Logos Bible Study

2. Könige 1–2

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1–17: Das Nordreich Israel

Ein Prophet in Israel (1–8)

Ahasja und Elija

11Nach König Ahabs Tod sagten sich die Moabiter2 von Israel los. 2Eines Tages stürzte Ahasja, ‹der neue König›, durch das Gitter im Obergeschoss seines Palastes in Samaria und verletzte sich schwer. Da schickte er Boten mit dem Auftrag los, Baal-Sebub3, den Gott der Philisterstadt Ekron zu befragen, ob er wieder gesund würde. 3Aber der Engel Jahwes befahl dem Propheten Elija aus Tischbe: „Geh den Boten des Königs von Samaria entgegen und sag zu ihnen: ‚Gibt es denn keinen Gott in Israel, dass ihr fortgehen müsst, um den Gott von Ekron, zu befragen? 4Darum lässt Jahwe dem König Folgendes ausrichten: Du wirst nicht mehr aus deinem Bett herauskommen, sondern sterben. Ja, sterben musst du!‘ “ Elija gehorchte. 5Da kehrten die Boten zum König zurück. „Wie kommt es, dass ihr so schnell wieder hier seid?“, fragte er sie. 6Sie erwiderten: „Ein Mann kam uns entgegen; er schickte uns zu dir zurück und lässt dir ausrichten: ‚So spricht Jahwe: Gibt es denn keinen Gott in Israel, dass du den Baal-Sebub von Ekron befragen musst? Darum wirst du nicht mehr aus deinem Bett herauskommen, sondern sterben. Ja, sterben musst du!‘ “ 7Der König fragte: „Wie sah der Mann aus, der das zu euch sagte?“ 8„Er trug einen Mantel aus Ziegenhaaren und hatte einen Ledergürtel umgebunden“, erwiderten sie. „Dann war es Elija von Tischbe“, sagte der König.

9Sofort schickte er einen Offizier mit seiner Fünfzig-Mann-Einheit nach ihm los. Der fand ihn oben auf einem Berg. Er stieg zu ihm hinauf und befahl: „Im Namen des Königs: Komm herunter, Gottesmann!“ 10Elija erwiderte: „Wenn ich wirklich ein Mann Gottes bin, dann soll Feuer vom Himmel herabfallen und dich und deine Fünfzig fressen!“ Da fiel Feuer vom Himmel herab und verbrannte sie alle. 11Daraufhin schickte der König einen anderen Offizier mit seiner Fünfziger-Einheit los. Auch dieser rief Elija an: „Im Namen des Königs: Komm sofort herunter, Gottesmann!“ 12Doch Elija erwiderte: „Wenn ich wirklich ein Mann Gottes bin, dann soll Feuer vom Himmel herabfallen und dich und deine Fünfzig fressen!“ Da fiel Feuer Gottes vom Himmel herab und verbrannte sie alle. 13Zum dritten Mal schickte der König einen Offizier mit seiner Fünfziger-Einheit los. Der stieg auf den Berg, kniete sich vor Elija hin und flehte ihn an: „Du Mann Gottes, lass mich und meine fünfzig Männer am Leben! 14Es ist doch Feuer vom Himmel gefallen und hat die beiden Offiziere vor mir und alle ihre Leute vernichtet. Bitte lass mein Leben etwas wert sein vor dir!“ 15Da sagte der Engel Jahwes zu Elija: „Geh mit ihm hinunter! Du musst dich nicht vor dem König fürchten.“

Elija stand auf und ging mit dem Offizier zum König. 16Er sagte ihm: „So spricht Jahwe: ‚Weil du Boten losgeschickt hast, um den Baal-Sebub, den Gott von Ekron, zu befragen – als ob es keinen Gott in Israel gäbe, den man befragen kann –, darum wirst du nicht mehr aus deinem Bett herauskommen, sondern sterben. Ja, sterben musst du!‘ “ 17So starb er denn, wie Jahwe durch Elija hatte sagen lassen. Weil er aber keinen Sohn hatte, wurde sein Bruder Joram König ‹in Israel›. Das geschah im zweiten Regierungsjahr von Joram Ben-Joschafat, dem König von Juda. 18Was sonst noch über Ahasjas Herrschaft zu sagen ist, findet man in der Chronik5 der Könige von Israel.

