2. Chronik 2,2–18,1
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2Er schickte eine Gesandtschaft zu König Hiram von Tyrus und ließ ihm sagen: „Du hast ja schon meinem Vater David geholfen und ihm Zedern geliefert, als er sich einen Palast bauen wollte. 3Ich möchte jetzt ein Haus für den Namen meines Gottes Jahwe bauen, ein Haus, das ihm geweiht ist. Dort soll ihm Weihrauch als Opfer aufsteigen, und die geweihten Brote werden aufgeschichtet sein. Jeden Morgen und jeden Abend, an den Sabbaten, am Neumondfest und den anderen Festen Jahwes sollen dort Brandopfer dargebracht werden, wie es Israel für immer auferlegt wurde. 4Das Haus, das ich bauen will, wird groß sein, denn groß ist unser Gott über alle Götter hinaus. 5Aber auch die Himmel, selbst die allerhöchsten, fassen ihn nicht. Wer ist überhaupt berechtigt, ihm ein Haus zu bauen? Und wer bin ich, dass ich das könnte, es sei denn, es gäbe ein Heiligtum, in dem Weihrauch als Opfer zu ihm aufsteigt. 6Schick mir doch einen fähigen Mann, der alle Arbeiten in Gold, Silber, Bronze und Eisen ausführen kann! Ebenso muss er Rotpurpur, Karmesin und Blaupurpur verarbeiten können und sich aufs Gravieren verstehen. Er soll mit den Künstlern aus Juda und Jerusalem zusammenarbeiten, die schon mein Vater David angestellt hat. 7Schick mir dazu vom Libanon Zedern-, Zypressen- und anderes kostbares Holz! Ich weiß ja, wie gut deine Leute dort Holz schlagen können. Meine Leute sollen deinen dabei helfen. 8Es muss eine Menge Bauholz bereitgestellt werden, denn das Haus, das ich bauen will, wird groß und wunderbar werden. 9Ich will deinen Leuten dafür 100 Wagenladungen2 ausgedroschenen Weizen und ebenso viel Gerste liefern, dazu 100 Fässer3 Olivenöl und ebenso viel Wein.“
10König Hiram von Tyrus antwortete Salomo mit folgendem Schreiben: „Weil Jahwe sein Volk liebt, hat er dich zum König gemacht!“ 11Weiter schrieb er: „Gepriesen sei Jahwe, der Gott Israels, der Himmel und Erde erschuf, dass er König David einen weisen Sohn mit Einsicht und Verstand geschenkt hat, der ein Haus für Jahwe bauen will und eins für seine Regierungsgeschäfte. 12Ich kann dir einen erfahrenen Künstler schicken: Meinen Baumeister Hiram. 13Seine Mutter kommt aus dem Stamm Dan, sein Vater ist Tyrer. Er versteht sich auf alle Arbeiten in Gold, Silber, Bronze, Eisen, Stein und Holz. Er kann Rotpurpur, Blaupurpur4, Byssus und Karmesin5 verarbeiten, alle Gravierungen ausführen und alles entwerfen, was ihm aufgetragen wird. Er ist bereit, mit deinen Künstlern und denen deines verehrten Vaters David zusammenzuarbeiten. 14Mein Herr möge nun die angekündigte Sendung von Weizen, Gerste, Öl und Wein an seine Diener liefern. 15Wir unsererseits werden Holz im Libanon schlagen, so viel du brauchst, und es dir in Flößen über das Meer nach Jafo6 bringen. Von dort kannst du es nach Jerusalem schaffen lassen.“
16Salomo ließ nun alle Fremden in Israel zählen, nachdem schon sein Vater David solch eine Zählung vorgenommen hatte. Es waren 153.600 Männer. 1770.000 von ihnen machte er zu Lastträgern, 80.000 zu Steinhauern im Gebirge und 3600 zu Aufsehern, um die Leute zur Arbeit anzuhalten.
Der Tempelbau
31Dann begann Salomo, das Haus Jahwes in Jerusalem auf dem Berg Morija zu bauen. Die Stelle hatte schon sein Vater David bestimmt, denn dort, auf dem Dreschplatz des Jebusiters Ornan, war ihm Jahwe erschienen. 2Am 2. Mai in seinem vierten Regierungsjahr begann der Bau. 3Die Grundmaße, die Salomo für den Bau des Gotteshauses festgelegt hatte, betrugen dreißig mal zehn Meter. 4Die Halle vor dem Haus war zehn Meter breit und zehn Meter3 hoch. Ihre Innenwände ließ er mit reinem Gold überziehen. 5Das Tempelhaus selbst ließ er innen mit Zypressenholz verkleiden und mit Gold überziehen. Darauf waren Palmen und Zierketten angebracht. 6Salomo ließ das ganze Haus mit Edelsteinen schmücken. Das verwendete Gold stammte aus Parwajim4. 7Damit wurde das Haus innen verkleidet: die Balken, Schwellen, Wände und Türflügel. In die Wände ließ er außerdem Bilder von Cherubim5 einschnitzen.
