The Future of Bible Study Is Here.
Genesis 12:1–50:26
12–50: Die Vätergeschichte
Das Leben Abrahams (12–24)
Abrams Berufung
12 1 Da sagte Jahwe zu Abram: „Zieh aus deinem Land weg! Verlass deine Sippe und auch die Familie deines Vaters und geh in das Land, das ich dir zeigen werde!* 2 Ich will dich zu einer großen Nation werden lassen; ich werde dich segnen und deinen Namen bekannt machen. Du wirst ein Segen für andere sein. 3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dir fluchen. Alle Völker2 der Erde werden durch dich gesegnet sein.“*
4 Abram gehorchte dem Befehl Jahwes und brach auf. Lot zog mit ihm. Abram war 75 Jahre alt, als er Haran verließ. 5 Seine Frau Sarai und sein Neffe Lot begleiteten ihn. Sie nahmen alle Menschen, die sie in Haran erworben hatten, und ihren ganzen Besitz mit. So zogen sie nach Kanaan. 6 Abram durchzog das Land bis zu einem Platz bei Sichem4 in der Nähe des Wahrsagebaums5. Damals waren ja noch die Kanaaniter im Land. 7 Dort ließ sich Jahwe von Abram sehen* und sagte zu ihm: „Dieses Land will ich deinen Nachkommen geben!“ Da baute Abram an dieser Stelle einen Altar für Jahwe, der ihm erschienen war. 8 Später zog er in das Bergland östlich von Bet-El und schlug seine Zelte so auf, dass er Bet-El im Westen und Ai im Osten hatte. Auch dort baute er Jahwe einen Altar und machte so den Namen Jahwes bekannt7. 9 Dann brach er wieder auf und zog immer weiter in den Negev8 hinein.
10 Als eine schwere Hungersnot im Land ausbrach, suchte Abram Zuflucht in Ägypten. 11 Kurz vor der ägyptischen Grenze sagte er zu seiner Frau Sarai: „Ich weiß, dass du eine sehr schöne Frau bist. 12 Wenn die Ägypter dich sehen, werden sie sagen: ‚Das ist seine Frau!‘, und sie werden mich totschlagen, um dich zu bekommen. 13 Sag doch, dass du meine Schwester bist, dann werden sie mich deinetwegen gut behandeln und am Leben lassen!“
14 Tatsächlich geschah es so, als Abram nach Ägypten kam. Überall fiel seine Frau durch ihre Schönheit auf. 15 Die Hofleute rühmten sie vor dem Pharao, und der ließ sie in seinen Palast holen. 16 Ihretwegen überhäufte er Abram mit Geschenken. Er ließ ihm Schafe, Ziegen, Rinder und Esel zukommen, Sklaven und Sklavinnen, Eselstuten und Kamele. 17 Doch weil der Pharao Abrams Frau zu sich genommen hatte, schlug Jahwe ihn und seine Familie mit schweren Krankheiten. 18 Da ließ der Pharao Abram zu sich rufen. „Was hast du mir da angetan?“, warf er ihm vor. „Warum hast du mir nicht gesagt, dass sie deine Frau ist? 19 Du hast sie als deine Schwester ausgegeben, und nur deshalb habe ich sie mir zur Frau genommen! Nun, hier ist deine Frau! Nimm sie und geh!“ 20 Dann gab der Pharao seinen Männern Befehl, Abram und seinen Besitz sicher aus dem Land zu bringen.
13 1 Von Ägypten kehrte Abram mit seiner Frau, seinem Besitz und seinem Neffen Lot wieder in das Südland Kanaans zurück. 2 Abram war sehr reich. Eine Menge Vieh und Silber und Gold gehörten ihm. 3 Er zog von einem Lagerplatz zum anderen, bis er wieder an die Stelle kam, wo sein Zelt zuerst gestanden hatte, zwischen Bet-El und Ai, 4 wo er früher den Altar gebaut hatte. Dort rief er den Namen Jahwes an.