Elija und Elischa

21Als Jahwe dann Elija im Sturm zum Himmel auffahren lassen wollte, hatten Elija und Elischa gerade Gilgal1 verlassen. 2Da sagte Elija zu Elischa: „Bleib doch hier! Denn Jahwe schickt mich nach Bet-El2.“ Doch Elischa erwiderte: „So wahr Jahwe lebt und so wahr du lebst: Ich verlasse dich nicht!“ So gingen beide nach Bet-El hinab. 3Dort wohnten einige Prophetenjünger. Sie kamen zu Elischa heraus und sagten zu ihm: „Weißt du, dass Jahwe heute deinen Herrn, dein Haupt über dir, entführen wird?“ – „Ja, ich weiß es auch“, erwiderte Elischa, „redet nicht davon!“ 4Da sagte Elija noch einmal zu ihm: „Elischa, bleib doch hier! Denn Jahwe schickt mich nach Jericho.“ Doch Elischa erwiderte: „So wahr Jahwe lebt und so wahr du lebst: Ich verlasse dich nicht!“ So kamen sie nach Jericho. 5Die Prophetenjünger aus Jericho kamen ebenfalls zu Elischa heraus und sagten zu ihm: „Weißt du, dass Jahwe heute deinen Herrn, dein Haupt über dir, entführen wird?“ – „Ja, ich weiß es auch“, erwiderte Elischa, „redet nicht davon!“ 6Da sagte Elija noch einmal zu ihm: „Bleib doch hier! Denn Jahwe schickt mich an den Jordan.“ Doch Elischa erwiderte: „So wahr Jahwe lebt und so wahr du lebst: Ich verlasse dich nicht!“ So gingen beide miteinander. 7Die 50 Prophetenjünger folgten ihnen. Sie blieben aber in einiger Entfernung stehen, als die beiden an den Jordan traten. 8Elija zog seinen Mantel aus, wickelte ihn zusammen und schlug damit auf das Wasser. Da teilte es sich nach beiden Seiten und sie gingen trockenen Fußes durch den Fluss.

9Am anderen Ufer sagte Elija zu Elischa: „Kann ich noch etwas für dich tun, bevor ich weggenommen werde?“ Elischa bat: „Es wäre schön, wenn ich zwei Anteile3 von deinem Geist erhalten könnte!“ 10„Das zu erfüllen, liegt nicht in meiner Macht“, erwiderte Elija, „doch wenn du mit ansehen darfst, wie ich von dir weggenommen werde, dann wird deine Bitte erfüllt, sonst nicht.“ 11Während sie weitergingen und miteinander redeten, fuhr plötzlich ein feuriger Streitwagen mit Pferden aus Feuer zwischen sie und trennte sie voneinander. Im Sturm fuhr Elija zum Himmel hinauf. 12Als Elischa das sah, schrie er auf: „Mein Vater, mein Vater! Du Streitwagen Israels und sein Gespann!“4 Dann sah er ihn nicht mehr. Er packte seine Gewänder und zerriss sie in zwei Stücke.

