Logos Bible Study

Amos 1,1–9,15

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1–2: Gottes Strafgericht rückt näher

11Reden des Amos, eines Schafzüchters aus Tekoa, über Israel. Er empfing die Botschaft in Form von Visionen, als Usija König von Juda und Jerobeam Ben-Joasch König von Israel war, zwei Jahre vor dem Erdbeben.

Das Gericht über Israels Nachbarn

2Amos sagte:

Jahwe brüllt von Zion her, aus Jerusalem schallt seine Stimme. Da vertrocknen die saftigen Weiden, selbst der Gipfel des Karmel verdorrt.

3So spricht Jahwe:

Wegen drei Verbrechen, die Damaskus1 beging, wegen vier nehme ich es nicht zurück, denn mit eisernem Dreschschlitten zerdroschen sie Gilead. 4Darum lege ich Feuer an Hasaëls Haus, es frisst Ben-Hadads Paläste. 5Den Riegel von Damaskus werde ich zerbrechen. Ich rotte den Herrscher von diesem Sündental aus, den Zepterträger aus diesem Lusthausen.3 Die Bevölkerung von Syrien muss in die Verbannung nach Kir, sagt Jahwe.

6So spricht Jahwe:

Wegen drei Verbrechen, die Gaza5 beging, wegen vier nehme ich es nicht zurück, denn ganze Dörfer haben sie entvölkert und die Verschleppten an Edom6 verkauft. 7Darum lege ich Feuer an die Mauern von Gaza, damit es seine Paläste frisst. 8Ich rotte den Herrscher von Aschdod aus, den Zepterträger von Aschkelon8. Ekron wird meine Hand zu spüren bekommen, und der Rest der Philister wird verschwinden, sagt Jahwe, der Herr.

9So spricht Jahwe:

Wegen drei Verbrechen, die Tyrus9 beging, wegen vier nehme ich es nicht zurück, denn ganze Dörfer haben sie entvölkert und die Verschleppten an Edom verkauft und nicht mehr an den Bruderbund gedacht. 10Darum lege ich Feuer an die Mauern von Tyrus, damit es seine Paläste frisst.

11So spricht Jahwe:

Wegen drei Verbrechen, die Edom beging, wegen vier nehme ich es nicht zurück, denn es hat seinen Bruder mit dem Schwert verfolgt, hat sein Erbarmen erstickt, seinen Hass immer aufs Neue geschürt. 12Darum lege ich Feuer an Teman12, damit es die Paläste von Bozra13 frisst.

13So spricht Jahwe:

Wegen drei Verbrechen der Nachkommen Ammons14, wegen vier nehme ich es nicht zurück, denn sie haben Schwangere in Gilead aufgeschlitzt, nur um ihr Gebiet zu erweitern. 14Darum lege ich Feuer an die Mauern von Rabba15, damit es seine Paläste frisst beim Kriegsgeschrei am Tag der Schlacht, am Sturmtag unter Tosen. 15Ihr König muss in die Verbannung, er und seine Oberen mit ihm, sagt Jahwe.

21So spricht Jahwe:

Wegen drei Verbrechen der Leute von Moab1, wegen vier nehme ich es nicht zurück, denn sie haben die Knochen des Königs von Edom zu Kalkstaub verbrannt. 2Darum lege ich Feuer an Moab, damit es die Paläste von Keriot2 frisst. Moab stirbt im Kampfeslärm, beim Kriegsgeschrei und Hörnerschall. 3Ich vernichte seinen Herrscher und alle seine Oberen mit ihm, sagt Jahwe.

Gegen Juda und Israel

4So spricht Jahwe:

Wegen drei Verbrechen, die Juda beging, wegen vier nehme ich es nicht zurück, denn sie haben Jahwes Weisung verworfen, seine Gebote übertreten und wurden von falschen Göttern verführt, denen schon ihre Väter nachliefen. 5Darum lege ich Feuer an Juda, damit es die Paläste von Jerusalem frisst.

6So spricht Jahwe:

Wegen drei Verbrechen, die Israel beging, wegen vier nehme ich es nicht zurück, denn sie haben den Gerechten als Sklaven verkauft, den Armen wegen einem Paar Schuhe. 7Den Kopf der Hilflosen treten sie in den Staub, die Gebeugten bringen sie um ihr Recht. Vater und Sohn gehen zur selben Hure und entweihen so meinen heiligen Namen. 8Sie strecken sich auf gepfändeten Kleidern aus. Das tun sie neben jedem Altar. Von Bußgeldern kaufen sie Wein und trinken ihn in ihrem Gotteshaus.

9Dabei hatte ich doch das Amoritervolk vor ihnen her vernichtet, das groß war wie die Zedern und stark wie die Eichen. Oben rottete ich seine Früchte aus und unten die Wurzeln. 10Ich bin es auch gewesen, der euch aus Ägypten herbrachte, der euch vierzig Jahre in der Wüste führte, damit ihr das Amoriterland in Besitz nehmen konntet. 11Einige von euren Söhnen ließ ich als Propheten auftreten, andere eurer jungen Männer wurden Nasiräer3. So ist es doch, ihr Leute von Israel! – Das hat Jahwe gesagt.

12Doch ihr gabt den Nasiräern Wein zu trinken und habt den Propheten das Weissagen verboten. 13Passt auf! Ich lasse den Boden unter euch schwanken, wie ein Wagen schwankt, der voll von Garben ist. 14Dann kann auch der Schnellste nicht mehr entkommen, dem Starken versagen die Kräfte, auch der Held kann sein Leben nicht retten. 15Der Bogenschütze wird überrannt, der Schnellläufer rettet sich nicht, auch der Reiter kann sein Leben nicht schützen. 16Selbst der tapferste Held flieht nackt an jenem Tag, sagt Jahwe.

3–6: Gründe für das Gottesgericht

Das bevorzugte Volk

31Hört, was Jahwe über euch sagt, ihr Israeliten, über das ganze Geschlecht, das ich aus Ägypten herausgeführt habe! 2Von allen Völkern der Erde habe ich nur euch ausgewählt. Deshalb ziehe ich euch zur Rechenschaft für alle eure Vergehen.

Der Prophet muss reden

3Gehen wohl zwei miteinander, ohne sich begegnet zu sein? 4Brüllt der Löwe im Wald, ohne Beute zu haben? Brüllt der Junglöwe im Versteck, wenn er nichts gefangen hat? 5Wird ein Vogel im Bodennetz gefangen, ohne dass es aufgestellt ist? Springt das Klappnetz vom Boden hoch, wenn sich nichts darin gefangen hat? 6Wird in der Stadt Alarm geblasen, ohne dass ein Bewohner erschrickt? Geschieht ein Unglück in der Stadt, ohne dass Jahwe es bewirkt? 7Denn Jahwe, der Herr, tut nichts, ohne seinen Dienern, den Propheten, das Geheimnis zu enthüllen. 8Der Löwe brüllt, wer fürchtet sich da nicht? Jahwe, der Herr, spricht, wer wird da nicht zum Propheten?

Der Untergang Samarias

9Lasst es hören in den Palästen von Aschdod und denen im Land Ägypten: „Versammelt euch auf den Bergen um Samaria herum und seht euch das wilde Treiben dort an, die Unterdrückung im Innern der Stadt! 10Sie treten das Recht mit den Füßen, spricht Jahwe. Mit Gewalt und Misshandlung häufen sie Schätze in Palästen auf.“

11Darum spricht Jahwe, der Herr: „Feinde werden euer Land umzingeln, sie reißen eure Festung nieder und plündern eure Paläste.“

12So spricht Jahwe: „Wie ein Hirt aus dem Rachen des Löwen vom Lamm nur zwei Unterschenkel rettet oder nur einen Zipfel vom Ohr, so werden die Israeliten gerettet, die in Samaria auf ihrem Diwan sitzen, auf ihren Ruhepolstern aus Damast.“

13„Hört und schärft es dem Haus Jakob1 ein!“, spricht Jahwe, der Herr, Gott der Allmächtige. 14„Es kommt der Tag, an dem ich Israel für seine Verbrechen zur Rechenschaft ziehe. Dann rechne ich ab mit den Altären von Bet-El2: Ich schlage ihre Hörner ab und lasse sie liegen. 15Ich zertrümmere Winterhaus und Sommerpalast. Die mit Elfenbein geschmückten Häuser werden verschwinden, ja, mit den vielen Häusern ist es vorbei“, sagt Jahwe.

Gegen die reichen Frauen

41Hört dies Wort, ihr Kühe von Baschan1, die ihr auf dem Berg Samarias wohnt! Ihr unterdrückt die Schwachen und schindet die Bedürftigen. Ihr sagt zu euren Männern: „Los, schafft uns zu trinken herbei!“

2Jahwe, der Herr, schwört bei seiner Heiligkeit: „Passt auf, es werden Tage kommen, da schleppt man euch an Haken weg, an Fischerangeln die Letzten von euch! 3Durch Mauerbreschen müsst ihr hinaus, eine nach der anderen, und werdet zum Bannort gejagt.“ sagt Jahwe.

Gott will Umkehr, nicht Kult

4„Geht nach Bet-El und übt Verbrechen, nach Gilgal und sündigt noch mehr! Bringt eure Schlachtopfer am nächsten Morgen, euren Zehnten am übernächsten Tag! 5Verbrennt als Dankopfer gesäuertes Brot, ruft zu freiwilligen Opfern auf und lasst es alle hören! So liebt ihr es doch, ihr Israeliten!“, sagt Jahwe, der Herr.

6„So habe auch ich euch nichts zu beißen gegeben. In euren Städten und Dörfern gab es Mangel an Brot. Und doch kehrtet ihr nicht zu mir um!“, sagt Jahwe.

7„So hielt auch ich den Regen zurück, drei Monate vor der Ernte. Auf die eine Stadt ließ ich es regnen, auf die andere Stadt nicht. Das eine Feld wurde beregnet; das andere, das keinen Regen bekam, verdorrte. 8Von zwei, drei Städten schleppten sich die Leute zu einer Stadt hin, die noch Wasser hatte. Aber es reichte nicht für so viele. Und doch kehrtet ihr nicht zu mir um!“, sagt Jahwe.

9„Ich schickte euch Mehltau und Getreidebrand. Ich ließ eure Gärten und Weinberge vertrocknen. Eure Feigen- und Olivenbäume fraßen die Heuschrecken kahl. Und doch kehrtet ihr nicht zu mir um!“, sagt Jahwe.

10„Ich schickte euch die Pest wie einst den Ägyptern. Eure jungen Männer wurden im Kampf erschlagen. Eure Pferde gab ich den Feinden zur Beute. Ich ließ euch den Leichengestank eurer Heerlager in die Nase steigen. Und doch kehrtet ihr nicht zu mir um!“, sagt Jahwe.

11„Ich habe bei euch das Unterste zuoberst gekehrt, wie damals bei Sodom und Gomorra. Da wart ihr wie ein angekohltes Holzscheit, das man aus dem Feuer reißt. Und doch kehrtet ihr nicht zu mir um!“, sagt Jahwe.

12„Deshalb handle ich so an dir, Israel. Und weil ich dir das alles antun werde, mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen, Israel!“

13Denn sieh, er formt die Berge, er erschafft den Wind. Er sagt dem Menschen, was er im Sinn hat. Er macht das Morgenrot zur Finsternis, er schreitet über die Gipfel der Erde. Er heißt Jahwe, Gott, der Allmächtige.

Klagelied über Israel

51(A) Hört diese Botschaft, ihr Israeliten! Ich stimme die Totenklage über euch an. 2Erschlagen liegt sie da, Israel, die junge Frau, und steht nicht wieder auf. Verlassen liegt sie auf eigenem Boden, und niemand hilft ihr hoch. 3Denn so spricht Jahwe, der Herr: „Die Stadt, die mit tausend Männern in den Kampf zieht, wird nur hundert übrigbehalten, und die mit hundert auszieht, der bleiben nur zehn. So wird es überall in Israel sein.“

4(B) Denn so spricht Jahwe, der Herr: „Sucht mich, dann werdet ihr leben! 5Sucht nicht Bet-El auf, geht nicht nach Gilgal, zieht nicht nach Beerscheba2! Denn Gilgal droht die Verbannung und das Gotteshaus von Bet-El wird zum Unheilshaus. 6Sucht Jahwe, dann werdet ihr leben! Denn sonst fällt er wie Feuer auf Josefs3 Nachkommenschaft, und niemand löscht den wütenden Brand für Bet-El aus.“

7(C) Ihr wandelt…

Read in Logos
Amos 3,8: DER LÖWE BRÜLLT - wer fürchtet sich nicht? GOTT, DER HERR, SPRICHT - wer wird da nicht zum Propheten?

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Footnotes

  1. 1Damaskus war die Hauptstadt von Syrien.
  2. 3Sündental und Lusthausen (Hebräisch: Bikat-Awen; Bet-Eden) sind hier wahrscheinlich symbolische Namen für Damaskus.
  3. 5Gaza. Philisterstadt am Mittelmeer.
  4. 6Edom. Land östlich der Araba und südlich vom Toten Meer, bewohnt von den Nachkommen Esaus.
  5. 8Aschdod, Aschkelon, Ekron waren Philisterstädte.
  6. 9Tyrus war die wichtigste Hafenstadt an der phönizischen Küste, 56 km nördlich vom Berg Karmel.
  7. 12Teman ist ein Gebiet mitten in Edom, in der Nähe von Petra.
  8. 13Bozra. Wichtige edomitische Stadt, Schafzuchtzentrum, 40 km südöstlich vom Süd-Ende des Toten Meeres.
  9. 14Die Ammoniter waren ein Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.
  10. 15Rabba war die Hauptstadt der Ammoniter, 38 km östlich vom Jordan, heute: Amman.
  11. 1Die Moabiter lebten östlich des Toten Meeres zwischen den Flüssen Arnon und Zered.
  12. 2Keriot. Heute: El Qereiyat, 13 km östlich vom Toten Meer.
  13. 3Nasiräer. Männer, die sich Gott weihten und während dieser Zeit ihre Haare nicht schneiden und keinen Alkohol trinken durften.
  14. 1Haus Jakob. Nachkommen von Jakob (Israel), dem Stammvater Israels.
  15. 2Bet-El liegt 9 km nördlich von Jerusalem und war das Zentrum des pervertierten israelitischen Gottesdienstes, wobei Jahwe durch ein goldenes Kalb verehrt wurde.
  16. 1Baschan. Fruchtbare Hochebene östlich und nördlich vom See Gennesaret, bekannt für Rinderzucht.
  17. 2Auch die Stadt Beerscheba im Süden von Juda war offenbar ein Zentrum des Götzendienstes geworden.
  18. 3Josef war der Vater von Efraïm und Manasse, den Stammvätern der größten Stämme des Nordreichs, deren Namen auch für das ganze Nordreich stehen konnten.