Das Höchstheilige
8Den Raum des Höchstheiligen machte Salomo zehn Meter lang und zehn Meter breit. Er überzog ihn mit reinem Gold im Gewicht von 600 Talenten6. 9Allein für den Überzug der Nagelköpfe wurden 500 Gramm Gold gebraucht. Auch die oberen Räume wurden mit Gold verkleidet. 10Für das Höchstheilige ließ er dann in Bildhauerarbeit zwei Cherubim anfertigen und überzog sie mit Gold. 11Die Flügel der Cherubim hatten zusammen eine Spannweite von zehn Metern. Der eine zweieinhalb Meter lange Flügel des einen Cherub berührte die Wand und der andere den Flügel des zweiten. 12Beim zweiten Cherub war es ebenso. Einer der zweieinhalb Meter langen Flügel berührte die Wand, der andere berührte den Flügel des ersten. 13Das ergab eine Gesamtspannweite von zehn Metern. Die Cherubim standen auf ihren Füßen und hatten ihre Gesichter dem Heiligtum zugewandt. 14Auch den Vorhang ließ Salomo anfertigen. Er bestand aus blauem und rotem Purpur, blutroter Wolle und feiner Baumwolle. Cherubim waren darauf gestickt.
Die Bronzesäulen
15Vor dem Haus ließ Salomo zwei Säulen anfertigen, die ‹zusammen› achtzehn Meter lang waren. Jede bekam oben ein Kapitell von zweieinhalb Metern Höhe. 16Daran ließ er Zierketten anbringen, an denen 100 Nachbildungen von Granatäpfeln befestigt waren. 17Die Säulen ließ er rechts und links vor dem Tempel aufstellen. Die rechte nannte er Jachin, „Er richtet auf“, und die linke Boas, „In ihm ist Stärke“.
Die Ausstattung des Tempels
41Salomo ließ einen Altar aus Bronze anfertigen, der zehn Meter lang, zehn Meter breit und fünf Meter hoch war. 2Dann kam das sogenannte Meer an die Reihe. Es wurde aus Bronze gegossen und hatte einen Durchmesser von fünf Metern. Seine Höhe betrug zweieinhalb Meter und eine Schnur von 15 Metern Länge umspannte es. 3Zwei Reihen von rinderähnlichen Formen verzierten das Meer ringsum unterhalb des Randes. Sie waren aus einem Guss mit dem Becken. Auf einen halben Meter kamen zehn solcher Rinder. 4Das Becken selbst stand auf zwölf Rindern, deren Hinterteile nach innen gekehrt waren. Jeweils drei von ihnen schauten nach Norden, Westen, Süden und Osten. 5Der Rand des Beckens war wie bei einem Kelch oder einer Lilienblüte nach außen gewölbt und etwa eine Handbreit dick. Das Becken fasste ‹maximal› 18.000 Liter.2
6Salomo ließ auch zehn Kessel anfertigen. Fünf stellte er rechts und fünf links vom Meer auf. Darin wusch man alles, was zum Brandopfer gehörte. Das Meer selbst war nur für die Waschungen der Priester bestimmt.
7Er ließ auch zehn goldene Leuchter genau nach Vorschrift anfertigen und in die Tempelhalle stellen, fünf an die rechte und fünf an die linke Seite. 8Weiterhin ließ er zehn Tische machen und in die Halle stellen, fünf an die rechte und fünf an die linke Seite. Außerdem ließ er hundert goldene Opferschalen anfertigen.
9Dann richtete er den Vorhof ein, der nur von den Priestern betreten werden durfte sowie den großen Vorhof mit seinen Toren. Die Torflügel ließ er mit Bronze überziehen. 10Das Meer wurde an der Südostecke rechts vom Eingang des Tempels aufgestellt.
11Schließlich machte Hiram die Töpfe, die Schaufeln und die Opferschalen und vollendete so für König Salomo die Arbeit am Haus Gottes. 12Er hatte zwei Säulen mit ihren becherförmigen Kapitellen angefertigt, dazu die Zierketten, die die Kapitelle bedeckten, 13und die 400 Granatäpfel für die beiden Zierketten, die in zwei Reihen an jeder Kette befestigt waren, um die beiden Kapitelle zu bedecken. 14Er hatte die zehn Gestelle gemacht und die Kessel darauf gestellt; 15außerdem das sogenannte Meer und die zwölf Rinder darunter, 16die Töpfe, Schaufeln, Fleischgabeln und alles, was noch dazu gehörte. All diese Teile aus polierter Bronze fertigte der Baumeister Hiram im Auftrag von König Salomo für das Haus Jahwes an. 17In der Jordanebene hatte der König sie gießen lassen, in den Tonablagerungen zwischen Sukkot und Zaretan3. 18Und Salomo hatte all diese Stücke in großer Menge anfertigen lassen. Auf das Gewicht der verarbeiteten Bronze kam es dabei nicht an.