13Dann hob er den Mantel Elijas auf, der zu Boden gefallen war, und kehrte an den Jordan zurück. 14Mit diesem Mantel schlug er dann auf das Wasser und rief: „Wo ist Jahwe, der Gott des Elija?“ Er machte es also genau so wie Elija. Da teilte sich das Wasser und er ging wieder ans andere Ufer. 15Die Prophetenjünger aus Jericho, die dort standen, hatten zugesehen und sagten: „Der Geist Elijas ist jetzt auf Elischa!“ Sie liefen ihm entgegen, warfen sich vor ihm nieder 16und sagten: „Bei deinen Dienern hier sind 50 kräftige Männer. Sollten sie nicht losgehen und deinen Lehrer suchen? Vielleicht hat der Geist Jahwes ihn ja nur weggetragen und auf irgendeinen Berg oder in eine Schlucht geworfen.“ – „Nein, das ist nicht nötig!“, sagte Elischa. 17Doch sie bestanden heftig darauf bis er verlegen wurde und sagte: „So geht halt!“ Die 50 suchten drei Tage lang, fanden Elija aber nicht. 18Dann kehrten sie zu Elischa zurück. Der war noch in Jericho und sagte zu ihnen: „Ich habe euch doch gesagt, dass ihr nicht gehen müsst!“

Hilfe in Jericho, Gericht in Bet-El

19Die Einwohner der Stadt sagten zu Elischa: „Herr, wie du siehst, hat unsere Stadt eine ausgezeichnete Lage. Aber das Wasser ist schlecht und verursacht immer wieder Fehlgeburten.“ 20Da sagte Elischa: „Holt mir eine neue Schale und füllt sie mit Salz!“ Als sie ihm die Schale gebracht hatten, 21ging er damit vor die Stadt hinaus zur Quelle, schüttete das Salz hinein und rief: „So spricht Jahwe: ‚Ich habe dieses Wasser gesund gemacht. Es wird keinen Tod und keine Fehlgeburten mehr verursachen!‘ “ 22Seitdem ist das Wasser gut, und es ist bis heute5 so geblieben, genau wie Elischa es gesagt hat.

23Von dort aus ging Elischa hinauf ins Bergland nach Bet-El. Wie er nun den Weg weiter hinaufstieg, kam eine Horde Jungen aus der Stadt und machte sich über ihn lustig. „Komm doch rauf, du Glatzkopf!“, riefen sie. „Komm doch rauf, Glatzkopf!“6 24Elischa schaute sich um, und als er sie erblickte, verfluchte er sie im Namen Jahwes. Da kamen zwei Bärinnen aus dem Wald und zerrissen 42 von den Kindern. 25Elischa ging von dort zum Berg Karmel und kehrte dann nach Samaria zurück.

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Footnotes

  1. 2Die Moabiter lebten östlich vom Toten Meer in dem Gebiet zwischen den Flüssen Arnon und Zered.
  2. 3Baal-Sebub heißt „Herr der Fliegen“ und ist wahrscheinlich eine bewusste Entstellung von Baal-Sebul „Fürst Baal“. Bei den Juden in neutestamentlicher Zeit galt Beelzebub als der Oberste der Dämonen.
  3. 5Chronik. Oder: Jahrbücher, Annalen.
  4. 1Mit Gilgal ist hier nicht der Ort in der Nähe des Jordan gemeint, sondern wahrscheinlich Jiljillia, 12 km nordwestlich von Bethel.
  5. 2Bet-El liegt 19 km nördlich von Jerusalem und war das Zentrum des pervertierten israelitischen Gottesdienstes, wobei Jahwe durch ein goldenes Kalb verehrt wurde.
  6. 3zwei Anteile. Das meinte wohl den Erbanteil des Erstgeborenen, der doppelt so viel erhielt, wie ein anderer Sohn.
  7. 4sein Gespann. Für Elischa war sein geistlicher Vater das mächtigste Werkzeug Gottes für Israels Schutz. Siehe auch 2. Könige 13,14–19.
  8. 5bis heute. Das meint den Zeitpunkt, als das Buch verfasst wurde.
  9. 6… Glatzkopf. Das drückt eine vollkommene Verachtung dem Repräsentanten Gottes gegenüber aus, den sie wegen seiner Kahlköpfigkeit als Schwächling ansahen. Elischa wurde in dieser Hochburg des von König Jerobeam eingeführten götzendienerischen Jahwekults offenbar nicht nur von den Erwachsenen, sondern auch von den Kindern abgelehnt. Als Nachfolger Elijas würde er diesen falschen Gottesdienst weiterhin bekämpfen.