5 Auch Lot, der mit Abram gezogen war, hatte viele Schafe, Ziegen, Rinder und Zelte. 6 Doch das Weideland reichte nicht für beide aus. Ihr Herdenbesitz war zu groß. So konnten sie unmöglich beisammenbleiben. 7 Es gab immer Streit zwischen den Hirten von Abrams und Lots Vieh. Damals wohnten ja auch noch die Kanaaniter und Perisiter1 im Land. 8 Abram besprach das mit Lot. Er sagte: „Es soll kein Streit zwischen uns sein, auch nicht zwischen unseren Hirten. Wir sind doch Brüder! 9 Steht dir nicht das ganze Land offen? Trenn dich doch von mir! Willst du nach links, dann gehe ich nach rechts, und willst du nach rechts, dann gehe ich nach links.“
10 Lot schaute sich um und sah, dass es im Umkreis des Jordan reichlich Wasser gab. Bevor Jahwe nämlich Sodom und Gomorra zerstörte, war diese Gegend bis nach Zoar hin wie der Garten Jahwes und wie Ägypten. 11 Damals entschied sich Lot für die Gegend im Umkreis des Jordan. So trennten sich beide: 12 Abram blieb im Land Kanaan, und Lot zog ins Gebiet der Jordanstädte und kam mit seinen Zelten bis nach Sodom. 13 Doch die Einwohner von Sodom waren sehr böse und sündigten schwer gegen Jahwe.
14 Nachdem Lot weggezogen war, sagte Jahwe zu Abram: „Blick auf und schau dich nach allen Seiten gründlich um! 15 Das ganze Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen für immer geben. 16 Und deine Nachkommen werde ich zahlreich machen wie den Staub der Erde. Nur wenn jemand die Staubkörner zählen könnte, können auch deine Nachkommen gezählt werden. 17 Mach dich auf, und durchziehe das Land nach allen Richtungen! Denn dir will ich es geben.“ 18 Abram zog mit seinen Zelten weiter und nahm seinen Wohnsitz unter den Terebinthen2 von Mamre bei Hebron. Dort baute er Jahwe einen Altar.
Abram befreit Lot (und Sodoms Beute). Der Segen Melchisedeks
14 1 In dieser Zeit führten die Könige Amrafel von Schinar, Arjoch von Ellasar, Kedor-Laomer von Elam sowie der Völkerkönig Tidal1 2 Krieg gegen die Könige Bera von Sodom, Birscha von Gomorra, Schinab von Adma, Schemeber von Zebojim und den König von Bela, das heute Zoar heißt.2 3 Diese fünf hatten sich verbündet und waren in das Tal Siddim gezogen, wo heute das Salzmeer3 ist. 4 Zwölf Jahre waren sie Kedor-Laomer untertan gewesen, doch im dreizehnten hatten sie gegen seine Herrschaft rebelliert. 5 Jetzt im vierzehnten Jahr rückten Kedor-Laomer und die mit ihm verbündeten Könige heran. Zuerst besiegten sie die Refaïter bei Aschterot-Karnajim4, die Susiter bei Ham5, die Emiter in der Ebene von Kirjatajim6 6 und die Horiter, die im Bergland von Seïr7 bis nach El-Paran am Rand der Wüste lebten. 7 Dann zogen sie ‹in nordwestlicher Richtung› bis nach En-Mischpat, das jetzt Kadesch8 heißt, und verwüsteten das ganze Gebiet der Amalekiter und auch die Gegend von Hazezon-Tamar* , die von Amoritern* besiedelt war. 8 Im Tal Siddim stellten sich ihnen die fünf Stadtkönige entgegen 9 und kämpften gegen die vier angreifenden Könige. 10 Nun war das Siddimtal voll von Asphaltgruben11, und als die Könige von Sodom und Gomorra flohen, gerieten sie da hinein. Die anderen Könige flohen ins Gebirge. 11 Die Sieger plünderten Sodom und Gomorra und nahmen alle Lebensmittelvorräte mit. 12 Auch Abrams Neffen Lot, der inzwischen in Sodom wohnte, schleppten sie mit und dazu seinen ganzen Besitz.
