2. Chronik 1–18
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1–9: Die Herrschaft Salomos
Salomos Tempelbau (1–7)
Salomos Bitte um Weisheit
11Als Salomo Ben-David seine Königsherrschaft gefestigt hatte – Jahwe, sein Gott, stand ihm nämlich bei und ließ ihn sehr mächtig werden –, 2da ließ er die Vertreter von ganz Israel zusammenrufen: die Befehlshaber der Tausend- und Hundertschaften, die Richter, die Fürsten und die Sippenoberhäupter. 3Mit der ganzen Versammlung ging er zu der Anhöhe bei Gibeon1, denn dort stand das Offenbarungszelt Gottes, das Jahwes Diener Mose in der Wüste hatte anfertigen lassen. 4Für die Lade Gottes jedoch hatte David ein Zelt in Jerusalem aufbauen lassen und sie von Kirjat-Jearim herbeigeholt. 5Doch der Bronzealtar, den Bezalel Ben-Uri, der Enkel von Hur, gemacht hatte, stand in Gibeon vor der Wohnstätte Jahwes. Dorthin begab sich Salomo mit allen Versammelten. 6Auf diesem Bronzealtar vor dem Offenbarungszelt opferte Salomo tausend Tiere als Brandopfer3 für Jahwe.
7In der folgenden Nacht erschien ihm Gott und sagte: „Sag mir, was ich dir geben soll!“ 8Salomo sagte zu Gott: „Du hast meinem Vater David sehr viel Güte erwiesen und hast mich nun zum König gemacht. 9Möge sich dein Wort an meinen Vater David als wahr erweisen, Jahwe, mein Gott! Denn du selbst hast mich zum König über ein Volk gemacht, das so zahlreich ist wie der Staub auf der Erde. 10Gib mir daher Weisheit und Wissen, dass ich sehe, wie ich mit diesem Volk umgehen soll. Wie könnte ich sonst dein großes Volk regieren?“ 11Da sagte Gott zu Salomo: „Weil dir das am Herzen lag und du nicht um Reichtum, Besitz und Ehre, um den Tod deiner Feinde oder langes Leben für dich gebeten hast, sondern um Weisheit und Wissen, damit du mein Volk regieren kannst, über das ich dich zum König eingesetzt habe, 12so gebe ich dir Weisheit und Wissen. Und dazu gebe ich dir Reichtum, Besitz und Ehre, wie sie noch kein König vor dir besessen hat und auch keiner nach dir haben wird.“ 13Dann kam Salomo vom Offenbarungszelt, das auf der Anhöhe bei Gibeon stand, nach Jerusalem. Und von dort aus regierte er über Israel.
Salomos Reichtum
14Salomo schaffte Streitwagen und Pferde an und stationierte sie in den Wagenstädten und in Jerusalem. Er besaß schließlich 1400 Streitwagen und 12.000 Pferde. 15Der König brachte es so weit, dass man in Jerusalem Silber und Gold wie Steine zählte und Zedern wie die Maulbeerfeigenbäume, die in der Niederung wachsen. 16Die Pferde ließ Salomo aus Ägypten einführen. Seine Händler kauften sie aber auch in Koë5 zum Marktpreis auf. 17Bei der Ausfuhr aus Ägypten kostete ein Streitwagen 600 ‹Schekel› Silber, ein Pferd 150. Die Händler Salomos belieferten auch die Könige der Hetiter und Syrer mit Streitwagen und Pferden.
Vorbereitung für den Tempelbau
18Salomo beschloss, ein Haus zur Ehre Jahwes zu bauen sowie einen Regierungspalast für sich selbst.
