2. Chronik 17–21
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Joschafats Reform (17–23)
König Joschafat
171Sein Sohn Joschafat trat die Herrschaft an. Er zeigte sich stark gegenüber Israel 2und stationierte Truppen in allen befestigten Städten Judas. Außerdem setzte er in ganz Juda Statthalter ein, ebenso in den Städten, die sein Vater Asa in Efraïm erobert hatte. 3Jahwe stand Joschafat bei, denn er folgte den früheren Wegen, denen seines Vorfahren David. Er verehrte nicht die Baale1, 4sondern hielt sich an den Gott seines Vorfahren und befolgte im Gegensatz zu den Israeliten Gottes Gebote. 5Jahwe bestätigte Joschafats Königtum, sodass ganz Juda ihm Geschenke brachte. Er wurde reich und war angesehen. 6Im Lauf der Zeit wurde er immer mutiger in der Nachfolge Jahwes. So ließ er in Juda die Opferhöhen und die Aschera-Pfähle wieder beseitigen.
7Im dritten Regierungsjahr schickte er seine Beamten Ben-Hajil, Obadja, Secharja, Netanel und Michaja zur Belehrung des Volkes in die Städte Judas. 8Mit ihnen gingen die Leviten Schemaja, Netanja, Sebadja, Asaël, Schemiramot, Jonatan, Adonija, Tobija und Tob-Adonija sowie die Priester Elischama und Joram. 9Sie hatten die Schriftrolle mit dem Gesetz Jahwes bei sich, zogen in allen Städten Judas umher und belehrten das Volk.
10Der Schrecken Jahwes fiel auf alle Königreiche rings um Juda, sodass niemand es wagte, gegen Joschafat zu kämpfen. 11Selbst von den Philistern wurden Geschenke und Silber als Tributzahlungen an Joschafat überbracht. Auch die Araber brachten ihm 7700 Schaf- und ebenso viele Ziegenböcke. 12So wurde Joschafat immer mächtiger. Er baute Burgen und Vorratsstädte in Juda. 13Auch in den übrigen Städten hatte er große Vorräte angelegt. Und in Jerusalem waren seine besten Kämpfer stationiert. 14Ihre Diensteinteilung richtete sich nach den Sippenverbänden. Die Truppenführer für Juda waren Adna, Oberst über 300.000 wehrtüchtige Männer2, 15Johanan, Oberst über 280.000, 16und Amasja Ben-Sichri, der sich freiwillig mit 200.000 wehrtüchtigen Männern Jahwe zur Verfügung gestellt hatte. 17Truppenführer für Benjamin waren Eljada, ein tapferer Mann mit 200.000 Bewaffneten, die mit Bogen und Schild ausgerüstet waren, 18und Josabad mit 180.000 Bewaffneten. 19Sie alle standen im Dienst des Königs, abgesehen von den Besatzungen in den befestigten Städten Judas.
Joschafats Bündnis mit Ahab
181Joschafat hatte also jede Menge Reichtum und Ehre; und seinen Sohn ließ er eine Tochter Ahabs heiraten. 2Nach einigen Jahren besuchte er Ahab in Samaria. Ahab ließ eine Menge Rinder für ihn und sein Gefolge schlachten und überredete ihn zu einem gemeinsamen Feldzug gegen Ramot1 in Gilead2. 3König Ahab von Israel fragte also König Joschafat von Juda: „Willst du mit mir in den Kampf gegen Ramot in Gilead ziehen?“ Der erwiderte: „Ich ziehe mit dir, und mein Volk wird mit deinem Volk sein. Ja, ich ziehe mit in den Kampf!“
4Dann sagte Joschafat zum König von Israel: „Du solltest aber zuerst fragen, was Jahwe dazu sagt!“ 5Da ließ der König von Israel die Propheten kommen, 400 Mann. Er fragte sie: „Sollen wir in den Kampf gegen Ramot in Gilead ziehen, oder soll ich es lassen?“ – „Zieh hinauf“, erwiderten sie, „Gott wird es in die Gewalt des Königs geben!“
6Aber Joschafat sagte: „Gibt es hier sonst keinen Propheten Jahwes mehr, durch den wir Gott befragen können?“ 7„Es gibt noch einen, durch den man Jahwe fragen kann“, erwiderte der König von Israel, „aber ich hasse ihn, weil er mir niemals Gutes, sondern immer nur Schlimmes prophezeit. Es ist Micha Ben-Jimla.“ Doch Joschafat sagte: „Der König sage das nicht!“ 8Da rief der König von Israel einen Hofbeamten herbei und befahl ihm: „Schnell, hol Micha Ben-Jimla!“