13 Einer von denen, die entkommen konnten, berichtete dem Hebräer Abram, was geschehen war. Abram wohnte damals noch unter den Terebinthen des Amoriters Mamre. Das war ein Bruder von Eschkol und Aner, Abrams Verbündeten. 14 Als Abram hörte, dass sein Neffe in Gefangenschaft geraten war, rief er seine Gefolgsleute zusammen, solche, die in seinen Zelten geboren waren, insgesamt 318 Mann12. Mit ihnen verfolgte er den Heerhaufen. In Dan13 holte er sie ein 15 und überfiel sie in der Nacht. Er hatte seine Männer in zwei Gruppen geteilt. So schlug er sie in die Flucht und verfolgte sie noch bis nach Hoba, das nördlich von Damaskus liegt. 16 Er nahm ihnen die ganze Beute ab und befreite seinen Neffen Lot, die Frauen und alle anderen Gefangenen.
17 Als Abram nach seinem Sieg über Kedor-Laomer und die anderen Könige zurückkehrte, zog ihm der König von Sodom entgegen ins Schawetal, das heute Königstal* heißt. 18 Auch Melchisedek* , der König von Salem* , kam dorthin und brachte Brot und Wein mit. Er war Priester Gottes, des Höchsten, 19 und segnete Abram. Er sagte:
„Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, dem Himmel und Erde gehören. 20 Und gepriesen sei Gott, der Höchste, der deine Feinde dir ausgeliefert hat.“
Abram gab ihm den zehnten Teil von aller Beute. 21 Da sagte der König von Sodom zu Abram: „Gib mir meine Leute zurück, alles andere kannst du behalten!“ 22 Doch Abram hob seine Hand und sagte: „Ich schwöre bei Jahwe, bei Gott, dem Höchsten, dem Himmel und Erde gehören: 23 Nicht einen Faden oder Schuhriemen werde ich von dem behalten, was dir gehört! Du sollst niemals sagen können: ‚Ich habe Abram reich gemacht.‘ 24 Ich nehme nichts für mich. Nur das behalte ich, was meine Männer verzehrt haben und was meinen Bundesgenossen Aner, Eschkol und Mamre zusteht. Die sollen ihren Anteil an der Beute erhalten.“
15 1 Nach diesen Ereignissen empfing Abram folgende Botschaft Jahwes in einer Vision* : „Hab keine Angst, Abram! Ich selbst bin dein Schutz, und du wirst reich belohnt werden.“ 2 Da erwiderte Abram: „Jahwe, mein Herr, was willst du mir denn geben? Ich werde ja kinderlos sterben, und meinen Besitz erbt Eliëser von Damaskus* . 3 Du hast mir doch keinen Sohn gegeben. Der Sklave, der in meinem Haus geboren wurde, wird mich beerben.“ 4 Da kam das Wort Jahwes zu ihm: „Nein, er wird nicht dein Erbe sein, sondern einer, den du zeugen wirst, der soll dich beerben.“ 5 Darauf führte er ihn ins Freie und sagte: „Blick doch zum Himmel auf und zähle die Sterne* , wenn du es kannst!“ Und er fügte hinzu: „So wird deine Nachkommenschaft sein!“*
6 Abram glaubte Jahwe, und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an.* 7 Dann sagte er: „Ich, Jahwe, ich habe dich aus dem Ur der Chaldäer herausgeführt, um dir dieses Land als Eigentum zu geben.“ 8 „Jahwe, mein Herr“, erwiderte Abram, „woran könnte ich erkennen, dass ich es je besitzen werde?“ 9 Da sagte er: „Bring mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Schafbock, eine Turteltaube und eine junge Taube!“ 10 Abram holte die Tiere, zerteilte jedes in zwei Hälften und legte die Teile einander gegenüber.6 Nur die Vögel zerteilte er nicht. 11 Da fielen Raubvögel über die Fleischstücke her, und Abram verscheuchte sie.