21Dazu ließ er 70.000 Lastträger und 80.000 Steinhauer in den Bergen antreten. 3600 Mann setzte er als Aufseher über sie ein. 2Er schickte eine Gesandtschaft zu König Hiram von Tyrus und ließ ihm sagen: „Du hast ja schon meinem Vater David geholfen und ihm Zedern geliefert, als er sich einen Palast bauen wollte. 3Ich möchte jetzt ein Haus für den Namen meines Gottes Jahwe bauen, ein Haus, das ihm geweiht ist. Dort soll ihm Weihrauch als Opfer aufsteigen, und die geweihten Brote werden aufgeschichtet sein. Jeden Morgen und jeden Abend, an den Sabbaten, am Neumondfest und den anderen Festen Jahwes sollen dort Brandopfer dargebracht werden, wie es Israel für immer auferlegt wurde. 4Das Haus, das ich bauen will, wird groß sein, denn groß ist unser Gott über alle Götter hinaus. 5Aber auch die Himmel, selbst die allerhöchsten, fassen ihn nicht. Wer ist überhaupt berechtigt, ihm ein Haus zu bauen? Und wer bin ich, dass ich das könnte, es sei denn, es gäbe ein Heiligtum, in dem Weihrauch als Opfer zu ihm aufsteigt. 6Schick mir doch einen fähigen Mann, der alle Arbeiten in Gold, Silber, Bronze und Eisen ausführen kann! Ebenso muss er Rotpurpur, Karmesin und Blaupurpur verarbeiten können und sich aufs Gravieren verstehen. Er soll mit den Künstlern aus Juda und Jerusalem zusammenarbeiten, die schon mein Vater David angestellt hat. 7Schick mir dazu vom Libanon Zedern-, Zypressen- und anderes kostbares Holz! Ich weiß ja, wie gut deine Leute dort Holz schlagen können. Meine Leute sollen deinen dabei helfen. 8Es muss eine Menge Bauholz bereitgestellt werden, denn das Haus, das ich bauen will, wird groß und wunderbar werden. 9Ich will deinen Leuten dafür 100 Wagenladungen2 ausgedroschenen Weizen und ebenso viel Gerste liefern, dazu 100 Fässer3 Olivenöl und ebenso viel Wein.“
10König Hiram von Tyrus antwortete Salomo mit folgendem Schreiben: „Weil Jahwe sein Volk liebt, hat er dich zum König gemacht!“ 11Weiter schrieb er: „Gepriesen sei Jahwe, der Gott Israels, der Himmel und Erde erschuf, dass er König David einen weisen Sohn mit Einsicht und Verstand geschenkt hat, der ein Haus für Jahwe bauen will und eins für seine Regierungsgeschäfte. 12Ich kann dir einen erfahrenen Künstler schicken: Meinen Baumeister Hiram. 13Seine Mutter kommt aus dem Stamm Dan, sein Vater ist Tyrer. Er versteht sich auf alle Arbeiten in Gold, Silber, Bronze, Eisen, Stein und Holz. Er kann Rotpurpur, Blaupurpur4, Byssus und Karmesin5 verarbeiten, alle Gravierungen ausführen und alles entwerfen, was ihm aufgetragen wird. Er ist bereit, mit deinen Künstlern und denen deines verehrten Vaters David zusammenzuarbeiten. 14Mein Herr möge nun die angekündigte Sendung von Weizen, Gerste, Öl und Wein an seine Diener liefern. 15Wir unsererseits werden Holz im Libanon schlagen, so viel du brauchst, und es dir in Flößen über das Meer nach Jafo6 bringen. Von dort kannst du es nach Jerusalem schaffen lassen.“
16Salomo ließ nun alle Fremden in Israel zählen, nachdem schon sein Vater David solch eine Zählung vorgenommen hatte. Es waren 153.600 Männer. 1770.000 von ihnen machte er zu Lastträgern, 80.000 zu Steinhauern im Gebirge und 3600 zu Aufsehern, um die Leute zur Arbeit anzuhalten.
Der Tempelbau
31Dann begann Salomo, das Haus Jahwes in Jerusalem auf dem Berg Morija zu bauen. Die Stelle hatte schon sein Vater David bestimmt, denn dort, auf dem Dreschplatz des Jebusiters Ornan, war ihm Jahwe erschienen. 2Am 2. Mai in seinem vierten Regierungsjahr begann der Bau. 3Die Grundmaße, die Salomo für den Bau des Gotteshauses festgelegt hatte, betrugen dreißig mal zehn Meter. 4Die Halle vor dem Haus war zehn Meter breit und zehn Meter3 hoch. Ihre Innenwände ließ er mit reinem Gold überziehen. 5Das Tempelhaus selbst ließ er innen mit Zypressenholz verkleiden und mit Gold überziehen. Darauf waren Palmen und Zierketten angebracht. 6Salomo ließ das ganze Haus mit Edelsteinen schmücken. Das verwendete Gold stammte aus Parwajim4. 7Damit wurde das Haus innen verkleidet: die Balken, Schwellen, Wände und Türflügel. In die Wände ließ er außerdem Bilder von Cherubim5 einschnitzen.
Das Höchstheilige
8Den Raum des Höchstheiligen machte Salomo zehn Meter lang und zehn Meter breit. Er überzog ihn mit reinem Gold im Gewicht von 600 Talenten6. 9Allein für den Überzug der Nagelköpfe wurden 500 Gramm Gold gebraucht. Auch die oberen Räume wurden mit Gold verkleidet. 10Für das Höchstheilige ließ er dann in Bildhauerarbeit zwei Cherubim anfertigen und überzog sie mit Gold. 11Die Flügel der Cherubim hatten zusammen eine Spannweite von zehn Metern. Der eine zweieinhalb Meter lange Flügel des einen Cherub berührte die Wand und der andere den Flügel des zweiten. 12Beim zweiten Cherub war es ebenso. Einer der zweieinhalb Meter langen Flügel berührte die Wand, der andere berührte den Flügel des ersten. 13Das ergab eine Gesamtspannweite von zehn Metern. Die Cherubim standen auf ihren Füßen und hatten ihre Gesichter dem Heiligtum zugewandt. 14Auch den Vorhang ließ Salomo anfertigen. Er bestand aus blauem und rotem Purpur, blutroter Wolle und feiner Baumwolle. Cherubim waren darauf gestickt.
