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2. Chronik 8–9

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Salomos Ruhm und Macht (8–9)

Salomos Unternehmungen

81Nachdem Salomo zwanzig Jahre lang am Haus Jahwes und an seinem Regierungspalast gebaut hatte, 2baute er auch die Städte aus, die Hiram ihm gegeben hatte, und siedelte Israeliten dort an.

3Hierauf zog Salomo gegen Hamat-Zoba2 und eroberte es. 4Er baute Tadmor3 in der Wüste aus und legte Vorratsstädte um Hamat4 herum an. 5Auch das obere und das untere Bet-Horon5 baute er zu Festungen aus, die mit Mauern, Toren und Riegeln gesichert waren. 6Ebenso befestigte er Baalat6 und alle anderen Vorratsstädte sowie alle Städte, in denen seine Streitwagentruppen stationiert waren. Auch in Jerusalem, im Libanon und in seinem ganzen Reich baute er alles, wozu er Lust hatte.

7Alle Nachkommen der Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, die von Israel nicht beseitigt worden waren 8und noch in Israel lebten, verpflichtete Salomo zur Zwangsarbeit. So ist es bis heute geblieben. 9Israeliten machte Salomo nicht zu Sklaven für seine Arbeiten. Sie waren seine Soldaten, die Obersten seiner Wagenkämpfer und seiner Reiter. 10König Salomo hatte 250 Oberaufseher, die das Volk bei der Arbeit beaufsichtigten.

11Die Tochter des Pharao brachte Salomo aus der Davidsstadt in das Haus hinauf, das er eigens für sie hatte bauen lassen, denn er sagte: „Meine Frau soll nicht im Haus des Königs von Israel wohnen, im Haus Davids, denn es ist heilig, weil dort einmal die Bundeslade Jahwes gestanden hat.“

12Von da an opferte Salomo die Brandopfer für Jahwe auf dem Altar Jahwes, den er vor der Halle des Tempelhauses gebaut hatte, 13so wie es der Anordnung Moses für jeden Tag entsprach. Auch an den Sabbaten, den Neumondtagen und den drei Jahresfesten tat er das: dem Fest der ungesäuerten Brote, dem Wochenfest9 und dem Laubhüttenfest. 14Nach den Anweisungen seines Vaters David wies er die Abteilungen der Priester in ihren Dienst ein, ebenso die Leviten, die für den Gesang verantwortlich waren und den Priestern und Torwächtern in ihren Dienstabteilungen halfen, genauso wie es David, der Mann Gottes, festgelegt hatte. 15Man wich in keinem Punkt von den Anordnungen ab, die der König für die Priester, die Leviten, für die Tempelschätze und für alles andere gegeben hatte. 16So wurde das ganze Werk Salomos planmäßig ausgeführt, vom Tag der Grundsteinlegung des Hauses Jahwes an bis zu seiner Vollendung. Das Haus Jahwes war fertig.

17Damals besuchte Salomo auch Ezjon-Geber und Elat10 an der Küste des Roten Meeres im Land Edom. 18Hiram hatte ihm durch seine Leute Schiffe dorthin bringen lassen und erfahrene Seeleute. Zusammen mit den Männern Salomos segelten diese nach Ofir12 und brachten von dort 450 Talente Gold zum König Salomo.

Die Königin von Saba

91Als die Königin von Saba vom Ruhm Salomos hörte, kam sie mit einem gewaltigen Gefolge nach Jerusalem. Ihre Kamele waren schwer mit duftenden Ölen, Gold und Edelsteinen beladen. Sie wollte Salomo mit schwierigen Fragen prüfen und besprach mit ihm alles, was sie sich überlegt hatte. 2Salomo beantwortete alle ihre Fragen. Es gab nichts, was ihm verborgen war, worauf er keine Antwort gewusst hätte. 3Als die Königin von Saba die Weisheit Salomos erkannte, als sie den Palast sah, den er gebaut hatte, 4die Speisen an seiner Tafel, die Sitzordnung seiner Beamten, die gute Bedienung, die kostbaren Gewänder seiner Diener und Mundschenke und die prunkvolle Prozession, wenn er in das Haus Jahwes ging, da verschlug es ihr den Atem.

5Sie sagte zum König: „Es ist tatsächlich alles wahr, was ich in meinem Land über dich und deine Weisheit gehört habe. 6Ich wollte es nicht glauben, bis ich es mit eigenen Augen gesehen hatte. Und nun sehe ich: Man hat mir nicht einmal die Hälfte gesagt. Deine Weisheit übertrifft alles, was ich je über dich gehört habe. 7Was für ein Vorrecht haben deine Männer und deine Minister, die täglich bei dir sind und deine weisen Worte hören! 8Gepriesen sei Jahwe, dein Gott, dem es gefiel, dich auf seinen Thron zu setzen als König für Jahwe, deinen Gott. Dein Gott liebt sein Volk und will, dass es für immer besteht. Deshalb hat er dich zum König gemacht, dass du für Recht und Gerechtigkeit sorgst.“

9Dann übergab sie dem König 120 Talente Gold, eine Menge duftender Öle und Edelsteine. Nie wieder hat es so kostbares Öl gegeben wie dieses, das die Königin von Saba Salomo als Geschenk überbrachte.