9Der König von Israel und König Joschafat von Juda saßen im königlichen Ornat auf zwei Thronsesseln, die man für sie auf dem freien Platz am Toreingang von Samaria aufgestellt hatte. Und die Propheten weissagten vor ihnen. 10Ein gewisser Zidkija Ben-Kenaana hatte sich eiserne Hörner gemacht und rief: „So spricht Jahwe: ‚Damit wirst du die Syrer niederstoßen, bis du sie vernichtet hast!‘ “ 11Die anderen Propheten weissagten ebenso. „Greif Ramot in Gilead an und führe Israel zum Sieg! Jahwe wird die Stadt in die Hand des Königs geben!“
12Der Bote, der Micha holen sollte, sagte unterwegs zu ihm: „Hör zu! Die Worte der Propheten sind einstimmig und sprechen für den König. Schließ dich doch ihrem Wort an und sage Gutes!“ 13Micha erwiderte: „So wahr Jahwe lebt, ich sage nur das, was mein Gott mir aufträgt!“
14Als er zum König kam, fragte ihn dieser: „Micha, sollen wir in den Kampf gegen Ramot in Gilead ziehen, oder soll ich es lassen?“ – „Zieh nur hin und führe Israel zum Sieg!“, sagte er. „Sie sollen euch in die Hand gegeben werden.“ 15Doch der König entgegnete: „Wie oft muss ich dich noch beschwören, dass du mir nichts als die Wahrheit im Namen Jahwes verkündest!“ 16Da sagte Micha: „Ich sah ganz Israel über die Berge zerstreut wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und Jahwe sagte: ‚Sie haben keinen Anführer mehr! Jeder kehre wohlbehalten in sein Haus zurück!‘ “ 17Da sagte der König von Israel zu Joschafat: „Habe ich dir nicht gesagt, dass er mir nichts Gutes prophezeit, sondern immer nur Schlimmes?“
18Micha fuhr fort: „Darum hört das Wort Jahwes: Ich sah Jahwe sitzen auf seinem Thron. Das ganze Heer des Himmels stand rechts und links neben ihm. 19Jahwe fragte: ‚Wer ködert Ahab, den König von Israel, dass er loszieht und bei Ramot in Gilead fällt?‘ Der eine sagte dies, der andere das. 20Zuletzt trat ein Geist vor. Er stellte sich vor Jahwe und sagte: ‚Ich werde ihn ködern.‘ ‚Womit?‘, fragte Jahwe. 21‚Ich werde als Lügengeist aus dem Mund aller seiner Propheten sprechen‘, erwiderte er. ‚Gut, du darfst ihn verführen‘, sagte er, ‚und du wirst es auch schaffen. Geh los und tu es!‘ 22Du siehst also, dass Jahwe deinen Propheten einen Lügengeist eingegeben hat, denn Jahwe hat dein Unheil beschlossen.“
23Da kam Zidkija Ben-Kenaana zu Micha, gab ihm eine Ohrfeige und sagte: „Auf welche Weise soll der Geist Jahwes mich denn verlassen haben und nur noch mit dir reden?“ 24„Du wirst es ja sehen“, erwiderte Micha, „und zwar an dem Tag, an dem du von einer Kammer in die andere flüchtest, um dich zu verstecken.“ 25Da sagte der König: „Nehmt ihn fest und führt ihn zum Stadtkommandanten Amon und zum Prinzen Joasch. 26Meldet ihnen: ‚So spricht der König: Setzt diesen Mann ins Gefängnis und haltet ihn knapp bei Brot und Wasser, bis ich wohlbehalten zurückkomme!‘ “ 27Da sagte Micha: „Wenn du je wohlbehalten zurückkehrst, hat Jahwe nicht durch mich gesprochen.“ Dann fügte er noch hinzu: „Hört es, ihr Völker alle!“
28Der König von Israel und König Joschafat von Juda zogen also nach Ramot in Gilead. 29Unterwegs sagte der König von Israel zu Joschafat: „Ich will verkleidet in den Kampf ziehen, aber du kannst deine königliche Kleidung tragen!“ So zog er verkleidet in die Schlacht. 30Der König von Syrien hatte den Führern seiner Streitwagen befohlen: „Kämpft nicht gegen Kleine oder Große, sondern greift allein den König von Israel an!“ 31Als die Streitwagenführer Joschafat entdeckten, sagten sie: „Das ist der König von Israel!“ und griffen ihn von allen Seiten an. Da schrie Joschafat, und Jahwe half ihm, indem er sie von ihm ablenkte. 32Als die Wagenführer nämlich merkten, dass er nicht der König von Israel war, ließen sie ihn in Ruhe. 33Einer ihrer Kämpfer schoss aber auf gut Glück einen Pfeil ab und traf den König von Israel zwischen Gurt und Panzer. Daraufhin sagte dieser zu seinem Wagenlenker: „Dreh um und bring mich aus dem Gewühl! Ich bin schwer getroffen.“ 34Weil aber der Kampf an dem Tag immer heftiger wurde, hielt der König bis zum Abend durch und blieb den Syrern gegenüber in seinem Wagen aufrecht stehen. Als die Sonne unterging, starb er.
191König Joschafat von Juda kehrte jedoch wohlbehalten in sein Haus nach Jerusalem zurück. 2Da trat ihm der Seher Jehu Ben-Hanani entgegen und sagte zu ihm: „Musstest du dem Gottlosen helfen und die lieben, die Jahwe hassen? Deswegen ist Jahwe zornig auf dich! 3Aber er hat bei dir auch etwas Gutes gefunden: Du hast die Aschera-Pfähle aus dem Land weggeschafft und dich bemüht, Gott nachzufolgen.“
Joschafat sorgt für das Recht
4Nachdem Joschafat eine Zeitlang in Jerusalem geblieben war, bereiste er sein Land von Beerscheba bis zum Bergland von Efraïm und führte sein Volk zurück zu Jahwe, dem Gott ihrer Väter. 5In allen befestigten Städten Judas setzte er Richter ein 6und sagte zu ihnen: „Achtet genau auf das, was ihr tut! Denn ihr seid nicht von Menschen zum Richteramt berufen worden, sondern von Jahwe. Er wird euch beistehen, wenn ihr Recht sprecht. 7Lasst euch leiten von der Furcht vor Jahwe und übt euer Amt gewissenhaft aus! Denn bei Jahwe, unserem Gott, gibt es keine Ungerechtigkeit, keine Bevorzugung und keine Bestechlichkeit.“
8In Jerusalem setzte Joschafat einen obersten Gerichtshof ein, der aus Priestern, Leviten und den Sippenhäuptern Israels bestand, um im Namen Jahwes Recht zu sprechen. Gleichzeitig war er für die Rechtsstreitigkeiten der Einwohner Jerusalems zuständig. 9Er gab ihnen folgende Anweisung: „Führt euer Amt in der Furcht vor Jahwe mit aller Treue und ungeteiltem Herzen! 10Bei jedem Streitfall, den euch eure Brüder aus den anderen Städten vorlegen, ob es sich um Mord oder Totschlag handelt oder um Verstöße gegen Gesetze, Gebote, Bestimmungen und Anordnungen, sollt ihr sie verwarnen. Weder ihr noch sie dürfen an Jahwe schuldig werden. Sonst trifft euch sein Zorn. 11In allen Angelegenheiten, die Jahwe betreffen, hat der Hohe Priester Amarja den Vorsitz, in allen Angelegenheiten des Königs aber Sebadja Ben-Ismaël, der Fürst aus dem Haus Juda. Als Verwaltungsbeamte stehen euch die Leviten zur Verfügung. Geht entschlossen ans Werk! Jahwe wird mit dem sein, der Gutes im Sinn hat.“
Gott schenkt Joschafat den Sieg
201Einige Zeit danach zogen die Moabiter1, die Ammoniter2 und einige von den Mëunitern3 zum Krieg gegen Joschafat heran. 2Man meldete dem König: „Ein…
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Footnotes
- 1Baal bedeutet „Herr“ oder „Gebieter“. Er wurde als Fruchtbarkeitsgott in Kanaan verehrt.
- 2(V. 14–18) Zahlen n_N 15.000; 14.000; 10.000; 10.000; 9000.
- 1Ramot war eine levitische Zufluchtsstadt, die Gad zugeteilt wurde. Das heutige Tel Ramith liegt 58 km nördlich von Amman in Jordanien.
- 2Gilead war die Landschaft östlich des Jordan, Wohnsitz der Stämme Ruben, Gad und halb Manasse.
- 1Die Moabiter lebten östlich des Toten Meeres zwischen den Flüssen Arnon und Zered.
- 2Die Ammoniter waren nordöstliche Nachbarn der Moabiter.
- 3Die Mëuniter lebten im Gebirge Seïr in Edom.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden