefangenschaft ziehen, * würde ich dort dem Schwert befehlen, sie zu töten. * Ich behalte sie im Auge, * um ihnen Böses anzutun, nichts Gutes.“
5 Jahwe, der Herr aller Heere: * Berührt er die Erde, so bebt sie, * dass all ihre Bewohner trauern. * Dann hebt sie sich wie der Nil * und senkt sich wie der Strom von Ägypten. 6 Er hat das Himmelsgewölbe über der Erde gegründet * und sich droben im Himmel seine Wohnung gebaut. * Er ruft das Wasser aus dem Meer, * und es regnet auf die Erde herab. * Sein Name ist Jahwe.
7 „Seid ihr etwas Besseres als die Leute von Nubien2, ihr Israeliten?“, spricht Jahwe. „Gewiss habe ich euch aus Ägypten geführt, aber auch die Philister aus Kaftor3 und die Syrer aus Kir4. 8 Passt auf! Jahwe, der Herr, hat das sündige Königreich im Blick und wird es von der Erde verschwinden lassen. Allerdings rotte ich die Nachkommen Jakobs nicht völlig aus“, sagt Jahwe.
9 „Passt nur auf! Ich werde den Befehl geben, Israel unter die Völker zu zerstreuen. Sie werden so geschüttelt wie mit einem Sieb, dass nicht ein Steinchen zur Erde fällt. 10 Alle Sünder meines Volkes werden im Krieg zu Tode kommen, alle, die jetzt so sicher sagen: ‚Du wirst das Unglück nicht herankommen lassen. Bis zu uns wird es nicht kommen!‘ “
9: Wiederherstellung nach dem Gericht
11 „An dem Tag werde ich die eingefallene Hütte Davids wieder aufrichten. Ihre Risse mauere ich zu, und ihre eingestürzten Wände ziehe ich neu hoch, sodass sie dasteht wie in uralter Zeit. 12 Dann werden die Israeliten den Rest von Edom in Besitz nehmen und alle Nachbarländer, über denen mein Name ausgerufen5 war“, spricht Jahwe, der es auch tun wird.*
13 „Es kommt eine Zeit“, spricht Jahwe, „da folgt der Pflüger dem Schnitter auf dem Fuß und die Aussaat schließt sich an die Weinlese an. Die Berge triefen von Most und von allen Hügeln fließt es herab. 14 Dann werde ich für mein Volk Israel alles wieder zum Guten wenden. Sie bauen die zerstörten Städte auf und werden darin wohnen, sie pflanzen Weinberge an und werden den Wein davon trinken, sie legen Gärten an und werden von ihren Früchten essen. 15 Ich pflanze sie wieder in ihr Land ein, das ich ihnen gegeben habe, und lasse sie nie wieder herausreißen“, spricht Jahwe, dein Gott.
| 1 | Isaak war der Vater von Israel (Jakob). |
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| 1 | Karmel. Berg, der die Küstenebene Israels am Mittelmeer durchbricht. |
| 2 | Nubien. Hebräisch: Kusch. Land am Oberlauf des Nil, südlich von Ägypten. |
| 3 | Kaftor. Heimat der Vorfahren der Philister, vermutlich Zypern. |
| 4 | Kir bedeutet „Stadt“, meint hier vielleicht ein Land, das die Syrer früher bewohnten. |
| 5 | Name ausgerufen. Zum Zeichen der Besitzergreifung. |
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