10Die Leute Hirams und Salomos, die Gold aus Ofir geholt hatten, brachten kostbare Steine und Hölzer mit. 11Der König hatte aus diesem Holz Geländer für das Haus Jahwes und den Regierungspalast anfertigen lassen, auch Zithern und Harfen für die Tempelsänger. Vorher war so etwas im Land Juda nie gesehen worden.

12König Salomo erfüllte der Königin von Saba jeden Wunsch, den sie äußerte, zusätzlich zu der Gegengabe für das, was sie dem König mitgebracht hatte. Danach kehrte sie mit ihrem Gefolge wieder in ihr Land zurück.

Salomos Reichtum

13In einem einzigen Jahr erhielt Salomo 666 Talente Gold als Steuerabgabe. 14Dazu kam noch das, was die Händler einbrachten. Auch alle Könige Arabiens und die Statthalter des Landes brachten Salomo Gold und Silber.

15König Salomo ließ 200 Langschilde anfertigen und mit Gold überziehen. Vier Kilogramm gehämmertes Gold verwendete er für jeden Schild. 16Dazu ließ er noch 300 Kleinschilde machen und jeden mit zwei Kilogramm gehämmertem Gold überziehen. Er brachte sie alle in das Libanonwaldhaus.

17Weiter ließ der König einen großen Thron aus Elfenbein anfertigen und mit purem Gold überziehen. 18Der Thron hatte sechs Stufen und oben eine feststehende goldene Fußbank. Zu beiden Seiten des Sitzes befanden sich Armlehnen, neben denen zwei Löwenfiguren standen. 19Auch auf jeder der sechs Stufen stand rechts und links je eine Löwenfigur. Noch nie ist so etwas für ein Königreich geschaffen worden.

20Alle Trinkgefäße Salomos waren aus reinem Gold und auch sämtliche Gegenstände, die zum Libanonwaldhaus gehörten. Silber hielt man in Salomos Zeit für wertlos; 21denn der König hatte eine Flotte von Hochseeschiffen, die mit Seeleuten Hirams bemannt waren. Alle drei Jahre kam diese Tarschisch-Flotte und brachte Gold und Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen.

22Somit übertraf König Salomo alle anderen Könige der Erde an Reichtum und Weisheit; 23und alle Könige suchten ihn auf, um sich persönlich von der Weisheit zu überzeugen, die Gott ihm verliehen hatte. 24Alle brachten ihm Geschenke mit: silberne und goldene Gegenstände, Festgewänder und Waffen, kostbare Öle, Pferde und Maultiere. So ging es Jahr um Jahr.

25Salomo hatte 4000 Stellplätze für die Pferde seiner Streitwagen und ‹insgesamt› 12.000 Pferde Er stationierte sie in den Wagenstädten und bei sich in Jerusalem. 26Er herrschte über alle Könige vom Euphrat bis zum Land der Philister und bis zur Grenze Ägyptens. 27Unter seiner Regierung war Silber in Jerusalem so häufig wie Steine und die Zedern so zahlreich wie die Maulbeerfeigenbäume, die in der Niederung wachsen. 28Die Pferde bekam Salomo aus Ägypten und aus allen möglichen anderen Ländern.

Salomos Tod

29Was sonst noch über Salomo zu sagen ist, seine frühere und spätere Geschichte, findet man in der Chronik des Propheten Natan, den Weissagungen Ahias von Schilo und in den Visionen des Sehers Jedo, die dieser über Jerobeam Ben-Nebat erhalten hat. 30Vierzig Jahre lang regierte Salomo über ganz Israel in Jerusalem. 31Als er gestorben war, bestattete man ihn in der Davidsstadt, und sein Sohn Rehabeam trat die Herrschaft an.

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Fußnoten

  1. 2Hamat-Zoba. Kleines aramäisches Reich nördlich von Damaskus.
  2. 3Tadmor ist ein Karawanenplatz, eine große Oase in der nordsyrischen Wüste. Heute: Palmyra, 208 km nordöstlich von Damaskus.
  3. 4Hamat galt als nördlichster Punkt des „idealen“ Israel. Heute: Lebweh im libanesischen Beqa-Tal, 72 km nördlich von Damaskus.
  4. 5Bet-Horon. Die Zwillingsstädte waren nur 3 km voneinander entfernt und beherrschten die wichtige Zugangsstraße von der Küstenebene ins Hügelland. Sie lagen 19 km nordwestlich von Jerusalem.
  5. 6Baalat ist der ältere Name für Kirjat-Jearim an der Grenze von Juda und Benjamin. Heute: Deir el-Azar, 14 km westlich von Jerusalem.
  6. 9Das Wochenfest oder Pfingstfest wurde 50 Tage nach dem Passa als Erntefest gefeiert. Gleichzeitig gedachte man dabei besonders der Gabe des Gesetzes Gottes.
  7. 10Ezjon-Geber und Elat lagen am Nordende des Golfs von Akaba in der Nähe der Stadt Akaba.
  8. 12Die Lage von Ofir ist nach wie vor unbekannt. Josephus, LXX und Vulgata (Hiob 28,16) verstanden es als Indien. Heute vermutet man Ofir eher in der südarabischen Landschaft Jemen am Südende des Roten Meers, die ebenfalls für ihren Goldreichtum bekannt war, und der gegenüberliegenden afrikanischen Küste. Von hier aus könnte es Handelsverbindungen nach Indien gegeben haben.