12 Doch während des Sonnenuntergangs fiel ein Tiefschlaf auf Abram, und eine unheimliche, erdrückende Angst legte sich auf ihn. 13 Da sagte Jahwe zu ihm: „Du sollst jetzt erfahren, dass deine Nachkommen Fremde in einem Land sein werden, das ihnen nicht gehört. Man wird sie versklaven und unterdrücken. Das alles dauert insgesamt…
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| 2 | Völker. Das Wort meint auch Stämme, Sippen, Familien. |
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| 4 | Sichem war eine strategisch und religiös bedeutende Stadt auf dem Pass (Sichem = Schulter) zwischen den Bergen Ebal im Norden und Garizim im Süden. |
| 5 | Wahrsagebaum. Wörtlich: Orakelterebinthe. Unter solchen Bäumen vernahmen die Wahrsager angeblich die Stimme Gottes im Rauschen der Zweige. |
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| 7 | machte bekannt. Das hebräische Wort kann anrufen (= beten) oder ausrufen (= bekannt machen) bedeuten. |
| 8 | Negev bezeichnet das Südland Kanaans. |
| 1 | Perisiter. Bewohner Kanaans; manche verstehen sie nicht als eigenen Stamm, sondern als die Dorfbewohner. |
| 2 | Terbinthe. Belaubter Baum mit breitem Wipfel, der nur 7 m hoch wird und als Schattenspender geschätzt war. |
| 1 | Tidal. Es handelt sich offenbar um Könige aus dem syrisch-babylonischen Raum. |
| 2 | Zoar heißt. Die Namen der Stadtkönige aus dem Tal des Toten Meeres sind amoritisch. |
| 3 | Salzmeer. Gemeint ist wohl der nördliche Teil des Toten Meeres, das insgesamt einen Salzgehalt von mehr als 25 % hat, sodass kein Fisch darin leben kann. |
| 4 | Aschterot und Karnajim lagen etwa 35 km östlich des Sees Gennesaret. |
| 5 | Ham lag etwa 20 km südlich von Karnajim. |
| 6 | Die Ebene von Kirjatajim liegt möglicherweise östlich vom Toten Meer auf dem Weg der Könige nach Süden. |
| 7 | Das Bergland von Seïr erstreckt sich östlich der Araba bis nach Elat (El-Paran) am Roten Meer. |
| 8 | Kadesch (Kadesch-Barnea) lag an der Südgrenze von Kanaan, etwa 80 km südwestlich von Beerscheba. |
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| 11 | Asphaltgruben. Asphalt entsteht auch auf natürliche Weise aus Erdöl, das durch Verdunstung und Oxidation zu Bitumen wird und sich dabei mit Mineralstoffen vermischt. Es wurde als Mörtel und zum Abdichten von Schiffen und Gefäßen verwendet. |
| 12 | 318 Mann. Wenn Abram so viele hausgeborenen Sklaven aufbieten konnte, mussten in seinem Hausstand mindestens 1000 Männer leben, dazu noch die Frauen und Kinder. |
| 13 | Die Stadt Dan lag an der Nordgrenze Israels, am Fuß des Berges Hermon, etwa 250 km von Abrams Siedlungsplatz entfernt. |
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| 6 | zerteilte … gegenüber. Damit wurde ein feierlich beschworener Vertrag vorbereitet. Die Vertragspartner gingen dann mit einer brennenden Fackel zwischen den zerschnittenen Tierkörpern hindurch. Damit erklärten sie: Im Fall eines Meineides soll es mir so wie diesen Tieren ergehen. Siehe auch Jeremia 34,18. |
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