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Job 40:1–41:26
Kannst du die Schöpfung beherrschen? (40–41)
Hiobs erste Antwort an Jahwe
40 1 So reagierte Jahwe auf Hiob und sagte:
2 „Will der Tadler mit dem Allmächtigen streiten? * Der Gott Zurechtweisende antworte darauf!“ 3 Da erwiderte Hiob Jahwe: 4 „Schau, ich bin zu gering. * Was soll ich erwidern? * Ich lege die Hand auf den Mund. 5 Einmal habe ich geredet, ich wiederhole es nicht, * zweimal, und ich tu es nicht wieder.“
Die zweite Rede Gottes aus dem Sturm
6 Jahwe antwortete Hiob aus dem Sturm und sagte:
7 „Steh jetzt auf und zeig dich als Mann! * Dann will ich dich fragen, und du belehrst mich. 8 Willst du im Ernst mein Recht bestreiten, * mich schuldig sehn, damit du Recht bekommst?
9 Sag, hast du einen Arm wie Gott, * kann deine Stimme donnern wie er? 10 Schmück dich doch mit Hoheit und Stolz, * kleide dich in Herrlichkeit und Pracht! 11 Gieß aus die Fluten deines Zorns, * sieh den Stolzen an und erniedrige ihn! 12 Beuge den Hochmut mit deinem Blick! * Tritt auf der Stelle die Gottlosen nieder! 13 Verscharr sie allesamt im Staub, * schließe sie im Verborgenen ein! 14 Dann will auch ich dich preisen, * denn deine Rechte rettete dich!“
15 „Sieh doch den Behemot1, * den ich wie dich erschuf. * Gras frisst er wie das Rind. 16 Seine Kraft ist in den Lenden, * seine Stärke in den Muskeln seines Bauchs. 17 Er streckt seinen Schwanz wie die Zeder. * Seine Sehnen sind dicht verflochten, 18 seine Knochen wie Röhren aus Bronze, * seine Rippen wie eiserne Stäbe. 19 Er ist das Erste von Gottes Geschöpfen. * Der ihn schuf, gab ihm sein Schwert. 20 Das Futter tragen die Berge ihm zu, * dort, wo die Wildtiere spielen. 21 Unter Lotosbüschen legt er sich nieder, * versteckt in Rohr und Sumpf. 22 Lotosbüsche spenden ihm Schatten, * die Weiden am Bach umgeben ihn. 23 Da schwillt der Strom. Doch er läuft nicht weg, hält still. * Und der Sturzbach schießt ihm ans Maul. 24 Kann man ihn fangen, wenn er die Augen offen hat, * ihm Stricke durch die Nase ziehn?“
25 „Ziehst du den Leviatan2 mit der Angel herbei, * umschlingst du seine Zunge mit dem Seil? 26 Ziehst du ihm einen Ring durch die Nase, * bohrst einen Haken durch seine Kiefer? 27 Wird er dich lange um Gnade bitten * oder richtet er freundliche Worte an dich? 28 Wird er einen Bund mit dir schließen, * dass er für immer dein Sklave sein wird? 29 Spielst du mit ihm wie mit einem Vogel * und bindest ihn für deine Mädchen an? 30 Feilschen die Jagdgenossen um ihn, * verteilen sie ihn unter die Händler? 31 Spickst du seine Haut mit Spießen, * mit Harpunen seinen Kopf? 32 Leg nur deine Hand an ihn * und denk an den Kampf! * Du tust es sicher nicht wieder.
41 1 Die Hoffnung, ihn zu fangen, wird immer enttäuscht. * Schon sein Anblick bringt dich zu Fall. 2 Niemand ist so tollkühn, dass er ihn weckt!
Und wer ist es, der vor mir bestehen kann? 3 Wer hat mir je etwas gegeben, * das ich ihm zurückzahlen müsste?* * Alles unter dem Himmel gehört mir. 4 Ich will nicht schweigen von ihm, * wie stark er ist und schön gebaut.
5 Wer schälte ihm je das Oberkleid ab? * Wer greift ihm zwischen die Zähne? 6 Wer öffnet das Tor seines Rachens? * Rings um seine Zähne steht Schrecken. 7 Stolz stehen die Rillen der Schilde, * mit festem Siegel verschlossen. 8 Einer fügt sich an den andern, * kein Hauch dringt dazwischen. 9 Sie hängen fest aneinander; * sie greifen ineinander und trennen sich nicht.
10 Sein Niesen verstrahlt Licht, * und seine Augen sind wie die Wimpern des Frührots. 11 Fackeln fahren aus seinem Maul, * feurige Funken schießen heraus. 12 Aus seinen Nüstern kommt Rauch * wie aus einem heißen Topf. 13 Sein Atem entzündet Kohlen, * eine Flamme schlägt aus seinem Maul. 14 In seinem Nacken wohnt Stärke. * Und vor ihm her hüpft die Angst. 15 Sein Bauch ist straff und fest, * wie angegossen, unbewegt. 16 Sein Herz ist fest wie Stein, * hart wie der untere Mühlstein.
17 Selbst Helden graut es, wenn er sich erhebt, * vor Schreck ziehen sie sich zurück. 18 Trifft man ihn, hält kein Schwert stand, * nicht Lanze noch Geschoss und Pfeil. 19 Eisen hält er für Stroh, * Bronze für morsches Holz. 20 Ein Pfeil verjagt ihn nicht, * Schleudersteine sind ihm wie Stoppeln. 21 Für Stroh hält er die Keule, * er lacht über den Aufprall vom Wurfspieß. 22 Scharfe Scherben sind an seinem Bauch; * einen Dreschschlitten zieht er über den Schlamm. 23 Er macht die Tiefe zu einem siedenden Kessel, * das Meer zu einem Salbentopf. 24 Hinter sich lässt er eine leuchtende Spur, * die Flut erscheint wie Silberhaar. 25 Auf der Erde ist keiner ihm gleich, * ein Geschöpf ohne Furcht. 26 Auf alles Hohe blickt er herab, * ein König über das stolze Wild.“
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| 1 | Behemot ist die Mehrzahl von behema, Vieh. Es meint ein Ungetüm von Vieh, ein unbesiegbares Riesentier. Seine Beschreibung erinnert an einen Saurier. |
| 2 | Leviatan. Der hebräische Ausdruck bedeutet „der Gewundene“. Seine Beschreibung erinnert an einen riesigen Wassersaurier. |
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