19Nun ließ Salomo alle Gegenstände anfertigen, die zum Haus Gottes gehörten: den goldenen Altar, die Tische, auf denen die geweihten Brote lagen, 20die Leuchter mit ihren Lampen aus reinem Gold, damit sie vorschriftsmäßig vor dem hinteren Raum angezündet würden, 21die blütenförmigen Aufsätze für die Lichtschalen und die Dochtscheren – alles aus reinstem Gold –, 22die Lichtmesser und die Opferschalen, die Schüsseln und die Feuerbecken aus reinem Gold. Auch der Eingang des Hauses war aus Gold, und zwar die Türflügel zum Höchstheiligen hin und die Türflügel zum Tempelraum.
51Schließlich waren alle Arbeiten für das Haus Jahwes vollendet. Da brachte Salomo die Gaben, die sein Vater David Gott geweiht hatte, in die Schatzkammern des Gotteshauses: das Silber, das Gold und all die wertvollen Gegenstände.
Die Überführung der Bundeslade
2Dann ließ Salomo die Ältesten von Israel, die Oberhäupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels nach Jerusalem kommen. Sie sollten die Bundeslade Jahwes aus der Davidsstadt1 Zion in den Tempel hinaufbringen. 3Am Laubhüttenfest, das im Oktober stattfindet, versammelten sich alle Männer Israels beim König. 4In Gegenwart der Ältesten Israels nahmen die Leviten die Lade 5und trugen sie zum Tempel hinauf. Auch das Offenbarungszelt und die heiligen Gegenstände, die im Zelt waren, wurden von den Priestern und Leviten hinaufgebracht. 6König Salomo und die ganze Gemeinschaft Israels, die sich bei ihm vor der Lade eingefunden hatte, opferten eine unzählbare Menge von Schafen und Rindern. 7Dann brachten die Priester die Bundeslade Jahwes an ihren Platz im hintersten Raum des Hauses, dem Höchstheiligen, unter die Flügel der Cherubim. 8Die Cherubim hielten ihre Flügel nämlich über dem Platz der Lade ausgebreitet und überspannten damit die Lade und ihre Tragestangen. 9Die Stangen waren so lang, dass man ihre Enden vom Heiligtum aus nur sehen konnte, wenn man direkt vor dem hinteren Raum stand. Sonst waren sie vom…
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Footnotes
- 2Wagenladungen. Wörtlich 20.000 Kor; n_N 1000 Kor = 100 m³.
- 3Fässer. Wörtlich 20.000 Bat; n_N 1000 Bat = 100 Fässer. Siehe auch 1. Könige 5,25.
- 4Blaupurpur. Tyrus war bekannt für die Herstellung und den Handel mit dem wertvollsten aller Farbstoffe, dem Purpur, der aus den dort gezüchteten Murex-Schnecken gewonnen wurde. Die Farbe Blau bis Violett entsteht durch Enzymreaktionen und die Mischung von rotem und blauem Purpur.
- 5Karmesin ist ein (scharlach-)roter Farbstoff, der aus getrockneten weiblichen Koschenilleläusen gewonnen wird.
- 6Jafo. Hafenstadt am Mittelmeer; heute: Jaffa, etwa 65 km von Jerusalem entfernt.
- 3zehn … Meter. So mit einigen griechischen und syrischen Handschriften. Hebräisch: 120 Ellen (60 Meter).
- 4Parwajim ist eventuell ein Ort in Südarabien. Der Begriff kann aber auch eine besondere Goldqualität meinen (Parwajimgold).
- 5Cherub, Mehrzahl: Cherubim. Majestätisches (Engel-)Wesen, das Gottes Herrlichkeit repräsentiert.
- 6Das wären etwa 20 Tonnen Gold.
- 2Hebräisch: 3000 Bat, in 1. Könige 7,26 nur 2000 Bat. Möglicherweise verschiedene Füllstände oder ein Kopierfehler.
- 3Sukkot und Zaretan liegen etwa 34 km nordöstlich von Jericho auf der Ostseite des Jordan und der Nordseite des Jabbok.
- 1Die Davidsstadt umfasste das Gebiet des alten Jebus, das von David erobert worden war. Es bildete den Kern Jerusalems.
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