Die Bronzesäulen
15Vor dem Haus ließ Salomo zwei Säulen anfertigen, die ‹zusammen› achtzehn Meter lang waren. Jede bekam oben ein Kapitell von zweieinhalb Metern Höhe. 16Daran ließ er Zierketten anbringen, an denen 100 Nachbildungen von Granatäpfeln befestigt waren. 17Die Säulen ließ er rechts und links vor dem Tempel aufstellen. Die rechte nannte er Jachin, „Er richtet auf“, und die linke Boas, „In ihm ist Stärke“.
Die Ausstattung des Tempels
41Salomo ließ einen Altar aus Bronze anfertigen, der zehn Meter lang, zehn Meter breit und fünf Meter hoch war. 2Dann kam das sogenannte Meer an die Reihe. Es wurde aus Bronze gegossen und hatte einen Durchmesser von fünf Metern. Seine Höhe betrug zweieinhalb Meter und eine Schnur von 15 Metern Länge umspannte es. 3Zwei Reihen von rinderähnlichen Formen verzierten das Meer ringsum unterhalb des Randes. Sie waren aus einem Guss mit dem Becken. Auf einen halben Meter kamen zehn solcher Rinder. 4Das Becken selbst stand auf zwölf Rindern, deren Hinterteile nach innen gekehrt waren. Jeweils drei von ihnen schauten nach Norden, Westen, Süden und Osten. 5Der Rand des Beckens war wie bei einem Kelch oder einer Lilienblüte nach außen gewölbt und etwa eine Handbreit dick. Das Becken fasste ‹maximal› 18.000 Liter.2
6Salomo ließ auch zehn Kessel anfertigen. Fünf stellte er rechts und fünf links vom Meer auf. Darin wusch man alles, was zum Brandopfer gehörte. Das Meer selbst war nur für die Waschungen der Priester bestimmt.
7Er ließ auch zehn goldene Leuchter genau nach Vorschrift anfertigen und in die Tempelhalle stellen, fünf an die rechte und fünf an die linke Seite. 8Weiterhin ließ er zehn Tische machen und in die Halle stellen, fünf an die rechte und fünf an die linke Seite. Außerdem ließ er hundert goldene Opferschalen anfertigen.
9Dann richtete er den Vorhof ein, der nur von den Priestern betreten werden durfte sowie den großen Vorhof mit seinen Toren. Die Torflügel ließ er mit Bronze überziehen. 10Das Meer wurde an der Südostecke rechts vom Eingang des Tempels…
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Footnotes
- 1Gibeon. Heute El-Jib, 10 km nordwestlich von Jerusalem.
- 3Brandopfer. Bei dieser Opferart wurde das Tier mit Ausnahme der Haut vollständig auf dem Altar verbrannt.
- 5Koë lag im Gebiet von Zilizien, im Südosten der heutigen Türkei.
- 2Wagenladungen. Wörtlich 20.000 Kor; n_N 1000 Kor = 100 m³.
- 3Fässer. Wörtlich 20.000 Bat; n_N 1000 Bat = 100 Fässer. Siehe auch 1. Könige 5,25.
- 4Blaupurpur. Tyrus war bekannt für die Herstellung und den Handel mit dem wertvollsten aller Farbstoffe, dem Purpur, der aus den dort gezüchteten Murex-Schnecken gewonnen wurde. Die Farbe Blau bis Violett entsteht durch Enzymreaktionen und die Mischung von rotem und blauem Purpur.
- 5Karmesin ist ein (scharlach-)roter Farbstoff, der aus getrockneten weiblichen Koschenilleläusen gewonnen wird.
- 6Jafo. Hafenstadt am Mittelmeer; heute: Jaffa, etwa 65 km von Jerusalem entfernt.
- 3zehn … Meter. So mit einigen griechischen und syrischen Handschriften. Hebräisch: 120 Ellen (60 Meter).
- 4Parwajim ist eventuell ein Ort in Südarabien. Der Begriff kann aber auch eine besondere Goldqualität meinen (Parwajimgold).
- 5Cherub, Mehrzahl: Cherubim. Majestätisches (Engel-)Wesen, das Gottes Herrlichkeit repräsentiert.
- 6Das wären etwa 20 Tonnen Gold.
- 2Hebräisch: 3000 Bat, in 1. Könige 7,26 nur 2000 Bat. Möglicherweise verschiedene Füllstände oder ein Kopierfehler.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden